Planet der Mikroben
BLOG: ScienceZest

Die Erde ist ein Planet der Mikroorganismen. Uns mögen diese Winzlinge insignifikant erscheinen, man sieht sie ja nicht. Oder wir fürchten uns vor ihnen, denn sie können Krankheiten verursachen. Dass Mikroben seit über 3000 Millionen Jahren existieren und die Basis allen Lebens sind, ist nur wenigen von uns bewusst.

Als Koch und Pasteur die Keim-Theorie im späten 19. Jahrhundert etablierten, stießen sie auf Unglauben und Ablehnung. Wie kann auch es sein, dass so kleine Lebewesen solch Leid verursachen können? Krankheiten verkürzten die Lebenserwartung der Europäer deutlich: Tuberkulose, Typhus, Gonorrhö, Syphilis und Cholera, um nur einige zu nennen. Unsere Angst vor Mikroorganismen kommt wohl aus dieser Zeit – die ersten Mikroben die von uns entdeckt und charakterisiert wurden, waren tödlich.
Ginge ich heute in ein Einkaufszentrum und schreie ganz laut BAKTERIEN!, wie viele Leute würden den Drang zum Händewaschen und Mund-abdecken verspüren? Alle? Wenige wissen, dass die große Mehrheit der Mikroben nicht nur harmlos, sondern auch essentiell für unsere Gesundheit und die Gesundheit aller Ökosysteme der Erde ist.

Mikroben haben die Photosynthese erfunden – ohne sie könnten wir unsere Luft nicht atmen. Mikroben konsumieren Methan – ein Treibhausgas welches um ein vielfaches stärker auf unser Klima wirkt als Kohlendioxid. Der durchschnittliche Erwachsene trägt 2kg Mikroben im Darm umher, denn ohne diese ist Verdauung kaum möglich. Mikroben haben die chemische Kriegsführung erfunden und wir haben gelernt ihre Waffen – Antibiotika – im Kampf gegen Krankheiten zu nutzen.
Mikroben kommunizieren, betrügen und kooperieren. Und darum wird’s in meinen nächsten Beiträgen gehen: die wundersame Welt der Mikroben.
In der Zwischenzeit könnt ihr euch den Film Unseen Life on Earth anschauen.
“Ginge ich heute in ein Einkaufszentrum und schreie ganz laut BAKTERIEN!, wie viele Leute würden den Drang zum Händewaschen und Mund-abdecken verspüren?”
Nun ja, liebe Annelie, ich denke, die meisten würden eher den Drang verspüren, mit ihren bakterienverseuchten Smartphones psychologische Hilfe zu holen. 😉
Ha! Das klingt plausibel 🙂