Unter Planetariern

BLOG: RELATIV EINFACH

… aber nicht einfacher
RELATIV EINFACH

Neben allgemeinverständlichen Büchern hat das Planetarium Hamburg bei meiner frühen astronomischen Sozialisation eine wichtige Rolle gespielt. Ich kann es zeitlich nicht genau eingrenzen, aber es muss in den frühen 1980er Jahren gewesen sein, dass ich meine Eltern fast jeden Freitag (?) zu den populärwissenschaftlichen Vorträgen verschiedener Wissenschaftler ins Planetarium schleifte.

Die Details erinnere ich ebenfalls nur noch verschwommen: Wurden bei diesen Vorträgen tatsächlich noch Dias projiziert? Was waren eigentlich die Themen? Was ich noch erinnere ist (a) ein einziges der vielen Themen, nämlich das expandierende Universum, das mich demnach bereits damals schwer beeindruckt haben muss, (b) dass die Vortragsreihe von dem damaligen Leiter des Planetariums, Dr. Erich Übelacker, organisiert wurde und (c) dass ich regelmäßig am Schluss länger blieb, um die Vortragende oder den Vortragenden mit Fragen zu löchern (danke, damals noch zukünftige Kollegen, für Eure Geduld!).

altVor knapp dreißig Jahren hätte ich mir freilich nicht träumen lassen, dass ich, wenn schon kein eigenes Planetarium besitzen, so doch diesem beneidenswerten Zustand recht nahe kommen und an einer Institution arbeiten würde, die zwar kein Planetarium ist, aber über ein schönes digitales Planetariums-Projektionssystem verfügt. In diesem Zustand als nicht-ganz-aber-irgendwie-doch-Planetarier habe ich die letzten Tage in Wolfsburg verbracht, wo sich die deutschsprachigen Planetariumsleiter, -mitarbeiter und/oder -freunde zur ersten Tagung der Gesellschaft deutschsprachiger Planetarien versammelt hatten – wobei “erste Tagung” nicht darüber hinweg täuschen darf, dass es sich um eine Reinkarnation eines Treffens mit langer Tradition handelt, der “Arbeitsgemeinschaft deutschsprachiger Planetarien”, die sich freilich jüngst, im Mai 2011, eine neue Organisationsform gegeben hat.

Bei der Tagung wurden mir dann ganz unmittelbar eine Reihe Aspekte des Planetariumsbetriebs bewusst, die man sich wahrscheinlich vorher abstrakt hätte überlegen können, die hier aber ganz plastisch erfahrbar wurden, was bekanntlich doch immer noch etwas anderes ist.

Erstens sind Planetarien natürlich recht teure Anschaffungen, die freilich an jedem Standort zumindest in längeren Zeiträumen immer wieder anstehen. Dementsprechend sind die Anbieter von Planetariumsprojektoren auf Planetariertagungen immer mit von der Partie, treten zum einen als Sponsoren auf, berichten zum anderen über ihre Neuerungen – und werben mit einigem Aufwand darum, dass die Anwesenden das nächste System doch bitte von ihnen kaufen sollten. Wie z.B. die Vertreter der japanischen Firma Goto und des deutschen Traditionsunternehmens Zeiss während ihrer Präsentationen z.T. etwas verkrampft gegeneinander stichelten, war schon ein recht interessantes Erlebnis.

Der zweite wichtige Markt ist der für Inhalte, und das sind beim derzeitigen Stand der Technik: Ganzkuppelpräsentationen, also Filme (oder Filmelemente), die digital auf die gesamte Planetariumskuppel projiziert werden. Der Markt ist in mehrerlei Hinsicht bunt. Zum einen, was die Geschäftsmodelle angeht: Unter denen, die da Inhalte vorstellten, waren Zusammenschlüsse von Planetarien, die selbst Inhalte produzieren lassen, ebenso wie unabhängige Produzenten; Medienbüros, die die Planetariumskuppel als neues Medium entdeckt hatten ebenso wie Produktionsfirmen, die mit den Herstellern von Projektionssystemen verbandelt sind und bereits lange vor den neuen Ganzkuppel-Möglichkeiten Planetariumsinhalte geliefert haben; Konsortien, die sich großzügige Teilfinanzierung von Organisationen wie ESA oder ESO gesichert hatten ebenso wie solche, die offenbar direkt von den Verkaufseinnahmen leben.

Ebenso bunt die Inhalte: Von klassischen Astronomieshows bis zur Inszenierung eines Gedichtes von Annette Droste-Hülfshoff, von wissenschaftlichen Inhalten jenseits der Astronomie (Tiefsee!) bis zu Präsentationen, die ich beim besten Willen nur als Astrokitsch bezeichnen kann (eine Art My-Little-Pony-Version von Sternbildermythen).

Auch am Haus der Astronomie haben wir mit Hilfe der Heidelberger Astronomen für den Hausgebrauch schon erste eigene, natürlich noch recht einfache Ganzkuppel-Shows zusammengestellt. Da wir uns natürlich auch überlegen, ob und wie zumindest einige Elemente von dem, was wir dort machen, für andere Planetarien interessant sein könnten, war der Vergleich unserer Eigenproduktionen mit dem, was sonst noch auf dem Markt ist, natürlich von besonderem Interesse für mich. Mein Fazit ist verhalten optimistisch: Ich habe den Eindruck, dass wir da durchaus etwas beitragen können.

Natürlich spielen die großen Anbieter mit professionellen Produktionsteams und Budgets von hunderttausenden Euros pro neuer Show in einer ganz anderen Liga als wir. Wir werden auch langfristig kaum fotorealistische Landschaften modellieren können, oder lebensechte Dinosaurier, oder Ameisen und was der beeindruckenden Beispiele noch mehr waren. Und wir werden uns ganz allgemein, anders als eine richtige Produktionsfirma, nicht auf Zuruf für uns neuen, von einem Auftraggeber spezifizierten Themen annehmen können. Aber bei dem, was wir an ersten Beispielen bereits ausprobiert haben, nämlich vorhandene Simulationen oder Beobachtungen unserer vor Ort arbeitenden Wissenschaftler in Ganzkuppelsequenzen umzusetzen, sahen unsere Ergebnisse im Vergleich schon gar nicht soooo schlecht aus. Da ergeben sich in Zukunft sicher noch spannende Projekte für uns.

Mit die interessanteste Nebenwirkung der Beschäftigung mit einem neuen Medium ist der veränderte Blick, den man dabei entwickelt. (Das ist nicht immer positiv; ich würde gerne einmal wieder ein Sachbuch lesen, ohne automatisch im Hinterkopf nach besseren Formulierungen zu suchen, als sie der Autor/die Autorin gewählt hat, oder unbewusst nach Übersetzungsfehlern bei Fachausdrücken.) Bei Ganzkuppelfilmen stehe ich in dieser Hinsicht noch ziemlich am Anfang, aber einiges ist mir doch bei den Filmen, die im Rahmen der Tagung vorgeführt wurden, aufgefallen.

Stichwort Streulicht: Bei eigenen Show-Zusammenstellungen merkt man recht schnell, dass man da in der Tat an einer Kuppel arbeitet, und das heißt: Von hellen Flächen streut Licht auf die gegenüber oder seitlich liegenden dunkleren Flächen. Zu viele zu große zu helle Flächen, und ehe man sich’s versieht ist der Kontrast im Eimer. Wenn man damit einmal selbst hereingefallen ist, achtet man natürlich darauf, wie die anderen mit diesem Problem umgehen. Bei dem Zeiss-Imagefilm der Agentur Visuarte (nach eigener Aussage Ganzkuppel-Greenhorns) war das sehr schön zu sehen: elegant stilisierte Linienmodelle von Zeiss-Gerätschaften (sprich: viele dunkle Flächen, einige helle Linien), ganz generell meist dunkle Szenen mit helleren Highlights oder kleineren helleren Objekten. Ein Rätsel sind mir aber rückblickend einige der Sequenzen aus einem Preview der Flugsaurier-Show von Mirage 3d. Die waren vom Eindruck her eindeutig Tageslicht, ich erinnere mich aber nicht an mangelhaften Kontrast. Hm – was haben die Profi-Kollegen da gemacht?

Stichwort Realismus bei Computergrafiken: Was mir bei einer Reihe Planetariumsshows (nicht nur hier, sondern auch vorher) nicht gefällt bzw. gefallen hat, sind Szenen, bei denen ich den Eindruck hatte, dort werde Computergrafik um der Computergrafik willen gemacht. Seht her, wir können eine Computergrafik von Bauarbeitern bei der Arbeit machen! Von Galileis Studierstube! Soooo realistisch sind computeranimierte Menschen dann doch (noch) nicht, und mein Bauchgefühl dabei ist: Eine Reihe smarter Leute in Hollywood wissen sehr wohl, warum sie Computergrafik in fast allen Fällen als Ergänzung zu gefilmten Szenen einsetzen, und nicht auf Deubel komm ‘raus alles zu simulieren versuchen. Ich verstehe nicht, warum das in der Kuppel anders gehandhabt wird. (Ist es eine Kostenfrage?)

Wobei ich gleich hinzufügen muss, dass es in Wolfsburg beeindruckende Positivbeispiele für absolut angemessene und zum Teil atemberaubend realistische Computergrafiken gab. Die Sequenz beispielsweise, in dem die Kamera vor dem Flugsaurier herflog, im Hintergrund eine fremdartige Landschaft, war schon verdammt gut.

Stichwort Vollkuppelfilm vs. normaler Film: Vielleicht ist dies meine subjektive Meinung, denn sonst würden es die anderen ja nicht so machen, wie sie es offenbar doch tun; mein Eindruck ist jedenfalls, dass eine ganze Reihe Dinge, die bei normalem Film (auf dem Bildschirm oder im Kino betrachtet) auf der Kuppel nicht richtig funktionieren. Ein eher spezielles Beispiel: eine typische Art von Hollywood-(Action-)film-Trailer, bei der Anfangs zwischendurch immer schwarz abgeblendet wird (meist folgen dann immer dramatischere Actionsequenzen; Beispiele z.B. hier oder hier). Bei dem entsprechenden Trailer in der Kuppel fand ich diese Technik einfach nur störend.

Größenskalen sind ein weiteres Thema. Ja, ich habe mich auch daran gewöhnt, dass die Kamera bei Filmen von sehr fernen zu sehr nahen Einstellungen springt, und dass ich einmal die Hand in Großaufnahme, dann den ganzen Menschen, dann ein Gesicht, dann eine Menschenmenge sehe. Aber für mich hat ein Film in der Kuppel, vielleicht gerade weil er mich eher so umgibt wie meine echte Außenwelt, weniger Flexibilität bei den Größenskalen; irgendwie stört es mich, wenn ich auf der Kuppel plötzlich eine riesige Hand sehe, und ich habe das vage Gefühl, dass dieser Mangel an Flexibilität, positiv ausgedrückt: ein mehr oder weniger eingebauter “sense of scale”, durchaus ein Vorteil gegenüber normalem Film sein könnte, etwas, mit dem man arbeiten und das man zum eigenen Vorteil einsetzen kann. Wenn man die Skala des dargestellten eben nicht zu drastisch wechselt.

Sprich: ich habe viele Anlässe für weitere Experimente in unserer eigenen Kuppel. Und allein deswegen hat sich die Tagung schon gelohnt.

Das war natürlich längst nicht alles. Es ging außerdem noch um interessante Astronomie (ein schöner Vortrag von Matthias Steinmetz vom AIP), um die Rolle der Pädagogik im Planetarium, um Kindershows, standesamtliche Trauungen unter dem Sternenhimmel, Kooperationsmodelle, Erdkunde in der Kuppel, und, und, und. Nicht zu vergessen ein ebenso spannendes wie spontanes informelles Treffen (“Tipps, Tricks, und wie ist das eigentlich bei euch so?”) aller deutschen Nutzer des Velvet-Projektionssystems von Zeiss (na gut, fast aller Nutzer: die Wolfsburger Gastgeber mühten sich parallel dazu ab, einen renitenten Projektor ihres Systems wieder auf Vordermann zu bringen; dass wir anderen Velvetianer da neugierig herumstanden, um dann resolut aus der Kuppel heraus komplimentiert zu werden, war der Auftakt unseres Treffens gewesen).

Alles in allem sind Planetarien hinter dem Kontrollpult mindestens so spannend wie im Zuschauerraum. Neue Welten zu entdecken gibt es hier wie dort.

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

6 Kommentare

  1. Downgrade

    Ich sehe ein bisschen die Gefahr, dass Ganzkuppelvideos und Computeranimationen von der Grundidee des Planetariums wegführen, nämlich den Sternenhimmel so zu zeigen, wie wir ihn sehen könnten, wäre das Wetter besser und die Lichtverschmutzung geringer (oder wir auf einem anderen Breitengrad). Wenn dann nicht Profiastronomen mit ihren Daten und Simulationen dahinter stehen, wie das am HdA der Fall ist oder sich das Planetarium finanziell tragen muss, wird schnell ein Kuppelkino mit Lasermusikshows und Krimilesungen daraus. Ich bin da Purist: Das Beste an einem Planetarium ist der klassische Planetariumsprojektor. Dia und Video sind für mich Ergänzungen.
    Außerdem frage ich mich, warum man in Planetarien das Publikum so wenig aktiv einbindet, was die Gestaltung der Programme anbelangt. Es gibt Amateurastronomen, warum nicht auch Amateurplanetarier? Warum immer nur Wissensvermittlung von “oben” nach “unten”?

  2. @Stefan

    Ich finde prinzipiell gut, dass die Ganzkuppelprojektion es ermöglicht, über den klassischen Sternenhimmel hinauszugehen. Aber das liegt natürlich daran, dass ich vor allem astronomische Forschung erklären möchte und das System dann entsprechend einsetze. So ein Programm wie Uniview (mit den gleichen Daten wie das hier) ist da schon sehr, sehr praktisch.

    Was die Lasermusikshows und ähnliches angeht – oder auch nicht-astronomische Wissenschaftsshows –: Wohl jeder Verlag macht eine Mischkalkulation; wenn solche Zusatzangebote dabei helfen, das Planetarium zu finanzieren und solange die klassischen (interaktiven) Vorführungen nicht zu kurz kommen, spricht doch eigentlich nichts dagegen.

    Gibt’s wirklich keine Amateurplanetarier? Ich hatte in Gesprächen eher den Eindruck, die Vorführer (z.B. mit 400 Euro-Job) seien zwar zum Teil Studenten, aber zum Teil eben auch Enthusiasten. Wieviele da zusätzlich z.B. noch einen amateurastronomischen Hintergrund haben, weiss ich aber nicht.

  3. An die 80er Jahre im Hamburger Planetarium kann ich mich auch noch gut erinnern. Am Freitag Abend stand man meistens schon ab 19:15 Uhr oder früher an der Tür, um noch einen guten Platz er ergattern, der sich auf der Seite des Pultes befand. Schon damals war die Akustik in der Kuppel doch recht schwierig und wer gegenüber saß, bekam immer irgendwie einen Nachhall mit. Prof. Dr. Übelackers Vorträge zählten zu den besten, es gab aber auch eine ganze Reihe von Klassikern. So wurde der Eröffnungsvortrag stets von Prof. Keller aus Stuttgart gehalten. Auch andere Redner kamen und vermittelten Wissen auf ihre Art.

    Leider hat das heutige Hamburger Planetarium mit astronomischer Wissensvermittlung nicht mehr viel zu tun. Lasershows, Lesungen (auch ohne astronomischen Bezug) etc. haben dort den Vorrang und die klassischen Fachvorträge gibt es nicht mehr. Nach meiner persönlichen Auffasung ist das Haus von einem Ort der Wissenschaft zu einem Kunst- und Kommerztempel verkommen.

    Aus diesen und hauptsächlich auch aus anderen Gründen – als Prof Übelacker pensionsiert wurde und das Haus verließ wurde auch unser Verein, die GvA Hamburg, von der neuen Leitung rausgeworfen (ein bisher nach wie vor einmaliger Vorgang in der deutschen Astronomieszene) – habe ich das Hamburger Planetarium seit rund 10 Jahren nicht mehr betreten.

    Aber wenn ich mir im Web so das Programm anschaue, gibt es da auch nichts mehr, was mich da reizt. Um so erstaunlicher sind die hohen Besucherzahlen. Anscheinend hat man heute nicht mehr so das Interesse an astronomischer Volksbildung als früher. Die Besucherzahlen rühren aber auch daher, dass es mehr Veranstaltungen als früher gab, vor allem solche, die mit einem Planetarium so gar nichts zu tun haben und wo die Astronomie nur noch Alibifunktion hat.

    Wie auch immer, ich erinnere mich gerne an die früheren Zeiten, doch automatisierte Lasershows aus den USA finde ich irgendwie nicht interessant.

  4. @Markus Pössel

    Also wenn Enthusiasmus gleichbedeutend mit Ausbeutung ist, dann: Gute Nacht! Ich denke so mancher Vorführer würde gerne mehr verdienen als € 400,-

    Aber das meinte ich ja gar nicht. Was ich meinte ist, dass Planetarien ja oft von Vereinen begleitet werden. Naiv wie ich bin dachte ich, dass solche Planetarienvereine ihren Mitgliedern die Gelegenheit geben, etwas astronomisches zu tun, etwas machen. Stattdessen dienen sie aber mehr der Geldeintreibung und dazu dem Planetarium durch die im Verein organisierten Bürger politisches Gewicht zu verleihen. Das ist zumindest meine Erfahrung. Klasse finde ich die Verbindung von Planetarium und Sternwarte, wie sie in Stuttgart gepflegt wird. Ist leider etwas zu weit für mich.

  5. @Stefan

    Ich meinte schlicht folgendes: Feste Mitarbeiterstellen werden in Planetarien eben doch, soweit ich sehen kann, an die “Profis” vergeben – mit Hintergrund in Astronomie (gar nicht so selten Promotion, wenn ich mal nach Mannheim ‘rüberschiele) plus Erfahrungen in der Wissenschaftskommunikation. Über die Praxis der 400-Euro-Jobs für Vorführer kann man streiten (zumal da natürlich ein Trend von hochwertig-interaktiven Vorführungen hin zu “Fulldome-Show per Knopfdruck ablaufen lassen” mit hineinspielt), aber mein Eindruck ist: diese Art von Job stehen dann eben durchaus auch Menschen offen, die in den Planetariumsbetrieb “hineinschnuppern” möchten (eben Studenten oder auch “Planetariumsamateuren”).

    Vereine kenne ich bei Planetarien auch im wesentlichen als Fördervereine. Auf dem Königstuhl gibt es aber z.B. die Astronomieschule e.V.; die machen bei uns im Haus der Astronomie durchaus Veranstaltungen, bei denen entsprechend eingewiesene Vereinsmitglieder auch unser digitales Planetarium bedienen.

  6. @Manfred Holl

    Es ist beschämend, wie wenig ich damals die verschiedenen Vortragenden registriert habe – die Namen sagten mir damals wohl schlicht nichts. Jetzt kenne ich Herrn Prof. Keller natürlich (und er war natürlich auch auf der Wolfsburger Tagung), aber ob ich ihn damals gehört habe, weiss ich nicht.

    Zum jetzigen Programm – über den Mix kann man sich natürlich streiten, aber es ist ja nicht so, als ob die Astronomie ganz verschwunden wäre – und auch interaktive Programme wie Himmelsvorschau und Skywalk sind da durchaus noch vertreten.

    Von dem GvA-Rauswurf hatte ich schon gehört; das ist nach allem, was ich darüber weiß, allerdings in der Tat eine sehr ungute Sache.

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