Namen von Exoplaneten – Jetzt abstimmen!

Vielleicht erinnert sich noch der/die ein(e) oder andere: Vor etwas mehr als einem jahr hatte die IAU (die International Astronomical Union) dazu aufgerufen, Namensvorschläge für ‘berühmte’ Exoplaneten-Systeme einzureichen (siehe meinen alten Blog-Eintrag vom Juli 2014). Während es nur registrierten Organisationen erlaubt war, Namensvorschläge zu machen, so ist es jetzt wirklich allen erlaubt, über die Vorschläge abzustimmen und somit 20 Exoplaneten-Systemen neue Namen zu geben.
Der Link zur Webseite der Abstimmung ist hier. Abgestimmt werden kann noch bis zum 31. Oktober.
Während ich diese Aktion prinzipiell sehr schön und unterstützenswert finde (es sind echt einige spannende Namensvorschläge dabei, gerade aus dem asiatischen Raum!), ist es schon ein bisschen komisch, dass unter den zu benennenden System mindestens zwei sind, wo die Existenz von Exoplaneten zumindest in der Fachwelt nicht unumstritten ist: Zum einen ist das Fomalhaut b und zum anderen Epsilon Erdani b. Fomalhaut b war ursprünglich in Bildern vom Hubble Weltraumteleskop gefunden worden, doch neuere Beobachtungen zeigten, dass der Orbit des Objektes nicht wie ursprünglich gedacht, innerhalb einer weit ausgedehnten Staubscheibe verläuft, sondern diese zu kreuzen scheint, was ungewöhnlich wäre für einen Planeten. Epsilon Erdani b ist sicherlich einer der umstrittensten Planeten. Besonderes interessant ist das vermeintliche System vor allem weil der Stern Epsilon Erdani in nur ~10 Lichtjahren Entfernung der uns nächste Einzelstern ist, der einen ähnlichen Spektraltyp hat wie unsere Sonne (K2V, mit einer Temperatur von ~5100 K und einer Masse vom ~0.8 Sonnenmassen). Der Planet selber wurde zunächst in astrometrischen und Radialgeschwindigkeitsmessungen entdeckt, doch mittlerweile ist ein Teil der Fachwelt der Meinung, dass sich die ursprünglichen Ergebnisse zum einen mit instrumentellen Artefakten und zum zweiten mit stellarer Aktivität erklären liessen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Planten bei Epsilon Eridani gibt, sondern nur, dass es den ursprünglichen Planeten (mit einer geschätzten Masse von ~1.5 Jupitern) nicht unbedingt gibt. Kleinere, masseärmere Planeten können bisher bei dem System nicht nachgewiesen werden, und man kann sicher sein, dass Epsilon Erdani auch in Zukunft einer der wichtigsten Sterne für Planetenjäger sein wird.

Veröffentlicht von

Nach dem Studium der Physik in Heidelberg promovierte Sascha Quanz am Max-Planck-Institut fuer Astronomie. Im Anschluss daran arbeitete er 2 Jahre in einer internationalen Unternehmensberatung, bevor seine Wissenschaftskarriere in der Schweiz fortsetzte. Seit 2009 forscht er an der ETH Zürich über Extrasolare Planeten und ihre Entstehung.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Völlig OT: Im Oktober findet ein (privat organisiertes) Kosmologger-Treffen in Frankfurt/Main statt. Die Details findest du bei Interesse im entsprechenden Scilogs-Forum. Mail an mich geht natürlich auch. 🙂

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