Das Gehirn und der Computer – Mensch und Maschine – im Kontext der Organisation von morgen

Die wirklich relevanten naturwissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen betreffen oft ganz große Ereignisse, ganz kleine Ereignisse oder Geschehnisse, die zeitlich vor Milliarden Jahren bei der Entstehung der Erde geschehen sind. Aber jeder Mensch besitzt ein Gehirn und die meisten auch mindestens ein Computersystem.

Dabei sprechen aktuelle Techniktrends eine klare Sprache: Cloud, Grid, Virtualisierung, Mobile, Big Data,  predictive Analytics … Diese sollen Orientierungspunkte in einer dynamisch-komplexen Welt liefern. Aber sind sie für eine Mustererkennung und topologische Wahrnehmung auch geeignet, oder gibt es noch qualitativ hochwertigere und schnellere Möglichkeiten der Verarbeitungskapazität in den „Mustern der Matrix des 21. Jahrhunderts“?

Hatten nicht bereits schon Peter Drucker als Organisationsvordenker und Peter Kruse als Netzvordenker angemahnt, dass eine Strategie von Menschen und Organisationen nie technischer oder mechanischer Natur sein sollte, sondern immer kulturell organisiert, verarbeitet und verankert? Sollten wir daher nicht mehr Distanz zur Maschine und mathematischen Modellen gewinnen, und stärker zu den Menschen, zu unseren Geschichten und Mythen, und zu unserer Menschlichkeit zurückkehren? Das würde dann bedeuten, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen. Eine Gegenbewegung einzuleiten: Menschen und ihre Potenziale natürlich-allgemeiner Intelligenz freizusetzen, anstatt sie zu emulieren, oder zu versuchen sie maschinell künstlich zu imitieren.

Wir erleben heute jedoch das Gegenteil: Vor allem ist die Maschine dem Menschen psychophysisch immer näher gekommen. Nach der Gutenberg-Galaxis des Buchdrucks und der Turing-Galaxis mit Millionen von Rechensystemen, ist nun das Baricelli-Universum eingetroffen, welches symbiotisch mit Apps vereint, von Smart Phones, Smart Tablets und Smart Watches, direkt am Körper des Menschen massenhaft agiert. Dieser World Wide Computer umspannt mittlerweile ein gigantisches globales Netzwerk. Und zwar sowohl auf der Erde als auch im Weltenraum des World Wide Webs. 

Menschen und Maschinen im Kontext der Adaptivität an die Umwelt

Schauen wir auf die Anpassungsfähigkeit, so sehen wir häufig bei einer Maschine, dass wenn sich das Umfeld ändert, sie sich selten oder nur schwerlich an dieses veränderte Umfeld adaptiv symbiotisch anpassen kann. Meist wird eine Maschine obsolet und dann nicht mehr gebraucht. Manchmal erscheinen Maschinen auch sehr einfach, vergleicht man sie mit Organismen, denn Flugzeuge können zwar fliegen und kreisen, aber sie können nicht wie komplexe Lebewesen, beispielsweise Falken, gleichzeitig heruntersteigen und wie “Nachlaufsysteme” Fische fangen und sie dann verspeisen, um dann weiterzufliegen. Menschen hingegen können sich sozial synergetisch meist sehr gut anpassen. So erwerben Menschen Bildung, wechseln den Beruf, ziehen um, um gar auf anderen Kontinenten zu leben und neue Sprachen und Kulturen zu erlernen. Das ist eine tolle menschlich-adaptive Eigenschaft.

Organismus und Maschine

Dabei ist ein Organismus etwas völlig anderes als eine Maschine. Schauen wir einmal auf die einfachen Bewegungen von Menschen, so erkennen wir beispielsweise den fließenden Übergang von einer Bewegung in eine andere, die auf anderen Strukturverbänden basiert. Stellen Sie sich einmal vor Sie möchten Ihren Bus oder die Bahn erreichen, die in fünf Minuten abfährt. So laufen sie langsam los im Gang, werden schneller, joggen und rennen dann schließlich, um wieder zu joggen und langsamer zu laufen. Dabei stellen sich unsere Gehirne elastisch und blitzschnell auf situative Kontexte ein. Sie benötigen kein Update oder Patch wie eine Maschine. Dabei handelt es sich bei diesen Lern- und Lauf-Übergängen von der einen zur anderen Bewegung nicht um das Umschalten eines Motorprogramms im Sinne einer Technologie oder eines Algorithmus, sondern um einen Selbstorganisationsvorgang. So muss ein Organismus in der Organismuskybernetik sich in Echtzeit bewegen und wegducken, den Kopf einziehen, wenn ein Stein geflogen kommt. Nicht erst Sekunden oder Minuten später, wenn die Datenprozesse in der Maschine zu Ende berechnet sind.

Am Anfang stand die Befehls- und Adresszeile (c) A beim Computersystem

Schauen wir auf den Bereich der Biologie -anstatt auf die Informatik, so gibt es in der Biologie im Gegensatz zur Informatik keine zentrales Adressregister, keine Kommandozeile, keinen Kalendereintrag und auch keine zentrale Zeit-Uhr. Viele Dinge geschehen nicht additiv wie beim normalen Computer (Quantencomputer einmal ausgenommen), sondern gleichzeitig-synchron. Diese Fähigkeit und diese Eigenschaften sind es, welches die Informationsverarbeitung und informatorische Algorithmen in Maschinen von biologischen Algorithmen in lebenden Organismen und Menschen tatsächlich unterscheidet. Und so sehen wir immer wieder, dass nicht nur Computer die Welt und deren Komplexität auf den Kopf stellen, sondern der Kopf des Menschen selbst: Das Gehirn. Es ist nämlich mit etwa 100 Milliarden Nervenzellen und über 100 Billionen Verbindungen das komplexeste System auf der Erde. Es verfügt damit gleichzeitig über mehr neuralgische Punkte als es Sterne in der Galaxis gibt. Wir sollten es als Instrument besser spielen lernen.

Was ist denn der Unterschied zwischen einem Gehirn und ein Computer?

Bei beiden Systemen werden Signale und Informationen on und off übertragen, aber Gehirne sind selbstaktive, dynamische Systeme in ihrer Ordnungsbildung und Organisation. Diese Programme, nach denen Gehirne arbeiten sind durch die Verschaltung und Vernetzung in Richtung neuronale Nervennetze und deren Verarbeitungsleistung definiert. Neuronale Codes werden nicht in Adressen wie bei Computern gespeichert. Der Grad der Offenheit, Dynamik, Komplexität, der Fraktale und Dissipation ist ein anderer -und vor allem ist es nicht-linear. Der größte Unterschied zwischen Mensch und Maschine liegt also in der hohen Auflösung und quantisiert isomorphen Abbildung der Co-Relationen, Co-Operationen und Co-Evolutionen zwischen Gedächtnis-, Geschwindigkeits- und Verarbeitungskapazität: das heißt zugleich die Ansammlung und der Abruf von Wissen -in Form von Daten in Formation zu Wissen aus dem kortikalen Gedächtnissystem -dies ist der große Unterschied vom Mensch zur Maschine. Kurz: Der Mensch erweitert sein Wissen selbstständig und kontinuierlich. Er benötigt weder ein Programm noch einen Programmierer, ohne die eine Maschine noch nicht existieren kann.

Intelligente Systeme

Das Paradoxe an Gehirnen und Computern und somit natürlich-allgemeiner Intelligenz wie auch künstlicher Intelligenz ist, dass  jedes System das einfach genug ist, um verstanden zu werden, nicht kompliziert genug ist, um sich intelligent zu verhalten. Und das umgekehrt jedes System, das kompliziert genug ist, sich intelligent zu verhalten, nicht ohne weiteres einfach verstanden werden kann. Dabei ist ein technisch-maschinelles, neuronales und sozial synergetisches System umso intelligenter, je höher die Varianz der Verhaltensmuster in Situationen ist. Kurz: sich in allen Situationen passend zu verhalten. Als Mensch oder als Maschine. Wir sollten dabei im Bereich der Komplexität von Systemen oder Komplexität in Ergebnissen unterscheiden, oft geschieht dies nicht. So schreibt Christian Schuldt im Kontext von Komplexität in Systemen: “Dabei gilt, um Komplexität reduzieren zu können, müssen Systeme über eine eigene hohe Komplexität verfügen. Erst ein komplexes Design macht es möglich, Weltkomplexität zu beobachten  (zu beschreiben und entsprechend musterbildend, Anmerkung des Autors) zu reduzieren.“

Das Gehirn als Analogie der Organisationssysteme der Zukunft?

Schauen wir uns zu dieser Frage viele Artikel an, so beispielsweise von Gerhard Roth, Gerald Hüther, Eric Kandel, Manfred Spitzer, Wolf Singer etc.…, so kommen wir auf  Walter Frese, der im Kontexte mit der Kurzweilchen Rechenleistung nachdenkt, (da Rechenleistung wohl bei Computern zunimmt, dies jedoch alleine für einen qualitativen Phasensprung der Leistung nicht ausreichend wirksam sein kann, sondern nur inkrementell, da die Prozessoren auch mit allen Strukturen anders vernetzt sein müssten). Und Frese schreibt hier: “Die Bildung neuronaler Ensembles durch zeitliche Codierung der Signale scheint ein spezifisches Merkmal kortikaler Strukturen zu sein, die in der Evolution erst relativ spät auftreten und die Grundlage höherer Hirnleistung liefern. Sie konnten sich möglicherweise erst herausbilden, nachdem die ursprünglichen hierarchisch und konvergent organisierten Verarbeitungsstrukturen parallelisiert und über Ensemblebildung miteinander vernetzt waren. So konnten mehr Einzelmerkmale in immer komplexeren Konstellationen mit hoher Flexibilität zu Einheiten verbunden werden. Wir können diese durchaus als Analogie zur Entwicklung von Organisationsverbänden und sogar Gesellschaften nehmen.

Organisation, Führung und Managementsystem neu denken

In den Organisationen auf einer sozialen Ebene geht es dann darum, dass Menschen ihre Kompetenz und Organisationsmuster erhöhen. So brauche ich nicht nur einen Führungsstil wie Hierarchie, sondern einige Führungsstile (wie z.B. demokratisch, partizipativ, coachend, situativ… etc.) um mit verschiedenen Charakteren und Persönlichkeiten und ihren Bedürfnissen auch verschieden polykontextual umgehen zu können. Analog verhält es sich mit Management-Prozessen und Management-Innovationen (Managment-Modellen). Konventionelle Prozesse und die klassische Maschinenwelt ist einem exponentiellen und hyperbolischen Anwachsen von Dynamik und Komplexität nicht mehr gewachsen. 

Was können wir aus all dem schließen?

Natürlich ist und bleiben die Maschinen und der Computer für den Menschen als Werkzeug für Wissen relevant: Wir sollten aber endlich aufhören damit zu übertreiben. Was wir heute benötigen, um von A nach B zu kommen ist der Aufbau einer neuen oder zumindest re-kombinierten und mit höherem Auflösungsvermögen versehenen Architektur: Und zwar in passender Anordnung und Abfolge, Begegnungen und Beziehungen. Und zwar nicht von Maschinen, sondern von Menschen.

Und in diesem Kontext von Menschen und deren Kulturentwicklung ist es so, dass nicht die Anzahl und Quantität der LinkedIn oder Facebook -Freunde zählt, sondern die Qualität der Begegnung und Beziehung. Und das demonstriert uns das menschliche Gehirn ebenfalls täglich. Es erinnert uns jeden Tag daran, dass wir mit seiner Komplexitätsverarbeitung und Netzwerkbildung, mit dem Terminus des “Netzwerks” eigentlich aus der Biologie stammend kommen -und nicht wie so oft angenommen aus dem Forschungsfach der “Informatik”. Langfristig lebensfähige Netzwerke, die aus dissipativen Strukturen bestehen sind biologisch determiniert, nicht technisch. Schauen Sie einfach einmal wie ein Baum sich lebensfähig in einer skandinavisch unwirtlich, rauen und eiskalten Umgebung über 9500 Jahre bilden und überleben kann -durch biologische Algorithmen und als metabolisch-dissipativer Strukturverband. Das Konzept heißt hierzu “Ordnung durch Fluktuation” von Ilya Priogine (Nobelpreis hierzu) und nicht Gleichgewichtskonzept. Was wir daraus lernen: Die Botschaft heißt: das Leben entwickelt sich, es schreitet voran. Sodass eine Welt im Ungleichgewicht sich zu immer neuen Entwicklungs- und Komplexitätsstufen in der Biologie, Informatik, Kommunikation hin zu Staaten und Regierungen entwickelt und weit über das Denken des Organismus hinausgeht.

Eigentlich führt uns das immer wieder zum Menschen in einer Gesellschaft der Organisationen. Und wir kommen dann auch immer wieder zur Biologie, Natur und Evolution, in der wir Menschen leben. Wir haben wohl verlernt mit der Natur verbunden zu sein und genau dorthin zu sehen, wo die lebensfähigen Systeme noch wirksam funktionieren und wir Menschen existieren können, stattdessen schauen wir jeden Tag auf Maschinen und legen auch noch den Fokus auf sie in Richtung Zukunft? Sollten wir das nicht kritisch hinterfragen?

Es gilt, was Frederic Vester in „Neuland des Denkens“ schrieb: „Die Realität ist ein vernetztes System, indem es oft weniger auf jene Einzelbereiche ankommt, als auf die Beziehungen zwischen ihnen.“ Und das heißt, was Tod oder Transzendenz bei “den Organisationen von morgen” unterscheiden wird, ist nicht die Materie, wie Geschäftsmodelle, Produkte oder gar Technologie, sondern es sind einerseits Musterbeziehungen von Menschen und andererseits die Struktur der Vernetzung, die die Summe der Verarbeitungsleistung definiert. Es geht also nicht um die Information oder Materie alleine, sondern um die Ordnungsbildung der Information als einmalige Beziehungsstruktur, die sowohl Intelligenz-entwicklung in Systemen fördert als auch das Leben und deren Potenziale mit Ordnungsbildung gänzlich aufrechterhält. Wir benötigen hierzu eine neue Theorie und  neue re-kombinierte Praxis mit höherem Auflösungsvermögen und Quantisierung in Richtung Super-Theorie, Super-Systeme, Super-Intelligenz und  verbindender „Super-Organisation“ für die Lösung hochkomplexer Aufgaben.

In der heutigen Situation eines gesellschaftlich global-vernetzen Umbruchs sind beziehungsmäßige, soziale und gesellschaftliche Innovationen gefordert, um langfristige Lösungen wirksam und funktionstüchtig zu machen. Es geht nicht so sehr um technische Innovationen, die meist nur für kurzfristige Atempausen sorgen, um dann alte Spannungen in verstärkter Form, Intensität und Geschwindigkeit wiederkehren zu lassen. Wir sollten für langfristige Problemlösungen daher auf adäquate Art und Weise auf natürliche Intelligenz setzen und mit natürlicher Intelligenz in Netzwerken, den einzelnen Gehirnen und Gruppen, hin zu Geschäftsmodellen in die Gesellschaft hinein, können wir dies erreichen. In einer Welt hoher Komplexität und stärker werdenden Netzwerken, wird es zukünftig immer stärker um die Themen Komplexitätsverarbeitung,  Musterbeobachtung, Mustererkennung mit topologischer Wahrnehmung und Netzwerkbildung als Antwort darauf gehen. Sozusagen auf Fragen strukturierter Komplexität und Netzwerken mit strukturierter Vernetzung und Netzwerken zu antworten. Und nur so werden wir uns gegengleich komplex und in der „Matrix menschlicher Märkte“ auch entsprechend musterhaft bewegen können. Anstatt mehr und mehr auf Maschinen zu setzen, sollten wir wieder zu unserer Menschlichkeit zurückkehren. Wir sollten nur endlich damit anfangen, die Rahmenbedingungen als frameworks für die Menschen anstatt der Maschinen in den Organisationen zu erschaffen, zu gestalten und zu verbinden. Einerseits als Neubeginn und auch als neue Hoffnung  für eine neue Perspektive der Innovation und der Menschen in den Organisationen von morgen selbst.

Dominic Blitz

Veröffentlicht von

www.innospective.de

Nach einem kurzen Intermezzo als Ingenieur, arbeitete Dominic Blitz als Redakteur für Test & Technologien. Danach wendete er sein technisches Wissen und hohes Interesse der Sozio-Ökonomie im Bereich des strategischen Managements der Technologie und Innovation in der Beratung von Organisationen an. Eines seines Schwerpunkte ist das Thema "Gehirne und Computer", Gemeinsamkeiten und Gegensätze. Weiterhin der Übergang von der Technik-, Maschinenkybernetik zur Organismuskybernetik - und letzlich der Bereich von Rahmenbedingungen der echten, natürlichen Intelligenz und menschlicher Netzwerkbildung der Musterbeobachtung und Mustererkennung auf einer Metaebene von Innovation in Arbeit und Gesellschaft. Zu diesen Themen ist er unter: www.innospective.de erreichbar.

23 Kommentare

  1. Der Computer ist nach wie vor eine von Menschen programmierte Maschine, die algorithmisch arbeitet. Ein Algorithmus unterliegt keinen Stimmungsschwankungen, der Mensch schon. Biologisches möchte intuitiv lebendig bleiben, ein Computer besitzt keinen Egoismus als Lebensimpuls. Wie fatal der Glaube an die „Richtigkeit“ digitaler Entscheidungsträger ist, verdeutlichten „jüngst“ die Abstürze der Boeing-Flugzeuge des Typs 737 Max 8.

    • Hallo Herr Freyling, ja wenn man analoge Prozesse, die verlustbehaftet oder unvollständig sind digitalisiert, richtet man noch mehr Schaden an, mit höherer Reichweite. Dsa ist den meisten Menschen so nicht bewusst. So gesehen ist Digitalisierung sub-komplex. Es ist ja nur eine weitere Vernetzungsart. Besser ist es sich die verschiednene Vernetzungsarten und Muster anzusehen, wie analog, biolmolekular, chemisch, isomorph, metabolisch, neuronal, zellulär und was alle diese funktional vereint.

  2. “Die Bildung neuer Ensembles durch zeitliche Codierung neuer Signale………die in der Evolution erst spät auftreten…”
    Damit stehen sie im Widerspruch zu Eric Kandels Meeresschnecke Aplysia. Evolutionär gesehen ist dieses Tier eine uralte Spezies mit wenigen neuronalen Strukturen. Dieses Tier kann aber bereits Reize verarbeiten in dem es entsprechend reagiert – sich auf einen Reiz hin zusammenzieht bzw. sich daran gewöhnt (Habituation). Es erfolgt hier also bereits eine “Codierung” neuer Signale im Nervensystem bzw. Bildung neuer Ensembles, also von Verhaltensmustern(Reiz-Reaktionsmustern). Dieses zeigt-beweist- dass die Evolution bereits im Frühstadium der Entwicklung der Arten Reizverarbeitungsmuster angelegt hat bzw. dass dieses eigentlich die Grundlage aller Gedächtnisleistungen incl. der Entwicklung der Gehirne (Nerven) ist. Die Evolution arbeitet also mit altbewährten Strukturen die beim Menschen durch die Entwicklung von Stammhirn, Limbischen System, Neocortex allerdings wesentlich ausgereifter sind.

    • Hallo Flieder, ja danke für Ihre Ergänzung und Ihren wertvollen Beitrag. Eric Kandel hat dankenswerterweise lange mit Meeresschnecken geforscht und experimentiert. Eine Weiterentwicklung in Form von Evolution und Emergenz besteht beim Menschen wie bei Schnecken. Hier dient eher der Mensch als Analogie und Referenz.

  3. Wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, so dass die wettbewerbsbedingte Symptomatik “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei” keine Macht mehr hat, kann PRINZIPIELL alles menschenwürdig / wirklich-wahrhaftig / garantierbar gerecht organisiert werden – globales Zusammenleben OHNE Steuern zahlen, usw., auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN Menschenrechts zu KOSTENLOSER Nahrung, MIETFREIEM Wohnen und KASSEN-/KLASSENLOSER Gesundheit.

    Wir können diesen zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des imperialistischen Faschismus in gewohntem “Individualbewusstsein” ausleben und in der nächsten Eskalation vielleicht untergehen, oder wir fangen endlich an im Sinne unserer Vernunftbegabung zu kommunizieren und schaffen ein nachahmenswertes Vorbild von eindeutig-zweifelsfreiem Verantwortungsbewusstsein in geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein.

  4. Zitat:

    Kurz: Der Mensch erweitert sein Wissen selbstständig und kontinuierlich. Er benötigt weder ein Programm noch einen Programmierer, ohne die eine Maschine noch nicht existieren kann.

    -> Da muß ich widersprechen. Beim Menschen/oder allen Tieren/Lebewesen ist die Umwelt sozusagen Programmierer, die das Programm erweitert, so die Bedingungen dazu optimal sind.

    Das wir Schulen als Lernstädten erfunden haben, ist dazu ein Beweis. Dabei ist die Schule und sein Sinn nur die Reduzierung der Umwelterfahrung in einem Klassenraum und mit reduzierten, aber stringenten Inhalten und Kontexten, zum “antizipieren” der Lehrinhalte, also der “Umwelten” und seine Funktionen da draußen. Antizipation ist aber keine Anpassung an die realen Umweltbedingungen, sondern nur Vorwegnahme primärer Interessen darin.

    Das funktioniert natürtlich nur eingeschränkt. Aber seit 200 Jahren offenbar (für die Eliten) ausreichend. Ich bin nicht der Meinung, das diese “Umweltsimmulation” (Schule und Schulung) ausreichend ist. Je reduzierter und fortgeschrittener die Lehrinhalte sein sollen/werden, desto weiter entfernern sie sich von der realen Umwelt und Wirklichkeit der Umwelten. An der Stelle bekommt (kognitive) “Entwurzelung” eine ganz neue Dimension.

  5. Ich glaube an die Kraft unseres ursprünglichen Geistes – wir müssen uns nur auf einen gemeinsamen, befreienden Weg einigen, um die volle Kraft dieseits zu erlangen, dann, da bin ich sicher, werden wir weniger bis keine Maschinen und sonstige Krücken für hierarchisch-entmenschlichende Bewusstseinsbetäubung (ge)brauchen. Ich glaube an Telepathie, Telekinese und vielleicht sogar Teleportation, aber vor allem an die heilenden Möglichkeiten, wenn Mensch sich endlich als EINS erkennt und organisiert.

    • Hallo horos, ja Sie sagen es. Das sich einigen, den Austausch und die Aushandlung von Zielen und Werten. Sinn als Ressource welche dem Menschen eine Richtung und Bestimmung gibt, wäre ein adäquater Anfang.

  6. Leben ist im Gegensatz zur Maschine ein selbstorganisiertes autopoietisches System, das sich nicht nur selbstreproduziert, sondern vor allem selbst repariert, ansonsten gäbe es keine Evolution. Dieser alltagssprachlich Selbsterhaltungstrieb genannte Mechanismus hat sich evolutionär ebenso differenziert wie das Leben selbst und existiert somit auch auf der Ebene des Zentralnervensystems, das unser (reflexives) Bewußtsein generiert. Ich habe diese Funktion als Differential bezeichnet, das systemkritische Zustände ausgleicht. Gelingt es, einer Maschine einen entsprechenden Algorithmus zu implementieren sowie ein Bewertungssystem kognitiver Prozesse (bei uns: Emotionen) einzupflegen, besteht der Unterschied zum Menschen “nur” noch in der Anzahl der Neuronen, die man aber möglicherweise durch entsprechende Technik kompensieren kann (Quantencomputer).

    • Sehr geehrter Herr Dr. Stegemann, vielen Dank für Ihren sehr qualifizierten Kommentar und Ihre Ergänzungen. Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Verknüpfungen und Verschaltungen definiert die Summe Verarbeitungsleistung 😉 Viele Grüße DB

  7. zu hto:
    “Telepathie”
    Dieser Begriff ist mir als ehemaliger DDR Bürger erstmals hier im Wilden Westen dieser entarteten Psychoszene begegnet und war für mich eigentlich der Grund um mich näher mit der menschlichen Psyche zu befassen .” Telepathie” bedeutet Gedankenübertragung. Was sind Gedanken ? Gedanken sind Assoziationsketten, die das BewertungsGehirn im Unterbewusstsein herstellt und die bewusst als GEDANKEN wahrgenommen werden. Gedanken sind also Ergebnisse der Komunikation von bestehenden Bewertungsmustern. Nur wenn sie bewusst werden, sprechen wir von “Gedanken”, ansonsten sind es unbewusste Abläufe/Assoziationen, bestehend aus chemischen und elektrischen Kommunikationen zwischen den Nervenzellen. Das Gehirn vergleicht immer!!!(unterbewusst) neue Reize mit Ähnlichkeiten. (Auch als Intuition wahrnehmbar) .Aktionspotentiale, bestehend aus starken Reizen, werden über Botenstoffe codiert und in neuronale Muster angelegt. Neuronale Muster sind subjektive Realitäten, die von “Gedanken” (Glauben) getragen werden. Dass, was wir also als” Gedanken” bezeichnen, sind chemische Prozesse die nur in unserem Gehirn ablaufen. Alles andere ist Humbug und wohl nur Empathie .Wiegesagt in der kommerzialisierten durchgeknallten Psychoszene verkauft sich so etwas gut und wundersame Wunderheiler versuchen mit wundersamer Übertragung von Gedankenheilkräften Kasse zu machen und Einfältige über den Tisch zu ziehen. Was denn danach “heilt” sind ihre Erwartungen an diesen Unsinn. Diese Erwartung kommt wiederum aus einem Gedankenmuster, was wahrscheinlich andere Mitmenschen mit ihrem Gerede über dieses Zeug angelegt haben.

  8. Querdenker,
    nach Ihrem Statement werden alle Geisteswissenschaftler arbeitslos.
    ” Gedanken sind Assoziationsketten, die das BewertungsGehirn im Unterbewusstsein herstellt und die bewusst als GEDANKEN wahrgenommen werden.”

    Vorallem würde sich ein Albert Einstein darüber aufregen, wie billig doch gute Gedanken sind. Richtige Gedanken sind das Ergebnis von jahrelangem Grübeln, Berechnen und ein guter Schuss von Phantasie.

    Und bei Ihnen fehlen vollkommen die religiösen Gedanken. Gibt es die nicht ?
    Die Menschheit hat 100 000 Jahre gebraucht um den Gedanken des “Eingottglaubens ” zu entwickeln. Daran zeigt sich doch, das Denken der Evolution geschuldet ist, zumindest teilweise.

  9. @Sehr geehrter Herr Blitz,

    Ich habe Ihren Blogbeitrag schon 2 mal gelesen, und habe Schwierigkeiten herauszufinden, was Sie eigentlich sagen wollen.

    Ich versuche das mal Zusammenzufassen: Soweit es nur um die Arbeitsproduktivität geht, ist der Unterschied von Mensch und Computersystem bzw. Roboter vor allem eine Frage der Flexibilität, Zusammenarbeit und Integration verschiedener Fähigkeiten. Hier ist der Mensch noch unerreicht.

    Wobei ich hier das Gefühl habe, dass wir uns besser nicht unter Druck setzten sollten, immer besser zu werden, um uns vor der Konkurrenz mit den Maschinen auf dem Arbeitsmarkt zu schützen. Das könnte noch mehr Stress machen, dass wir noch krank davon werden. Sollten die zukünftigen Roboter eben sowieso in vielen Bereichen unschlagbar sein, nützt es hier auch nichts, mit noch mehr Leistungsbereitschaft dagegen zu halten.

    Aber unabhängig von der Arbeitsfähigkeit besitzen Lebewesen natürlicherweise eine Eigenmotivation, zu existieren und sich ins Leben zu stürzen. Man möchte am Leben teilhaben, und auch an der Arbeitswelt, unabhängig von der Produktivität.

    Hier möchten wir natürlich nicht von den Maschinen ersetzt werden. Wobei es durchaus passieren kann, das große Teile der Menschheit zukünftig nicht mehr gebraucht werden, und bei den falschen staatlichen Rahmenbedingungen ihre Lebensberechtigung verlieren, und dann auch letztlich im Elend leben müssen, bis sie daran sterben. Der Lebenskampf kann dann auch in der Auseinandersetzung mit Kampfrobotern enden, sollten die Betroffenen dabei nicht friedlich bleiben und sich nicht kampflos in ihr Schicksal fügen wollen.

    Besser ist das, wenn wir hier Alternativen zur Erwerbsarbeit entwickeln, dass die wirtschaftlich nicht mehr benötigten Menschen was zu tun haben, und neben einer Versorgung mit den lebensnotwendigen Produkten, die dann eben die Roboter herstellen, auch beschäftigungsmäßig vernünftig leben können.

    Was mir noch zum Thema einfällt, ist das Phänomen Spiritualität. Sofern diese ernstzunehmenderweise zum Menschenleben gehört, stellt sich die Frage, ob Computer das nicht auch können. Wenn man wüsste, wie Spiritualität bei Lebewesen funktioniert, könnte man daran gehen, das auch den Maschinen beizubringen. Sollte man mal durch Hirnforschung herausfinden, wie Bewusstsein funktioniert, könnte sich zeigen, dass dieses einen spirituellen Anteil hat, ohne den es gar nicht funktionieren kann. Das könnte man dann auch in der Technik nutzen. Schließlich hat hier alles die selbe physikalische Basis, auch wenn diese zur Zeit noch in großen Teilen unerforscht ist.

    • Hallo Herr Jeckenburger, danke für Ihren wertvollen Beitrag. Was ich hier zum Ausdruck bringe sind, dass wir es seit Jahren mit der Automatisierung und Technisierung übertreiben. Etwas weg von Maschinen und zurück zum Menschesein bestätigt die Firma Toyota, die ihre Roboter druch Menschen ersetzen und selbst Elon Musk meinte im Tagesspiegel 2019 “er habe es mit der Automatisierung etwas übertrieben”. Der Ausgang dazu ist offen. Fest steht jedoch, das von den 8 Intelligenzarten (nach Howard Gardner von der Harvard Graduate School) der Mensch in 7 überlegen ist. Das sollte uns nachdenklich machen. Und zur Spiritualität: ja wir benötigen nicht mehr Realität als Mensch, sondern mehr Illusion, Spiel und Mystik im Leben. Merci beaucoup und Ihnen alles Gute

  10. Zu Fliegenklatsche:
    Woher wollen sie wissen, ob A. Einstein sich darüber aufregen würde ? Menschen haben täglich tausende Gedanken, die zu 90 Prozent Müll sind. “Grübeln” ist ein Zustand dessen Ergebnis sie als Intuition oder plötzlicher Erkenntnis, aus dem Unterbewusstsein bekommen.
    Mit Bewusstsein werden sie also keine Problemlösungen finden, dass überlassen sie bitte ihr Unbewusstes , was wesentlich schlauer ist.
    Religiöse Gedanken sind ein Wert den jeder für sich ausmachen sollte. Sie basieren auf GLAUBE und der ist von Mensch zu Mensch verschieden und niemand stellt sie in Zweifel. Religiöse Gedanken sind also nicht genetisch gegeben, sondern werden durch Gesellschaft; Zeitgeist und Umwelt geprägt . Beispiel. : In der DDR waren 90 Prozent der Bevölkerung atheistisch, obwohl sie religiöse Gedanken kannten. Diese Entscheidung zum Atheismus war übrigens eine freie Entscheidung und nicht diktatorisch erzwungen. Sie sehen also, dass religiöse Gedanken keinerlei genetische Kraft haben.(Die anderen Kräfte stelle ich nicht in Zweifel) Da ich in meinem Kommentar GEDANKEN auch nicht mit dem Begriff GEIST in Verbindung gebracht habe sondern lediglich mit dem Begriff WISSENSCHAFT, brauchen sie auch keine Angst zu haben, dass Geisteswissenschaftler arbeitslos werden sollten.

  11. @Querdenker

    “Gedanken sind also Ergebnisse der Kommunikation von bestehenden Bewertungsmustern”

    Und wer bestimmt welche Gedanken entartet sind, darum geht es hier “unterbewusst” sozusagen im Speziellen!?

  12. Zu hto:
    Was verstehen sie unter “entartet” ? Die Bewertungsmuster können entartet sein und produzieren entartete Gedanken. Wenn ich zum Beispiel eine Phobie vor Schlangen habe., wo in dem Falle sich die große Angst an Schlangen geheftet hat, so produziert dieses entartete Muster auch entartete Gedanken in dem Sinne, dass ich aus Angst vor Schlangen nicht mehr in Wälder gehe und andere Situationen meide, wo ich Schlangen eventuell begegnen könnte. Alle meine Gedanken kreisen dann nur noch um die Vermeidung solcher Situationen. Das sind entartete, krankmachende Gedanken, die als Ursache aber diese Angst im Muster haben. Gedanken sind als solche also immer das Produkte von Mustern. Sie können auch Flugangst, Angst vor Menschenmassen, Angst vor Krankheiten etc. nehmen. Überall werden sie auf Gedanken stoßen, die sie dazu bewegen wollen, diese Situation zu meiden So gesehen steuern Gedanken unser Verhalten, was uns in der Regel nicht bewusst ist…

  13. @Roboterkatastrophe

    Sehr geehrter Herr Blitz, wenn das stimmt, was Sie für möglich halten, dass es nicht darauf hinausläuft, dass Roboter und Computersysteme uns fast alle Arbeit wegnehmen, ändert das die Perspektive.

    Wie ist das mit eintöniger Arbeit, will man die lieber nicht, und ist man froh wenn ein Roboter das macht, oder ist der Arbeitsmarkt hier wichtiger, und gerade Unqualifizierte können nur die eintönige Arbeit machen? Wenn denn die Roboter gar nicht können, stellt sich die Frage gar nicht. Wenn doch, wird man mit den Unqualifizierten Menschen noch viel mehr Probleme bekommen.

    In der Bildung sollte vielleicht in Zukunft darauf geachtet werden, dass sich gerade nicht so gute Schüler dennoch möglichst viel Bildung aneignen, vor allem Bildung, die sie befähigt sich selbst zu beschäftigen, falls der Arbeitsmarkt der Zukunft für sie keinen Platz mehr hat. Die Bewahrung der kindlichen Neugierde und Kreativität sollte hier im Vordergrund stehen, und nicht die Eignung zum fleißigen Arbeitnehmer. Vorbereitung auf die Zukunft ist nur mit Blick auf die wirkliche Zukunft vernünftig zu machen.

    Alternativen zur Erwerbsarbeit gibt es durchaus reichlich:

    Gartenbau: Von Salat bis Tabak sammelt man hier auch schöne Erfahrungen.

    Kunst: Viele haben hier Ambitionen, und fruchtbare Ideen sich mit Gestaltung und Material zu beschäftigen.

    Kunst am Bau: Wenns hier mal nur noch vernünftige Bauvorschriften gäbe, würden sich für jeden, der gerne Handwerklich arbeitet, ganze Welten öffnen.

    Spiel: Zusammen Poker, Skat und Doppelkopf braucht nur Zeit und eine gewisse Eigeninitiative.

    Reisen: Man muss nicht um die Welt jetten, Campingurlaub im eigenen Land tuts auch. Vor allem wenn es mal mehr wilde Natur zu genießen gibt, die man auch betreten darf. Und dann auch viel mehr Zeit, sich hier mit Natur live zu beschäftigen.

    Kulturarbeit: Wir möchten auch unsere Welt selbst gestalten, und mitdenken dürfen. Hoffen wir, das das so bleibt. Durch das Internet bieten sich hier nicht nur Möglichkeiten für Hassprediger.

    Menschenpflege: Zeit und Muße füreinander führt heute eher zu Lücken in der Rentenversicherung, als dass das gefördert würde.

    Mehr Geist im Leben, Bewusstsein und Urteilsfähigkeit, Beschäftigung mit Natur, Kosmos und dem Leben, ist nicht nur was für Menschen, die der Arbeitsmarkt nicht braucht. Hier ist auch was für Hochqualifizierte dabei. Astronomie z.B. ist eine äußerst interessante, hoch zu schätzende Tätigkeit, die zwar fast keinen direkten Nutzen hat, aber eben für den Mensch als Geisteswesen mit das Interessanteste überhaupt sein kann. Man denke hier z.B. an die Perspektive der Kommunikation mit anderen Zivilisationen auf fernen Planeten.

    Auch was den Klimaschutz angeht, wäre eine Reduzierung des ausufernden Konsums hier extrem beschleunigend. Die zusätzlichen Ausgaben für teure Umwelttechnik wäre am schnellsten durch einer Reduzierung von unsinnigem Konsum aufzubringen. Vor allem in den ärmeren Ländern wird es wohl nur so überhaupt vorwärts gehen. Wenn die erstmal unseren Standard erreichen wollten, bevor sie anfangen Treibhausgase einzusparen, wird das mit dem Klimaschutz erstmal nichts werden.

    Steuerliche Förderung von unsinnigem Konsum, z.B. Flugreisen, gehören hier als erstes abgebaut. Auch eine Förderung von 2 Tonnen schweren Elektro-SUVs macht hier nicht den geringsten Sinn, außer man will unbedingt Arbeitsplätze auch in Bereichen, die keinen Sinn machen, weil die Menschen eben als Erstes einen bezahlten Arbeitsplatz haben wollen, egal wie.

    Ist das noch gute Kultur? Atomkriege schaffen auch Arbeitsplätze, vor allem im Wiederaufbau. Das geht immer noch am schnellsten. Braucht nur 20 Minuten, so ein Atomkrieg. Und macht Arbeit für mindesten 20 Jahre. Mit weiteren Nebenwirkungen wie genetischen Schäden, die noch 100 Jahre nachwirken. Auch die bringen zusätzliche Beschäftigung im Pflege- und Gesundheitsbereich. Wenn man unbedingt Arbeit haben will, dann mal los. Das ist überhaupt kein Problem.

    Schade wäre es, wenn gerade Arbeit, die eigentlich in der richtigen Dosis Spaß macht, von Computersystemen übernommen wird. Arbeit als LKW-Fahrer z.B. ist eigentlich eine schöne Sache, zumindest unter 35 Wochenstunden, sonst ja nicht so. Die richtige Dosis und die richtigen Arbeitsbedingungen machen hier den Unterschied. Das kann so weit gehen, das man eine richtig schöne Arbeit auch für 5 € die Stunde machen möchte, vorausgesetzt, man kann vom Amt her ohne Probleme aufstocken und wird mit seiner selbstgewählten Arbeit in Ruhe gelassen. Das könnte entscheidend sein, ob man als Fahrer auch mit zukünftigen Selbstfahrsystemen konkurrieren kann. Das lohnt sich vor allem bei wirklich schöner Arbeit.

    Ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben sollte sowieso im Vordergrund stehen. Keiner ist mehr verantwortlich für was er tut, wer fragt denn noch nach Sinn und Umweltverträglichkeit? Wissen und Technik haben wir so viel, aber was wird dann auch angegangen und wirklich umgesetzt? Wenn Plastik so umweltschädlich ist, wieso habe ich dennoch die Gelbe Tonne immer noch voll davon? Wieso gibt es nicht schon längst für die meisten Anwendungen biologisch abbaubares Plastik aus Maisstärke z.B.? Die Roboterkatastrophe droht doch auch, weil jeder nur auf seinen kleinen Bereich guckt, und hier dem Geld hinterherrennt, ohne nach recht und links, und noch nicht mal nach vorne zu gucken.

  14. Eine besondere menschliche Fähigkeit wurde meines Wissens noch gar nicht erwähnt: die, sich in den oder die anderen hineinzuversetzen. Das kann noch weitergehen: sich in die vermutete Hineinversetzung des anderen hineinzuversetzen.
    Sie hilft beim wortreichen oder wortlosen Zusammenwirken. Bei den Grenzen dafür, was ich ihm zumute. Aber auch schon, wenn ich mit ihm zusammenwirke, um mit seiner Hilfe etwas zu sägen oder ihm beim Staffellauf das Holz zu übergeben. Bei liebevollen oder aggressiven Zuwendungen. Beim Helfen oder Täuschen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, wie man einen Computer entsprechend programmieren könnte.

  15. @Querdenker

    Welche “Assoziationskette” hat denn zu “entarteten Psychoszene” (siehe oben / Querdenker) geführt?
    Oder war das ein anderer Querdenker?

    “Das Gehirn vergleicht immer!!!”
    Denk mal darüber nach was das in Bezug von Telepathie bedeutet / bewirkt.
    Aber vor allem denk mal darüber nach was “andere” in Bezug von Wahrheit bei Dir / der Masse angelegt haben!

  16. @Gehrhard Kugler 06.07. 15:05

    Das Hineinversetzen in Andere ist denn eher nur zwischen Mensch und Computer schwierig, untereinander verstehen sich die Computer doch ganz prächtig.

    Das Hineinversetzen in Andere ist doch bei Computersystemen gerade ganz direkt möglich. Computer können ihre ganze Innenwelt 1:1 auf andere Computer übertragen. Gerade selbstfahrende Systeme im Stadtverkehr können nur so funktionieren, dass die verschiedenen Fahrzeuge ihre individuellen Wahrnehmungen austauschen und ihre eigenen Pläne für die nächsten Sekunden per Datenübertragung in Millisekunden miteinander abstimmen.

    Der Mensch kann auch sich in andere hineinversetzen, ist aber auf indirekte, sehr aufwändige Bewusstseinsprozesse angewiesen, weil er eben nicht den direkten Datenaustausch von Gehirn zu Gehirn hat. Hier helfen uns Menschen wahrscheinlich auch sehr unsere spirituellen Fähigkeiten. Die braucht der Computer dafür nicht unbedingt, der macht das schon per Datenübertragung.

    Das ist ja überhaupt das große Potential der Computertechnik: Was ein Computersystem gelernt hat, lässt sich ohne weitere Kosten millionen- und milliardenfach kopieren. Das kann ruhig 10 Millionen mal teurer sein, einem Roboter das Tischlern beizubringen, als wenn man einen Lehrling ausbildet. Hier muss nur ein Entwicklungsteam ein mal diese Arbeit machen, und schon ist die ganze Arbeit damit erledigt, weil das dann alle anderen Roboter dieser Welt auch können.

    Das einzige, das hier übrig bleibt, sind Arbeiten, die Roboter wirklich gar nicht können können. Oder wenn der Roboter eventuell soviel Strom verbraucht, dass es z.B. lohnenswert sein kann, das Selbstfahrsystem abzuschalten, wenn man eh am Steuer sitzt, um Strom zu sparen. Das erhöht bei Elektroautos auch gleich die Reichweite.

    Was auch sein kann ist, dass wir den Roboter nicht nutzen wollen, weil wir die Arbeit eben einfach gerne selber machen möchten. Bei der derzeitigen Gewerbefreiheit allerdings wird man dann auch nur noch sehr wenig Geld damit verdienen können. Die Konkurrenz ist hier ja nicht abzuweisen.

  17. Querdenker,
    Sie stellen Denken als Folge eines Reiz-Reaktions-Schema dar. Das können Tiere auch.
    Entscheidend wird der Inhalt der Gedanken. Die können in die wissenschaftliche Ecke laufen, was zur Entwicklung der Naturwissenschaften und Technik geführt hat, sie können in die geisteswissenschaftliche Ecke laufen was zur Musik und den Schönen Künsten geführt hat, sie können in die sozialen Ecke führen, was die Philosophie hervorgebracht hat. aber selbstverständlich ist diese Entwicklung nicht.
    Eine Erklärung , die das Denken als “geistig” erkennt und benennt, die liefert erst die Religion. Und damit ist die Religion der geistige Überbau über alles Denken.
    Und dass der Mensch, einem Gotte gleich eine Maschine, den Computer, erfunden hat, der Teile des Denkens übernehmen kann, das ist nicht mehr durch das einfache Schema Reiz-Reaktion erklärbar.

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