Heute Abend: Erdbeer-Margarita

Science and the City

Erdbeeren zum Champagner? Ein Cocktail mit den roten Beeren garniert? Greifen Sie zu! Denn das ist nicht nur lecker, sondern schützt auch den Magen vor Angriffen durch den Alkohol! 

Der Grund: Erdbeeren enthalten neben einer ordentlichen Portion Vitamin C auch reichlich Polyphenole. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken unter anderem entzündungshemmend. Und dieser Effekt lässt sich in Kombination mit Alkohol auch noch steigern, wie man seit einigen Jahren weiß.

Doch Alkohol hilft den Beerchen nicht nur, unseren Körper zu schützen: Die roten Leckerlis schützen den Körper auch vor Angriffen durch Alkohol, wie Wissenschaftler um den Mediziner José Alvarez-Suarez von der Universität in Ancona, Italien, festgestellt haben (José M. Alvarez-Suarez et al. PLoS ONE, Bd. 6, Nr. 10, e25878). Zehn Tage lang bereicherten die Wissenschaftler die Diät von Laborratten mit Erdbeeren. Anschließend gabs einen kräftigen Schluck aus der Ethanolflasche. Folgeschäden hatten die Tiere kaum – zumindest im Magen. Während bei Ratten aus der Erdbeerfraktion nach Alkoholgenuss nur drei Prozent der Magenschleimhaut entzündet waren, litt bei der Kontrollgruppe 20 Prozent des Verdauungsorgans. Zudem verbesserten die Polyphenole bei den Erdbeerratten auch die Immunabwehr gegen Magenerkrankungen. Damit senke sich das Risiko für Gastritis und Krebs der Magenschleimhaut, folgern die Forscher.

Ach ja: Die berauschende Wirkung des Alkohols schmälern die Polyphenole übrigens nicht! Ich glaube, darauf gönne ich mir heute Abend eine leckere Erdbeer-Margarita…

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Die besten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben, aber was sagt eigentlich die Wissenschaft dazu? Einst Biologin, heute freie Journalistin, gehe ich hier dieser Frage nach – in Deutschland und dem Rest der Welt. Denn wenn ich nicht gerade arbeite, bin ich am liebsten in meinem blauen Mercedes 508D unterwegs... wer mehr darüber wissen will: Unter www.team-ferdinand.de blogge ich Geschichten von unterwegs. Stefanie Reinberger

5 Kommentare

  1. Frage

    Wenn ich richtig gelesen habe, dann wurden die Ratten tagelang nur mit/ohne Extrakt, Alkohol und Wasser ernährt.
    Eine solch einseitige Diät hält niemand lange durch – da stellt sich die Frage, ob gesund leben überhaupt Spass macht.

  2. Kein Käse für die Ratten

    Die Polyphenole werden durch Proteine in ihrer Wirkung blockiert.

    Besonders wirksam in dieser Hinsicht ist Kasein, weil es relativ viel Prolin enthält.

  3. Tierquälerei

    Bei den Rattenversuchen handelt es sich eigentlich nur um Tierquälerei.
    Werden Erdbeeren gegessen, so sind die Bestandteile in der pflanzlichen Struktur eingebettet. Der größte Teil der Verdauung erfolgt nach dem Magen im Dünn-/Dickdarm. D.h. die Polyphenole werden vermutlich erst dort freigesetzt – sie könnten also den Magen gar nicht schützen.
    Wird eine Lösung mit isolierten Polyphenolen gegeben, so wird möglicherweise die Oberfläche der Verdauungsorgane mit einem Coating – einem Schutzlack – überzogen, welcher vor Alkohol etwas schützt. Denn dieser wird erst später(!) zugegeben. D.h. nicht Polyphenole schützen, sondern nur die vorausgegangene Beschichtung.

    Außerdem enthalten Erdbeeren eine große Anzahl von Chemikalien, deren Einfluss auch berücksichtigt werden müsste: z.B. Aromastoffe/Chemikalien wie Methylbutyrat, Ethylbutyrat, Hexylacetat, Benzaldehyd, … (Quelle: D. Ulrich et al: Plant Breeding 2007, DAI: 10.1111/j.1439-0523.2007.01422.x)

    (Man sollte auch die für eine gesundheitliche Wirkung notwendige Dosis nicht vergessen. Auch Rotwein enthält Polyphenole – man müsste ca. 40 Liter aufnehmen bis eine gesundheitlich wirksame Menge in den Körper gelangt.)

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