Du bist, was du isst

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Forschung lecker zubereitet
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Jedes Kind weiß: Was oben reingeht, kommt unten wieder raus. Essen beeinflusst nicht nur unser Gesundheit, sondern auch unsere Darmflora. Forscher der University of Southern California (UCLA) haben gestern ein Studie veröffentlich, die zeigt dass unsere Darmflora auch unser Psyche beeinflussen kann.

Die Wissenschaftler haben 36 Frauen in drei Gruppen geteilt. Eine Gruppe sollte zweimal täglich für 4 Wochen einen pro-biotischen Joghurt mit definierter Zusammensetzung von Bakterien erhalten. Die zweite Gruppe aß ein nicht pro-biotisches Milchprodukt, die dritte Gruppe kam ganz ohne aus.

Sowohl vor, als auch nach den 4 Wochen wurden alle Frauen einem funktionellen Magnetresonanz Imaging (fMRI) unterzogen. Man wollte untersuchen, ob und wie sich Gehirnaktivitäten verändern, sowohl unter Ruhebedingungen, als auch bei Emotions-Erkennungs-Tests.

Die Studie zeigt, dass die pro-Biotika Gruppe deutlich niedrigere Gehirnaktivitäten in den Bereichen hatte, die zentral für Emotion und Gefühlswahrnehmung sind, als die beiden Kontrollgruppen. Es gibt keine Spekulationen zu Stressempfindlichkeit oder ähnlichem und das ist auch gut so. Die Studie war mit nur 36 Individuen sehr klein.

Trotzdem bestätigt sie, was man von Tests an Tieren weiß: (A) Was Nager fressen, beeinflusst ihre Darmflora und (B) die Darmflora beeinflusst die Signalübertragung im Ratten- und Mäusegehirn und damit auch emotionale Reaktionen.

Wie kann man die beiden Effekte unterscheiden?

Für (B) lässt man Mäuse und Ratten gänzlich ohne Bakterien im Darm aufwachsen und gibt ihnen zum Beginn des Experiments identische Nahrung aber unterschiedliche Darmbakterien.

Der Studie der UCLA wirft viele Fragen auf. So zum Beispiel den Effekt von Antibiotika: Es ist bekannt, dass sich unsere Darmflora nach einer Antibiotika Behandlung für Monate nicht erholt. In einem Editorial der Fachzeitschrift Nature wird sogar davon gesprochen, dass die Schäden permanent sind. Welchen Einfluss diese veränderte Darmflora auf unser Gehirn und unser Wohlbefinden hat, weiß man noch nicht.

Quellen:

Nature Editorial

UCLA Studie

ScienceDaily Artikel zur UCLA Studie

 

Annelie Wendeberg ist eigentlich Umweltmikrobiologin. Doch eines schönen Wintermorgens klappte sie die Augen auf und dachte sich "ich schreib mal was". Seither versucht sie ihre Leidenschaft Forschung leicht verständlich und spannend in kurzen Blogartikeln zu vermitteln. Meistens schreibt sie über alles Mögliche was irgendwie mit Forschern, Biologie, Umwelt, Ökologie und vor allem Mikrobiologie zu tun hat. Des Nachts bringt Annelie Wendeberg Leute um. Auf dem Papier. Für den KiWi Verlag.

30 Kommentare

  1. Du bist, was du isst / du bist, wie du

    isst 🙂

    Wenn ich richtig schlechte Laune habe, so daß ich explodieren könnte, dann esse ich erstmal was, und schwups, wenn ich die Sachen esse die mir richtig schmecken, bin ich wieder gut gelaunt – die Darmflora ist mir dabei erstmal schnurz 😉

  2. Du bisst: Wers glaubt wird selig.

    12 Frauen zeigen nach 4 Wochen Diät mit pro-biotischen Joghurt verminderte Gehirnaktivität in Hirnteilen, die mit Emotion und Empathie zu tun haben.
    Das hatte nach Science-Daily Artikel dann schon Folgen: ” Mayer notes that other researchers are studying the potential benefits of certain probiotics in yogurts on mood symptoms such as anxiety. He said that other nutritional strategies may also be found to be beneficial.”

    So funktioniert also heute Wissenschaft: Eine Veränderung der Hirnaktivität bei 12 Versuchspersonen im Zusammenhangt mit einer Diät, gibt Anlass Nahrungsmittel als Therapiemittel einzusetzen. Die Nahrungsindustrie wirds freuen. Das ist ein effizienter Mitteleinsatz.

  3. Vor allem, …

    weil die Wichtigkeit einer gesunden Darmflora bereits gut belegt ist. Steht irgendwo hier in den Blogs ebenfalls etwas dazu.

    Gegen Stress sollen auch kohlenhydratreiche und fett- und proteinarme Nahrungsmittel helfen – was besser belegt ist, soweit ich mich erinnere.

  4. So funktioniert also heute Wissenschaft

    Ja, genauso funktioniert sie. Man hat eine Theorie, dann macht man ein Experiment um diese entweder zu beweisen oder zu widerlegen. In fast 100% der Fälle, erweitert sich der Horizont, man schafft neue Hypothesen und testet diese mit neuen Experimenten.
    Welche Industrie dann Profit aus wissenschaftlichen Erkenntnissen schlägt, haben Forscher kaum in der Hand. Außer, sie entschließen sich, erst gar nichts zu publizieren.
    Ob man der Nahrungsmittelindustrie Geld durch’s Joghurt kaufen gibt, oder lieber den netten Bauern von nebenan mit einem Besuch beglückt, kann sich jeder selbst aussuchen.

  5. Sarah

    Gerade bei dem Thema Antibiotika bin ich auf die weiteren Forschungsergebnisse gespannt, da ich immer wieder an Blasenproblemen leide und hier des Öfteren auch mal Antibiotika einnehmen muss aufgrund der starken Schmerzen. ich hoffe dass bewiesen wird dass es keine permamenten Schäden verursacht. lg

  6. Psyche beeinflussen

    Rotwein und Schokolade – Hmmmh, egal ob mehr Rotwein oder mehr Schokolade, da müßte ich wegen meiner Bekanntschaft mit dem Darm eine temporäre Alzheimerschaft auf der Festplatte programmieren 😉

  7. Eine Frage der Umstände

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht darauf ankommt WAS ich esse, sondern WIE ich es esse. Schnelles Reinschaufeln sorgt immer für Zirkus im Magen. In Ruhe kauen und dabei nicht am Handy rumspielen – gleich viel besser.

  8. Das wundert mich nicht besonders. Gab es nicht auch das Gerücht dass man Autismus (und seine dringendsten Symptome) mit Antibiotika lindern kann? (Gleiches wird auch für AD(H)S und andere psychische Störungen gelten).

    Welche Bereiche sind denn zentral für Emotion und Gefühlswahrnehmung?

  9. Ich bin ein anderer chris, als der der weiter oben schon kommentiert hat. Bin leidernicht allein auf der Welt mit diesem Namen.

  10. @ Holzherr

    -> Die Überschrift des Artikels ist irreführend. Es wurde nicht ein Milchprodukt gegessen, sondern Bakterienkulturen in den Organismus eingeschleusst. Was wir normalerweise essen, ist im Normalfall relativ Steril gegenüber solch aufbereiteten Milchprodukten.

    Was die “Pro-Biotika” Produkte im speziellen sind, ist damit allerdings nicht erklärt (in wiefern die sich von üblichen Bakterienkontamination unterscheiden).

    Meine Strategie gegen zuviel Emotionen und Gefühlswahrnehmung ist übrigens: Unter Strom stehen – einmal die Woche. Also in die Steckdose fassen. (ich war mal Elektriker und von Emotionen und Gefühlen in gewisser Weise verschont).

  11. Rechtslage

    Wenn Frauen nach 4 Wochen Konsum von probiotischem Joghurt bereits deutlich verminderte Gehirnaktivität zeigen. Wie lange dauert es, bis überhaupt keine Gehirnaktivität mehr vorhanden ist? Und – wenn ein Mann seiner Frau regelmäßig pro-biotischen Joghurt mitbringt, zählt das dann als Mordversuch? 😉

  12. @ KRichard

    Hm, … Dumm nur, dass es jetzt raus ist, wie es gehen könnte. Sowas erfragt “Mann” nicht naiv, sondern probiert es einfach.

    Studieren …. probieren…undso…!

    Ansonsten:
    Zeigt (mit gegenwärtigen Messgeräten) gemessene Gehirnaktivität überhaupt zuverlässig Leben (oder den Tod) an? (Stichwort Koma und Nahtoderlebnisse)

  13. So funktioniert

    also heute Wissenschaft
    Ja, genauso funktioniert sie. Man hat eine Theorie, dann macht man ein Experiment um diese entweder zu beweisen oder zu widerlegen. In fast 100% der Fälle, erweitert sich der Horizont, man schafft neue Hypothesen und testet diese mit neuen Experimenten.

    Idealtypisch. – Hängt auch “ein wenig” mit der Härte zusammen. Es ist eigentlich ein großes Herumgestochere. Zudem gibt es keine endgültigen Beweise.

    MFG
    Dr. W

  14. @Chris: Ironie

    Mein ironischer Kommentar zeigt, was herauskommt, wenn man manche Forschungsergebnisse konsequent weiterdenkt.
    Zum Thema Nahtod-Erlebnisse (NTEs): der Begriff und die NTE-Forschung wurde wesentlich durch das 1975 erschienene Buch von Dr. Moody ´Leben nach dem Tod´ geprägt. Er schildert darin mehrere Beispiele, wonach man parallel zum NTE gleichzeitig(!) die Umwelt genau sinnlich wahrnehmen, Körperteile fühlen und bewegen kann.*) Er beschrieb auch, dass alle NTEs nach dem gleichen Schema ablaufen.
    Man kann also davon ausgehen, dass alle diese Menschen zum Zeitpunkt des NTE lebendig und bei Bewusstsein waren. Aber ausgerechnet diese offensichtliche Annahme wurde/wird nie untersucht! Statt dessen erklärt man NTEs als unerklärliches Phänomen, als Sterbeerfahrung oder Halluzination aus Angst vor dem Tod.
    Ich will das Thema NTE hier nicht weiter mit Kommentaren ausdehnen. *) wenn Sie meine Behauptungen nicht glauben, dann sollten Sie die Originalliteratur (das Buch von Dr. Moody) genau lesen, um sie nachzuprüfen.

  15. Gehirnaktivitäten

    @KRichard – haha! Mord per Joghurt; mein Kriminalschreiberling-Gehirnteil wird gerade ganz aktiv.

    @Theres – der PNAS Artikel bezieht sich auf Nager. Da sowohl der Magen-Darm-Trakt, das Gehirn, als auch die Darmflora bei den Krabbeldingern ganz anders sind als beim Menschen (neben all den anderen anatomischen und physiologischen details), lassen sich Ergebnisse von Mäuse-Experimenten nicht 1:1 auf den Menschen übertragen.

    @Crist – unsere (natürliche) Nahrung ist alles andere als steril. Die Karotten aus dem Garten, das Bier mit all den Hefen drin, der Käse mit all den Lactobazillen, usw. Es stimmt natürlich, dass man mit pro-biotischem Joghurt extra viel Mikroorganismen aufnimmt. Das tun aber kleine Kinder, die sich eine Handvoll Dreck in den Mund schieben, jeden Tag 🙂

  16. Vielen Dank für den Beitrag

    Er zeigt auch, dass man (erstaunlicherweise) erst ganz am Anfang eines hochinteressanten Themas steckt. Da wird es in den nächsten Jahren noch einige Überraschungen geben.

    “So zum Beispiel den Effekt von Antibiotika: Es ist bekannt, dass sich unsere Darmflora nach einer Antibiotika Behandlung für Monate nicht erholt. …wird sogar davon gesprochen, dass die Schäden permanent sind. “

    Sollte man vorsichtshalber von Veränderungen, statt von Schäden sprechen?

  17. Antibiotika – Wird darauf hingewiesen?

    Vielen Dank erst einmal für diese Information. Ich wollte nur nochmal nachfragen, ob diese Studie schon länger bekannt ist und ob diese Sache auch vom Arzt angesprochen werden muss?

  18. Antibiotika

    @Ralph Dihlmann – ich glaube beide Wörter treffen zu. Vom ökologischen Standpunkt ist eine Veränderung einer mikrobiellen Gemeinschaft aufgrund einer Vergiftung jener welchen immer eine Schädigung.

    Paulchen – Gute Frage. Ich behaupte mal frech, dass Ärzte selten Forschungsberichte lesen, denen fehlt einfach die Zeit. Zum Umgang mit Antibiotika muss es eine strengere Regelung geben. Die Leopoldina versucht dies jetzt zu erkämpfen. Kann man hier nachlesen:

    http://www.leopoldina.org/…ntibiotika-forschung/

    Hab schon drüber nachgedacht, mal einen Blogartikel zu dem Thema zu schreiben…

  19. Mein Biotop

    ” …Veränderung einer mikrobiellen Gemeinschaft aufgrund einer Vergiftung.. “
    Ach so war das gemeint. Ich dachte eigentlich an das Befinden des ‘Wirts’ nach einer dauerhaften Veränderung (Schädigung?) seines Mikroben-Biotops durch Antibiotika.

    Eigentlichhatte ichh gehofft, dass sich mein Biotop – nach einer Antibiotikabehandlung – durch regelmäßigen Genuss von Hefeweizen, Sauerkraut, Blauschimmelkäse schlecht gewaschenen Karotten, Kefir etc. wieder dem Ausgangszustand annähert 🙂

  20. @ Paulchen434

    -> Zitat erster Absatz im Artikel:
    “Forscher der University of Southern California (UCLA) haben gestern ein Studie veröffentlich, …”

    Dazu noch der Link zur UCLA Studie unter dem Artikel. “Natürlich” alles in Englisch – damn it.

    —-

    @ A. Wendeberg

    Ich frage sie nochmal, welche Gehirnbereiche genau durch den Versuch eine Veränderung (Verringerung der Aktivität) zeigten?

    Das ist sehr interessant und betreffend unserer Interpretation vom gegenwärtigen Zustand des Körpersund der Empfindung und dessen Ursache vielleicht wichtig.

    Das Thema der Symbiose des Menschen und seine Bakteriensiedler ist auch dahingehend relevant und interessant, wenn man die Pleomorphie in die Thematik einbezieht – dann eine Zufuhr von Bakterien gar nicht notwendig sei, sondern die Symbionten mutieren/sich verwandeln/weiterentwickeln. Normalerweise sei dann nicht das Bakterium das Problem, sondern die Umweltbedingungen des Bakteriums – also der Mensch und sein Organismus, in/an dem sich etwas verändert hat und dies die eigendliche Ursache sei.
    Diese Frage stellt sich auch bei Autismus (und mutmaßlich dem Clostridium-Bakterium) – wo sich gefragt werden muß, woran es liegt, dass diese Bakterien dabei ein Problem sein sollen, wenn sie doch sonst auch überall in der Umwelt vorhanden sind und mutmaßlich/potenziel auch in jedem Organismus vorkommen können – aber nicht negativ auffallen….!? Muß man etwa beim Autisten ein instabiles/ungünstig organisiertes Nervensystem vermuten? (welches seinen Körper nicht ausreichend promoten und organisieren kann)

  21. Bezüglich der Clostridien im Zusammenhang mit Autismus erklärte man damals das Stoffwechselprodukt der Bakterien als schädlich fürs Gehirn. Und da die Bakterien Sporenbildend seien, müsste man Antibiotika dauerhaft einnehmen, damit der sich dadurch bessernde Zustand erhalten bleibt – die Bakterien nach Absetzen der Antibiotika sich sofort wieder ausbreiten.

    Doch gerade das ist ja wohl absolut nicht akzeptabel – Dauertherapie mit Antibiotika.

  22. Leider…

    Leider denken nur wenige Ärzte daran, wenn sie Antibiotika verschreiben, den Patienten gleichzeitig etwas für den Darm mitzugeben. Ich habe ber die Notwendigkeit leider selbst erst vor kurzem von einem sehr engagiertem Arzt gehört.
    Es ist traurig, dass so viele auch ohne Tests, ob Viren oder Bakterien der Auslöser für eine Krankheit sind, viel zu schnell Antibiotika verschreiben.

  23. @ Marc Leider…
    30.05.2013, 23:16

    Zitat:
    “Leider denken nur wenige Ärzte daran, wenn sie Antibiotika verschreiben, den Patienten gleichzeitig etwas für den Darm mitzugeben.”

    -> Was sollte da denn wie helfen?

    Es macht nach der Idee der Antibiotika keinen Sinn, etwas “für den Darm” parallel einzuchmeissen. Nichts, ausser Anti-Antibiotika würde da helfen dürfen.

    Betreffend der Problematik der vermeindlichen Ursache (Bakterien oder Viren) bei Infektionen liegt er aber richtig.

  24. @Chris

    ach, ich hab versucht die Frage mit den Gehirnbereichen zu umgehen. Ich hatte zwar mal eins auf’m Seziertisch, aber das war’s dann auch schon mit meinen Erfahrungen zum menschlichen Zentralnervensystem. Der Artikel spricht von “affective, viscerosensory, and somatosensory cortices.”
    Meiner Meinung nach ist das auch nicht die Hauptinformation des Artikels, sondern das die bei Nagern gezeigten Signale von Darm/Darmflora zu Gehirn auch beim Menschen stattfinden. Da wird garantiert noch ‘ne Menge Forschung folgen.

    Zum Thema Bakterienzufuhr: Es gibt im Darm eine natürliche und extrem komplexe Flora. Bei manchen Leuten kommt die aus dem Gleichgewicht, sei es durh Infektionen oder Antibiotika Behandlung oder falsche Ernährung. Dann kann eine Zufuhr von Bakterien helfen, um das natürliche Gleichgewicht wieder einzustellen. Wenn die Laktobazillen aus dem Joghurt sich nicht in der natürlichen Darmflora etablieren können, mancht das erstmal nix. Wie sollten sie auch, wir haben ja nicht nur Joghurt im Darm sondern auch anderes Zeugs. Sie mögen aber “schädliche” Bakterien eindämmen und “gute” Bakterien fördern.
    Die Frage, welche Zusammensetzung unsere Darmflora haben sollte, was eine gesunde und was eine geschädigte mikrobielle Gesellschaft ist, ist ein GANZ heisses Thema in der Mikrobiologie heute. Das wird noch ‘ne Weile dauern, bis man einen groben Überblick der Zusammenhänge hat.
    Zum Thema Autismus kann ich nicht viel sagen. Es gibt da mehrere Meinungströmungen, die entweder behaupten es wäre die Ernährung oder das Impfen oder die Überflutung mit künstlichen Reizen (Computerspiele, Fernsehen) oder sonstewas. Meiner Meinung nach ist es sonstewas 🙂

    Ich hoffe, ich konnte die Frage einigermassen beantworten?

  25. @ A. Wendeberg

    Ja, soweit genug erklärt.

    Fällt mir gerade auf:

    Die von mir verlinkte Liste listet (fast) nur Lactobazillen auf.

    @ Marc

    Da soll es laut einer Studie aus Schweden wohl einen kleinen Vorteil während und einen offenbar gut messbaren nach der Antibiotika-Therapie geben.

  26. @ Annelie @Chris
    31.05.2013, 10:13

    Zitat:

    “Zum Thema Autismus kann ich nicht viel sagen. Es gibt da mehrere Meinungströmungen, die entweder behaupten es wäre die Ernährung oder das Impfen oder die Überflutung mit künstlichen Reizen (Computerspiele, Fernsehen) oder sonstewas. Meiner Meinung nach ist es sonstewas…”

    -> Unter “sonstewas” gehörte ja noch das universelle Argument bei Ratlosigkeit:

    “Alles genetisch bedingt.”

    Das scheinbare Problem der künstlich erzeugten externen Reize (Fernsehen) ist höchstens ein Symptompotenzierer. Als Ursache taugts nicht.
    Mir fällt betreffend Autismus (und anderen Symptomatiken) immer der mutmaßliche Baden-Prinz in den Sinn (Kasper-Hauser).

    Können sie sich vorstellen, dass das Impfen als Ursache von Autismus kategorisch nie bestätigt werden würde – selbst wenn es daran liegen würde? Oder wenigstens in einem Zusammenhang läge.

    Es gäbe eine soziale Katastrophe erzeugen, die kaum noch mit dem Kontaganskandal vergleichbar wäre.

    Betreffend Ernährungsursachen (und hier das oben angesprochene Bakterium etwa) mag etwas dran sein können – besteht aber die Möglichkeit, dass es auch nur ein Symptom der eigendlichen Ursache sei, wenn man davon ausginge, dass die Symbiose zwischen Mensch und Mikrobe immer auch von Form und Funktion des Nervensystems/Gehirn abhinge – also besondere neuronale Einschränkungen des Gehirns zu besonderen Folgen bei der Aktivität der Symbionten führten – das Biotop sich also derart änderte, dass sich unterschiedliche Mikroben ansiedeln oder gleiche Mikroben unterschiedliche Entwicklungen und folglich potenziel unterschiedliche Stoffwechselprozesse entwickeln.

    Ansonsten will ich nicht wirklich darauf bestehen, dass Autismus direkt mit dem Thema “Hochbegabung” zu tun hätte. Die derzeitigen wissenschaftlich anerkannten und populären Visionen darüber geben das nicht her. Die sogenannte “Inselbegabung” ist behavioristisch ausreichend erklärbar – allerdings zeugen diese von besonderen Eigenschaften (Form und Funktion) des Gehirns, die wiederum für alle gültige Hinweise auf grundlegende Funktionen des neuronalen Aparates geben.

  27. Es ist auch mit nichts uneingeschränkt sicher, dass Autismus in der gesamten Symptomatik nur “eine” Ursache hätte. So könnte man etwa unterscheiden zwischen den Ursachen der Interaktions-/Kommunikationsproblematik in der Gegenüberstellung mit Mitmenschen und anderen Nebenschauplätzen, die jedoch wiederum die Gesamtsymptomatik beeinflussen und die Verfolgbarkeit einer Ursache erschweren.

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