Ein „Cousin“ der Erde?

Nach langer, familienbedingter Pause geht das „Strange New Worlds“ Blog in die nächste Runde… Und was gibt es besseres als Einstieg als die kürzlich veröffentlichte Pressemitteilung der NASA, dass die Kepler Mission einen „Cousin“ der Erde gefunden hat?
(Die Originalmitteilung der NASA in englisch, inkl. einiger, netten Bilder, ist hier.)
Der Planet mit dem Namen Kepler-452b is ca. 60% größer als die Erde und umläuft seinen Mutterstern alle 385 Tage. Damit ist er von allen Planeten, die Kepler bisher gefunden hat (mittlerweile spricht die NASA von über 1000 bestätigten Kepler-Planeten und mehr als 2000 weiteren Planeten-Kandidaten), derjenige, der unserer Erde am ähnlichsten ist. Dies hängt auch damit zusammen, dass sein Mutterstern unserer Sonne sehr ähnlich ist: Der Stern ist etwas größer und etwas älter, hat aber ungefähr die gleiche Temperatur. Dies alles zusammengenommen bedeutet, dass es – theoretisch – flüssiges Wasser, was immer noch als eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben gilt, auf Kepler-452b geben könnte. Und genau das ist es, was diese Entdeckung so besonders und spannend macht.
Auf der anderen Seite muss aber auch gesagt werden, dass wir weder die Zusammensetzung des Planeten kennen (ist es ein ‚rocky‘ Planet (wie Erde, Venus, Mars) oder ein kleiner ‚icy‘ Planet (wie Neptune)), noch wissen wir, ob er eine Atmosphäre hat und – falls ja – wie diese zusammengesetzt ist. Das Problem ist leider, dass wir diese Informationen wahrscheinlich auch nie erhalten werden, da Kepler-452b mit ca. 1400 Lichtjahre zu weit von uns entfernt für entsprechende Teleskopmessungen ist.
Somit haben wir auf der einen Seite weitere Gewissheit, dass es in unserer Galaxie durchaus Planeten gibt, die Eigenschaften haben, die unserer Erde sehr ähnlich sind.
Doch noch müssen wir uns weiter gedulden, bis wir solche Planeten in unmittelbarer Nachbarschaft der Sonne finden und dann auch detaillierter untersuchen können.

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Nach dem Studium der Physik in Heidelberg promovierte Sascha Quanz am Max-Planck-Institut fuer Astronomie. Im Anschluss daran arbeitete er 2 Jahre in einer internationalen Unternehmensberatung, bevor seine Wissenschaftskarriere in der Schweiz fortsetzte. Seit 2009 forscht er an der ETH Zürich über Extrasolare Planeten und ihre Entstehung.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danach suchen wir. Den Erdzwilling (Erdgrosser Gesteinsplanet) der um einen Sonnenzwiling kreist, bei dem wir eine erdähnliche Atmosphäre, Ozeanen und Kontinente nachweisen können.
    Sollte einer der nächtsten Exoplanetsuchmissionen wie TESS solche Kandidaten in einigen dutzend Lichtjahren Entfernung finden, könnten die in den 2020er Jahren operierenden Grossteleskope European Extremely Large Telescope,Thirty Meter Telescope, Giant Magellan Telescope(diese 3 sind erdgebunden) und James Webb mit spektroskopischen Untersuchungen die Atmosphäre dieser Kandidaten untersuchen.
    Die Aussichten solche Kanidaten zu finden sind gut, schätzt man doch, dass die Nasa-Mission TESS schätzungsweise 50 erdähnliche Planeten finden wird. Bis man aber Kontinente und Ozeane nachweisen wird können könnte noch eine lange Zeit vergehen.
    Detaillierte Untersuchungen an Erdzwillingen oder anderen habitablen Planeten werden wohl erst mit grossen weltraumbasierten Teleskopen möglich werden und die wird es frühestens gegen Ende des 21. Jahrhunderts geben.

  2. Mit dem gravitionellen Mikrolinseneffekt (Lichverstärkung wenn sich Sterne/Massen fast in der gleichen Sichtlinie befiden) können Explaneten bis hinunter zur Grösse des Marses(1/10 der Erdmasse) gefunden werden. Das Wide-Field Infrared Survey Telescope wird auf diese Art nach Explaneten suchen, wobei es Richtung Milchstrassenkern blickt. Dies vor allem um statistische Aussagen über die Verteilung und Grösse von Exoplaneten in unserer Milchstrasse machen zu können. Aber so gefundene interessante Kandidaten können dann wohl auch von den zukünftigen Grossteleskopen ins Visier genommen werden.

  3. Warum findet man keine Überlegungen folgender Art: Wenn es Besucher aus dem All bei uns gäbe, müssten sie eine unsere übertreffende Technologie haben. Ihre „Raumschiffe“ müssten unseren überlegen sein. Warum sollten sie den unseren ähneln und mit Scheinwerfern ausgestattet sein ? Wozu sollten sie immer wieder mal seit über tausend Jahren vorbeischauen ? Es gibt hierzu keine logischen Überlegungen. Sie wären unserer Zivilisation überlegen. Dies schließt vieles aus, was in den Ufogeschichten mutgemaßt wird.

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