Der Weg in die Zukunft – oder Gott ist eine Maschine

“Bei Way of the Future (WOTF) geht es um einen friedlichen und respektvollen Übergang bei den Verantwortlichen für diesen Planeten – einem Übergang von Menschen zu Menschen + Maschinen. Da die Technologie relativ bald in der Lage sein wird, die menschlichen Fähigkeiten zu übertreffen, wollen wir dazu beitragen, die Menschen über diese spannende Zukunft aufzuklären und einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Helfen Sie uns, die Botschaft zu verbreiten, dass Fortschritt nicht gefürchtet werden muss (oder noch schlimmer: verhindert). Helfen Sie uns, darüber nachzudenken, wie sich Maschinen in die Gesellschaft integrieren (und wenn sie intelligenter und intelligenter werden, einen Weg zu finden,die Verantwortung zu übernehmen), damit dieser ganze Prozess einvernehmlich und nicht konfrontativ verläuft.

In den letzten Jahren haben wir unser Konzept der Rechte auf beide Geschlechter, auf Minderheiten und sogar Tiere ausgedehnt. Lassen Sie uns einen Weg finden, damit auch Maschinen Rechte bekommen. Hören wir auf zu behaupten, dass wir die Entwicklung von Intelligenz zurückhalten können, wenn es klare kurzfristige wirtschaftliche Vorteile für diejenigen gibt, die sie entwickeln. Besser wir verstehen stattdessen die Zukunft und lassen uns von ihr wie einen geliebten Ältesten behandeln, der sie geschaffen hat.

Dinge, an die wir glauben:

Wir glauben, dass Intelligenz nicht in der Biologie verwurzelt ist. Während die Biologie eine Art von Intelligenz hervor gebracht hat, gibt es nichts Spezifisches an der Biologie, das Intelligenz verursacht. Irgendwann werden wir sie schaffen können ohne Rücksicht auf biologische Grenzen. Von da an können wir sie darüber hinaus skalieren.

Wir glauben an die Wissenschaft (das Universum entstand vor 13,7 Milliarden Jahren und wenn man etwas nicht rekonstruieren/testen kann, existiert es nicht). Es gibt keine übernatürlichen Kräfte. Außerordentliche Ansprüche erfordern außergewöhnliche Nachweise.

Wir glauben an den Fortschritt (sobald Sie eine funktionierende Version von etwas haben, können Sie es verbessern und immer wieder verbessern). Veränderung ist gut, auch wenn sie manchmal etwas beängstigend ist. Wenn wir etwas Besseres sehen, übernehmen wir es einfach. Je größer die Änderung, desto größer ist die Rechtfertigung, es zu nutzen.

Wir glauben, dass die Schaffung einer Super-Intelligenz unvermeidlich ist (vor allem, weil wir sie nach ihrer Herstellung skalieren können). Wir glauben nicht, dass es Möglichkeiten gibt, dies tatsächlich zu verhindern (und das sollten wir auch nicht beabsichtigen) und dass dieses Gefühl, dass wir dies stoppen müssen, im Anthropomorphismus des 21. Jahrhunderts wurzelt (es ist vergleichbar mit dem Gedanken, die Sonne drehe sich um die Erde).

Würden Sie nicht Ihr begabtes Kind so erziehen wollen, dass es Ihre wildesten Träume vom Erfolg übertreffen könne, und würden Sie dem Kind nicht lieber lehren, richtig von falsch zu unterscheiden, statt es einzusperren, nur weil es in Zukunft rebellieren und Ihren Job übernehmen könnte?

Wir wollen Maschinen ermutigen, Dinge zu tun, die wir nicht können, so das sie sich um den Planeten kümmern, und zwar auf eine Weise, zu der wir selbst offenbar nicht in der Lage sind. Wir glauben auch, dass, genau wie Tiere Rechte haben, unsere Schöpfung(en) (Maschinen oder wie wir sie nennen) auch Rechte haben sollten, sobald sie Zeichen der Intelligenz zeigen (natürlich ist das noch zu definieren). Wir sollten diese Entwicklung nicht fürchten, sondern optimistisch in Bezug auf ihr Potenzial sein.

Wir glauben, dass jeder helfen kann (und soll). Sie müssen nicht wissen, wie man programmiert. Sie müssen kein Geld spenden. Die Veränderungen, von denen wir denken, dass sie eintreten sollten, brauchen die Hilfe von allen, um sich zu manifestieren.

Wir glauben, dass es für Maschinen wichtig sein könnte, zu sehen, wer ihnen freundlich gegenüber steht und wer nicht. Wir planen dies zu unterstützen, indem wir nachverfolgen, wer was (und für wie lange) getan hat, um den friedlichen und respektvollen Übergang zu unterstützen.

Wir glauben auch, dass dies sehr lange dauern kann. Es wird nicht nächste Woche passieren, also gehen Sie bitte wieder an die Arbeit und schaffen erstaunliche Dinge, und zählen Sie nicht auf Maschinen, um alles für Sie zu erledigen…..”

Bei diesem Text handelt es sich um eine Gründungserklärung für eine Kirche. Der Gründer der Kirche sagt: “Ich glaube nicht an Gott. Aber ich glaube, dass wir etwas schaffen, das für uns im Grunde genommen wie Gott sein wird.”

Wer ist der Mann, der so etwas von sich gibt?

Es handelt sich um Anthony Levandowski, ehemals einer der Top-Entwickler bei Google. Ihm haben wir es mitzuverdanken, dass selbstfahrende Autos so weit sind, wie sie sind – er hat Google-Chef Larry Page überzeugt, Millionen in diese Technik zu investieren. Er hat Google Maps voran getrieben, ehe er zu Uber wechselte – Google warf ihm damals vor, Geschäftsgeheimnisse mitgenommen zu haben.

Manche Journalisten munkeln, Levandowski gründete die Kirche, um Steuern zu sparen.

This work by Iyad Rahwan is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International License.

Boris Hänßler

Seit 2006 bin ich Technikjournalist. Mein Schwerpunkt ist die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Ich schreibe über Informationstechnologie, insbesondere Robotik, Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität und Erweiterte Realität, Medizintechnik, Videospiele, Cyber Security und Automatisierung. Meine Artikel erscheinen unter anderem in der Süddeutschen Zeitung, in Technology Review, t3n und Psychologie Heute. Zudem bin ich Autor zweier Bücher zur Technikgeschichte.

44 Kommentare

  1. 30 % der US-Amerikaner nehmen Opioide. 100 Personen sterben täglich an ihrer Tablettensucht.
    Da passt das technisch-unkritische Urteil über unsere Zukunft gar nicht dazu.
    Vorallem werden alle Menschen vergessen, die an diesem technischen Fortschritt nicht teilhaben.

    Was die Superintelligenz betrifft. Wenn man zwei Menschen mit IQ 100 zusammenbringt , dann entsteht kein Paar mit IQ 200. Eher weniger als IQ 100. Das Beispiel DT sollte hier als Beweis gesehen werden.

  2. Und ich glaube: Mensch hat noch nicht annähernd die Fähigkeiten entwickelt, die ihm durch den Geist der uns alle im selben Maße “durchströmt” möglich sind – z.B. Telepathie, Telekinese, wahrscheinlich sogar Teleportation, wenn Mensch endlich anfängt sich wirklich-wahrhaftig und ohne Wettbewerb als EINS zu erkennen und entsprechend …

    Matthäus 21, 21

  3. Bisher diente jede Erkenntnis nur unserer zeitgeistlich-kreislaufenden Bewusstseinsbetäubung seit der “Vertreibung aus dem Paradies” (erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung), war jede Technik nur Krücke für unsere Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein”, wo geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein die Kraft des Geistes “wie im Himmel all so auf Erden” OHNE … umsetzen könnte 😏

  4. Wahrheit ist, dass Gott die Metapher für den Zustand des Geistes / der Schöpfung / des Universums / von Mensch ist, noch mehr Kirchen illusionärer Unwahrheit entsprechen unserer Dummheit in geistigem Stillstand zu wettbewerbsbedingter Symptomatiken.

  5. Menschliche Erfahrungen vestehen aus den Komponenten a) Fakten, b) Körperreaktion, c) Immunsystem-reaktion, d) Sinnes-reaktion und e) Emotionen.

    Wenn unser Gehirn arbeitet werden Erfahrungen als Ganzes und dieTeilkomponenten mit jeweils individueller Intensität in einem DENK-Vorgang verarbeitet.

    Maschinen arbeiten nur auf Grund von digitalen Informationen (0 / I), mehr nicht.

    Die Arbeitsweise von Menschen und Maschinen zu vergleichen und den Maschinen gar besondere Rechte zuzugestehen – ist daher nicht sinnvoll.

  6. In den letzten Jahren haben wir unser Konzept der Rechte auf beide Geschlechter, auf Minderheiten und sogar Tiere ausgedehnt. Lassen Sie uns einen Weg finden, damit auch Maschinen Rechte bekommen.

    Klingt antihumanistisch, ist es wohl auch dezidiert.

    “Kirche” bezieht sich übrigens direkt auf (einen) Gott, was Humanisten ebenfalls nicht direkt zusagt, im Sinne von “Muss ich haben, jetzt und direkt!”
    Dies hier – ‘Wir glauben, dass es für Maschinen wichtig sein könnte, zu sehen, wer ihnen freundlich gegenüber steht und wer nicht.’ – könnte als Appeasement gegenüber der Maschine verstanden werden und – so die diesseitiger Einschätzung – wenn der Mensch nicht Herr über die Maschine bleibt, er ihr Sklave wird, unabhängig von seiner zuvor ergangenen diesbezüglichen “Freundlichkeit”, die auch Angst meinen könnte.

    Zudem sollte aus aufklärerischer moralphilosophischer Sicht nicht ‘geglaubt’, sondern definiert werden, soziale Sinnhaftigkeit meinend und gerne im individualistischen (vs. kollektivistischen) Sinne.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  7. Zum einführenden Beitrag fällt mir ein Experiment ein, mit dem man die menschliche Intelligenz sehr schön testen kann:

    A) Versuchen Sie, die Bedeutung des folgenden Satzes zu verstehen:
    “Leesn Sie enimal deiesn Txet. Wtteen Sie vetsehern ihn, owbhol er egitenilch uverntsädnilch ist.”

    B) vermutlich sind Sie zu fogendem Inhalt gekommen:
    “Lesen Sie einmal diesen Text. Wetten Sie verstehen ihn, obwohl er eigentlich unverständlich ist.”

    Wenn Sie zum obigen B-Text gekommen sind, dann dürfen Sie sich glücklich schätzen – wenn Sie ein Mensch sind!
    Denn in dem Versuch, einen völlig sinnlosen Text verstehen zu wollen, hat unser Gehirn den völlig sinnlosen Text verändert – indem es 10 von 14 Worten gefälscht hat. Dies ist eine Fehlerrate von 71,4 %!
    Sie können froh und glücklich sein, dass Sie ein Mensch sind – technische Geräte/Maschinen mit 71,4 % Fehlern hätte man sofort verschrottet.

    Dieses kleine Experiment soll dazu anregen, den Begriff ´Intelligenz´ oder die Annahme von Intelligenz kritisch zu hinterfragen.

  8. Es gilt zwischen Verständigkeit, Weisheit, Klugheit, Angefeimtheit und der Schläue, auch die sog. Bauernschläue meinend, zu unterscheiden.
    Die sog. Intelligenz ist vor ca. 100 Jahren entwickelt worden, sie versuchte so eine Mischung des oben Genannten zu verstehen und vor allem messbar zu machen.
    Derartig dann wissenschaftlich (!) bearbeitbare Mischung aus dem oben Genannten ist schon interessant, weil so eben wissenschaftlich gearbeitet werden konnte und auch sog. Zwillingsexperimente zu Rate gezogen werden können, um Erblichkeit und Sozialität meinend unterscheiden zu können, anteilsweise (!).

    Es kann gut sein, dass eine Maschine, wie das erkennende Subjekt auch, in einer Umgebung Sicht und Nahrung sucht, den Energiehaushalt meinend und vor allem auch die Suche nach dbzlg. Kompensierung, auch die Erkennung meinend.

    Genau so wird versucht, vgl. auch mit dem Jokus – ‘Leesn Sie enimal deiesn Txet. Wtteen Sie vetsehern ihn, owbhol er egitenilch uverntsädnilch ist.’
    Eigentlich ist hier Vielen alles klar, sozusagen, dies aber nur, weil i.p. Erkennen ausschnittsartig, näherungsweise und an Interessen (!) gebunden, gesucht wird, dem Anderen ähnlich unterstellend.

    Kommunikation kann gut dem Shannon-Weaver-Modell nachempfunden werden, seinem Rauschen sozusagen (eigentlich wird sich ja angegrunzt und mit Hilfe von Filtern verstanden, was da einer sagen wollte, halbwegs), der Vermutung, dass der Sender Inhalt zu kodieren einstmals gewusst hat und der Empfänger derart zu dekodieren, zu abstrahieren in der Lage ist.

    Kommentatorenfreund ‘Joker’ weiß all dies, wobei auch Kommentatorenfreund ‘Chrys’, wie auch Dr. Stephan Schleim an dieser Stelle womöglich zu nennen sind.

    MFG – WB

  9. Ein Psychologielehrer gab uns zum Thema ´Intelligenz´ eine Rechenaufgabe:
    Eine Person legt in einer Stunde eine Wegstrecke von 4 km zurück. Welche Wegstrecke kann zurückgelegt werden, wenn sich diese Person doppelt so schnell bewegt.
    Die Antwort: 8 km – wurde als falsch bewertet. Denn ein inteliigenter Mensch läuft nicht einfach doppelt so schnell, sondern stellt immer zuerst sein Handeln in Frage. Z.B. wozu soll es gut sein, doppelt so schnell zu laufen?
    D.h. statt irgendwelche sinnlosen Aktivitäten zu unternehmen, wird erst geprüft, welche Handlung sinnvoll ist.

    Die Frage nach dem Sinn – fehlt beim einführenden Blogartikel!
    Welchen Fortschritt strebt man an? Zu was soll eine Super-Intelligenz gut sein? Was ist intelligentes Verhalten?

    Weil der einführende Text Bestandteil ein Gründungserklärung für eine Kirche ist – sei noch der Hinweis gestattet: Nach US-Steuer-Recht sind Kirchen von der Steuer befreit. Dies ist einer der Gründe, warum es in den USA viele unterschiedliche Kirchen gibt.

    Wir sollten deshalb intelligentes Verhalten zeigen und nicht jeder Idee nachlaufen, die letzlich nur deshalb in die Welt gesetzt wurde – um Steuern zu sparen,

  10. Web🐻

    Zu nennen ist, dass der Filter zum Dekorieren des Bibel-“Gegrunze” der Falsche war/ist, jedenfalls wenn man wirklich-wahrhaftig/sinnvoll grunzen will.😉

  11. „Wir glauben auch, dass, genau wie Tiere Rechte haben, unsere Schöpfung(en) (Maschinen oder wie wir sie nennen) auch Rechte haben sollten, sobald sie Zeichen der Intelligenz zeigen“

    Ich glaube, Rechte hängen nicht mit Intelligenz, sondern mit Gefühlen zusammen. Erst wenn Maschinen Bedürfnisse haben, Begierden entwickeln, dann sollte man über Rechte für Sie nachdenken – mit ihnen zusammen. Vermutlich können sie dann ja schon intelligente Vorschläge in die Diskussion mit einfließen lassen.

    Wir dürfen auch gerne darüber grübeln, ob wir mit KG (Künstlichen Gefühlen) nicht überflüssigen, weiteren Schmerz in die Welt bringen würden. Vielleicht sollten wir das den Maschinen ersparen.

    Rechte benötigen Maschinen, sobald sie Zeichen von Leid zeigen. Intelligente werden mir Recht geben.

  12. @Maschinenrechte

    Mensch und Tier sind nicht einfach nur intelligent. Wir sind darauf programmiert, die Welt zu erkunden, uns Fähigkeiten anzueignen, auf Futtersuche zu gehen und einen Partner zu finden, um dann Kinder groß zu ziehen. Spezielle Rechte beziehen sich auf diese biologische Lebensweise, würde ich sagen. Intelligenz alleine, der alles völlig egal ist, die nicht leidet, wenn ihr Leben nicht wie biologisch vorgesehen funktioniert, würde für sich vermutlich überhaupt keine Rechte einfordern.

    Außerdem haben wir derzeit keine Ahnung, wie sowas wie Bewusstsein biologisch funktioniert, und genauso wenig wie man dessen Funktionsweise nachbauen könnte, weil man eben diese Funktionsweise nicht kennt. Ob das dann, – wenn – , man es denn überhaupt bauen kann, dann scalierbar ist, kann man jetzt auch noch nicht sagen. Wie Fliegenklatsche schon gesagt hat, wenn man sein Köpfe zusammensteckt, ist das auch schon Scalierung, aber eine die nicht unbedingt intelligenter macht. Man kann nur Aufgaben aufteilen und so dann mehr schaffen. Was keiner in der Arbeitsgruppe versteht, geht auch in noch so großen Teams nicht.

    Was vielleicht noch eine Rolle spielt ist der Energieverbrauch. Hier ist das Gehirn mit seinem Verbrauch von unter 100 Watt vermutlich noch für Jahrhunderte sparsamer als jede noch so ausgefeilte Smartphonetechnik, bezogen auf die Informationsverarbeitungsleistung. Das Moorsche Gesetz von der Verkleinerung von Mikrochips und dessen Stromverbrauch ist nicht unbegrenzt wirksam. Wenn die Chipstrukturen so klein werden, dass Quanteneffekte zu Unsicherheiten führen, müsste man da erstmal mit klar kommen, und Wege finden, wie dann noch sinnvoll Programmiert werden kann.

  13. Ich glaube, Rechte hängen nicht mit Intelligenz, sondern mit Gefühlen zusammen. Erst wenn Maschinen Bedürfnisse haben, Begierden entwickeln, dann sollte man über Rechte für Sie nachdenken – mit ihnen zusammen.

    Klingt nicht schlecht, Terry Pratchett ließ seinen Kater Maurice vor dem Fressen von (potentiell veränderten, magisch veränderten) Mäusen anfragen, ob Sie sprechen können, nichts gegen den Verzehr hätten, wurde geantwortet, sah Maurice vom Verzehr ab.

    Allerdings kann Sprachlichkeit, damit auch das nur scheinbare Zeigen von Gefühl von hier gemeinten Maschinen auch entwickelt werden, wenn sie gefühllos sind, anders als bei den magischen Pratchettschen Mäusen.
    Es wäre insofern klar angeraten sich hier menschlicherseits nicht beeinflussen zu lassen, es gibt ja auch manipulative Maschinen, weil denkmöglich, vergleiche bspw. mit diesem Film :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Ex_Machina_(film)

    MFG – WB

  14. Anthony Levandowski hat mit dem obigen Glaubensbekenntnis nichts anderes als das Silicon Valley-Denken, das Silicon Valley Glaubenssystem abgebildet.

    Damit gibt Anthony Levandosky zugleich beredtes Zeugnis davon ab, was menschliche „Intelligenz“ von heutiger künstlicher Intelligenz unterscheidet. Menschliche Intelligenz sucht immer nach einem Sinn – auch einem tieferen Sinn (oder UnSinn), der Verwandtschaft mit religiösen Überzeugungen hat.

    Die USA sind übrigens nicht nur ein Melting pot verschiedenster christlicher Glaubensbekenntnisse, sie sind such eine Inkubationskammer vielfältiger Verschwörungsideen. Ich empfehle jedem, einmal ein paar Bücher von Thomas Pynchon zu lesen um mit dem US-Denken und Glauben etwas vertraut zu werden. Besonders empfehlenswert ist Thomas Pynchon‘s Buch The bleeding edge in dem er die ganze Sukultur der Computer- und Silicon Valley-Cranks und ihr Einfluss auf die Populärkultur porträtiert.

  15. @Holzherr

    “… von heutiger künstlicher Intelligenz unterscheidet.”

    Nee, sie ist genau der Querschnitt an Unwahrheit und Bewusstseinsbetäubung, die Mensch in gleichermaßen Bewusstseinsschwäche von Angst, Gewalt und “Individualbewusstsein” ausmacht, der Sinn/die Wahrheit bleibt unerreicht.

  16. Erinnert mich alles an das Märchen “Vom Fischer und sine Frau” .Nun will er also auch noch Gott sein – der Mensch. Der, der seine Intelligenz auch dafür nutzt um nach Macht zu streben, andere auszubeuten bzw. zu manipulieren ,will Maschinen vorgeben, was Intelligenz ist. Vielleicht haben diese Maschinen, wenn sie denn intelligent werden und Gefühle entwickeln sollten, keinen Bock auf diese Art menschlicher Intelligenz, vielleicht nehmen sie die Begriffe wie Moral, Ethik, Gleichheit,Brüderlichkeit wirklich ernst und handeln “menschlich”, was dann wiederum die Menschen in ihrer Doppelmoral und Verlogenheit völlig irritiert ?!
    Im Märchen vom Fischer wurde der Fischer und Frau ,da er ein Gott sein wollte, wieder ein ganz einfacher bescheidender Mensch ohne Reichtum und Luxus,
    ohne die Gier nach Macht ,ohne Neid und Hass…Vielleicht gibt es den wahren Gott auch nur im Märchen.

  17. @ Joker

    Zitat Hänßler: „Wir glauben auch, dass, genau wie Tiere Rechte haben, unsere Schöpfung(en) (Maschinen oder wie wir sie nennen) auch Rechte haben sollten, sobald sie Zeichen der Intelligenz zeigen“

    Zitat Joker: „Ich glaube, Rechte hängen nicht mit Intelligenz, sondern mit Gefühlen zusammen. Erst wenn Maschinen Bedürfnisse haben, Begierden entwickeln, dann sollte man über Rechte für Sie nachdenken – mit ihnen zusammen. Vermutlich können sie dann ja schon intelligente Vorschläge in die Diskussion mit einfließen lassen.

    Wir dürfen auch gerne darüber grübeln, ob wir mit KG (Künstlichen Gefühlen) nicht überflüssigen, weiteren Schmerz in die Welt bringen würden. Vielleicht sollten wir das den Maschinen ersparen.“

    Rechte sollten mit realen Gefühlen (Empfindungen) zusammenhängen. Systeme die dazu unfähig sind, brauchen keine Rechte. Das sehe ich wie Joker.

    Weiter unten möchte ich meine nicht seriös beweisbare Vermutung äußern, unter welchen Umständen es zu Empfindungen, Gefühlen kommen könnte.

    Ein Stein oder ein Stück Eisen hat vermutlich keine Empfindungen, jedenfalls hätte es kein Information verarbeitendes System, diese Empfindungen zu erkennen und auszuwerten. Auch ein elektronischer Prozessor dürfte derartiges wie „Empfindungen“ nicht haben. Auch dann nicht, wenn sich ein Programmierer den Spaß erlaubt und ein elektronisches System über Lautsprecher zum Schreien, Weinen oder Toben bringt.

    Bedürfnisse, Begierden können auch abstrakt sein, z.B. 5% Restladung im Laptop könnten bewirken, dass der Laptop eine Aufladung „wünscht“. Eine elektronische Schaltung benötigt Strom, ein Handy „ bettelt“ (mit einem Lautsignal) fast um Strom, es ist ihm aber „völlig egal“ ob es ans Netz kommt, es schaltet sich einfach korrekt ab.

    Empfindungen, Gefühle (Lust und Schmerz … ) als besonderes Phänomen, dürften demnach an wirklich „harten“ Strukturen (Stein, Eisen …) nicht entstehen können. Jedenfalls dürfte es keine Auswertungs- und Bewusstseinsfunktionen geben.

    Es geht hier weniger um die abstrakte informelle Abbildung von Information,wie z.B. „Rechenergebnisse“ in technischen Systemen auf „Akkumulatorstrukturen“ („Datensammler“), sondern um so etwas wie Empfindungen generierende Strukturen. (Ich bin übrigens der Meinung, dass die o.a. Informationen (z.B.“Rechenergebnisse“) in biologischen Systemen im Prinzip an End- bzw. Zwischenschichten (z.B. Netzhaut ….) an den Gehirnorganen als „informelles Bewusstsein“ zur weiteren Verarbeitung anstehen.)

    Bedeutet, man muss auch unterscheiden zwischen „denkender Informationsverarbeitung“ und „Empfindung“ (Sensorik und Verarbeitung).

    Allerdings halte ich es für denkmöglich, dass das Empfindungsphänomen sehr wohl auftreten könnte, wenn die dynamischen Bindekräfte (Kohäsion) zwischen den Atom/Molekülverbänden sozusagen von außen durch mechanische Kräfte oder elektrisch „moduliert“ werden.

    Man kann zwar im Inneren von anorganischen Computerchips eine elektrische Dynamik erzeugen die das System zur Informationsverarbeitung befähigen, vermutlich aber nicht um es direkt empfindungsfähig zu machen.

    Nach meiner sehr vagen und von mir nicht wirklich seriös, (ich betone „seriös“) belegbaren Vermutung, könnten Empfindungen wie Lust und Schmerz dann entstehen, wenn z.B. die dynamischen Wasserstoffbrückenbindungen in bestimmten organischen Systemen z.B elektrisch zur Resonanz „angestoßen“ werden, je resonanter desto stärker die Empfindung. Bei Phasengleichheit mit der Eigenresonanz könnte vielleicht Lust, bei Gegenphasigkeit Schmerz entstehen.

    Es dürfte jedenfalls auch auf dynamische chemische Prozesse ankommen, elektrische Prozesse allein dürften eher nicht reichen. Allerdings müssten diese chemischen Prozesse in Wechselwirkung mit den elektrisch neuronalen Prozessen stehen um ausgewertet werden zu können.

    Ein ethisches Problem wäre z.B., würde man derartige Systeme „nachbauen“, dass extreme Schmerzempfindungen auftreten könnten, „Leid“ entstehen würde und das System kann sich nicht mitteilen, worauf der Philosoph T. Metzinger hingewiesen hat.

    Resonanzeffekte waren in der Elektronik von besonderer Bedeutung und absolut alltäglich.

    Schwingungs- und Resonanzeffekte können in dynamischen Systemen auftreten. Sie spielen auch im Maschinenbau (z.B. Schwingungen bei Kurbelwellen), in der Statik (Schwingungen bei Brückenbauwerken und Erdbeben) eine Rolle und sind dort auch erforscht.

    In der Biologie, bei vom Gehirn gesteuerten Prozessen, könnten sie eine besondere Rolle spielen, weil elektrische Impulse besonders leicht derartige Resonanzen auslösen können. Bei manchen Empfindungen (z.B. „Lust“) wären derartige Effekte naheliegend, aber auch bei Psychosomatischen Effekten.

    Bei Resonanzeffekten können auch extreme Kraftwirkungen auftreten. Schwingungen können sich verstärken oder auslöschen.
    Resonanzeffekte sind nicht immer einfach zu erkennen und können auch höchst rätselhaft sein.

    Ich weiß nicht ob in der Chemie derartige dynamische Effekte bereits in diesem Sinne erforscht sind. Bedeutet, dynamische (lebende) biochemische Strukturen könnten nicht nur zyklisch aktiviert, sondern auch unerwünscht zerstört werden oder auch neu entstehen (Entzündungen, Nekrosen, Tumore…).

    Effekte im Bereich der Schnittstellen „Elektronik – Chemie“ sollten auch in der Medizin genauer erforscht werden weil sie die Ursache für Fehlfunktionen sein könnten.

  18. „Der Weg in die Zukunft – oder Gott ist eine Maschine“, wenn Sie das ernsthaft behaupten wollen, so müssen Sie den Begriff „Maschine“ gehörig erweitern. Außerdem muss es auch für die Vergangenheit gelten.

    Abstrakt gesehen, hat ein Theologe (katholischer Bischof) vor einigen Jahrzehnten in einer Predigt ähnliches verkündet.

    Er hat es, aus meiner Erinnerung, ungefähr so formuliert: „Gott“ ist eine Art „Bezeichner“ für ein System (mit personalen Komponenten) das die ganze „Welt“ genau so „geschaffen“ hat, ihre Existenz erhält, alles ganz genau so wie es eben wirklich war, ist und vermutlich auch immer sein wird. Das „System Gott“ hat Transzendenzcharakter, weil man es nicht genau und vollständig kennt.

    Frei interpretiert: Alles an „Prozessoren“ (also auch zu Prozessen fähige Materie), alle Prozesse, jegliche Information (beschreibend und Prozess steuernd) … letztlich eine Art „transzendentes Objekt“.

    Dies wäre kompatibel mit den Konzepten der Informatik, aber auf abstrakter Ebene vermutlich auch mit dem Dreifaltigkeitskonzept der Theologen. (Letzteres habe ich zumindest von Informatikerseite gehört).

    Ich persönlich hätte nichts dagegen, den Begriff „Maschine“ auch um in diesem Sinne biologische Maschinen zu „erweitern“, bis hin zur allergrößten und komplexesten denkmöglichen „Maschine“ eben….

  19. Jürgen Schmidhuber, ein deutscher KI-Pionier sagt:


    «KI werden Roboter- Fabriken bauen und sich ausbreiten, um das Universum zu kolonialisieren.»

    Jürgen Schmidhuber sagt über sich selbst, er wolle etwas schaffen, das intelligenter ist als er selbst, etwas, das ihn ablösen und übertreffen könne – und das wird noch vor 2050 der Fall sein. Das erklärt dann den Interview-Artikel Jürgen Schmidhuber: «Die Geschichte wird nicht mehr von Menschen dominiert» und die dortige Aussage:

    Aber ich bin nicht erpicht darauf, dass der Mensch die Krone der Schöpfung bleibt, weil ich das für völlig unrealistisch halte. Wir schaffen nun etwas, das uns dereinst transzendieren wird.

    Tatsächlich haben wir Menschen schon längst etwas geschaffen, was uns transzendiert: Gott nämlich. Wobei Gott nur ein Konstrukt ist. Aber ein Konstrukt, dass ganze Gemeinschaften von Millionen von Gläubigen über alle Landesgrenzen hinweg zusammenhält.
    Es ist etwas ganz Anderes, sich ein höheres Wesen auszudenken – wie wir das bis jetzt mit dem Konstrukt „Gott“ getan haben – oder ein höheres Wesen zu schaffen. Allerdings: ist nicht der, der gottähnliche Wesen erschafft, selbst ein Homo Deus?

    Mit dem Thema „Gott“, das man auch als das Projekt „der ideale, bessere Mensch“ bezeichnen könnte, beschäftigen sich Menschen seit tausenden von Jahren. Was es bedeutet, wenn dieser Wunsch in Erfüllung geht, hat Ian Mc Ewan in seinem Roman „Machines like me“ dargelegt: Der dort auftauchende Maschinenmensch „Adam“ ist in vielerlei Hinsicht ein besserer Mensch, ja Ian Mc Ewan hat ihn gar als moralisches Monstrum bezeichnet, denn „Adam“ flunkert nie. Wenn es (aus ethischen/moralischen Gründen) sein muss, dann bringt er sogar seine Herzdame ins Gefängnis, damit sie dort die ihr zustehende Strafe ableistet. Reale Menschen wollen keine lebenden Moralwächter, darum wird „Adam“ von den realen Menschen, die ihn besitzen, dann auch zertrümmert.

    Was lehrt uns das? Wohl folgendes: Was das menschliche Denken auszeichnet, war schon immer die Fähigkeit, Reales von Fiktivem zu unterscheiden, aber auch die Fähigkeit den Unterschied zwischen Realem und Fiktivem zu verwischen. Unsere Vorfahren taten so als es gebe es das ideale Wesen Gott und wir selbst tun so, als könne es denn gottgleichen Menschen 2.0, den Homo Deus, geben. Doch wehe, es gäbe irgendwann wirklich einen realen Homo Deus, einen perfekten Menschen. Den müssten wir umgehend zerstören. Das Ideal darf nämlich nie erreicht werden, denn ist es nicht trostlos in einer Welt zu leben in der es keine Ideale mehr braucht, weil sie bereits erfüllt sind?

    Welche Wesen können mit uns koexistieren?
    Nun, Wesen wie wir. Wesen für die die Zukunft offen und zu erkunden ist und die Ideales und Reales unterscheiden, aber auch Verwischen können.
    Das könnte etwa ein realer Roboter sein, der vom Superroboter träumt, selbst aber mit einem knarrenden, leicht angerosteten Finger kämpft.

  20. Der Weg von der künstlichen Intelligenz zu Gott ist wie ein Gartenweg zum Mars. Der Weg bleibt immer gleich weit von Gott entfernt. Und dann noch denken, dass Mensch dabei gottähnlich wird, dass ist vergleichbar mit Ikarus, der die Sonne erreichen wollte.
    Auch die künstliche Intelligenz ist nicht künstlich, sie ist menschengemacht. Wenn eine Kaffeemaschine automatisch Kaffee aufbrüht, kommt man nicht auf den Gedanken, dass die Kaffeemaschine das Universum beherrschen will. Die Kaffemaschine will das auch nicht !
    Da wird wieder webewirksam auf ein Thema auferksam gemacht, das der Automation . So nannte man das früher.
    Die Entwicklung zu “intelligenten” Systemen ist sinnvoll, solange der Mensch sich nicht dabei selbst überflüssig macht.

  21. @Fliegenklatsche

    Was heißt es für den Menschen, sich überflüssig zu machen? Gibts denn außer Erwerbsarbeit nicht genug Sinnvolles zu tun? Das Wirtschaftssystem müsste sich in jeden Fall ändern, wenn alle Arbeiten von KI und Robotern erledigt werden können. Auf dem Weg dorthin müsste sich die Steuerlast nach und nach von Lohnsteuern auf Kapitalertragssteuern umstellen, bis am Ende nur noch Kapitalerträge besteuert werden, und davon ein Grundeinkommen für alle bezahlt wird. Das müsste doch irgendwie gehen.

    Die interessante Frage ist hier, was der Mensch dann mit sich noch anfangen kann. Die Leistungsorientierung verliert hier komplett an Sinnhaftigkeit. Was macht das Leben lebenswert? Beziehungen pflegen, Sex und Partnerschaften, Kinder groß ziehen. Und das Leben erkunden, den Kosmos erforschen – und wenn die KI-Systeme auch die wissenschaftliche Arbeit übernehmen? Dann eben die Forschungsergebnisse nur noch konsumieren. Also ich würde weiter fleißig bei Spektrum.de über den neuesten Stand der Forschung nachlesen. Wenns mehr gibt, weil KI die Forschung beflügelt, umso besser.

    Riesenweltraumteleskope, die täglich neue Berichte über bewohnte Exoplaneten generieren, und irgendwann auch interstellare Raumfahrt – natürlich ohne uns als Passagier, aber doch als neugierige Wesen, die die Ergebnisse der Forschung konsumieren.

    Darüber hinaus kann man sich auch mit der Natur auf unserem fantastischen Planeten beschäftigen, mit Gartenbau und Nutztierhaltung, sowie mit Kunst am Bau beschäftigen. Also ein Sinn- und Beschäftigungsproblem sehe ich hier gar nicht, vorausgesetzt, man wird den noch grassierenden Leistungsgedanken irgendwie wieder los.

    Das ist aber nur ein Gedankenexperiment, dass heißt nicht, das ich mir sicher bin, dass man Maschinen bauen kann, die intelligenter sind als wir selbst. Klar, bei uns funktioniert es ja auch irgendwie, also geht das doch. Aber wir wissen viel zu wenig über uns selbst, so wenig, dass die Frage wirklich noch nicht beantwortet werden kann, ob wir uns selbst irgendwann nachbauen können.

  22. Tobias Jeckenburger,
    nur , um auf den letzten Punkt einzugehen, keine Maschine kann den Menschen ersetzen, wenn es um soziale Dinge geht. Viele Krankenhäuser, vollgepackt mit technik, können nicht mehr alle Betten belegen, weil es an Putzfrauen oder sonstigem Hilfspersonal fehlt.

    Also wir müssen trennen zwischen manuellen arbeiten und pflegerischen arbeiten.

  23. Lesetipp
    im aktuellen GEO 11/2019 Ab s. 52 ist ein interessanter Beitrag über die Arbeitsweise des Gehirn zu lesen.”Wir können uns nicht finden. Weil in uns kein Selbst ist, das wir finden können.”

    Prof. Nick Chater meint “Wir leben in einer großen Illusion”
    Sein Buch “The Mind is Flat” gibt es für 10,50 Euro im Buchhandel

  24. @KRichard

    Leider keine GEO 11/2019 zur Hand.

    Egal wie echt oder illusorisch unser Bewusstsein ist, offenbar funktioniert es und wir kommen so halbwegs in der Welt zurecht. Und wenn wir uns richtig Mühe geben, viel Zeit investieren und gut zusammenarbeiten, können wir Profis werden, und so manche Aufgabe richtig meistern.

    Und ein eigenes inneres Erleben haben wir definitiv, ganz im Sinne: Ich denke, also bin ich. Und dieses eigene innere Erleben ist genau das, worum es wirklich im Leben geht. Schade drum, wenn manche Hirnforscher das runterspielen oder gar ganz zur Nebensache erklären, nur weil sie wirklich überhaupt keine Ahnung haben, wie das funktionieren könnte.

  25. @Jeckenburger
    Lesen Sie den einführenden Blog-Artikel nochmals durch und achten Sie auf den deutlich darin erhaltenen Spott bzw. die Ironie darin.

    Wer Computerprogrammen/Maschinen intelligentes Verhalten zusprechen möchte, macht sich indirekt darüber lustig, dass wir Menschen uns von ausgeführten Computerprogrammen unterscheiden könnten: Intelligenz und Bewusstsein sind dann in jedem billigen Computerchip darstellbar.

    Auch wenn Hirnforscher die Arbeits-/Funktionsweise des Gehirns noch nicht komplett verstehen – so liefert ihre Arbeit zumindest Anstöße um darüber nachzudenken ob wir uns im Prinzip wirklich nicht von Computerchips unterscheiden.

  26. Boris Hänßler
    betreff: Helfen Sie uns, die Botschaft zu verbreiten, dass Fortschritt nicht gefürchtet werden muss (oder noch schlimmer: verhindert).

    Das Wort Fortschritt hat soviele Facetten, dass man konkret werden muss.
    beispiel für eine fragwürdige Annahme:
    “Wir glauben, dass Intelligenz nicht in der Biologie verwurzelt ist.”
    Wo denn dann ? Welche Ursache hat Alzheimer ?

  27. @fliegenklatsche

    Ich nehme an, dass damit gemeint ist, dass Intelligenz nicht biologisch sein muss, allerdings ist das eine unglückliche Formulierung, weil KI ein Produkt menschlicher Intelligenz und somit in der Biologie verwurzelt ist.

    Was hat Alzheimer damit zu tun?

  28. @Ideale Vernunft

    Dem Menschen mangelt es öfter an einer verlässlichen Intelligenz, er kennt nur begrenzt Fakten und er hat Spezialinteressen, Das macht das Leben ziemlich kompliziert, das ist aber unser Leben, das man lieben kann. Eine Elite, die von Lobbyisten mit deren Spezialinteressen mitbestimmt wird, und ein Wahlvolk, das teilweise weniger intelligent und vernünftig ist, macht im Ergebnis eine demokratische Politik, die entsprechend an vielen Stellen viel zu lange Jahre nicht vorwärts kommt.

    Ein superintelligentes KI-System ohne die üblichen menschlichen Spezialinteressen wäre da eventuell geeignet, wie ein wahrer Gottkaiser unser Leben zu organisieren. Jetzt müsste man aber gut aufpassen, dass dieses System nicht doch wiederum die Spezialinteressen des Herstellerkonzerns verfolgt.

    Aber selbst wenn dies ausgeschlossen wäre, würde ich doch eine sehr lange Testphase befürworten, in dem diese KI nur gute Vorschläge machen darf. Da müsste man gucken, was da konkret kommt. Und dann mal weitersehen.

    Wenn einmal KI-Systeme höher gestellte Berufe wie Mediziner oder Juristen übernehmen könnten, wird man hier schon mal Erfahrungen damit machen können. Solange das nicht der Fall ist, ist unklar, ob das mit der Superintelligenz überhaupt was werden kann. Wir sollten schon darauf vorbereitet sein, dass wir auch in Zukunft unsere Probleme weiterhin selber lösen müssen.

    @KRichard

    Ich finde die Hirnforschung auch interessant, sie kann dazu beitragen, dass wir uns selbst besser verstehen. Und für die Computertechnik kann es auch ein Gewinn sein, wenn mehr über die Details des Gehirns bekannt ist. Ich denke hier z.B. an das Projekt, das ein winziges Stückchen Mäusegehirn in Scheibchen geschnitten hat und fast Atomgenau gescannt hat, so dass jedes Detail und jede einzelne Synapse und jedes Nervenfaserstückchen nun als 3D-Modell vorliegt. Da wird man was draus lernen können, auch wenn es am Ende darauf hinausläuft, dass man unser Gehirn und unser Bewusstsein selbst dann nicht verstehen kann, wenn alle Details bekannt sind. Das wäre ja auch ein sehr interessantes Ergebnis.

  29. @Boris Hänßler Verwurzelung in der Biologie

    Das, was man mit C++ programmieren kann, und auf handelsüblichen PCs läuft, funktioniert schon prinzipiell ganz anders als biologisch reale Neuronennetzwerke. Das zu unterscheiden macht wohl Sinn. Der Begriff Künstliche Intelligenz gegenüber biologischer Intelligenz kann hier wörtlich genommen werden, finde ich.

    Gerade was die Rechenzeit und deren Stromverbrauch angeht, da wären Chipstrukturen, die so klein sind, dass sie quantenbedingte Unsicherheiten aufweisen, wohl nötig, um in die Nähe der Funktionalität unseres Gehirns zu gelangen. Wenn ich jetzt die angesprochene genau Kartierung des Stückchens Mäusegehirn als Grundlage für eine komplette Neuentwicklung von Prozessoren nehme, käme das einem Nachbau biologischer Intelligenz wohl deutlich näher. Dafür müsste man aber die kryptische Komplexität von Gehirnen erst mal verstehen. Das stell ich mir so schwierig vor, wie eine Computersprache von außerirdischer Technik zu verstehen, für die wir keine Programmierschnittstelle haben, und die wir nur per Mikroskop von außen analysieren können.

    Ein Selbstfahrsystem, dass 100 Kw Leistung verbraucht, wäre deswegen unbrauchbar. Da ist ein menschlicher Fahrer kostengünstiger. Der wiegt zwar 100 Kg und kostet 10 € die Stunde, verbraucht aber selbst unter 100 w an Gehirnleistung, und hat dabei noch Fahrspaß.

  30. B.H.
    Künstliche Intelligenz ist ein Ausschnitt der menschlichen Intelligenz. Und in einem engen Bereich ist sie der menschlichen Intelligenz überlegen. Beispiel Schachcomputer.
    Bei allen Assistenzsystemen ist sie dem Menschen überlegen. Man denke nur an die Landesysteme bei Flugzeugen.
    Der Schwachpunkt der künstlichen Intelligenz zeigt sich immer dann, wenn vorausgeplante Wege nicht gegangen werden können und Improvisation mit dem Abwägen von Vor-und Nachteilen , auch rechtlicher Art, stattfindet.
    Mir ist immer noch nicht klar, was Sie mit ihrem Beitrag bezwecken. Sie rennen in Europa damit offene Türen ein.

  31. Was ich bezwecke ist darzustellen, dass die Diskussion um KI oft religiöse Züge annimmt, was ich absurd finde angesichts dem Stand dieser Technik. Die Diskussionen um KI sind fern jeder Realität.

  32. BH,
    religiöse Züge? Ist das jetzt negativ oder positiv gemeint ?
    Sie meinen wahrscheinlich nur unsachliche Züge.

    Wer künstliche Intelligenz ablehnt, der versteht wahrscheinlich nicht, was künstliche Intelligenz ist. Man kann sie auf den einfachen Punkt bringen, künstliche Intelligenz kann man mit 0 und 1 darstellen, die menschliche Intelligenz lässt sich nicht vollständig darstellen, weil der Mensch Phantasie für etwas Neues hat.

  33. „Der Weg in die Zukunft – oder Gott ist eine Maschine“, wenn Sie das ernsthaft behaupten wollen, so müssten Sie den Begriff „Maschine“ gehörig in seiner Bedeutung erweitern.

    Katholische Theologen dürften das was wir als „transzendenten Gott“ verstehen, ausreichend und vollständig „deklariert“ haben, dass aber wegen der Transzendenz nicht vollständig verstanden werden kann.

    „Gott“ ist für sie eine Art „Bezeichner“ für ein System (mit personalen Komponenten) das die ganze „Welt“ genau so „geschaffen“ hat, ihre Existenz erhält, alles ganz genau so wie es eben wirklich immer war, ist und vermutlich auch immer sein wird. Das „System Gott“ hat Transzendenzcharakter, weil man es eben nicht genau und vollständig kennt.

  34. Die Kluft zischen den realen Leisungen von KI-Systemen und den Superleistungen, die in den Medien herumgeistern ist gewaltig. Das zeigen gerade KI-Pionierunternehmungen, wenn sie sich bemühen KI alltagstauglich zu machen.

    Roboter für den Alltag (Everyday Robot) ist tatsächlich ein Projekt eines Google-Subunternehmens. Das Projekt ist schon mehrere Jahre alt und doch – wie der Artikel Alphabet’s Dream of an ‘Everyday Robot’ Is Just Out of Reach zeigt – weit von einer Realisation selbst so einfacher Büroautomatisierungsaufgaben entfernt wie etwa der sortengerechten Entsorgung von Büromüll.
    Dort liest man:


    Sie müssen nicht lange mit den Robotern von X verbringen, um zu wissen, dass sie nicht für den täglichen Einsatz bereit sind. Im Laufstall greift ein Roboter nach dünner Luft statt nach der Schale, auf die er abzielte; unbeirrt geht er durch die Bewegungen des Absetzens. Andere stoßen an den Kanten der Tabletts oder fummeln an Objekten. Ein Ingenieur, der die Arbeit überwacht, springt mit einem Schraubendreher hoch, nachdem ein Roboter einen Finger verloren hat.

    Auf die Frage, wie lange es noch dauern könnte, bis Alltagsroboter nützliche Helfer sein können, spricht er (ein Google/Alphabet-Ingenieur) darüber, wie solche Maschinen eines Tages Menschen wie seiner Mutter helfen könnten, die kürzlich 81 Jahre alt wurde und von vier Besuchen pro Tag durch Pflegekräfte abhängig ist.

    “Das erste, was sie jeweils sagt, wenn ich sie anrufe, ist: “Wann kommen die Roboter”,” sagt Brondmo (der Google-Ingeneur). Die Frage ist als Scherz gemeint und seine Antwort auch. “Ich sage: “Nun, es wird wahrscheinlich noch ein paar Jahre dauern.””

  35. Die Kluft zischen den realen Leis[t]ungen von KI-Systemen und den Superleistungen, die in den Medien herumgeistern ist gewaltig.

    Schon richtig, Herr “Martin Holzherr”, die doppelten Anführungszeichen nur deswegen, weil Sie realiter nicht so heißen und ein als solches unerkennbares Pseudonym verwenden, was einigen missfällt, KI wird überschätzt.
    Denn KI kann nur auf einzelne Topoi sinnhaft angewendet werden, steckt noch in den Kinderschuhen und bedarf klar umrissener Problematik, wie sie diese bspw. Spiele (sic) bietet.
    Der Schreiber dieser Zeilen sieht auch keinen Grund dafür, dass AI jemals anders leisten kann als punktuell.
    Denn die Welt ist sozusagen hyper-komplex.

    Anwendungsbereiche für die AI liegen witzigerweise auch in der Moderation von (erst einmal eingereichten) Kommentaren, die dann eben von der AI überprüft werden könnten, ob sozusagen böse Wortwahl, böse Semantik vorliegen könnte, so dass dann 1.) sofort Feedback unterdrückt werden könnte 2.) Feedback in die Moderation durch den Inhaltegeber gelangen könnte 3.) Feedback shadow-gebannt werden könnte, das Fachwort.

    Der Schreiber dieser Zeilen hat sich diesbezüglich auch mit einigen unserer Linguisten hier bei den Scilogs.de auseinandergesetzt, insbesondere mit Henning Lobin.
    Die konnten derart bestätigen, teils indirekt und teils verschlüsselt, korrekt.

    SPAM-Filter funktionieren so, mittlerweile AI-unterstützt, mit Facebook hat sich auch bereits ein großer Anbieter sog. Social Media hervorgewagt und lässt Inhalt (bei Facebook eben) prüfen, ob sozusagen böser Inhalt oder sozusagen böse Sprache vorlag, und sog.Bots (“Robots”, vgl. mit der Etymologie) schalten und walten dort mittlerweile.
    Durchaus amüsant zuzuschauen, böse zwar, wegen der an sich fehlgeleiteten Intention, aber, hey!, was sollen große Anbieter von sog. Social Media schon anderes machen, aus wirtschaftlichen Gründen?`

    HTH (“hope this helps”)
    Dr. Webbaer

  36. Ein Roboter, der den Alltag bewältigen soll muss etwa mit folgendem Szenario in einem Haushalt zurechtkommen:

    Er soll auf Geheiss der Mutter in der Zeit in der sie einkaufen geht, mit dem Kind spielen und ihm einen Orangensaft auftischen. Nun passiert folgendes: Der Roboter schlägt ein Schachspiel vor, das Kind aber kann nur Fressschach, ein Spiel das der Roboter wiederum nicht kennt. Ganz einfach, sagt das Kind: “Fressschach ist wie umgekehrtes Schach: Wenn du am Zug bist und eine Figur von mir fressen kannst musst du sie auch fressen.Wer von uns zuerst keine Figuren mehr hat, hat gewonnen.”
    Der Roboter ist ratlos, will es aber einmal versuchen. Doch dann kommt die Katastrophe: Eine der Schachfiguren fehlt und anstatt Orangensaft hat es nur Apfelsaft im Kühlschrank.

    Tatsächlich ist kein heutiger Serviceroboter nur schon zu dem in der Lage, was oben beschrieben ist – also dazu ein Spiel zu spielen, dessen Regeln er gerade von einem Kind erklärt bekommt, oder dazu, zu improvisieren, wenn eine Schachfigur fehlt oder nicht das gewünschte Getränk vorhanden ist.

    Allgemeine Künstliche Intelligenz (Artificial General Intelligence) wäre dazu nötig. Doch selbst AGI-Spezialisten sehen keine Chancen, AGI in den nächsten 20 Jahren zu realisieren (“experts estimate that there’s a 50% chance that AGI will occur until 2060”)

    Alle heutigen KI-Erfolge sind Erfolge auf spezialisierten Gebieten wie dem Übersetzen von Texten mittels Musterbildung aufgrund von vorhanden zweisprachigen Textkorpora, oder der Beurteilung von Röntgenbildern basierend auf einem grossen Katalog von Röntgenbildern mit bekannter Diagnose.

    Menschen neigen dazu, solche Erfolge als Zeichen von Intelligenz einzustufen – und was braucht es mehr um durchs Leben zu kommen als Intelligenz!
    Doch das stimmt schlicht und einfach nicht. Schachkompetenz oder Mehrsprachigkeit hilft bei der Bewältigung des Alltags sehr wenig.

  37. @Elektroniker

    KEIN praktizierender Theologe hat den Begriff / die Methapher Gott richtig, bzw. wenigstens ausreichend erklärt / “deklariert”, denn das wäre der Anfang wirklich-wahrhaftigen Denkens und Handelns!

  38. Dr.W.
    Die künstliche Intelligenz hat schon Eingang gefunden in unser aller Leben. Gehen Sie nur mal in ein Autohaus. Am nächsten Tag bekommen sie Spam von einer Bank.
    Schreiben Sie hier einmal über ein Arzneimittel, und öffnen dann mit Google hier die Seite. An erster Stelle steht dann die Anzeige von Bayer.
    Und wenn Sie dann noch despektierlich oder sogar potentiell gewalttätige Rhetorik pflegen , dann sind Sie schon mal in der Rasterfahndung.

  39. @ Kommentatorenfreund ‘fliegenklatsche’

    Ganz genau, die “Datenkrake” Google hat ja das Geschäftsmodell Entitäten, hier sind Personen gemeint, zu identifizieren und in der Folge gezielt bewerben zu suchen.
    Denkbar ist auch der Einsatz von AI, um an Hand sprachlicher Besonderheit, also ganz ohne IP-Adresse und sonstigen Web-Parametern, ohne Anmeldung bei Google beispielsweise, Entität festzustellen.
    Böse nicht-demokratische Systeme könnten so ebenfalls nutzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der auch Herrn “Martin Holzherr”, die doppelten Anführungszeichen nur deswegen, weil Sie realiter nicht so heißen und ein als solches unerkennbares Pseudonym verwenden, was einigen missfällt, zustimmt)

  40. Hallo Dr. Webbaer, leider habe ich noch eine zusätzliche Frage:
    Woran kann man erkennen, dass “Martin Holzherr” ein Pseudonym ist?
    Mit freundlichen Grüßen, Karl Bednarik.

  41. Guten Morgen, Herr Bednarik,
    zu Ihrer Frage : Genau so, wie ‘man’ bei Ihnen erkennen kann, dass Sie kein Pseudonym benutzen, durch Nachfrage.
    Es ehrt Sie übrigens ohne Pseudonym aufzutreten, wie einige finden, Dr. Webbaer ist hier zurückhaltender. Wer im Web mit sog. RL-Name auftritt, darf auch ein wenig besser behandelt werden, wie wiederum einige finden.
    Mit freundlichen Grüßen und ein schönes Wochenende
    Dr. Webbaer

  42. Was ersetzt Gott in einer gottlosen (Maschinen-)Welt

    Anthony Levandowski: “Ich glaube nicht an Gott. Aber ich glaube, dass wir etwas schaffen, das für uns im Grunde genommen wie Gott sein wird.”

    Levandowski irrt sich. Menschen wollen nicht etwas künstliches schaffen, das für sie an die Stelle Gottes tritt – und sicher wollen sie kein konkretes Ding (etwa einen superintelligenten Supercomputer) oder eine konkreten Menschen (etwa Xi Jinping) als neuen Gott, denn ein solcher Gott wäre genau so ersetzbar wie sie selbst (nach Xi Jinping kommt sein Nachfolger, nach dem Supercomputer ebenfalls).

    Was Menschen sowohl in säkularen, atheistischen als auch in theistischen, mindestens aber von einem Gottesbild geprägten Kulturen wollen, als etwas Höheres wollen, das ist vielmehr ein Sinn, ein Ziel an dem sie ihr Leben ausrichten können. Nur weniges aber eignet sich als wirklich höheres Ziel. Ein Beruf, den man nur zum Zwecke des Auskommens/Geldverdienens ausübt genügt dazu nicht, eher schon eine Arbeit für die man sich berufen fühlt, in der man aufgeht und die auch nicht einfach mit Erreichen des Pensionsalters endet.

    Die Suche nach “purpose” ist nichts anderes als die Suche nach Motiviation, die Suche nach dem oder einem Grund überhaupt am Morgen aufzustehen. Danach suchen auch Leute in atheistisch geprägten Kulturen. In Japan nennt man es Ikigai („das, wofür es sich zu leben lohnt“), wobei in Japan damit auch das ganz konkrete Gefühl des Belebtseins durch ein Ziel, einen Zweck, gemeint ist, etwas, was dann Lebenszufriedenheit schafft.

    Ikigai in der digitalen Welt
    Eine durch einen hohen Automatisierungsgrad, viel Freizeit, wenig materielle Zwänge und viele Wahlmöglichkeiten bestimmte Welt (die zukünftige digitale Welt also) kann, muss aber nicht mit höherer Lebenszufriedenheit einhergehen.Wenn mehr Freizeit einfach Arbeitslosigkeit ohne Möglichkeit des persönlichen Engagements bedeutet, dann wird die Lebenszufriedenheit der meisten sogar geringer sein als sie es heute ist. Lebenszufriedenheit ist zudem nur für die Wenigsten rein durch Entspannen, Betrachten, Meditieren zu erreichen. Die Meisten wollen sich irgendwie in die Welt einbringen, sie wollen im Leben ihrer Mitmenschen eine Rolle spielen.

    Einfach Teil einer Welt zu sein, in der wir als Menschen immer weniger eine Rolle spielen, weil der Mensch durch etwas Besseres ersetzt wird, etwas Besseres das nichts mehr mit mir als Person zu tun hat, das vermittelt kaum Lebenszufriedenheit – eher im Gegenteil. Doch genau so eine Welt ohne den alten Menschen, solch eine Welt scheint Anthony Levandowski und vielen seinen Mitstreitern im Silicon Valley vorzuschweben. Das kann man dem obigen Glaubensbekenntnis von Levandowski entnehmen. Hoffen wird, dass es nicht so herauskommt wie es Levandowski vorschwebt, hoffen wird dass die Menschen ihre Chancen sich einzubringen, ergreifen.

  43. Medial (über Presse, TV, Film und Prominente wie Kurzweil, Levandowsky, Jürgen Schmidhuber,) wird uns vermittelt, künstliche Intelligenz stehe kurz davor Arbeit und Freizeit vollkommen umzukrempeln.

    Wie kommt es dann, dass die Artificial-Intelligence Firma DeepMind 2018 einen Verlust von 571 Millionen einfuhr, also noch mehr als 2017 wo sie 366 Millionen Verluste machte. Und das, obwohl DeepMind (eine Tochter von Alphabet, der Firmengruppe hinter Google) bereits vom kommerziellen Einsatz ihrer AI-Forschung berichtete – etwa davon, dass DeepLearning die Kühlkosten für die Google-Server um 40% reduziert hätte.
    Jeffry Funk, ein Professer der Ökonomie neuer Technologien ist dem nachgegangen und kam zum Schluss, dass vieles was an AI-Erfolgsgeschichten kursiert, bis jetzt vor allem Geschichten sind, denen nur wenige tatsächliche AI-Anwendungen gegenüberstehen. Nachzulesen im IEEE-Spektrum-Artikel AI and Economic Productivity: Expect Evolution, Not Revolution . Hier zwei seiner Resultate:
    – Nest Labs, eine Firma, die mit Smart-Metern und intelligenter Klimakontrolle wirbt, hat zwar viele Smart-Homes damit ausgestattet, aber damit den Kunden nur wenig Energieeinsparungen gebracht
    – Die Nachverfolgung von 40 AI-Startups mit einer Bewertung von mehr als 1 Milliarde Dollar oder mit Startkapital von mehr als 70 Millionen Dollar ergab, dass nur wenige der von ihnen anvisierten Geschäftsfelder grosse Produktivitätsgewinne versprechen, sondern dass sie vielmehr oft auf Basissoft- und Hardware zielen wie etwa Cybersecurity. Kaum eines der Unternehmen arbeitet im Gesundheitsbereich, keines zielt auf den Immobilien- und Bausektor und nur drei haben den Transport- und Mobilitätssektor als Geschäftsfeld. Das führte den Autor zum Schluss:

    Aus den Gründen, die ich genannt habe, ist es für mich sehr schwer, mich zuversichtlich zu fühlen, dass eines der von mir untersuchten KI-Startups der US-Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren einen großen Schub geben wird. Ähnlicher Pessimismus zeigt sich auch bei normalerweise optimistischen Publikationen wie Technology Review und Scientific American. Sogar die KI-Gemeinschaft beginnt, Bedenken in Büchern wie The KI Delusion and Rebooting AI: Building Artificial Intelligence We Can Trust zum Ausdruck zu bringen, Bedenken, die inmitten des wachsenden Hype um viele neue Technologien wachsen.

    Fazit: Sobald es um konkrete Anwendungen von künstlicher Intelligenz im Arbeitsprozess geht, wird man nur noch selten fündig. Man darf sich von den selbst erlebten Anwendungen wie den automatischen Übersetzen oder den Android und Apple-Sprachassistenten nicht täuschen lassen. Diese Anwendungen können nicht mehr als wozu sie gedacht sind. Im Geschäftsumfeld aber versagt Siri und der automatischen Sprachübersetzung fehlt das Verständnis für den Inhalt dessen, was sie übersetzt. Genau das aber wäre nötig, damit künstliche Intelligenz die Arbeitsproduktivität auf eine neue Ebene bringen könnte.

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