Multidisziplinäre Molekularmaschinen

Was bisher geschah: Im Beitrag Matrixdämmerung habe ich darüber berichtet, dass wir bei komplexeren Problemen und deren Lösungsansätzen stärker in die Wirtschafts- und Kunstsysteme schauen sollten. Im ersten Teil der Matrixdämmerung habe ich hierzu mit dem Ohm’schen Gesetz eine Analogie aus der Physik verwendet; dass vereinfacht gesagt die Last dorthin soll, wo die Leistung sitzt. Oder eben bei sozialen Systemen, die Probleme dorthin wandern, wo die höchste Intelligenz und System- und Vernetzungskompetenz sitzt. Im zweiten Teil habe ich dafür plädiert, dass wir eine neue Verarbeitungsarchitektur benötigen: Mehr Netzwerksystemverständnis und gemeinsame Mustererkennung anstatt reiner Zahlen.

Als Analogie habe ich die Raumschiff-Architektur des Raumfrachters Nostromo als wahren Star des Films Alien genannt. Des Weiteren das Labyrinth im Film Der Name der Rose, welches zur Bibliothek und des wahren Geheimnisses eines Buches führt. Diese Architekturen zeigen neue Wege der Vervielfachung und Vernetzung auf, die eher Holonen als Hierarchien entsprechen. Was möchte ich damit sagen? Nun diese Rhizom-Architekturen entsprechen eher einer integrierenden Wissenschaft der Zukunft, als einer konventionellen Baumstruktur. Und sie entsprechen in der Wirtschaft eher einer neuen Netzwerkprozessorganisation. Es geht in der näheren Zukunft stärker um Prozesse, Strukturen und Muster, die verbinden.  In den Wissenschaften somit um die Verbindungen unterschiedlicher Primärdisziplinen, als auch in den Organisationen der Wirtschaft und Wissenschaft um die Verbindungen von Personen, Prozessen und Plattformen und diese musterhafter und qualitativer miteinander zu vernetzen.  

Hier stellt sich dann die Frage: Warum benötigen wir das?

Medizinbereich – Mustererkennung von Krankheiten

Es gibt bereits einige Mahner, die ich letztes Jahr schon erwähnte. So zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe, der forderte, sich mehr an den Naturmustern zu orientieren. Oder John von Neumann, der zelluläre Automaten mit mehreren Disziplinen wie der Biologie und Chemie verwoben sah. Weitere zu nennen wären Manfred Eigen, Stichwort Hyperzyklus1 und Frederic Vester als ehemaliger Biochemiker und Biokybernetiker, der ebenfalls die Verbindungen der Menschen und der Wissenschaft als tragende Säule und Integrationseinheit erwähnte. So artikulierte er bereits Ende der 1960er Jahre im Kontext der Krebskrankheit, dass wir Menschen diesen Kampf verlieren. Und sowohl die Wissenschaft als auch die Kooperation der Naturwissenschaften mit der Medizin dazu leider versagten.

Warum? Weil Menschen zu sehr in Fachdisziplinen arbeiten und verteilen, anstatt sich miteinander zu verbinden. So schreibt er: „Der Chirurg, der nur seine Operationen sah, der Radiologe, der nur die Ausbrennung von Tumoren und nicht die damit erneut geschaffene Krebsdisposition sah, der Virologe, der keine äußeren Reize, Stresssituationen oder hormonelle Faktoren gelten ließ und der Chemiker, der alles über Nitrosamine oder kondensierte Kohlenwasserstoffe wie das Benzpyren laufen sah, sie alle liefen in eine Sackgasse, solange sie ihren Blick vor der Vernetzung aller Faktoren verschlossen hatten. Solange die einzelnen Schulen keine befruchtenden Ideen von außen hereinließen, haben sie sich immer eher gegenseitig bekämpft als den Krebs. So wird in regelmäßigen Abständen die Entdeckung eines Krebsvirus gefeiert, meist im Wechsel mit einer neuen Droge, die nur noch die letzte Erprobung zu durchstehen hat und selbstredend erst in geringer Menge verfügbar ist. Oder es sprechen Porträts großer Forscher aus den Illustrierten zu uns und sagen, dass wir kurz vor der Lösung stünden… Dass in der Bevölkerung nicht mehr Misstrauen entstanden ist gegenüber diesem ständigen Hinhalten, den nicht gehaltenen Versprechungen und den oft gegenteiligen Meinungen der Fachleute, ist nur durch das naive Vertrauen zu ärztlichen Allmacht zu erklären, so Vester.”2

Am Weltkrebstag vor einigen Tagen am 04. 02. 2022 hat sich dieses Muster gerade wiederholt.  So hat die Tagesschau ausgerufen, man stünde erneut kurz vor einer Lösung und Heilung bei der Krebsforschung und Krebskrankheit.3  Dabei ist das ein ganz gefährliches Spiel seit Jahrzehnten, weil man die Erwartungshorizonte der Menschen hochfährt, die dann wieder erneut in Enttäuschungen münden könnten. Obwohl Vesters Statement relativ alt ist, ist es doch so zeitlos. Ich würde mir in dieser Betrachtung eher wünschen, dass die politischen und medialen Spielchen der endlosen Versprechungen, der Hinhaltetaktik eines Zeitgewinns gerade in der Politik in Krisen und der Enttäuschungen enden und wir das echte globale Spiel von Innovationen mit globaler Antizipation wieder aufnehmen würden und auch dafür kämpfen.

Leider habe ich auch aus eigenen Erfahrungen mit zig Ärzten und Kliniken im Kontext der Krebs-Krankheit von Verwandten dieses Konkurrenzdenken erleben dürfen. So war ich bei zig Gesprächen involviert und so gut wie nie fand eine echte diagnostische Spirale, ganz zu schweigen von einer echten gemeinsamen Musterbeobachtung und Mustererkennung von Menschen statt. Im Gegenteil. In Kliniken und Privatkliniken in Gespräch mit unterschiedlichen Ärzten, hatte jeder seine eigene Wahrheit, Meinung und Bewertung und topedierte sogar die Kollegen.

Was geschah? Die Patienten starben. Sie starben! Das klingt drastisch? Ja, es ist drastisch und auch ein wahres menschliches Drama, dass wir hierzu über die Jahrhunderte keine gemeinsame Struktur gefunden haben, Menschen wirklich zu heilen. Nie mangelte es dabei den Ärzten, Privatärzten und an Privatdozenten – mit denen ich Gespräche führte – an Kompetenz oder gar Intelligenz. Im Gegenteil: allzu hohe Kompetenz behinderte eher noch, weil man alles besser zu wissen glaubte. So habe ich das zigfach erleben dürfen. Natürlich gibt es auch wenige Ausnahmen. Aber wir sollten hier gesamtgesellschaftlich umdenken, ob wir nicht hierzu die völlig falschen Anreize setzen.  Das beginnt leider im Kita- und Schulsystem und geht über die Hochschulen und Ausbildungen so weiter, dass die Anreize immer noch oft auf dem Individuum und nicht der Gruppe und echter Teams oder gar ganzer Organisationen liegen, um zu klugen gesamtheitlichen Lösungen zu kommen, die so komplex geworden sind, dass es als Individuum eben nicht geht.   

Expertentum beim Thema Waldsterben

Ein interessantes Beispiel zum Verständnis zum Thema Experten geben Peter Gomez und Gilbert Probst. So schreiben sie, dass es die Experten, wie wir sie kennen, so nicht gibt. Und dass es auch schwierig sei. Nehmen wir einmal das Waldsterben, welches früher ganz oft thematisiert wurde. Beim Waldsterben so führen sie an, gibt es keine Experten für dieses Thema: „Der Biologe kann uns präzise Auskunft über die Mechanismen des Wasserhaushaltes eines Waldes und über den Einfluss des sauren Regens auf die Gesundheit der Bäume geben. Er kennt sich aber nicht in den Freizeitgewohnheiten der Menschen aus, mit ihrem Drang, das Auto auch dann bedenkenlos zu nutzen, wenn sie die Natur sterben sehen. Die Soziologen und Psychologen kennen sich auf dem Gebiet des menschlichen Verhaltens aus, verstehen jedoch wiederum nichts von den forstwirtschaftlichen Voraussetzungen eines gesunden Waldes. Die einzige Möglichkeit eines holistischen Angehens des Waldsterbens besteht darin, eine interdisziplinäre Gruppe von Wissensträgern zusammenzustellen, um so gemeinsam Zusammenhänge und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.“ Wenn das Spektrum an Personen nicht vorhanden ist, sollte es unbedingt erweitert werden, denn die Lösungen sind nur so klug, wie ihre Repräsentanten und Prozessmodelle.

Und an letzteren sollten unbedingt die Politiksysteme mit ihren Gremien und sogenannten Arbeitskreisen arbeiten. Denn neben der Presse als System, stehen die Politik und die politischen Parteien massiv unter Druck einer die letzten drei Dekaden zustande gekommen Vernetzungsrevolution. Beide P-Systeme, Presse und Politik verändern sich dramatisch, weil die Macht nicht mehr beim Absender sitzt, sondern zum Empfänger gewandert ist. Nicht der Absender bestimmt was aussagekräftig ist, sondern der Empfänger im Publikum oder Netzen bestimmt, was Resonanz erzeugt! Zweitens ist die Hoheit der Gatekeeper über Informationen durch die Netze ebenfalls auf den Kopf gestellt worden. Da helfen alte Strategien und alte Systeme mit mehr Hierarchie und Kontrolle nicht mehr aus; Im Gegenteil, sie erzeugen massive Gegenwellen und Gegenbewegungen, die es doch gerade zu vermeiden gilt. Ziel wäre es hier, neben der Hierarchie viele Führungsstile inne zu haben und diese fluide zu wechseln. 

Politiksysteme mit mehr Hierarchie- oder eher Holon-Prinzipien und mehr Selbstorganisation

Wir besitzen heute das intuitive Gefühl und auch immer mehr eine analytische musterhafte Wahrnehmung, dass die oben genannten mangelhaften Kommunikationen von Vester und auch Organisationen von Menschen sich zeitlich wiederholen. Zudem erkennen wir immer wieder, dass viele politische Systeme mit den globalen Verflechtungen, Interdependenzen und deren Folgewirkungen überhaupt nicht musterhaft zurechtkommen. Im Gegenteil. Sie scheinen schlecht oder gar nicht auf solche Krisen vorbereitet zu sein. Was kann man tun? Anstatt immer wieder direkt in soziale Systeme einzugreifen, könnte man sich stärker um die indirekten Anreize kümmern und so z. B. wieder mehr Autonomie in die unterschiedlichen Systeme und Subsysteme der Gesellschaft, Wirtschaft, Recht und der Zivilgesellschaft einspeisen. Somit Lockerungen, wie es andere Länder, wie Skandinavien, Südkorea, Israel, Vietman etc. in der Corona-Pandemie machen. Oder gar wie Richard Feynman das einst in seinem Buch Es ist so einfach – Vom Vergnügen Dinge zu entdecken artikulierte:  „Ich glaube und hoffe daher, eines Tages könnte die Zeit kommen – auch wenn dies heute nicht der Fall ist – da allen klar wird, dass die Macht der Regierung beschränkt werden sollte, dass Regierungen nicht ermächtigt werden sollten über die Gültigkeit wissenschaftlicher Theorien zu entscheiden – es wäre lächerlich.”5 

Vor allem wünschen sich viele Menschen doch auch ein Ausbrechen von einem Strukturdenken in ein Prozessdenken hinein. So beispielsweise, dass man die Europäische Union (EU) nicht als statisches Organ oder eine Struktur sieht, sondern als einen lernenden Prozess. Dann würde man beginnen ganz anders zu denken. Auch hier fehlen wieder die Integrationsprozesse, die das auf Länderebene bewältigen können und es fehlen die gemeinsamen Ziele, auf die man sich ehrlich und wahrhaft verständigt. Das ist natürlich nicht ganz einfach, mitunter ist es sogar schwer, aber es ist deshalb kein Grund es zu unterlassen. Es ist ähnlich wie das Niklas Luhmann einmal im Kontext einer neuen Liebe und auch Ehe sagte. So erwähnte er, dass man sich als Partner ständig austauschen und aktiv den Freiheitsraum aushandeln sollte und eben nicht sich selbst überlassen kann.6 Ist daher die EU nicht viel zu schnell gewachsen? Und wurde hier ein echter Zielaustausch und Kulturaustausch von der Diskussion zum Diskursprozess ergebnisoffen, systematisiert und strukturell vorgenommen?  

Hierzu gibt es einen schönen historischen Moment, der als Analogie und Metapher einer Sicht eines Landes und eines ganzen Imperiums im Film Gladiator filmisch gekonnt in Szene gesetzt wurde. Hier spricht Cäsar von einem Traum, einen Traum eines Landes, einem Traum Roms, wie man es einst sah. Cäsar sagte hierzu zu seinem Gladiator Maximus, dass er selbst dem Ende nahe sei und er die Kriege endlich beenden möchte, sich zurück ziehen möchte und erwähnte dann: “man könnte Rom zu befreien und Rom den Römern wieder ein Stück weit zurückzugeben.7.  Hier geht es um eine tiefe Vorstellung wie Rom einst gesehen wurde, als geheimnisvoll, heilig und zerbrechlich und wie es sich dann in der Realität entwickelt hat; wie Rom einst entstand und dann zerbrach. Dieser tiefe Grundgedanke von Rom, vom Idealismus getragen in eine gemeinsame Analogie einer Europäischen Union (EU) überführt, scheint heute zu fehlen Aber schauen Sie sich diesen Dialog und die Dia-Logik zwischen Cäsar und Maximus im Film Gladiator noch einmal an und denken und grübeln Sie selbst darüber nach. 

Dabei ist eine gesunde Konkurrenz, ob nun beim Länderwettbewerb oder Unternehmen, wie wir sie oft in der Wirtschaft erleben, an sich nichts Negatives, wenn sie mit interner koordinierter Kooperation ähnlich einer Erd-Evolution konsistent einhergeht.  

Das biologische Netzwerksystem als molekulare Selbstorganisation

Nehmen wir als Beispiel eines Netzwerksystems die Biologie, so trägt beispielsweise ein Polynukleotid eine eigene Autokatalyse in sich, die jedoch aus der vorherigen Polypeptidkette entsteht, wie auch wieder in die nächste P-Kette hineinfließt. Information wird nicht nur übertragen, sondern kreiskausal organisiert, erzeugt und auch exekutiert. So können in einer Matrize neue positive Mutationen und Stoffe entstehen. Dabei geht es in biologischen als auch sozialen Kontexten darum, Informationen für die Umwandlung zur Materie indirekt in Rahmen und deren Architekturmustern von Organisation und Materie zu transportieren. Hier geht es dann um Information, Austausch und Kommunikation von Lebensinformationen, um eine neue höhere Zivilisationsstufe zu erreichen. 

Können wir uns Menschen daran nicht ein Beispiel nehmen?

Oder nehmen Sie einmal den Bauplan der Gene, so ist auf Grundlage eines Rahmenplans eine Rahmenkonstruktion in den Genen gespeichert, die dazu eine zukünftige Architektur der Information, der Gestalt und Muster hervorruft. Das entspricht quasi einer virtuellen Datenbank, die eine individuelle höchst unterschiedliche Anordnung von Informationsarchitekturen von Beziehungen in sich trägt, und diese Datenbank und Informationsströme erst dann sichtbar werden, wenn sie sich durch einen 3D–Drucker als einzigartige Signatur materialisiert. Bis dahin bleiben diese Strukturen unsichtbar. Ähnlich ist es mit Management-Innovationen und Netzwerksystem-Innovationen, anstatt Geschäftsmodellinnovationen. Was will ich damit sagen? Nun, es sind die Rahmen und die Rahmenbedingungen, die die Impulse in Systemen für Architekturen und deren Formgestalt geben, nicht die direkten Eingriffe. Direkte Eingriffe können ohne Bedacht und ohne Mitdenken ganze soziale Systeme zerstören. Deshalb sollten wir versuchen, Rahmen und Rahmenbedingen, in denen Sozialisierungen und Konditionierungen entstehen, besser verstehen lernen. Und dies ist der Bereich der Biologie, der Psychologie und Neurowissenschaften und nicht allein der Wirtschaftspolitik und der Betriebswirtschaftslehre, die es bei Organisationsformen von Menschen und deren Zusammenarbeit zu beachten gilt.

Gaia – Erdsystem als dissipative Struktur

Auf einer großen Meta-Ebene gedacht ist die Entstehung des Erdsystems autopoietisch (selbst-schöpferisch) prozesshaft entstanden. Bei der Erdentstehung ist dies nicht nur unter den vier Elementen der Erde, Wasser, Feuer und Luft geschehen, sondern durch die Interaktivität und Ingangsetzung einer Flut von Gewittern, die für eine Evolution als Brückenträger, ähnlich einer BZ-Reaktion tätig waren. Dies geschah bereits vor vielen Milliarden Jahren. Letztlich war es genau diese Durchmusterung elektromagnetischer Stürme und biochemischer Nebelschwaden, die mit einer Flut von Gewittern und Millionen Blitzen als Intermediäre einherging, die eine solche einzigartige Atmosphäre im Universum und der Erde erzeugte. Dabei können heftige Stürme, Gewitter und der Vollmond uns Menschen durchaus dienlich sein, dass Leben in uns und verbunden mit der Natur wieder intensiver zu fühlen. Und vielleicht auch eine Sehnsucht zu spüren, das da draußen ein Wesen außerhalb von Kraft, Energie und Materie existiert, welches uns mit den Galaxien und der Erde verbindet und gleichzeitig über Zeit und Raum hinausreicht: Pure Information.

Molekularmaschinen verbinden

Ob nun Gehirn-Neuronen, Gutenberg-Bibelschriften, Elektronikrelais oder Elektronengehirne, wir benötigen für diese pure Information heute mehr denn je die verbindenden Supraelemente. Es gilt die Information mit der Kommunikation in das Zentrum des Geschehens von Gehirnen, Gruppen, Geschäftsmodellen bis hin zu neuen Arbeitsarchitekturen ganzer Gesellschaften zu stellen. Wir stehen quasi an der Schwelle einer Revolution völlig neuer Verarbeitungsmöglichkeiten und  Verarbeitungskapazitäten. Wir stehen am Scheideweg und können uns nun gegen die Menschen entscheiden oder für die Menschen. Wir haben die Wahl. Weitere Spezialisierungen trennen uns, zerteilen uns und zerstören uns und unseren Planeten. Auf die alte fachbezogene Art ist genug geforscht worden, wir sollten daher jetzt ordnungsbildende Systeme in gemeinsamen Strukturen organisieren, um eine multidisziplinär vernetzte Vorgehensweise besser als bisher und vor allem zeitgemäßer und zukunftsfähiger voran zu bringen. Eine gemeinsame Formstruktur, die mehr verbindet als verteilt, einerseits als echtes Integrationselement und Integrationsprinzip, andererseits als Karte und Code für uns Menschen und immer mehr Maschinen.

Nachweise:

1 Eigen, M., Schuster, P., Gardiner, W.: The Origin of Genetic Information; Scientific American Bd. 244, Nr.4/1981, S. 88-118 

2 Vester, Frederic in: Bausteine der Zukunft, Fischer Verlag, 1968, S. 91–92

3 Tagesschau https://www.tagesschau.de/inland/weltkrebstag-erkennung-therapien-101.html

4 Gomez P, Probst G. J. B. in:  Vernetztes Denken – ganzheitliches Führen Springer Gabler 1991, S. 50

5 Feynman, Richard in: Es ist so einfach- Vom Vergnügen, Dinge zu entdecken; Piper Verlag, München, Zürich; ungekürzte Taschenbuchausgabe 2003; S. 151–152

6 Luhmann, Niklas in: Youtube abgefragt im Februar 2022; https://www.youtube.com/watch?v=QYpeR8Cyb5E 

7 Gladiator der Film; Regie: Ridley Scott, Scott Free Produktion 2000; https://de.wikipedia.org/wiki/Gladiator_(Film

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Dominic Blitz vom Blitz-Institut erforscht seit Jahren multidisziplinär den Bereich der Netzwerksysteme und deren Netzwerkprozessorganisation. Hierbei geht es darum, wie Komplexitäts- und Informationsverarbeitung in den unterschiedlichen Netzwerksystemen biologisch (Gehirne), künstlich (KI-Computer) und organisatorisch (Communities) mit Kommunikation, Feedback, Fluktuation und Resonanzprozessen vonstatten geht. Er bietet zum Thema Informationsverarbeitung mit Mustererkennung durch Netzwerkbildung Vorträge, Workshops und Beratungen an. Herr Blitz hat hierzu eigene Systeme entwickelt die für Innovation und hohe Produktivität in Wirtschaft und Wissenschaft anwendbar sind. Dominic Blitz ist unter https://blitz-institut.de; E-Mail: db@blitz-institut.de erreichbar.

4 Kommentare

  1. Zitat von oben:

    weil man zunehmend das Gefühl hat, dass die Regierungen keineswegs mit den globalen Verflechtungen, Interdependenz und deren Folgewirkungen zurechtkommen. Im Gegenteil. Sie scheinen schlecht oder gar nicht auf Krisen vorbereitet zu sein

    Niemand, auch nicht Regierungen kommt mit globalen, externen Kräften ohne weiteres zurecht. Aber es stimmt: Auf vieles , beispielsweise auf Pandemien oder veränderte Machtverhältnisse kann man sich vorbereiten oder darauf einstellen. Europa aber versagt immer wieder – mindestens erlebe ich es so. Beispiele:
    – Nach Bergamo noch Fasching durchführen war falsch
    – zu wenig Impfdosen zu spät bestellen (verhandeln anstatt handeln) war falsch
    – Putin verhandelt wegen der Ukraine mit Biden und nicht mit der EU und das zeigt wieder einmal, dass die EU trotz Grösse nicht an die USA herankommt
    – China hängt Europa in der Weltraumfahrt ab. Bald wird Europa wohl auch von Indien abgehängt.

    Wie sollten die Bürger, Länder, nationalen Regierungen auf diese Schwächen der EU reagieren? Auswandern ?, Austreten ?, für ein starkes Europa eintreten?

    Zitat von oben:

    mehr Autonomie und Selbstorganisation in Systemen..
    Wenn wir mit einem ähnlich Blick von mehr Selbstorganisation und Autonomie von Systemen schauen und auf lebendige kohäsive Netzwerksysteme, so geht es dann nicht nur um Selbstorganisation, welches ja schon eine Modewort geworden ist, sondern auch um Selbstheilung und Selbstbestimmung, um Sinn und Selbst-Transzendenz.

    Ja, wobei es eben auch darum geht mit wem man sich wie vernetzt. Es geht darum in welche Zusammenhänge man sich selber stellt. Die Chancen sind heute besser, die vorgegebenen hierarchischen Organisationsstrukturen zu überwinden oder gar zu übergehen und sich nach Bedürfnissen zu vernetzen anstatt nach vorgegebenen Zuständigkeiten. So könnten etwa Städte zusammenarbeiten, die ähnliche Probleme haben, die aber geographisch weit auseinanderliegen.
    In der Wissenschaft und Forschung sind Neugründungen von Disziplinen denkbar, die etwa ein Netzwerkdenken beinhalten, welches Erdbeobachtungen, Beobachtungen sozialer Systeme und deren Interaktionen und ökologische Systemfragen integriert.

    • Hallo lieber Herr Holzherr, danke für Ihre Anmerkungen. Ja Sie haben völlig Recht. Es kommt privat und beruflich darauf an, mit wem man sich einlässt und auch worauf man sich einlässt.
      Dabei geht es mehr um die Beziehung und Qualität der Begegnung. Daran sollten wir arbeiten gesamtgesellschaftlich. Oftmals mangelt es jedoch tatsächlich an den gemeinsamen Prinzipien und Zielen und den Prozessen dazu die politisch zu fehlen scheinen und einer Integration von Ländern und dem Umgang im Verhalten hierzu, die diesen Ländern z.B. in der EU auch gerecht wird. In der EG war das noch leichter zu handhaben, weil die kulturellen Unterschiede nicht so groß waren und die Volkswirtschaften auch einander ähnlicher. Ich wünschte mir, ähnlich wie in der Szene von Cäsar und Maximus im Dialog, die EU als einen Prozess zu sehen und nicht als ein feste Struktur. Und auch wieder als einen echten Traum zu sehen, und nicht, wo die einen Länder anderen Länder Vorschriften machen und sich gegenseitig verklagen… Wir alle werden den Ausgang hierzu noch erleben und haben nun alle die Chance an einem Aufbruch hierzu mitzuwirken.

  2. Ja genau, wenn man hier seine Meinung sagt in Deutschland wird man nicht verhaftet wie in anderen kommunistischen Ländern und das ist eine Entwicklung unserer Zivilisation.

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