Faktoren für ein erfolgreiches Crowdfunding auf Sciencestarter

BLOG: Sciencestarter

Crowdfunding für die Wissenschaft
Sciencestarter

In den zwei Monaten, in denen Sciencestarter mittlerweile online ist, wurden insgesamt über 7000 € für die Projekte in der Finanzierungsphase eingeworben. Ganz gleich, aus welchem Forschungsgebiet ein Projekt ist oder wie hoch der Budgetbedarf ist, die Faktoren für ein erfolgreiches Crowdfunding sind immer die gleichen und unterscheiden sich nur marginal von denen in anderen Bereichen. Im Kern geht es dabei immer um eine transparente und authentische Beschreibung des Vorhabens, kreative und einzigartige Dankeschöns und vor allem eines: Kommunikation!

Beim Crowdfunding auf Sciencestarter beginnt alles mit der Registrierung und dem Anlegen eines Profils. Dieses sollte gut beschrieben und gepflegt sein, ein Foto darf dabei nicht fehlen. So kann jeder sehen, wer das Gesicht hinter dem Projekt ist und weitere Informationen zum Projektstarter bekommen.

Gleiches gilt für die Projektbeschreibung. Das beste Projekt wird nicht erfolgreich sein, wenn es nicht ansprechend beschrieben und dargestellt wird. Dazu gehören Texte, Bilder, und vor allem ein gutes Projekt-Video. Ein gutes Video ist der Schlüssel zum Erfolg. Dabei muss es nicht professionell gefilmt und geschnitten sein, was zählt ist die Authentizität. Mit dem Video kann der Projektstarter sich und sein Projekt genauer vorstellen und die potentiellen Unterstützer direkt auf kreative, emotionale und vielleicht auch auf lustige Art, vor allem aber authentisch ansprechen. Eines meiner Favoriten für ein gelungenes Projektvideo ist (nebst den Projektvideos auf Sciencestarter natürlich) das Video von Tom Henderson:

Kreativ, lustig, dabei gleichzeitig authentisch und glaubhaft und mit 3:50 Minuten nicht zu lang.

Auch beim Budget muss der Projektstarter authentisch, transparent und seriös sein. Aus der Beschreibung muss klar hervorgehen, was das Projekt kostet und wofür das Geld benötigt wird. Die Finanzierung einer HiWi-Stelle ist zwar prinzipiell möglich, dürfte aber potentielle Unterstützer emotional weniger ansprechen, als die benötigte Anschaffung von Laborausstattung, der Aufbau einer Versuchsreihe oder die Finanzierung von Reisekosten für eine Recherchereise.

Ein Hauptaspekt von Crowdfunding sind die Dankeschöns, die die Unterstützer vom Projektstarter nach einer erfolgreichen Realisierung erhalten. Katja ist darauf in ihrem letzten Blog-Beitrag ja bereits eingegangen. So entscheidend die persönliche Ansprache der Supporter bei der Projektbeschreibung ist, so wichtig ist sie auch bei den Dankeschöns. Diese sind offensichtlich auch eine der Herausforderungen für Projektstarter. Wir bekommen viele Anrufe und E-Mails von Leuten, die zwar gerne ein Projekt auf Sciencestarter einstellen würden, aber nicht wissen, was sie den Unterstützern als Dankeschön zurück geben können, schließlich sei das bei wissenschaftlichen Projekten nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Das sehen wir anders. Sicherlich ist bei den Dankeschöns die Kreativität der Projektstarter gefragt und gefordert, worauf es letztlich jedoch ankommt, ist die Einzigartigkeit der Dankeschöns und der Bezug zu dem Projekt, schließlich wollen die Supporter mit ihrer Unterstützung in das Projekt involviert werden. Das muss sich auch in den Dankeschöns widerspiegeln. Gefragt sind kreative und persönliche Dankeschöns, exklusive Einblicke in die Forschungsarbeit und ein starker Bezug zu dem Projekt, welches der Supporter mit seiner Unterstützung mit ermöglicht hat. Ob persönlich geschriebene Postkarten von der Forschungsreise, Pferdemist in Acryl, eine Führung durch das Labor oder ein exklusiver Vortrag zu der finanzierten Forschung – die Projekte auf www.sciencestarter.de zeigen, dass es durchaus möglich ist, Unterstützer durch Dankeschöns an der eigenen Forschung teilhaben zu lassen und diese erlebbar zu machen.

Was dann zählt, ist Kommunikation. Das Projekt muss beworben, Freunde, Bekannte, Kollegen und Verwandte über Social Media informiert und eingebunden werden. Auch „klassische PR“ über Print, Radio und TV sollte dabei nicht unterschätzt werden und die hohe Anzahl an Beiträgen zu Sciencestarter-Projekten zeigt, dass auch von Medienseite ein großes Interesse vorhanden ist. Was zählt ist auch hierbei wieder die direkte und persönliche Ansprache und die Interaktion mit den potentiellen Unterstützern und deren Einbindung in das Vorhaben. Kommentare, Rückmeldungen und Beiträge müssen beantwortet und über Projekt-Neuigkeiten im eigenen Projekt-Blog auf Sciencestarter berichtet werden. Das ist viel Arbeit und der Aufwand hierfür sollte schon bei der Projekt-Planung berücksichtigt werden, vor allem bei der Laufzeit des Projekts. Eine (maximal mögliche) dreimonatige Finanzierungsphase bedeutet auch drei Monate zusätzliche Arbeit, weshalb wir eher bis zu 60 Tage empfehlen.

Wenn all diese Faktoren berücksichtigt werden, steht einer Finanzierung eigentlich nichts mehr im Wege. Letztlich gilt jedoch: Ob erfolgreich oder nicht: auch nach der Finanzierungsphase sollte weiter mit den Fans und Unterstützern kommuniziert werden. Vielleicht gibt es ja noch andere interessante Ideen für ein weiteres Crowdfunding-Projekt.

Veröffentlicht von

www.sciencestarter.de

Projektleiter von Sciencestarter, der Crowdfunding-Plattform für die Wissenschaft.

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