Arbeitskreise des Lebens – Metabolische Netze als Modulierende Musterräume des Menschen


| Bildunterschrift: Arbeitskreise des Menschen: Die Beziehung zu sich, zu anderen Menschen und der Natur, erfährt der Mensch in seinen Kopf-Körper-Umwelt-Arbeitskreisen |
| Zitat: Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken. Der Mensch ist nicht bloß ein denkendes, er ist zugleich ein empfindendes Wesen. Er ist ein Ganzes, eine Einheit vielfacher, innig verbundener Kräfte, und zu diesem Ganzen des Menschen muss das Kunstwerk sprechen: Wie Natur im Vielgebilde einen Gott nun offenbart, so im weiten Kunstgefilde webt ein Sinn der ewgen Art, Johann Wolfgang von Goethe, Natur-Forscher |
Wenn ein Axon der Zelle A der Zelle B so nahe ist, dass es sie erregt, und wenn es sie wiederholt und ständig stimuliert, dann findet in einem oder beiden Fällen ein Wachstum und Stoffwechsel statt, wodurch sich das Potenzial von A als eine B stimulierende Zelle erhöht, Donald Hebb, Neurowissenschaftler |
Die Mühlräder des Lebens |
Jeder von Ihnen hat sicherlich das Wort „Netz“ schon einmal gehört und ist damit in Verbindung getreten. Seien es Spinnennetze, Fischernetze oder gar Moskitonetze. Wenn wir als Menschen Trauer oder Verlust eines anderen Menschen erleben, erfahren wir Trost in unserer Familie und Freunde als soziale Auffangnetze. Vor kurzem sah ich mir einen alten Agentenfilm namens James Bond – 007 jagt Dr. No an. In diesem Film wurde ein Flugzeug samt Waffenbestückung Unterwasser unsichtbar geparkt. Raten Sie einmal, was man dem Jet als eine Tarnung überstülpte? Ein Camouflage-Tarnnetz. Wie Sie sehen, sind Netze nützlich! |
Die Welt der Netze |
Wir sehen Netze zudem als analoge und digitale Verbindungen zu uns, zu anderen Menschen und auch Dingen. So dienen Netze als Telefon- oder Computernetze als Kommunikation und Interfaces zu Maschinen, andererseits in modernen Netz-Organisationen sogar als Integrationsvehikel für Menschen. |
Das Gehirn als kontinuierlicher Musterraum des Menschen |
Unser Gehirn vernetzt uns dabei ständig intern und extern als ein komplex modulierender Musterraum nicht nur beim menschlichen Verhalten, sondern auch zu Vorhersagen. Wir Menschen bauen so permanent Weltmodelle kognitiver Weltprädiktionen. Und das hat wiederum mit Netzen und auch deren Metabolismus (Stoffwechsel) zu tun. So z.B. in der Praxis, psycho-neuronal-immunologisch und hormonell. Das heißt ob Freude oder Störungen der Epigenetik der Außenwelt, alles formt, prägt und graviert sich zellulär in uns menschlich ein. Das ist real und macht unsere Lebensqualität aus. Angst oder Freude. Leid oder Liebe. |
Überall um uns herum Netze |
Ob Baye’sche Netze oder Boole’sche Funktionen, ob Netzwerktheorie in Beziehungen von Menschen oder bei Planungen im Projektmanagement einer sogenannten Netzplantechnik im Bereich der Mensch-Maschinen-Objektsteuerung, wir nutzen überall Netze. Ob beim Einkauf oder gar Versand von Waren nutzen wir Einkaufsnetze, Giralgeld Netze oder Containernetze. Etwas speziellere Netze finden wir beim Schmidt’schen Netz in den Lagekugelmodellen von Geo-Datenmengen oder dem Wulff’schen Netzen stereoskopischer Projektionen. |
Was macht eine interessante Geschichte in Netzen aus? |
Vor wenigen Tagen war ich auf einer Krimi-Lesung und dachte an unser Zitat von Donald Hebb aus seinem Werk The Organization of Behaviour. Und ich dachte hier auch an Geschichten und Gehirn Netze und deren Verbindungen und Verknüpfungen in dem Sinne, dass es nicht nur auf die Geschichte ankommt, sondern wie spannend und erregend die Geschichte erzählt wird und auf uns wirkt! |
So ist sowohl der Inhalt als auch die Stärke der erzählten Geschichte auf unsere Wechselwirkungen der Nerventätigkeiten als ein Gesamtergebnis relevant. Die Kreativität, die schöpferische Kraft des Autors und Erzählers, die sich mit entsprechenden Wechselwirkungen aufschaukelt ist ausschlaggebend. Sie hängt dabei von den Funktionen und Fähigkeiten der Elemente und deren Eigenschaften ab! |
| Was macht eine interessante Organisation aus? |
Schauen wir auf Gleichungen in Organisationen, so hängt die Gesamtstärke eines Unternehmens und deren Geschichten ebenfalls an Personen, die vorausgehen. Da das Denken nur dienenden Charakter beim Menschen besitzt, sind die dahinterliegenden Prinzipien, Normen und Motive hinter dem Denken entscheidend. So z.B. in Form von Antrieb, Motiv und Motivation. Das ist ähnlich wie bei Geschichten. Es ist abhängig von den Menschen und ihren Eigenschaften, Fähigkeiten und Funktionen in den Firmen. |
Ankopplung und Verkopplung |
Konsequenterweise kommen wir dann nach und nach zu den Kopplungsfunktionen, die in Organismen und neuronalen Netzen von Gehirnen vonstattengehen und darin eine hochgradig entscheidende Rolle spielen. Heute wandert selbst das Fach der Psycholgie in das Gehirn und den Neurowissenschaften, dort ist alles verortet, ob Gefühle, Perzeption oder gar Krankheiten. Der Nukleus dazu ist die Biologie und Neurobiologie. Und es ist in der Biologie dann ähnlich wie in der einfachen Physik eines Eisenbahnwaggons oder Containers: Passiert diese Ankopplung des Neurons mit Synapsen im Gehirn-Gedächntissystem oder eines Physik-Waggons oder Containers an der Bahn nicht, bleibt alles stehen und liegen. Die Synapse und der Container bleiben mit seiner geladenen Fracht stecken. Es passiert nichts. Das Gegenteil von Ankopplung ist Entkopplung, De-Coupling. De-Coupling führt zu Dekohärenz und Desintegration. Koppeln sich die Waggons jedoch gegenseitig an, so kann eine ganze Bahnlinie, ein Bahnnetz lebendig entstehen und fahren. |
Intelligence und Assembly Networks |
Reden wir von amerikanischen Wort Intelligence, so ist die Bedeutung dazu „Information“. So sitzt diese Information auch beim Menschen nicht in einer Zelle auf der Zellebene, sondern die Information liegt zwischen den Zellen. Erst über eine neurologische Ankopplung bei einzelnen Menschen oder Menschengruppen kommt die Information in einen Regelkreis. Nehmen wir einen Produktionsbetrieb, eine Fabrik, wobei ein Paket auf das Fließband als Format von Informationsübertragung, Informationsbereitstellung und Informationsverwandlung gestellt wird. Als ein Ensemble/Assembly (ähnlich wie Kandels Principles of Neural Science nun als großartiges „Production Assembly Network“. Aber auch hier passiert das nicht von selbst, sondern sollte aktiv in die Netzsysteme hinein organisiert werden. Dann ist die Frage, „wer geht hier voraus?“ wer ist hier ein Vorbild?“ Wer teilt Informationen und stellt diese anderen Menschen bereit, damit sie produktiv in den Regelkreisen arbeiten können. |
Anschlüsse und Weiterleitungen |
Wenn wir hier von Netzmodulationen und Netzkonfigurationen reden, dann sind also gerade Netzkopplungen in Menschen, Menschengruppen bis zu ganzen Unternehmen relevant. Egal ob Gehirn-Musterräume, die zu Neuronen-Synapsen-Gliazellen-Informationsströmungen führen oder Assembly Networks in Produktionen oder Supply Nets in den neuen Netz-Unternehmen. Es geht bei Organismen immer um Ankopplungen für Lebensentstehung, Informationsgestaltung und Ordnungsbildung! Noch besser wären neben den Ankopplungen auch Weiterleitungen und Anschlussfähigkeiten anstatt Abbruchlücken. Sei es in Gruppen, Gremien oder ganzen Organisationen. Die Biologie und unser Gehirn ist hierin ein Vorbild. Komplexitätsreduktion nicht trivial über günstigen Preis wie bei Menschen, sondern über echte modulierend-oszillierende Musterbildungsprozesse. |
Interessant in diesem Kontext ist auch der Unterschied von serieller und paralleler Verarbeitung vom Kopf zum Körper bis zu Verhalten und auch Vorhersage. Kümmern wir uns um unseren Kopf und Körper, also der Neurowissenschaft, Genetik, Epigenetik und Immunologie des Menschen, so geht es um vielfache Nerven-Netze-Regelkreise und deren Metabolismus (Stoffwechsel) Regulationen. Und das mit permanent reverbierenden vielfach parallel verschalteten Rückwärts- und Vorwärtskopplungen auf unterschiedlichen untergeordneten und übergeordneten Regelkreisen der Regulation (ähnlich wie in einer Organisation). Unser erstes Instrument bleibt also das Hirn und vor allem unser Herz. Maschinen kommen erst lange danach: Was wir an Maschinen und Computern lieben ist vor allem der zuverlässige Speicher und zügigen Abtastraten in Suche und Zusammenstellung von Technologie-Automationen. |
Bionik und Kybernetik |
Die Disziplin und das Wissenschaftsfach, welches biologische Prozesse, Systeme und Strukturen simuliert nennt sich Bionik. Die Kybernetik hat in der Abgrenzung dazu die Aufgabe, die entsprechenden Regelkreise -ob in Menschen oder Maschinen- mit Feedback entsprechend zu regeln und zu steuern. Ähnlich wie dies Servo-Mechanismen, Flugabwehrsysteme, oder gar heute vermaschte Regelkreis-Raketensysteme übernehmen. Auch hier spielen strukturierte Vernetzungsmuster eine immer wichtigere Rolle. Netze und Stoffwechsel halten auch hier die Welt in Atem. |
Serielle und parallele Quanten-Formprozesse von Text und Bild im Geist des Menschen |
Lassen Sie uns einmal eine Prozessverarbeitung an einem Textbeispiel gegenüber eines Bildbeispiels anschauen. So liest der Mensch den Text eines Buches oder Website seriell und sequenziell aus. Das dauert seine Zeit. Beim Auslesen eines Bildes ist das ein weitgehend parallel verlaufender zügiger Systemprozess. Einerseits arbeiten die Bilder bei uns im Kopf auto-assoziativ und autotroph. So z.B. parallel auf unterschiedlichen Blob-Bahnen. Andererseits deuten Vordenker wie David Marr ein 2 1/2 -faches Sehen, und Roger Penrose sogar ein Quantum-Denken an! Ob Sonne, Mond oder gar Sterne, Bilder und Symbole wirken auch weit über Sprache, Land und Kontinente hinaus. Sie wirken weitaus größer als dies Politik je könnte. Bilder und Symbole sind mystisch und heilig. |
Wo finden wir heute Schönheit in Bildern und der Kunst? |
Wir finden sie z.B. bei den Bildern der Präraffaeliten, z.B. bei La belle Dame Sans Merci, einer Dame und eines Ritters, bei Ophelia oder der Circe Invidiosa. Oder nehmen wir eine Römische Pieta Skulptur Michelangelos. Wir finden Schönheit weiter auch in griechischen Muscheltempeln, ikonischen Moscheen des Orients und gar in Antonio Gaudis Sagrada Familia, die als Lebenselement von Netzen und Stoffwechseln, die Muster der Haut, Felsen und Zellen als Musterelemente benutzt. Gehen Sie selbst einmal auf die Suche nach Schönheit. Schauen Sie sich die erwähnten Werke einmal selbst an. Erzählende Bilder und lebendige Strukturen erzeugen in Menschen, Menschengruppen bis hin zu ganzen Gesellschaften große Stoffwechsel-Resonanzen. Das Wort Resonanz kommt dabei aus der Physik und kommt von „resonieren“ (schwingen). Das heißt ein Bild, ein Bauwerk, eine Geschichte kann schwingen und in uns Menschen und Menschengruppen weiter schwingen. |
Der Name der Rose |
Ähnlich vielleicht wie eine spannende Kriminalgeschichte mit einem Rätsel und Labyrinth im Stile der Geschichte Ecos Name der Rose schwingen kann. Hier geht es nicht nur um Morde, eine strategischen Detektivarbeit, eine mysteriöse Abtei mit Bibliothek um ein geheimnisumwittertes Buch. Im Kern geht es um die Ikone und das Schwingen der Rose! Eine stoffwechselhafte vernetzte Rose, die als Rätsel im Netz-der-Netzsysteme gefunden werden möchte. Eine vernetze Rose, die mit ihren Blüten, Dornen und Wurzeln auf ein gigantisches Rosennetz und Rosenmeer verweist. Ähnlich vielleciht wie bei uns Menschen. Der Mensch als eine Art Rose zwischen Himmel und Hölle; mit unendlichen Blüten in den Himmel ragend, die die Sonne einfangen und dissipativ photosynthtisch übersetzen, mit Dornen, die Feinde abwehren und mit den Wurzeln in den Boden zu anderen Rosen… |
| Der Kampf um Sinn und menschliche Indentität: Wann merken wir uns Geschichten besonders gut? |
Wir merken uns insbesondere dann Geschichten, Bilder und Symbole, wenn sie für uns neu sind; wenn sie vom Schöpfer kreativ und originell ausgedacht, inszeniert und analogisiert werden, und wenn sie mit unserer eigenen Biografie und Sozialisation zu tun haben. Dann schwingen Geschichten um uns und in uns. Der Kampf um Identität und Sinn beginnt mit dem Denken und den Geschichten von Göttern, Halbgöttern und den Menschen in uns. So kommen wir wieder zum Anfang von Goethes Zitaten des Webens von Kunstgefilden und Hebbs Neuronen-Netzen als gemeinsame Räder des Lebens. |
Wir sehen, dass es zwischen Wissenschaft, Technologie und Kunst Übergänge und Übereinstimmungen existieren. Netze und Stoffwechsel als Muster erschaffen, gestalten und erhalten modulierende Musterräume des Menschen. Überall und immerfort. Wir halten hier sozusagen Gottes Schlüssel zum Schloss des Lebens in unseren Händen. |
Comment: Autor: G2G123: This is the type of content that stays useful over time. The structure, clarity, and focus make it a great resource to revisit.
„Wie Natur im Vielgebilde“ Eine perfekte Einleitung zu einem Thema, das im Moment gering geschätzt wird,
wie die Kunst als Grundlage eines Kulturkreises…unsere Kultur durchwebt, uns daran erinnert, dass wir Geistwesen sind.
Danke
Zu diesem Thema gibt es einige Sci-Fi Romane und Filme. Da gibt es einen Roman von Daniel F. Galouye aus dem Jahr 1964 mit dem Titel Simulacron-3. Da wird es echt bizarr, was diese Simulationen betrifft. Dieser Stoff wurde 1973 mit dem Zweiteiler Welt am Draht von Rainer Werner Fassbinder thematisiert. Dieser Zweiteiler ist nicht weniger bizarr als die Vorlage (Roman). Noch öfter diente der genannte Roman als Vorlage für Filme. Wer sich dafür näher interessiert, siehe den Artikel von Wikipedia dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Simulacron-3
Genau. Danke.