Netzwerke und Netzwerkprozesse als Muster von Leben, Intelligenz und Ordnungsbildung?

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Das Gehirn und der Computer – Mensch und Maschine
Tensornetz

Wir brauchen heute eine neue Theorie und auch eine neue und re-kombinierte Praxis in der Arbeit und Gesellschaft, die Menschen mit Megatrends, Marktdynamiken, Management- und Netzwerkprozessmodellen und auch den Maschinen und deren Muster dazwischen ganzheitlich und langfristig wirksam zu verbinden weiß.

Dabei bedarf jede übergeordnete Theorie der menschlichen Geschichte eine Neuorganisation des Bedarfs an Daten. Sei es im früheren Bereich der “Relativität”, der “Quanten”, der “Tektonik” oder im Bereich “dynamisch-komplexer Systeme mit menschlich-maschineller Netzwerkbildung”. Es gilt Irritationen in Informationen für die Aufgaben unserer Zeit umzuwandeln. Dabei bedurfte es früher schon der interdisziplinären Musterbeobachtung, Musterinterpretation und Mustererkennung, um die treibenden Kräfte hinter den Dynamiken komplexer Strukturen zu erkennen und diese entsprechend einzuordnen. Nehmen Sie derzeit nur einmal das “Corona-Virus”. Dieses Virus Netzwerk und deren Muster zu verstehen und ein gegengleiches Netzwerk und Muster aufzubauen, gilt jetzt für Mediziner und Virologen auf der ganzen Welt. Der Wettlauf hat bereits begonnen. Hier ist es eindeutig, was getan werden muss, das Ziel steht fest, der Weg und Prozess dazu ist jedoch offen. In welchem Netzwerkprozess wird dies international getan und wer wird als Erster einen Ansatz zu Lösung präsentieren?  

Aber nun zu unserem Thema: Komplexitätsverarbeitung, Mustererkennung und Netzwerksystembildung.

Schauen wir einmal auf  die verschiedenen Strukturklassen wie beispielsweise der Biologie, Physik, Psychologie und der Sozio-Ökonomie, so galt es auch hier in der Forschung verschiedene Systeme des Lebens zu verstehen, ihre Formgestalt zu erkennen, Signaturen auszumachen und passend einzuordnen. Folgende Reihenfolge können wir hierzu einmal bei den Strukturklassen meines Erachtens aufstellen.

  • Elementarteilchen
  • Atome
  • Moleküle
  • Organellen
  • Zellen
  • Gewebe
  • Organe
  • Organsysteme
  • Psyche, Bewusstsein
  • (vielzellige) Lebewesen
  • soziale Gruppen
  • Gesellschaften
  • Menschheit

Was sehen Sie als verbindendes Element auf den unterschiedlichen molekularen zellulären, neuronalen und sozialen Ebenen? von Gehirnen, Gruppen von Menschen, gar ganzer Gesellschaften von oben nach unten? was verbindet diese?

Sie ahnen es sicher schon – es geht um Netzwerkprozesse als verbindende Klammer und hebelnde Kraft. 

Was sind also Netzwerke? Ganz vereinfacht gesagt tauschen sich Menschen in sozialen und organisatorischen Netzwerken mit Ressourcen, Fähigkeiten, Kompetenzen und Informationen gegenseitig aus. Maschinen können in Netzwerken dazu von Menschen mit überwachtem Lernen, unüberwachten Lernen oder gar mit „tiefen Lernen“ (Deep Learning) Fähigkeiten sukzessive entwickeln. In unserer Betrachtung soll aber im Fokus der Mensch stehen.

So schreibet Gunther Teubner in seinem Aufsatz die vielköpfige Hydra: Netzwerke als kollektive Akteure höherer Ordnung, dass sich Netzwerke mit Menschen als echte Emergenzphänomenen nicht zwischen sondern jenseits von Vertrag und Organisation bilden. “Die Selbstorganisation des Netzwerks als autopoietisches System höherer Ordnung vollzieht sich über das Re-entry der institutionalisierten Unterscheidung vom Markt und Organisation in diese selbst. Organisationen sind Formalisierung von sozialen Kooperationsbeziehungen. Ausgangspunkt ist eine Form des Markversagens und des Organisationsversagens (Imai und Itami) im Hinblick auf das prekäre Verhältnis von Varietät und Redundanz. Der Doppelbezug wiederholt sich in der Netzwerk-Struktur1.”

Warum existieren Netzwerke?

Oft wird “das Netzwerk” dabei fälschlicherweise als Nomen gesehen und nicht als Verb. Dabei ist das Ergebnis des Netzwerks gar nicht so entscheidend, sondern vielmehr der Prozess, der Weg dorthin. So sind Netzwerke auch eine Art angewandte Sozio-Ökonomie für Menschen. Netzwerke stellen eine neue Arithmetik sozialer Beziehungen dar, die heute sowohl Sinn als auch Lösungsorientiert prozessiert werden. Es geht hierbei nicht um Technologie oder EDV, sondern die Kultur in der Netzwerkarbeit. Netzwerkprozesse sind somit eher “die Technologie menschlicher Leistungsfähigkeit”. Und Netzwerktätigkeiten liefern das, was Bürokratie nie zu leisten vermag: die vertikal-horizontale und netzartige Verbindung zwischen Menschen, die weit über einer Stabsstruktur, Matrixmodell- und Projektorganisation hinausreicht. Egal um welche Motive es sich handelt, Netzwerke bewegen und verändern die Gesellschaft wie nie zuvor sowohl in der realen als auch virtuellen Welt.

Unternehmen als Nucleus der Lebensfähigkeit des Menschen

Wir alle gehören eine Reihe von Institutionsbeziehungen in Form von Netzwerken an: Kirchen, Vereinen, Schulen… Aber keine Institution ist stärker zentral im alltäglichen Leben als das Unternehmen Das Unternehmen ist die moderne Regierung der Menschen im 20. und 21.Jahrhundert. Das Unternehmen beeinflusst die Lebensqualität der Menschen viel stärker als dies Kirchen, Vereine oder Regierungen können. In Unternehmen müssen wir uns unseren Unterhalt verdienen, sind erfolgreich oder scheitern bei der täglichen Arbeit. Arbeit schützt, Arbeit wird zum Eigentum (Rente). Geld wird gesichert und in unsere geistige Arbeit wird durch Bildung investiert. 

Die wettbewerbliche und kooperative Funktion von Netzwerken in der Wirtschaft

Schauen wir einmal auf eine gelungene Definition in der Wirtschaft von Konkurrenz und Kooperationssystemen so finden wir diese einerseits bei Adam Smith, der in  „Der Wohlstand der Nationen“ argumentiert, dass die Überlegenheit der Marktwirtschaft sich auf die Fähigkeit jedes Individuums gründe, seine Eigeninteressen zu verfolgen. Märkte sind ihrem Wesen nach feindselige Foren. Jede Partei beginnt Verhandlungen mit dem Ziel, ihren eigenen Nutzen auf Kosten der anderen Partei zu maximieren. Billig einkaufen, teuer verkaufen und sich vor dem Käufer in acht nehmen-das waren die wichtigsten Verhaltensprinzipien seit Beginn der Marktwirtschaft. Schauen wir bei Jeremy Rifkin nach, so schreibt diesem im Buch der “Europäische Traum, dass allen Netzwerken gemeinsam ist, dass sich ihre Art und Weise, Geschäfte zu machen, grundsätzlich von dem Marktmodell unterscheidet, dass Adam Smith und die klassischen Ökonomen sowie ihre neoklassischen Nachfolger im 20.Jahrhundert formulierten: So funktionieren Netzwerke nach einem völlig anderen Prinzip. Jede Partei bringt sich in der Annahme ein, dass durch die Optimierung des Nutzens der anderen Parteien und der Gruppe insgesamt auch der eigene Nutzen maximiert werden kann2. Ähnlich der Harvard-Verhandlungsmethode (Harvard Negotiation Project) bei der Verhandlung von Gegenständen und Services, wie Immobilien, Autos, Verträge etc. geht, geht es eben nicht mehr um eine alleinige Verteilung eines Kuchens, oder dass Kuchenstücke bei Verhandlungen auf dem Tisch zurückbleiben,  sondern um die Vergrößerung des Kuchens, -und vor allem die Erweiterung des Nutzens im Sinne einer passenden Sozio-Ökonomie, Austauschtheorie, Informations-, Kommunikations- und Spieltheorie und zwar in deren passende Re-Kombination einer Win-Win- und nicht lose-lose Situation.

Und die Frage die sich hier stellt ist doch, was müssen wir unternehmen, um dahin zu kommen?

Netzwerk in der Politik

So sollten wir auch auf die Europäische Union (EU) nicht als einen Ort oder gar eine Organ schauen, wie dies oft der Fall ist, sondern als einen Prozess also ein Verb, wie wir mit anderen Ländern kooperieren können, welche Gemeinsamkeiten aber auch Gegensätze existieren und wir passend zu in aller Unterschiedlichkeit und Verschiedenheit,  die auch äußerst wichtig für eine Identitätsstiftung und Kultur des jeweiligen Landes für einen Integrationsprozess ist und bleibt in Richtung von Übereinkünften und Übereinstimmungen zu gelangen. und zwar nicht von oben oben, Top-Down verordnet oder aufgepfropft, sondern stärker selbstorganisiert aus den Ländern kommt, damit das europäische Systeme auch tragfähig sind und als Pfeiler langfristig halten. Wir dürfen nie vergessen, dass die ganze Welt deshalb auf den Netzwerkprozess der Europäischen Union neugierig als lebendiges Verfahren blickt, ob dieses Integrationsexperiment verschiedener Länder auch tatsächlich gelingt.

So eine Institution wie die EU, (und früher die EG) entstand jedoch im vorigen Jahrhundert und zwar noch in einer vertikal und zentralisierten Welt, die sich mittlerweile zu einer horizontalen, netzartig- dezentralisierten und distributierten Welt gewandelt hat. Und auf  lokaler, regionaler und nationaler Ebene erstarken schon seit längerem Kräfte, die dieses Projekt und dessen System und Arbeitsarchitektur zunehmend infrage stellen. Rifkin schreibt hier: „Solange menschliches Handeln an die geografischen Räume gebunden war, waren Staaten sinnvolle Institutionen. Wenn das wirtschaftliche und soziale Leben immer unabhängiger vom Raum wird, welche Bedeutung sollte den Staaten noch zufallen? Gemeinschaften bilden sich nicht länger in geografischen Räumen, sondern aufgrund von Interessen, die Menschen in virtuellen Welten interagierend , zeitlich, begrenzt miteinander teilen. Wie lassen sich unter diesen Bedingungen Vorstellungen on kollektiver Solidarität und Loyalität zu Ort und Land bewahren, die lange als Bedingung für ein Gefühl nationaler Zusammenhangs galten?

Warum nehmen eigentlich Netzwerke immer mehr zu?

Es existieren Netzwerke schon recht lange als soziale Struktur und Form der Zusammenarbeit von Menschen und später auch von Maschinen in der EDV. Dies wird

  1. einerseits immer stärker, weil sich die traditionellen Strukturen wie Familie, Kirchen, Gemeinden, Nachbarschaft wegen steigender Mobilität, Verstädterung und Vernetzung auflösen.
  2. Weil das Versagen der hierarchischen Strukturen immer stärker wird.
  3. drittens die Struktur der EDV und der Telekommunikation dies immer stärker fördert

und wie im letzten Jahr hier auf der Plattform in meinem Beitrag berichtet,  heute zum ersten Mal auf der Welt Werkzeuge existieren, um sich wirklich zu koordinieren und in Netzwerken zu kooperieren. Das ist zugleich einmalig in der Geschichte der Menschheit!” So könnte der Wohlstand der Nationen (Adam Smith) zum Wohlstand der Netzwerke generieren.

Hollywood

Schauen wir heute einmal mit dem Netzwerkgedanken auf die Filmindustrie, so hat auch Hollywood sich extrem gewandelt, von einem klassischen, vertikal organisierten Unternehmen zum vernetzen Unternehmen.: “Nicht zufällig wurde diese Organisationsmodell  so rasch von den Informations- und Biowissenschaften, den Leitindustrien des 21.Jahrhunderts übernommen. Andy Grove früherer Präsident bei Intel vergleicht die Softwareindustrie mit dem Theater, „indem Regisseure, Schaupieler, Mimiker, Dramatiker, Techniker und Geldgeber eine kurze Zeit für eine neue Produktion zusammengebracht werden.“  In seinem Buch „Jamming“ The Art and Discipline of Business Creativity, fordert John Kao von der Harvard Business School das Management auf, das von Hollywood geborene Netzwerkmodell in die langfristige strategische Planung zu integrieren3. Sie sollten, so sein Rat so arbeiten wie die aktuelle Version der Hollywoodstudios.“ Managementberater Tom Peters sagt: „In der Zukunft kommen Netze aus Bits und Unternehmensteilen zusammen, um eine Marktgelegenheit auszunutzen, bleiben einige Zeit zusammen um ihre Gestalt mitzu verändern, und lösen sich dann wieder auf, um nie wieder in dieser Form zu arbeiten4.“

Apple als Beispiel: Netzwerk im Netzwerk

Die Firma apple inc ist sich durchaus bewusst, dass Wettbewerb nicht nur über Hardware, Software oder Services geht, sondern vielmehr zwischen ganzen Ökosystemen und Netzwerksystemen stattfindet.

Genau deshalb investiert apple in diese Art von Gemeinschaft, beispielsweise bei Entwicklern von iPhone, iPad, iWatch…. Es existiert kein andere Organisation, die über ein so umfangreiches Netzwerk und variable Netzwerkprozesse verfügt und das schon lange bevor der Begriff hierzulande technisch kommerziell wurde. Steve Jobs hat das damals bei bei seiner Firma Next, wie auch bei Pixar verinnerlicht, dass die Beziehungsmodelle der Menschen in der Bedeutung (Management-, und Netzwerkmodelle) mit den Geschäftsmodellen einher laufen sollten.  

Lernen und geistige Entwicklung als Hauptziel

Wolfgang Krohn und Günter Küppers haben hierzu im Bereich zur Emergenz systemspezifischer Leistungen einen systematischen Ansatz von der Recherche und Austauschstrategie bis zu Operativen Leistung in der Arbeit aufgezeigt, noch lange bevor Big Data und predictive Analytics (heute 2020 eher „Predictive Coding“) am Horizont erschien. Beispiele können neben der Politik (Parteien) auch die Wirtschaft (Unternehmen) Forschung (Institute) oder im Bereich Recht (Gerichte und Gremien) sein, wo dies systematiserte Arbeit Anwendung finden kann.

  • bei Hypothesen, (Ableitung von Theoremen)
  • Theoreme (Vernetzung von Mustern)
  • Muster (Interpretation von Daten)
  • Daten (Selektion, Bewertung von Dokumenten
  • Dokumente (Anwendung von Verfahren)
  • Verfahren ( Operationalisierung von Hypothesen)5

Netze als Lernfunktion in einer Gleichung des Lebens

Betrachten wir die Netzwerkfunktion als Lernfunktion bei Zellen oder Menschen, so ist die (Selbst)Organisation in Netzwerk-Systemen nicht nur organisatorisch, sondern auch wissenschaftlich äußerst spannend, weil es zugleich die höchste und komplexeste Stufe professionalisierten Lernens darstellt. Aus diesem Grund haben nicht nur Unternehmen und die Politik und Regierungen weltweit daran Interesse, sondern auch die Forschung, was da genau neuronal und psycho-physisch geschieht. Netzwerke stellen ein höheres Maß an die Art des professionellen Lernens miteinander als eine Hierarchie. Die Hierarchiefunktion ist dagegen tatsächlich trivial. Denn bei Netzwerken  geht es  nicht nur um die Koordination von Kooperation und Kommunikation von Menschen in Situationen und Kontexten, denn nichts darf aneinander vorbei laufen, sondern es geht auch um ethische und emotionalen Normen, also eine entsprechende Abstimmung der Menschen untereinander, sonst driftet das System der Gruppe, Teams oder gar eine ganz Netzwerkprozess-Organisation, das wird heute meist weder bei gründenden StartUps noch bei gründenen Parteien verstanden. Der Wertekern muss sozusagen erst ausgehandelt werden, bevor ich ein Netzwerk freigeben kann. Werte und Ziele laufen somit einer Skalierung voraus. Habe ich diese kann ich langsam mit den Gruppen mich vergrößern. Sonst passieren Dinge an den Rändern, die man nicht haben möchte.

Werte und Werte, Ziele und eine Mission im Netzwerk  

Die Intelligenz einer Gruppe funktioniert so lange sie ein klares Ziel haben. Menschen handeln selbständig in einer Gruppe wenn sie eine gemeinsame Idee und Vorhaben eint. Selbstorganisation ohne Führung, ohne Disziplin und ohne eine gemeinsame Idee führt unweigerlich ins Chaos, und zwar nicht in ein konstruktives Chaos, sondern ein destruktives Chaos. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Piratenpartei. Es ist vielleicht verfrüht zu sagen, sie wären gescheitert. Jedoch lässt sich sehr wohl feststellen, dass sie eine Menge Vertrauen verspielt haben. Weder Netzwerknutzung noch freie Software zur politischen Willensbildung und Entscheidung macht aus Beteiligten andere Menschen. Es ist nicht die Technologie, es ist vielmehr die Art und Weise, wie die Organisation, Werte und  Beziehungsmanagement zur Kultur vereint. Die Strategie folgt doch heute der Kultur und der weiche Faktor der Kultur ist der harte Faktor im Wettbewerbsvorteil.

Lebenslanges Lernen

Und deshalb ist auch soziale Intelligenz in der Führung von Gruppen und Teams in Form von Empathie ein absolut entscheidendes Merkmal. Fehlt die Empathie in Menschen und Daten, bzw. Systeme, kann dies nicht nur ein Wettbewerbsnachteil bedeuten, sondern  Entscheidungen enden dann statt kompetent, oft katastrophal. Schauen wir auf die Studien, so sprechen die Trends und Megatrends, die ich eingangs erwähnte, hier: Autonomie, Sinn, Selbstorganisation und Selbstverwirklichung eine eigene immer stärker werdende Sprache. Und vor allem lebenslanges Lernen wird in den Unternehmen zum Imperativ und somit für die Menschen in der Zukunft immer wichtiger werden. Kompetenzen in und für die Zukunft aufzubauen, damit die Menschen und Organisationen auch Zukunft haben.

Was sind Ihre Erfahrungen in und mit Netzwerken? Teilen Sie mir diese hier mit, und lassen uns hier in einen gemeinsamen Austausch und spannende Dia-Logik treten.

Nachweise;

  1. Teubner, Gunther in: die vielköpfige Hydra; Netzwerke als kollektive Akteure höherer Ordnung S.10 (Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1992)
  2. Rifkin, Jeremy in: Der Europäische Traum – die Vision einer leisen Supermacht S. 204, (Campus Verlag Frankfurt am Main 2004)
  3. Kao, John,  „Jamming“ The Art and Discipline of Business Creativity, P. 124 (New York 1996)
  4. Tom Peters Liberation Managmetn Necessary Disorganization for the Nanosecond Nineties, p. 12 (New York 1992)
  5. Krohn, W, Küppers G. in: Emergenz: Die Entstehung von Ordnung, Organisation und Bedeutung; zur Emergenz systemspezifischer Leistungen S.182;  (Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1992)

 

Dominic Blitz

Dominic Blitz bietet Vorträge zum Thema "Gehirne und Computer", von Übergang der Technik-, Maschinenkybernetik zur Organismuskybernetik - und den Bereich von Rahmenbedingungen der echten, natürlichen Intelligenz (NI) und menschlicher Netzwerkbildung der Musterbeobachtung und Mustererkennung auf einer Metaebene von Innovation in Arbeit und Gesellschaft. Zu diesen Themen ist er unter: www.innospective.de erreichbar.

6 Kommentare

  1. Denken – lässt sich als das Ergebnis von Musterverarbeitung mit drei einfachen Regeln beschreiben.
    Mit dem Verständnis dieser Regeln lässt sich verstehen wie z.B. Empathie, soziale Kontakte und somit auch Netzwerke funktionieren:
    Wenn wir Reize (z.B. andere Menschen) wahrnehmen – dann RE-AKTIVIEREN wir zuerst identische/vergleichbare Erfahrungen aus unserem Gedächtnis.
    Auf Grundlage dieser reaktivierten eigenen Erfahrungen können wir sowohl schnellstens reagieren (= Überlebesfunktion) – wie auch verstehen, was wir gerade erleben (auf Grundlage eigener Erfahrungen).
    Wer verstehen will, wie Netzwerke funktionieren, muss sich zuerst mit den Grundlagen beschäftigen – z.B. mit dem Denkvorgang

    Per Google [Kinseher NDERF denken_nte] finden Sie eine PDF mit diesen drei Regeln – und ein Beispiel dazu, wie ein Reiz verarbeitet wird

  2. Von Ihrem Denkansatz bin ich so richtig begeistert.

    Baut er doch auf das grundlegende Konzept der Informatiker auf.

    Für die sind Prozessoren, Prozesse und Information absolut grundlegend.

    Es sind gleichzeitig grundlegend verschiedene Kategorien, es gibt mathematisch beschreibbare Wechselwirkungen. Vermutlich aber keinen mit den Konzepten der Physik direkt beschreibbaren eindeutigen Zusammenhang zwischen z.B. Information und Prozessor, so ähnlich wie es andererseits einen direkten Zusammenhang zwischen Materie und Energie (Einstein) sehr wohl gibt.

    Aus diesen Gründen scheint „Information“ eigenständig, kein „physikalisches Objekt“ wie Masse, Energie …

    Eine derartige Trennung zwischen Prozessen und Prozessoren scheint nicht zwingend, es ist in der Informatik allerdings sehr zweckmäßig dies getrennt zu sehen. Die Physik beschreibt sehr wohl den Zusammenhang z.B. einer Kanonenkugel mit dem „herunterfallen“, einen wenig komplexen Prozess.

    Information ist allerdings autonom, selbst wenn sich Information physikalischer Objekte „bedient“, entweder selbständig, oder von außen über irgendwelche Prozesse gesteuert.

    Beim Corona Virus ist die besonders strukturierte Information, wobei sich sozusagen Molekülverbände zu besonderen „Mustern zusammengerottet“ haben, um sich z.B. der Menschen zu bedienen um zu überleben und für ihre eigene Verbreitung zu sorgen, bemerkenswert. Hätten sich die Moleküle in einer anderen Anordnung (Struktur) zusammengerottet, so wären sie entweder völlig „erfolglos“, oder könnten auch noch viel gefährlicher sein. Wirklich relevant ist nur die Information, die besondere Struktur der Moleküle.

    Es ist natürlich bei der systemischen Betrachtung naheliegend, noch weiter ins Detail zu gehen, so weit, dass auf die z.B. netzwerk- oder baumartige Struktur des Prozessors verwiesen wird, die besonders strukturierte Prozesse ermöglicht. Nicht nur örtlich strukturiert, sondern auch zusätzlich noch zeitlich strukturiert.

    Für die Elektroniker/Informatiker ist der Umgang mit derartigen Strukturen alltägliche Arbeit.

    • Ja danke für Ihren gute Analogie. Bitte mehr davon, das ist ähnlich wie das Wort “Organ”, “Organisation” und “Organismus”. Viel mehr Menschen sollten so in Analogien denken wie Sie, dann gäbe es mehr Ideen, Inventionen und Innovationen. Klasse.Viele Grüße DB

  3. Lieber Kinseher, danke für ihren wertvollen Beitrag. Das Gehirn ist natürlich ein überragend hochkomplexes wie auch überragend ordnungsbildendes Netzwerk. Und wie Sie beschreiben betrachtet man allein den Neocortex so muss dieser Muster und Musterfolgen (in invarianter Form) abspeichern und auch noch dazu in einer gewissen Hierachie/Netzwerkfunktion. Dann müssen diese später autoassoziativ gefunden und wieder situativ kontextuell abgerufen werden. Wenn wir uns die drei Punkte Musterfolgen abspeichern, Repräsentation invarianter Form und autoassoziater Abruf einmal ansehen, ist dies eine menschliche Meisterleistung, die den Menschen von der Maschine unterscheidet. Dankeschön

  4. Mittels im Gehirn angebrachter Elektroden kann man die Aktivität von Neuronen direkt und schnell messen.
    Eine neue Arbeit zeigt: Wenn ein Wort gelernt wird, ist ein Netzwerk von Neuronen aktiv – und Millisekunden bevor dieses Wort wieder erinnert wird, sind die gleichen Neuronen aktiv. D.h. die Netzwerkaktivitäten bem Lernen und beim Erinnern sind zum Teil identisch.

    http://www.sciencedaily.com/releases/2020/03/200305203531.htm ´Scientists monitor brains replaying memories at real time´
    DOI: 10.1126/science.aba0672 ´Replay of cortical spiking sequences during human memory retrieval´

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