Im Halbschlaf zu lesen

BLOG: RELATIV EINFACH

… aber nicht einfacher
RELATIV EINFACH

Auf die Deutschen und ihre europäischen Nachbarn kommt es noch zu, hier in den USA war es vergangenes Wochenende soweit: in der Nacht von Samstag auf Sonntag hat man uns eine Stunde Schlaf gestohlen. Studien wie die von Matthew Kotchen und Laura Grant (UCSB) tun das, was in der Landessprache "adding insult to injury" heisst – wer die Zeitungsmeldungen dazu verpasst hat: im Bundesstaate Indiana, der sich als Studienobjekt eignet, weil dort (genauer, in einigen der dortigen Verwaltungsbezirke) die Sommerzeit erst kürzlich eingeführt wurde, führte die Zeitumstellung nicht zu einer Einsparung, sondern im Gegenteil zu erhöhtem Elektrizitätsverbrauch. Auch in Deutschland scheint die Sommerzeit den Energieverbrauch nicht zu verringern.

Empfohlene Lektüre, damit diese Erkenntnisse und der Schlafmangel einen nicht zu griesgrämig werden lassen: der Leserbrief an das Journal de Paris, mit dem sich Benjamin Franklin als geistiger Urvater der optimalen Tageslichtnutzung offenbart.

Markus Pössel

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

1 Kommentar

  1. Sommerzeit mit Glockengeläut

    Danke! Vor allem für den göttlichen Link zu Benjamin Franklins Leserbrief von 1784, in dem er ironisch u. a. Glockengeläut vorschlägt als Wecker zur Sommerzeit.

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