• Von Markus Pössel
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Sommererinnerungen: Astronomischer Tag der Offenen Tür auf dem Königstuhl

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… aber nicht einfacher
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In Heidelberg ist es jetzt so richtig nass und kalt. Nicht die schlechteste Zeit, um an den Sommer zurückzudenken, und das bedeutet für uns am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) und am Haus der Astronomie vor allem auch unseren Tag der Offenen Tür am 21. Juni 2015. Solche Tage der Offenen Tür sind besonders schön, weil in diesem Falle wirklich so gut wie alle Wissenschaftler und nichtwissenschaftlichen Mitarbeiter vor Ort sind und sich vorab einiges ausgedacht hatten, um ihre Forschung zu präsentieren. (Ich habe von anderen Instituten gehört, dass das nicht die Norm ist – in manchen Instituten stöhnt man wohl ob solcher Tage als Mitarbeiter eher als dass man sich freut.)

Hier jedenfalls ein kurzes Video mit Impressionen vom Tag der Offenen Tür im Juni:

Mit dabei: Die Live-Aktion, auf den Vorplatz des MPIA den Spiegel des derzeit im Bau befindlichen weltgrößten Teleskope E-ELT im Maßstab 1:1 aufzuzeichnen; viele Modelle – zum Teil Bauteile echter Teleskope, zum Teil selbstgemachte Demonstrations-Modelle wie das zur Adaptiven Optik -; die Werkstätten des MPIA; ein letzter Blick auf das Instrument LINC-NIRVANA, das ja inzwischen zum Large Binocular Telescope in Arizona verschifft wurde; ein umfangreiches Vortragsprogramm; sicher die beste Neuerung dieses Jahres: das maßstabsgetreue, selbstleuchtende 3D-Modell der 100 sonnennächsten Sterne; ein maßstabsgetreues Modell des Sonnensystems; Teleskopführungen; Vorführungen und Präsentationen im Haus der Astronomie und, mangels sichtbarer Sonne: Beobachtungen von künstlichen Zielen (=ausgedruckten Galaxien, Planeten etc.) mit Kleinteleskopen.

Als Partner mit dabei waren u.a. das Zentrun für Astronomie der Universität Heidelberg (dass z.B. Führungen über die benachbarte Landessternwarte anbot), das Max-Planck-Institut für Kernphysik und die Forscherstation (Klaus-Tschira-Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung).

Trotz einiger Konkurrenz (etwa der Großveranstaltung “Lebendiger Neckar”) und alles andere als idealem Wetter fanden 3700 Besucher ihren Weg auf den Königstuhl.

Im Jahre 2018 gibt es bei uns den nächsten Tag der Offenen Tür. Vormerken!

 

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.