Microwelle? Microfilm? Nein, Microwriter!

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Robotergesetze

Manchmal lohnt der Blick in die Vergangenheit, um etwas über die Zukunft zu erfahren. Wer heute KI entwickelt, tut gut daran, nicht unbedingt von einer gefühlt guten Idee auszugehen, sondern zu überlegen, für wen die Idee eigentlich gedacht ist. Macht meine Idee Menschen glücklicher, die Welt besser oder schöner? Bringt sie die Wissenschaft voran? Erspart sie mühsame Tätigkeiten, macht sie Jobs sicherer? Oder die eher ökomische Frage: Macht sie etwas günstiger bzw. macht sie die Nutzer reicher? Kann das Militär damit etwas anfangen? Oder wenigstens: Macht meine Idee Spaß?

Ich glaube, man kann behaupten, dass der Regisseur Cy Endfield auf all diese Fragen ein “Nein” erhalten hätte, hätte er sie mal jemandem gestellt. Er stellte 1978 stattdessen der Welt seinen Microwriter vor, ein Gerät, das eine Schreibmaschine auf sechs Tasten reduzieren sollte – für jeden Finger einen, für den Daumen zwei.

Die klassische Tasten-Verteilung, die wir heute immer noch haben, sei zu kompliziert, erklärte Endfield. Er machte sie….noch komplizierter: Um einen Buchstaben zu schreiben, musste man eine Tasten-Kombination auswendig lernen. Die Tasten-Drück-Kombination sollte entfernt an die äußere Erscheinung der Buchstaben erinnern – als würde man ihn zeichnen. Das Gerät machte dabei sanfte Knattergeräusche.

Mehr konnte das Geräte allerdings nicht – weshalb es wenige Jahre später schon wieder verschwand. Ich kann es so gut verstehen. Wenn schon sich die Mühe machen, Fingerkombinationen zu erlernen, dann sollte doch wenigstens Musik erklingen.

Boris Hänßler

Seit 2006 bin ich Technikjournalist. Mein Schwerpunkt ist die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Ich schreibe über Informationstechnologie, insbesondere Robotik, Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität und Erweiterte Realität, Medizintechnik, Videospiele, Cyber Security und Automatisierung. Meine Artikel erscheinen unter anderem in der Süddeutschen Zeitung, in Technology Review, t3n und Psychologie Heute. Zudem bin ich Autor zweier Bücher zur Technikgeschichte.

22 Kommentare

  1. Cy Endfield lag falsch mit seiner Beurteilung der Schreibmaschine.
    Die Buchstaben sind nach der Häufigkeit in der Sprache angeordnet.
    Mit 10 – Finger- blind zu schreiben ist ökonomisch und genauso schnell wie jemand sprechen kann.
    Getoppt werden kann das nur noch mit einem Sprachprozessor, aber dann mauss man sich absolute Sprechdisziplin angewöhnen.

  2. Bei Facebook & Co. jedenfalls, ist die Plattform “SOZIALE Kommunikation” allenfalls ein gleichermaßen “freiheitliches” Geschäftsmodell für den Erfinder und die im “gesunden” Konkurrenzdenken stehenden Mitbewerber, die nachweislich nichts dafür können, nicht der Schuld- und Sündenbocksuche dienen sollten, wenn Bewusstsein und Vernunft der leicht manipulierbar-gepflegten Massen nicht kompatibel sind und vor Angst wieder stumpf ausgebremst werden sollen!?

    Leute wie M.B., die unser “Zusammenleben” am liebsten wieder im Status Quo ante des Glaubens an das “Wirtschaftswunder” und dem herkömmlich-gewohnten “Aktienhandel” mit einem “lieben Gott” hätten, die wollen “selbstverständlich” nichts wissen von einer menschenwürdigen Zukunft OHNE Konfusion, wo Gesetze quasi nur noch für Roboter geschrieben werden, bis diese uns als nachahmenswertes Vorbild mit unkorrumpierbaren Verstand von sinnhaftem Verantwortungsbewusstsein eigenständig kopieren – es wird wohl alles von unserem zweifelsfrei-eindeutigen Willen zu friedlich-fusionierender Wahrheit/Gerechtigkeit abhängen!?😊

  3. @fliegenklatsche

    Ja, wenn man das mal richtig gelernt hat, dann sind die Synapsen so geschaltet wie beim Fahrradfahren und Schwimmen – ich kann nur schwer erklären wo die Buchstaben auf der Tastatur sind, aber selbst wenn ich lange nicht mehr geschrieben habe, “fliegen” meine Finger ohne hinschauen für einen Text 😃

  4. Cy Endfield war nicht nur Regisseur, sondern auch Bühnenzauberer, der seine Finger sicher sehr gut unter Kontrolle hatte. Vielleicht hat er gerade deshalb die Brauchbarkeit und Attraktivität seiner Erfindung für andere Leute überschätzt.

  5. Ich habe wirklich eine Menge auf Tastaturen geschrieben.
    Ich bevorzuge aber die Ein-Finger-Sehend-Methode vor der Zehn-Finger-Blind-Methode.
    Noch bequemer ist es, eine Bildschirm-Tastatur mit dem Maus-Zeiger zu bedienen.

  6. hto,
    du bist ein haptischer Mensch.

    KB
    du bist ein optischer Mensch

    dann gibt es noch die akustischen Menschen, die drücken auf die richtige Taste auf dem Klavier, wenn sie den Ton in ihrem Kopf hören. (ohne Notenblatt)
    Daran ersieht man, dass es verschiedene Lösungen bei der Technisierung geben muss, weil die Menschen verschieden sind.

  7. @fliegenklatsche

    Im Grunde sieht man daran, dass die Technisierung nur eine Krücke für uns geistig-verhinderte Menschen ist 😄

    Gestern lief eine Literatur-Verfilmung von Arthur C. Clarke (“Die letzte Generation”) im TV – Mit Technologie konnte dieser “Alien” an die Kraft des Geistes von Mensch gelangen, weil Mensch in den Möglichkeiten seines Geistes unterentwickelt war, bzw. weil er sich durch SELBSTVERSCHULDETE Manipulation glaubens-/bewusstseinsschwach entwickelt hat.

  8. SELBSTVERSCHULDET – weil Mensch ALLE bedeutet, seit der “Vertreibung aus dem Paradies”, was unser erster und meines Wissens bisher einzige geistige Evolutionssprung (aus dem Instinkt des Tieres) war, in den geistigen Stillstand durch Spaltung/Konfusion und nun “freiheitlichen” Wettbewerb.

  9. Wenn ich ein zynisch-zeitgeistlicher Spassvogel wäre, dann würde ich dieses Buch verfilmen mit dem Titel: Die ultimative Kaffeefahrt, mit dem Intellekt des kreislaufenden Geschäftsmodells von “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei”

  10. hto,
    der Mensch unterscheidet sich vom Tier durch den exzessiven Gebrauch von Werkzeugen.
    Das führt dazu, dass der Technik die größere Priorität eingeräumt wird als die Kontemplation.
    In Tibet ist das umgekehrt.
    Deine Kritik an der Menscheit insgesamt ist nicht gerechtfertigt.
    Du musst unterscheiden zwischen den Räuberkulturen des Westens und den Religionen des Ostens.

  11. @fliegenklatsche

    Ich bin doch nicht gegen die Technik/Wissenschaft, Du hast den Kampf gegen Unwahrheit/Unglauben/Bewusstseinsbetäubung anscheinend immer noch nicht verstanden 😞😖😏

  12. hto,
    Weltanschaungen sind immer mit Wirtschaft verwoben. So wie der Mensch arbeitet, so denkt er. (frei nach Karl Marx)
    Unser Wirtschaftssystem ist so komplex, dass es nicht in Gemeinschaftseigentum überführt werden kann. Der Grund ist einfach, der Staat selbst ist nicht so kompetent , dass er ein international agierendes Unternehen leiten könnte. Das kann nur der Markt selbst, durch Konkurrenz.
    Beim Bankencrash 2008 haben die Landesbanken, geleitet von abgehalfterten Kommunalpolitikern, die größten Verluste hinnehmen müssen. Der Gedanke, dass der Staat alles besser macht, das ist der große Irrtum.

  13. @fliegenklatsche

    Es ist schon viel Raum/Weg in die wirklich-wahrhaftige Zukunft gewonnen/getan, wenn die “Einzelnen” (wie Du jetzt auch?) erkannt haben, dass diese Welt- und “Werteordnung” mit ziemlicher Sicherheit niemals von der herkömmlich-gewohnten “Führung” ausgehend verändert wird.
    Deshalb ist es, vor allem, GLOBAL wichtig, dass ein Konsens geschlossen wird, dass die Welt KEINEN wettbewerbsbedingten Markt der manipulativ-schwankenden “Werte” mehr braucht.
    Vielleicht hätte Mensch schon längst telepathisch kommunizieren können, aber nun sollten wir die fusionierenden Möglichkeiten des Internet nicht wieder den Händen der ausbeuterischen Geschäftsideen überlassen, die sich derzeit mittels Konfusion wieder verstärkt der Unterdrückung für ihre Vorstellung von Freiheit reformieren, sondern sollten unsere als naiv und dumm erklärten Vorstellungen einer Welt OHNE … publik machen, im wahrsten Sinne verbreiten.

  14. Niemand sollte denken er könnte das System unseres “Zusammenlebens” besser machen, denn das in systemrational-gebildete Unwahrheit.
    Alle sollten erkennen das wir es WAHRHAFTIG ganz anders machen können!

  15. @fliegenklatsche

    Der erste Schritt WAR Moses/Jesus, bzw. die daraus resultierende Wahrheit, die es richtig / fusionierend-befriedend zu stellen gilt – Sozialismus/Kommunismus, sind DIE Annäherung, die nur deshalb scheitern, weil sie zuviele Kompromisse zum herrschenden System machen, bzw. weil sie den adaptierten Feindbildern/Dogmen und durch Bildung implantierten Wirkmechanismen/”Werteordnung” für “Gemeinschaft” (Steuern zahlen, usw. …) allzu leichtfertig nachgeben / davor gleichermaßen kapitulieren, um dann auch als bewusstseinsbetäubte Marionetten/bewusstseinsberaubte “Roboter” in der selben Manipulation zu verkommen.

    Es gibt aber auch noch andere Schritte danach (Genossenschaften, Friedens-/Ökobewegung, Tauschbörsen, …) die ebenfalls, mangels Bewusstseins zur unkorrumpierbaren Wahrheit, keinen konsequenten Veränderungswillen OHNE … als nachahmenswert-fusionierendes Vorbild GESTALTEN.

  16. Derartige Idee ist per se nicht uncool oder un-ergonomisch, nicht “arbeitsgesetzlich”, auch die sog. Zehner-Tastatur, der Ziffernblock, die für numerische Eingaben als besonders effizient gilt, war nie uncool.
    Und bei einer Sechser-Tastatur lag ein zumindest bemerkenswerter Versuch vor.
    Wer auf der gewohnten Tastatur, die keineswegs ergonomisch optimal sein muss “herumzuhacken”, vgl. mit ‘man eine Tasten-Kombination auswendig lernen’ [Artikel-Text], effizient, muss sehr (!) viel gelernt haben.
    KA, wie der Schreiber dieser Zeilen es schafft hier halbwegs zeitlich günstig und ohne allzu vieler Korrekturen, die abär ständig stattfinden, den Laden sozusagen massiv aufhalten, “herumzuhacken”.
    Hier ist ergonomisch wohl noch einiges möglich.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  17. PS und Verdacht :

    Idealerweise besteht die Schrift einer Sprache womöglich genau aus zehn Buchstaben, die passend kodieren in der Lage sind.
    Vielleicht aus wenigern, bei einigen Fingern weiß Dr. Webbaer nicht so recht…
    Das Oktal empfiehlt sich möflicherweise, im ergonomischen Sinne, wie auch in anderem Sinne.

  18. Bonuskommentar hierzu :

    Wer auf der gewohnten Tastatur, die keineswegs ergonomisch optimal sein muss “herumzuhacken” [versteht], vgl. mit ‘man eine Tasten-Kombination auswendig lernen’ [Artikel-Text], effizient, muss sehr (!) viel gelernt haben.

    Der Schreiber dieser Zeilen hat nie so gelernt :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Zehnfingersystem

    Es kann anscheinend so gelernt werden, der Schreiber dieser Zeilen kennt die meisten im Sinne des sog. Fünf-Finger-Suchsystems und dann noch einige im sozusagen anarchistischen Suchsystems “herumhackend”.

    Wer das mit dem “Zehnfingersystem” kann, soll, nein, muss! sich melden.

    “Oktal” wäre für einige viel besser, womöglich auch deswegen, weil dann dem Verständnissubjekt eigene Musikalität womöglich ausnutzbar wäre, mit der her[r]kömmlichen Tastatur kam Dr. Webbaer, der hier seit vielen Jahrzehnten “herumhackt” nie gut aus.
    Gar nicht gut aus.

    Sehr nett, dass dies in dem dankenswerterweise hier, bei den Scilogs.de, so zumindest indirekt so angeschrieben, angesprochen werden konnte.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der bereits seit frühesten Bärenjahren so frickin “herumhackt”)

  19. Ergänzend :

    1.) “Ein Zweifinger-Entscheid sozusagen bedeutet 1 Bit Information, ein Vierfinger-Entscheid sozusagen bedeutet 2 Bit Information und ein Achtfinger-Entscheid sozusagen bedeutet 3 Bit Information.
    Macht schon Sinn, das Oktal hat ja auch eine mythische Bedeutung und die Zahl Drei spielt eine besondere Rolle in der Welt.

    Die zehn Finger des hier gemeinten Primaten machen aus informationswissenschaftlicher Sicht Sinn um Reserve vorzuhalten, wenn mal was “abgebissen” worden ist oder anderweitig verlustig ging.” [Eigen-Zitat]

    2.)
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Oktalsystem#Trivia

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