Klimakrise und Energiewende: ein paar positive Entwicklungen

Shop for solar cell panels, Ouagadougou, Burkina Faso, West Africa (from roof of the Amiso hotel). Nutzer Wegmann via Wikimedia Commons unter Lizenz CC BY-SA 3.0

In vieler Hinsicht ist unser gesamtgesellschaftlicher Umgang sowohl mit der Klimakrise als auch mit der Energiewende als Reaktion auf die neuen Erfordernisse ja durchaus frustrierend. Dass mit Trump in den USA jemand an die Macht gekommen ist, der voll auf der Desinformations-Linie derer liegt, die mit fossiler Energie schnell noch soviel Reibach wie möglich machen wollen, gehört zu den wesentlichen Frust-Faktoren. Dass Deutschland eine Wirtschaftsministerin hat, die sich offenbar vor allem als Gasförderungsministerin sieht, kommt hinzu. Und dass weite Teile der Medien durchaus zögerlich-bis-grottig-schlecht berichten, wenns um jenes Thema geht, stimmt leider auch. Eine Klimakonferenz wie in Dubai 2023 unter dem Vorsitz eines Ölfirma-CEOs, in deren erstem Abschlusserklärungsentwurf dann wenig überraschend der vollständige Ausstieg aus fossilen Energien gar nicht erst vorkommt, ist ebenfalls nicht dazu geeignet, Klima-Optimismus zu erzeugen.

Und diejenigen, die eigentlich die Verantwortung hätten, verweigern sich ja durchaus einer sachlichen Diskussion: Am 18. Mai dieses Jahres kam der jährliche Prüfbericht des Expertenrats für Klimafragen heraus und bescheinigte der Bundesregierung, bereits die Ziele für 2030 mit einiger Sicherheit zu verfehlen. Wenn ich mit Google-Suche nach der Berichterstattung auf tagesschau.de in den darauffolgenden Wochen gehe, dann war die Reaktion der Bundesregierung darauf ein knappes: „Nö, sehen wir anders“, und mehr nicht. Eine großartige gesellschaftliche Diskussion wie bei anderen wichtigen politischen Entwicklungen entspann sich daraufhin nicht. Business as usual. Don’t look up. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. 

Aber gerade in letzter Zeit begegnen mir immer häufiger Meldungen, die ich entweder direkt oder indirekt positiv finde. Direkt positiv, wo es z.B. bei der Energiewende in Bewegung in die richtige Richtung geht. Indirekt positiv dort, wo die Meldung an sich ungut ist, aber anhand der Meldung klar wird, dass es wieder in einer ganz bestimmten Weise schwieriger geworden ist, das Problem Klimakrise zu leugnen. Und mein (klar, subjektiver) Eindruck ist: Andere Menschen machen dieselbe Erfahrung. Es wird schwieriger und schwieriger, selbst die nicht sonderlich politik- oder wissenschaftsinteressierten Menschen in Bezug auf die Klimakrise so irrezuführen, wie das bislang ganz gut ging. Hier ein paar Beispiele:

Wenn die Heizhammer-Polemik verpufft

Wie BILD mit dem Heizhammer 2023 auf die Reform des Gebäudeenergiegesetzes eindrosch und damit beachtlichen öffentlichen Einfluss ausübte, war natürlich einer der Frustmomente. Dass da ein vorgeblich journalistisches Medium, das sich damals noch im Besitz eines wesentlichen Fossil-Investors befand, rein zufällig in genau jener Weise lobbyartig tätig wurde, die finanziellen Schaden eben von Fossil-Investoren abzuwenden geeignet war, hat ja damals leider die anderen Medien nicht wirklich davon abgehalten, auf den Zug aufzuspringen. Obwohl das die Zeit der Enthüllung von please-stärke-die-FDP war, wo also auch politisch eher desinteressierte Menschen mitbekommen konnten, wie wenig neutral-journalistisch die Springer-Zeitungen aufgestellt waren. Dass bestimmte für Hausbesiter*innen entscheidende Hintergrundinformationen, etwa der Umstand, dass fossiles Heizen allein schon aufgrund der geltenden EU-Emissionshandel-Regelungen auf absehbare Zeit extrem teuer zu werden drohte, bei der Berichterstattung ungewöhnlich weit im Hintergrund blieben (meine vorsichtige Formulierung für: ich erinnere nicht, jene Information damals in der Berichterstattung überhaupt gesehen zu haben), ist ebenfalls kein journalistisches Ruhmesblatt.

Und klar, eine Reihe von Hausbesitzer*innen sind darauf hineingefallen und haben schnell noch nagelneue Gas- oder sogar Ölheizungen gekauft. Aber trotz dieser mit viel Geld und großer Plattform gepushten quasi-journalistischen Lobbyarbeit sah die Abstimmung-mit-dem-Geldbeutel in den Folgejahren so aus (hier nach einem Bluesky-Post von Jan Rosenow):

Anteil von Wärmepumpen, Gas, Öl und anderen Heizungen an den neu installierten Heizungen für die Jahre 2010 bis einschließlich 2025. Nach zaghaften Zuwächsen 2017 auf 2019 (12 auf 17 Prozent), hin zu 2022-2024 (um die 24 Prozent) im Jahre 2025 ein Sprung auf 48 Prozent Anteil für Wärmepumpen für das Jahr 2025.

Da spielen sicher viele Faktoren hinein, nicht zuletzt der russische Einmarsch in der Ukraine. Aber was dieses Diagramm nicht zeigt, ist das Ergebnis einer restlos erfolgreichen Lobbykampagne pro Gas- und Ölheizung. Und die Faktoren für die Zukunft, die noch nicht enthalten sind, stimmen optimistisch: Trumps komplett aberwitziger Angriff auf den Iran im Februar 2026 hat noch mehr Menschen deutlich gezeigt, was für Probleme eine Abhängigkeit von fossilen Importen haben kann. Und auf lange Sicht (und auch diese Warnung erinnere ich nicht aus der Heizhammer-Debatte) werden die Betriebskosten der Gas-Infrastruktur pro nutzendem Haushalt immer höher, wenn die Zahl der Haushalte mit Gasversorgung sinkt. Das dürfte ab einem bestimmten Punkt einen selbstbeschleunigenden Effekt für den Umstieg auf Wärmepumpen haben. 

Hitzekrise

Die extremen Hitzetage in weiten Teilen Deutschlands in den letzten Wochen waren einer der direktesten Wege, Klimakrise am eigenen Leib zu erfahren. Und ja, auch da wurde von bestimmten Menschen alles getan, das kleinzureden. Aber die meisten Menschen lassen sich soweit ich sehen kann auch da nicht (mehr) ‚reinlegen. „Heiße Tage gab es früher auch“ lässt sich mit einem Blick auf die Statistik solcher Tage entlarven, die inzwischen ja für viele Orte wirklich sehr deutlich zeigt, wie stark die Häufigkeit solcher unangenehm heißen Tage zugenommen hat. Und auch wenn in der Medien-Berichterstattung Unsitten wie „wir-bebildern-eine-Hitzewelle-mit-Fotos-vom-Strand-und-vom-Eisessen“ oder Artikel über die Hitzewelle, in denen der Begriff Klimawandel gleich ganz fehlt, noch nicht ganz überwunden sind: Immerhin gibt es zu einigen der dreistesten Verharmlosungs-Lügen jetzt einiges an Fakten-Checks, und außerdem Berichte zur Attributionsforschung.

Viel wichtiger finde ich diejenigen Berichte, in denen klar wird, worum es bei dieser Art von Hitzebelastung eigentlich geht. Wenn etwa in Köln, wo bei der jüngsten Hitzewelle ein Notlazarett eingerichtet werden musste, der dortige Feuerwehrchef im Interview sehr klar darüber redet, wie die Hitze das Rettungs-System an seine Grenzen bringt, und ein Satz fällt wie „Für uns als Einsatzkräfte ist der Klimawandel nicht mehr eine abstrakte Gefahr in der Zukunft. Der ist real da.“ Wenn dann endlich über Klimaanlagen in Krankenhäusern, Kitas, Schulen geredet wird. Das ist zwar lange noch nicht das, was man liest, wenn man auf Sozialen Medien denjenigen zuhört, die direkt ihre Notdiensterfahrungen teilen, aber immerhin ein Anfang.

Dass der (SPD-)Bundesumweltminister die Rolle der Klimakrise für die Hitzewelle sogar recht klar benennt, finde ich durchaus beachtlich, gerade im Rahmen der derzeitigen Koalition, bei der das Wort „Klimaschutz“ gefühlt immer nur im Rahmen von Aussagen fällt, warum man den Klimaschutz jetzt aber wirklich mal wieder etwas einhegen und bremsen und verzögern müsse. 

Klimakrise und Wirtschaft

Was mich gleich zu einem weiteren Thema bringt, zu dem sich etwas tut. In dem aktuellen Analysetext „Welche Stellenwert hat die Klimapolitik derzeit?“ auf den Tagesschau-Webseiten aus Anlass der Hitzewelle findet sich etwas, das mir in der journalistischen Berichterstattung häufig genug gefehlt hat: Ein einordnendes Kontra zu dem Versuch, mit der Behauptung wir-dürfen-Klimaschutz-nicht-übertreiben-weil-das-unserer-Wirtschaft-schadet durchzukommen. Hier der entsprechende Abschnitt:

Schnappschuss von tagesschau.de: "Klimaschutz und Wirtschaft Grundsätzlich dürfe Klimaschutz die industrielle Basis nicht gefährden, sagte Merz auf dem Petersberger Klimadialog im April in Bonn. "Eine Transformation, die zur Deindustrialisierung führt, wird in der Bevölkerung keine Akzeptanz finden und letztlich Innovationen behindern." Sprich: Zu viel Klimaschutz bedrohe die Industrie. Allerdings bedroht zu wenig Klimaschutz die Wirtschaft auch. Das rechnen regelmäßig Fachleute und Versicherer vor. Denn jede Naturkatastrophe kostet. Der Sommer ist noch lang - es wird vielleicht noch Gelegenheiten geben für den Kanzler und sein Kabinett, die Hitze zur Chefsache zu machen."

So zu tun, als müsse man den angeblichen Widerspruch zwischen Klimaschutz und Wirtschaft nur mantrahaftig wiederholen, ohne ihn je begründen zu müssen, wird angesichts dessen, was in den letzten Monaten durch die Nachrichten ging, eben auch immer schwerer. Irgendwann fällt den Menschen dann eben doch auf, dass China enormen Umsatz damit macht, Technik für erneuerbare Energien zu vertreiben. Gerade so, als wäre der Klimawandel nicht ein Wirtschaftshemmer, sondern wie jede Umstellung eine große wirtschaftliche Chance. Die Deutschland aber irgendwie wieder und wieder verpasst hat. Wie das halt so ist, wenn physikfern von mythischen „hocheffizienten Verbrennern“ geschwärmt wird, während in China selbst erstmals mehr E-Autos verkauft werden als Verbrenner, und chinesische Autos auch in Europa immer beliebter werden. Wenn der nach wie vor langsame Hochlauf der Elektromobilität die hiesige Autoindustrie nach wie vor belastet.

Umgekehrt dürfte Menschen, die regelmäßig Nachrichten konsumieren, auffallen, wie deutlich der doch angeblich so wirtschaftsfreundliche Klimaschutz-bitte-nicht-übereilen-Kurs der Bundesregierung gerade aus der Wirtschaft heraus kritisiert wird. Wenn der Bundesverband der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nachdrücklich fordert, jetzt endlich mal Tempo zu machenn beim Stromnetz-Ausbau. Wenn 1700 Unternehmen einen offenen Brief an die Wirtschaftsministerin schreiben, die Energiewende bitte nicht auszubremsen. Wenn Wind- und Solarenergie auf einmal als Jobmotor in den Schlagzeilen sind, verbunden mit der Sorge, der klimaschutzträge Kurs der Bundesregierung könnte einen Teil der mehr als 400.000 Arbeitsplätze in jenen Bereichen gefährden. Es geht längst nicht mehr um Klimaschutz vs. Wirtschaft. Der Klimaschutz ist längst selbst ein positiver Wirtschaftsfaktor.

Markt-Schwung bei der Teilen der Energiewende

Umgekehrt macht Hoffnung, wo es zu unerwarteten Erneuerbare-Energien-Booms kommt. Das aktuelle Paradebeispiel ist Pakistan, wo viele Privathäuser billige Photovoltaik aus China installiert haben – als Reaktion unter anderem auf die regelmäßigen Stromsperren („load shedding“) der offiziellen Energieversorger dort. Eine Situation, die dann wieder ganz eigene Herausforderungen für das Energienetz schafft, aber eben auch ein Beispiel dafür, wie der Markt auch im Bereich erneuerbare Energien eine positive Wirkung entfaltet, sobald die Möglichkeiten dafür vorhanden sind. Wichtig vor allem, weil sich mehr Länder dieser Welt in einer Situation befinden, die der von Pakistan ähnlicher ist als der von Deutschland (siehe diesen Beitrag von Jan Rosenow).

Auch in Indien tut sich den Nachrichten nach gehörie etwas in Richtung erneuerbare Energien. Der Khavda Renewable Energy Park in Gujarat kombiniert Photovoltaik, Windkraft und Batterien zu inzwischen 13 GW an dauerhafter elektrischer Leistung. Ziel: 30 GW. Beim Besuch des Bundeskanzlers in Indien diesen Januar war einer der wirtschaftlichen Kooperationsverträge die Lieferung von grünem, also mit Hilfe von erneuerbaren Energien hergestelltem Ammonia von Indian nach Deutschland. Erneuerbare als internationaler Wirtschaftsfaktor.

Generell bekommt der Markt bei den erneuerbaren Energien unter geeigneten Bedingungen Beachtliches hin: eine positive Rückkopplung in Gang setzen, bei der sinkende Preise zu größerer Nachfrage führen, die wiederum zu höherer Produktion, die wiederum zu sinkenden Stückkosten und sinkenden Preisen führen, und so weiter. Dass die Internationale Energie-Agentur IEA sich, offenbar durch stetiges Verleugnen dieser Dynamik, bei ihren Abschätzungen zum Ausbau von Photovoltaik in vielen aufeinanderfolgenden Jahren wieder und wieder und wieder zuungunsten der erneuerbaren Energien verschätzt hat, ist längst ein running gag beim Energiethema. Das klassische Diagramm dazu, von Auke Hoekstra, ist dieses hier:

Diagramm von Auke Hoekstra zu den Schätzungen der IAE zur Entwicklung des Zubaus bei der Photovoltaik, für die Jahre 2002 bis 2017. Die Schätzungen verlaufen jeweils recht flach. Die tatsächliche Entwicklung verläuft ganz anders, nämlich exponentiell.

Wir hatten bei uns im Livestream „Astro & Co“ (jeweils Montag 19 Uhr) vor ein paar Wochen Christian Holler zu Gast, mit handfesten Zahlen zur Energiewende – ich hatte hier etwas darüber geschrieben. Christian hatte jenes Diagramm noch forgeschrieben, nämlich die Zahlen für 2025 dazu eingetragen:

Version des vorigen Diagramms, nur diesmal ragen weit nach oben über das Diagramm hinaus die enormen Zubau-Zahlenwerte für 2022 (226 GW) und für 2025 (650 GW, mehr als drei Mal so hoch wie die Obergrenze des ursprünglichen Diagramms).

Das ist dann schon absurdes Theater. Und man fragt sich, wie die fast zwei Jahrzehnte an systematischer Unterschätzung – die dann vermutlich ja auch Konsequenzen für Entscheidungen hatten, wie realistisch die Energiewende ist! – zustandekam und was sie für Schaden angerichtet hat. Für Batterien gibt es ähnlich erfreuliche Entwicklungen: Der Preis für Lithium-Ionen-Batterien ist in den letzten Jahrzehnten enorm gefallenNatrium-Ionen-Batterien sind im Kommen. Es tut sich etwas, in vielen Gebieten.

Bitte keine Vorurteile wiederkäuen

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung können wir uns schlicht nicht mehr leisten, unsere Einschätzungen auf Vorurteilen aufzubauen, die, wenn sie denn überhaupt jemals gestimmt haben, längst überholt sind. Deutschland als angeblicher Spitzenreiter bei der Energiewende, verbunden mit der Klage, die anderen würden ja alle gar nicht mitmachen und alleine habe das mit dem Klimaschutz keinen Sinn? Quatsch, wie nicht zuletzt die folgende Karte von „Our World in Data“ zeigt:

Weltkarte von "Our World in Data" mit dem Anteil von Erneuerbaren Energien an der Elektrizitätsproduktionn Stand 2025. Insbesondere Teile von Südamerika und Afrika liegen zwischen 80% und 100%. Deutschland mit 59% liegt im Mittelfeld.

Dass zusätzlich zu den fossil gekaperten UN-Klimakonferenzen dann eben auch Treffen stattfinden wie jenes der „Koalition der Willigen“ in Kolumbien im April 2026, bei der 57 Nationen, die insgesamt immerhin ein Drittel der weltweiten wirtschaftlichen Aktivitäten repräsentieren, sich ganz pragmatisch Gedanken darüber machten und Erfahrungen dazu austauschten, wie man Wohlstand und Klimaschutz verbinden kann (und das in einem interessanten, echten Diskussionsformat mit Beteiligung der Wissenschaft), passt in dieses Bild.

Deutschland ist, siehe auch diese Aufstellung auf Wikipedia, beim Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren im Mittelfeld. Vor uns eine bunte Mischung aus Ländern: europäische Länder, afrikanische Länder, südamerikanische Länder, Länder mit ganz verschiedenen Entwicklungsstufen, die es trotzdem alle irgendwie auf jeweils eigene Weise geschafft haben, schneller als Deutschland zu sein. Da muss man sich schon sehr anstrengen, um einen guten Grund zu finden – im Gegensatz zu peinlichen Gründen wie „bei uns war die Fossil-Lobby halt leider zu stark und hat die Politik zu sehr beeinflusst“ – warum wir hinterherhinken.

Auch in den Ländern, die auf der Liste deutlich hinter uns stehen, tut sich etwas. Burkina Faso etwa arbeitet daran, das Land überhaupt erst einmal dezentral, mit Photovoltaik und Mini-Netzen, zu elektrifizieren. Für viele Menschen weltweit bedeutet die Umstellung überhaupt erst einmal Zugang zu Elektrizität. (Das Bild unten, hier auch als Titelbild meines Blogbeitrags genutzt, zeigt einen Solar-Shop in der Hauptstatt Ouagadougou, aufgenommen von Wikimedia-Nutzer (Martin) Wegmann vom Dach des Amiso-Hotels, unter Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0.)

Shop for solar cell panels, Ouagadougou, Burkina Faso, West Africa (from roof of the Amiso hotel). Nutzer Wegmann via Wikimedia Commons unter Lizenz CC BY-SA 3.0

Oder die Gebetsmühle, mehr Klimaschutz sei mit den Menschen nicht zu machen, man müsse die Menschen mitnehmen etc. pp.? Trotz massiver Pro-Fossil-Propaganda in einigermaßen einflussreichen Medien (u.a. von den Heizungshammer-Machern) ist auch das einfach nicht wahr. Gerade vorgestern ist wieder eine Studie erschienen, die einerseits Wähler*innen, andererseits Mandatsträger*innen in Deutschland befragt hat, wie sie die Bereitschaft der hiesigen Menschen einschätzen, für Klimaschutzmaßnahmen eigene Nachteile hinzunehmen. Das Ergebnis: die Bereitschaft der Bevölkerung zum Klimaschutz wird systematisch und deutlich unterschätzt. Das passt zu anderen Studien, denen zufolge Menschen (in dem Falle: weltweit) unterschätzen, wie viele ihrer Mitbürger*innen für mehr Klimaschutz sind – ein irrtümliches „ich selbst bin ja dafür, aber die meisten anderen nicht“. Ein Irrtum, der dann wiederum Menschen davon abhält, sich deutlicher für Klimaschutz stark zu machen, nach dem Motto: hat ja eh keinen Sinn, ich bin allein auf weiter Flur.

Über Lösungen reden

Dass es positive Nachrichten gibt, heißt natürlich nicht, dass ab jetzt alles ganz einfach wäre, oder dass es für alle Herausforderungen der Energiewende bereits direkte Lösungen gäbe. Flugverkehr, Bauen mit Zement, chemische Industrie: da kommt noch einiges auf die Welt zu. Andererseits wären natürlich auch das Chancen für Deutschland, wenn wir denn wirklich noch ein forschungs- und entwicklungsstarkes Land sind, wieder Betätigungsfelder zu finden, in denen wir eine Chance haben, führend zu sein. Im Flugzeugbau etwa hat China es (noch) nicht geschafft, Europa zu überholen. Da dürften die Chancen, den Anschluss nicht zu verlieren, größer sein als in den Bereichen (wie derzeit Elektroautos oder Batterien) wo Europa bereits einigermaßen abgeschlagen hinterherhechelt.

Die positiven Nachrichten besagen insbesondere, dass diejenigen, die im Ganzen und oft genug ja im Detail darauf bestanden haben, das sei alles ja sowieso nicht zu schaffen und zu stemmen, die Energiewende von vornherein unwirtschaftlich etc. pp. eben in Bezug auf eine ganze Reihe von Aspekten unrecht hatten. Die hyperpessimistischen IEA-Vorhersagen für die Photovoltaik-Entwicklung zeichnen an jener Stelle ein sehr deutliches Bild. Die fatalen wirtschaftlichen Folgen der Erneuerbare-Technologie-Feindlichkeit und -Zögerlichkeit sind unübersehbar.

All das deutet darauf hin, dass es sich lohnen dürfte, auf einen allgemeineren Wechsel in der öffentlichen Debatte hinzuarbeiten. Mit übervereinfachten Parolen wie „wir müssen uns zwischen Klimaschutz und Wirtschaft entscheiden“ sollte angesichts der Faktenlage niemand mehr ankommen dürfen, ohne unter schallendem Lachen des Raumes verwiesen zu werden. Kritische Nachfragen sollten routinemäßig insbesondere überall da kommen, wo es jetzt darauf ankommt, Tempo zu machen, damit Deutschland den Anschluss nicht verliert. Dafür, wie es weitergehen kann, gibt es ja, wiederum von den Kolleg*innen von Fraunhofer, recht gut ausgearbeitete Pläne. Vor knapp zwei Wochen gab es dazu ein interessantes Webinar bei „Europe Calling“ (mit Christoph Kost vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme sowie mit Sven Giegold, Michael Bloss und Jutta Paulus von den Grünen), nämlich dieses hier:

 

Das heißt nicht, dass das, was Herr Kost in jenem Vortrag erzählt, bereits alles der Weisheit letzter Schluss sein muss. Aber der Vortrag, und die dazugehörige Studie zu einer kostenoptimalen Energiewende, oder auch diese jüngere Studie zu Batteriespeichern und Flexibilität im Energiesystem, bieten auf alle Fälle Stoff für ernsthafte Diskussionen.

Zwischenfazit

Wie könnte man die Situation also angemessen zusammenfassen? Keine Beschreibung dessen, was da passiert, wäre vollständig ohne die Aussage, dass sich auf dem Bereich der Umstellung hin zu einem CO2-neutralen Energiesystem weltweit gewaltig etwas tut. Und das sicher nicht nur aus Klimaschutz-Idealismus – ein wichtiger Anteil sind die üblichen Profitbestrebungen von Firmen, sowie ab Ende Februar 2026 die Erkenntnis, wie schnell die fossile Energieversorgung durch internationale Ereignisse wie den Irankrieg aus der Bahn geworfen werden kann. Auch beachtlich viele Regierungen tun etwas für den Klimaschutz – klar, bei weitem nicht alle. Aber wenn die internationale Stimmung dann doch einmal kippt, muss Deutschland schauen, dass es nicht abgehängt wird. Die drohenden EU-Strafzahlungen sind ein erstes Beispiel dafür. Dass die aktuelle Bundesregierung anfangs geplant hatte, jene Zahlungen aus dem für den Umbau gedachten Fonds KTF zu zahlen, war ein fatales Zeichen – dass sie damit am Ende nicht durchkam und im letzten Moment einlenkte, ein positives.

Dass es in Deutschland nach wie vor Politiker gibt, die uns vormachen wollen, Klimaschutz bedeute Deindustrialisierung, sollte uns immens peinlich sein. In Bayern stand 1878 das erste fest installierte Elektrizitätswerk. Haber, Bosch, Linde: Wir waren mal Pioniere in der chemischen Prozesstechnik. Sich angesichts eines weltweiten Umbruchprozesses (und Umbrüche sind immer Chancen, bei denen die Karten neu gemischt werden!) hinzustellen und zu sagen: „Nee, sorry, deutsche Ingenieure können nur eines gut, nämlich Verbrennungsmotoren bauen, da bleibt uns wohl nur die Wahl zwischen Fossil-Renaissance oder Aufgeben“ ist eine selbsterfüllende wirtschaftlicher-Niedergangs-Prophezeiung.

Handlungsmöglichkeiten gäbe es. Bis hin zu Dingen, die eigentlich Selbstgänger sein müssten: Wir dürfen uns keine Politiker mehr leisten, die den für Klimaschutz und Transformation gedachten Fonds KTF eben nicht für den vorgesehenen Zweck verwenden, sondern um Haushaltslöcher zu stopfen (wie jetzt gerade von Schwarz-Rot geplant, via den empfehlenswerten Newsletter von Frau Büüsker). Niemand, der so etwas tut, sollte je wieder klagen dürfen, man würde ja gerne Klimaschutz treiben, aber es sei kein Geld dafür da. Wer als semi-monopolistischer Netzbetreiber Rekord-Rendite einfährt, von denen andere Branchen nur träumen können, sollte nicht mehr beim dringend nötigen Netzausbau aus angeblicher Geldnot auf die Bremse treten dürfen. Und warum diejenigen, die ansonsten von technischen Innovationen, der Entfesselung des Marktes und Bürokratieabbau schwärmen, es nicht schaffen, in Deutschland z.B. intelligente Stromzähler einzuführen, während andere Länder schon dabei sind die zweite Generation solcher Zähler auszurollen, kann einen doch nur den Kopf schütteln lassen. Und zeigt noch einmal, dass wir in Deutschland eben doch ein Politikproblem haben, das unsere wirtschaftliche Fitness durch Trägheit und Verzögerungen aktuell gerade deutlich herunterzieht. Als ob wir uns so etwas in der derzeitigen Situation leisten können. (Bei uns im Haus war dieses Jahr ein Installateur, der einen neuen Stromzähler eingebaut hat – aber eben noch keinen intelligenten, sondern die noch unter der Regierung Merkel [!] beschlossene Vorgängervariante. Dem Installateur war das sichtlich etwas peinlich.)

Bis die neuen Realitäten flächendeckend in der Politik angekommen sind, können wir eigentlich nur versuchen, die Politik zumindest nicht mit veralteten Einschätzungen und verknöcherten Vorurteilen einfach so durchkommen zu lassen. Kritisch Nachfragen kann man eigentlich aus jeder politischen Perspektive: umweltfreundlich, weil die Klimakrise die Ökosysteme nun einmal massiv gefährdet bzw. stört. Wirtschaftsfreundlich, weil es unserem Land nichts bringt, bei den neuen Schlüsseltechnologien hinterherzuhinken. Sozialfreundlich, weil Energieversorgung kein Armutsfaktor werden darf – und auf internationaler Ebene, weil die neuen Technologien mehr Verteilungsgerechtigkeit schaffen können, siehe Pakistan und siehe zahlreiche afrikanische Länder, bei denen „off grid“ nun eben nicht mehr heißt, weitgehend ohne Elektrizität auskommen zu müssen.

Wie gesagt: Mein Eindruck ist, dass diese partiell guten Nachrichten in letzter Zeit mehr werden. Das macht mir zumindest verhalten Hoffnung auf einen Stimmungswechsel. Kipp-Punkte gibt es nicht nur beim Klima, sondern auch in gesellschaftlichen Diskussionen. Wenn wir bei der Diskussion in Deutschland von den leeren Phrasen wegkämen und ehrlich diskutieren würden, was auf dem Spiel steht und welches der beste Weg vorwärts ist, wäre schon viel gewonnen. (Ein sehr positives Beispiel ist da für mich der Journalist Malte Kreutzfeldt. Der hat auf Bluesky regelmäßig Threads, indem er beim Klima, aber auch bei anderen Themen datenbasiert kritisch und nachvollziehbar nachhakt.) Es gibt in den Medien und in der Politik leider noch zu viele Dinosaurier mit veralteten Einschätzungen und Herangehensweisen, die bremsen und verzögern. Aber mit Dinosauriern verbinden wir eben auch: sie sind irgendwann ausgestorben.

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Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, seit 2010 zudem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit am Max-Planck-Institut für Astronomie und seit 2019 Direktor des am Haus der Astronomie ansässigen Office of Astronomy for Education der Internationalen Astronomischen Union. Jenseits seines "Day jobs" ist Pössel als Wissenschaftsautor sowie wissenschaftsjournalistisch unterwegs: hier auf den SciLogs, als Autor/Koautor mehrerer Bücher und vereinzelter Zeitungsartikel (zuletzt FAZ, Tagesspiegel) sowie mit Beiträgen für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

33 Kommentare

  1. @Hauptartikel

    Mit PV mit integrietem Lithiumspeicher nah am Verbraucher samt Wechselrichter und intelligenten Stromzählern müsste sich von selber ein funktionierendes Stromnetz schon aus dem Nichts aufbauen lassen.

    Und das kann dann weitere Produzenten und Verbraucher mit einschließen. Als etwa Windräder oder Entsalzungsanlagen.

    Und das kann sich in alle bestehenden Netze integrieren. So kann man sich etwa in Deutschland mit genug PV und Speichern von etwa einer halben Tagesleistung über das Sommerhalbjahr schon ganz gut versorgen. Dazu dann noch die Windenergie, und schon sind wir mit der Energiewende schon sehr weit.

    Fossiles Backup brauchen wir dann nur noch Phasenweise, mit Wochen oder Monaten dazwischen ganz ohne. Und die Netze wären mit den überall verbauten Speichern so flexibel, dass wir keine schnell reaktionsfähigen Gaskraftwerke dafür brauchen.

    Es tun dann auch alte Kohlekraftwerke, die nur hin und wieder hochgefahren werden müssen, um dann für einige Wochen durchzulaufen.

    Auch den französischen Atomstrom oder norwegische Wasserkraft kann man dann ganz gut europaweit verwerten.

    Weiterer Bedarf für Wärmepumpen und zum Aufladen der E-Autos wird auch nach und nach integrierbar werden. Insbesondere letzteres ist selber zeitlich recht flexibel.

    Und wenn dann insbesondere im Sommerhalbjahr längerfristige Überschüsse auftreten, wird es Zeit, die in Wasserstoff umzuwandeln und zu gucken, was man damit dann so alles anfangen kann.

    • @Tobias Jeckemburger: Ja, ihre Überlegungen gehen in die richtige Richtung und werfen Punkte auf, die im EE-Wildwuchsland Deutschland bisher zu wenig berücksichtigt wurden: ja, es braucht das richtige Verhältnis von Speicher, Netz, Stromerzeugern und Backup und EE-Produzenten (Sonne, Wind) sollten grundsätzlich immer mit einem 4-Stundenspeicher verbunden sein, so dass beispielsweise die Mittagsspitze einer PV-Anlage in den Abend verschoben werden kann. Deutschland sollte auf Batterien, Flowspeicher und Speicher für komprimierte Luft setzen um allen Speicherbedarf bis zu 3 bis 5 Tagen abdecken zu können. Ab 3 bis 5 Tagen kommen Backup-Kraftwerke zum Einsatz. Wasserstoff ist gemäss der jüngsten Frauenhoferstudie vorerst zu teuer, vor allem wenn er in Deutschland selbst hergestellt wird (> 10 Euro pro Kilogramm).

  2. Ein sehr guter Überblick zur Energiewende und Klimakrise..

    Ergänzend dazu, die Wende muss schon in den Kommunen beginnen. Im Rahmen der Stadtsanierung in S. ist ein riesiges Areal entstanden, das jetzt brach liegt.
    Es ist zum heißesten Platz in dieser Großstadt geworden, weil ……keine Bepflanzung vorhanden ist, die will man anscheinend den Investoren überlassen, die sich dort ansiedeln sollen. Ob die Investoreren tatsächlich kommen , das weiß man auch nicht. Vielleicht ist die höchste Bauruine Deutschlands ein warnendes Beispiel, die liegt in der Nachbarstadt.

    Beispiel Parkplatzumgestaltung. Was fällt auf, als erstes werden die Bäume gefällt, mit der Auflage natürlich, neue anzupflanzen. Das geschieht auch, nur….
    es ist niemand da, der diese Neupflanzungen gießt.

    Die nächste Schwachstelle sind die fehlenden Möglichkeiten für die Laternenparker ihr „E-Auto“ zu laden. Folge, der Absatz der E-Autos stagniert, die Produktion des Porsche Taycan, der in S produziert wird, wurde teilweise unterbrochen, die Zulassungen für Jan. – Mai 2026 betrugen 1054 Fahrzeuge, für Porsche ist das ein finanzieller Verlust und auch ein Imageverlust. Und das muss man der Bundesregierung anlasten, die ja ein Verbrenner-aus wieder verschoben hat.

    Was gibt es noch, sogar die Reichsregierung vor 100 Jahren hat in Großstädten Löschteiche geschaffen, aber soweit reicht das Geschichtswissen unserer Staatsdiener nicht.

  3. Für mich ist die Energiewende zu den „Erneuerbaren“ genau so selbstverständlich, wie ehemals der Umstieg von den Pferdekutschen (Pferdedreck) zu Benzin/Dieselautos, der Umstieg von der Petroleumlampe zum elektrischen Licht, von Kohleheizungen auf Öl, später Gas und jetzt Wärmepumpen….

    Die schädlichen Emissionen wurden immer weniger und „Techniken“ immer besser. Außerdem wird hauptsächlich „Sonnenenergie“ geerntet, die es im Überfluss gibt. Genau so wie es sein soll.

    Nur kann man doch nicht glauben, man könne sich ohne schwere Folgen, an den Gesetzen der Ökonomie und der Realität vergehen?

    Der Umstieg geschah früher, sagen wir einmal, innerhalb von 30 Jahren. Die meisten Menschen hätten sich selbst ruiniert, hätten sie ihre Investitionen, die sich weitaus noch nicht gerechnet haben, abgeschrieben…..

    Ich finde es ausdrücklich gut, dass wir bei den Erneuerbaren mit relativ unabhängigen „Insellösungen“ (PV Anlagen am Dach, E Autos, Speicher,….) angefangen haben und uns positiv entwickeln. Alles ist technisch bessern geworden und man kann annehmen dass es noch besser wird….

    Es ist doch völlig klar, dass ein Hausbauer sein neues Haus heutzutage mit etwas dickeren (Wärme dämmenden Ziegel) baut, eine Fußbodenheizung vorsieht und eine Wärmepumpe samt PV Anlagen nutzt. Das kostet kaum mehr.

    Aber wenn einer sein bestehendes Haus Wärme dämmen und alles umrüsten muss, so kostet das rund 200 000 Euro. Wer kann sich das schon leisten? Die meisten kleinen „Häuslebauer“, die sich ihren Traum vom Mund abgespart haben, jedenfalls nicht. Klar, dass bei den Betroffenen die Verzweiflung einkehrt. Womöglich wird die Bude, wenn der letzte „Hinaus gestorben“ ist, wegen dem altmodischen Grundriss ohnehin abgerissen…. Dann erledigt sich das Problem von selbst.

    Wenn z.B. in Frankreich in den heißen Monaten Tausende Menschen in ihren Dachwohnungen (unter einem wie ein Kochtopf wirkenden Blechdach) sterben, so gehört hier angesetzt. Angeblich wurden die massenhaft weggestorbenen Alten, einfach durch Junge ersetzt und die sind aus ihren Wohnungen geflüchtet…..

    Trumps Kumpel E Musk, ist übrigens der offensichtlich größte E Autoproduzent in Amerika und hat für viele Menschen den Umstieg auf Erneuerbare ermöglicht….

    Für einige Zeit noch als fossile Energie und als Rohstoffe für die Chemie, werden „Fossile“ nun einmal gebraucht, die ökonomischen Gesetze gelten nun einmal….

    Zitat; „Dass Deutschland eine Wirtschaftsministerin hat, die sich offenbar vor allem als Gasförderungsministerin sieht, kommt hinzu.“

    Das stimmt so nicht. Sie kommt von den traditionelle Stromversorgern und muss natürlich streng ökonomisch und rational denken. Vor allem daran, dass diese Stromversorger verantwortlich für eine stabile Stromversorgung sind, besonders in Flautezeiten. Flautezeiten wird man aber noch auf längere Sicht mit fossilen Kraftwerken überbrücken müssen…..

    Ein „Black out“ würde riesige Schäden verursachen, natürlich würde man Sie dafür verantwortlich machen, würde Sie die grundlegenden Mechanismen nicht verstehen. Genau dafür, auch Schäden vom Volk abzuwenden, sind die Minister da…..

    Erst in mehreren Jahren wird es ausreichend stabile, moderne und internationale Energienetze geben und man einen Verzicht auf fossile Energien in Betracht ziehen kann….

    Derartige Netze innerhalb von z.B. 2 Jahren zu errichten, wäre völlig unmöglich, weil man nicht innerhalb dieser kurzen Zeit fast alle Straßen in D aufreißen kann um die erforderlichen Kabel zu verlegen, und die sonstigen Bauten wie Transformatoren, Hochspannungsleitungen,….. zu errichten.

    Es gäbe viel zu wenig Baufirmen, Bauarbeiter, Planungsleute, Geld, …. um derartiges zu realisieren….

    Alles braucht seine Zeit….

    • Da hätten Sie als Nick besser „Pessimisto“ gewählt statt dem irreführenden „Realo“…

      (a) Die 200.000 Euro sind doch völlig überzogen – solche Horror-Fantasiezahlen sind genau die Missinformation, die denjenigen in die Hände spielt, die die Energiewende verzögern wollen. Hier sind realistischere Zahlen: https://www.haus.de/modernisieren/haus-daemmen-kosten-32924 Förderung gibt es auch, und das Dämmen ist zum eine eine Investition, zum anderen amortisiert es sich mit der Zeit.

      (b) Zur Gasförderungsministerin-Kritik: Haben Sie die entsprechenden verlinkten Texte gelesen? Da geht es ausdrücklich nicht um die Gaskraftwerke an sich (obwohl auch da problematisch ist, dass Reiche eben nicht technologieoffen [hah!] ausschreiben sondern Gas unsachlich bevorteilen will). Sondern auch um das allgemeine Ausbremsen von PV- und Netzausbau. Zaudern und verzögern, da wo jetzt angepackt werden müsste.

      (c) Blackouts sind schon wieder die nächste Horrorstory. Wie da von einigen Tatsachen verbogen werden, um den Erneuerbaren wahrheitswidrig die Schuld zuzuschieben, haben wir ja gerade in Spanien gesehen.

      Das „unmöglich“ und „erst in mehreren Jahren“ sind halt auch klassische Verzögerungserzählungen. Siehe die IEA-Vorhersagen für das, was angeblich beim PV-Ausbau nur möglich wäre – und dann jeweils von der Realität überholt wurde. Und „Alles braucht seine Zeit“ ist der blanke Hohn, so viel Zeit wie in den letzten Jahren mit solchem geht-alles-nicht-so-schnell-Geunke zugunsten kurzfristiger Profite vergeudet wurde, die uns jetzt, wo es von den Klimafolgen her immer schlimmer wird, wirklich fehlt. Insofern: Ihr Post ist ein wirklich gutes Beispiel für die Verzögerungs-Haltung, die uns in den letzten Jahrzehnten so geschadet hat.

      • Realo,
        du wirst deinem Namen gerecht mit diesem Satz:
        „Der Umstieg geschah früher, sagen wir einmal, innerhalb von 30 Jahren. Die meisten Menschen hätten sich selbst ruiniert, hätten sie ihre Investitionen, die sich weitaus noch nicht gerechnet haben, abgeschrieben….. “
        Das ist realpolitisch gedacht.

        Markus Pössel,
        Sie sehen es noch realistischer, Wenn man die Bilder vom schmelzenden Gletschereis in den Alpen sieht, dann kann einem schon bange werden, vorallem, wenn man bedenkt, dass bei jedem Gramm Eis das schmilzt die 80 fache Wärmemenge benötigt wird, als beim Aufheizen von Wasser um 1 Grad Celsius.
        Und wenn das letzte Eis geschmolzen ist, dann werden auch die Letzten merken, jetzt geht es ums Überleben.
        Der Club of Rom hatte schon vor 60 Jahren gewarnt, jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und wir brauchen das Kapital um die Energiewende zu schaffen.Und das geht am ökonomischsten in dem man auch bei einem Katastrophenumstieg klaren Kopf behält, so wie es Herr Realo beschreibt.

        • @NI: Wie gesagt, ich sehe nicht, dass „Herr Realo“ an der Stelle „klaren Kopf“ behalten würde. Was und wie er argumentiert liest sich für mich eher wie ein vages Verzögerungs-Narrativ. Und das kann eine selbsterfüllende Prophezeiung sein, wo es sich durchsetzt. Verkürzt gesagt: Wenn alle fest der Überzeugung ist, dass das nicht schnell zu schaffen ist, dann spart man sich von vornherein die Anstrengung, die nötig wäre, es schnell(er) zu schaffen. Ich halte das für genauso wenig realistisch wie wenn jemand behaupten würde, die Energiewende sei ein Selbstläufer und niemand müsse sich dafür anstrengen. Der Wahrheit am Nächsten kommt eine pragmatische Mittel-Position: Die Energiewende ist machbar (und birgt wirtschaftlich sogar große Chancen). Aber dafür muss zielgerichtet etwas passieren. Und Verzögerungen und Herumtorkeln können wir uns dabei nicht leisten. (Jüngstes Beispiel: Die Versuche, per Lobbyarbeit den europäischen Emissionshandel zu schwächen oder auszuhebeln. Auf Kosten derjenigen Unternehmen (wird im Text beschrieben), die den ETS so verstanden haben, wie er politisch gemeint war, und die viel investiert haben, um z.B. bei der Stahlherstellung klimaneutral(er) zu werden. Und die in die Röhre schauen würden, würde der ETS zugunsten derjenigen, die sich weniger angestrengt haben, gelockert. Anti-marktwirtschaftlicher geht’s kaum.

          • Markus Pössel, Betreff Verzögerungstaktik,
            Herr R. kommt wie ich aus der DDR. Und er kennt sicher die 5 – Jahrespläne. Dass die nicht eingehalten werden konnten lag nicht am fehlenden Willen der Beteiligten, sondern an den wirtschafttlichen Voraussetzungen und den Umständen.
            Und das Argument mit den Abschreibungen, das ist treffend.

            Nach 1990 haben die ex DDR Bürger zuerst ihre Hausdächer erneuert und danach ihre Heizungsanlagen.
            Und die sind nicht bereit, jetzt wieder Erneuerungsarbeit zu leisten in der Form von Wärmepumpen.

            Und es ist kein Wunder, dass diese Bürger jetzt AfD wählen, weil man für sie keine Sonderregelung treffen will.

            Also, Herr R. ist über 80 und mit seinen Erfahrungen ist seine Meinung seine Form der Realität.

  4. Sie haben Recht, es gibt positive Entwicklungen, die Energiewende wird wirtschaftlich zum Selbstläufer.

    Zugleich werden die Meldungen aus der Klimatologie immer dramatischer. Dass um die Jahrhundertmitte ein Überschreiten des Kipppunkts der AMOC droht, rief kaum politische Reaktionen hervor, selbst in den Zeitungen war diese Meldung rasch unter der Nachrichtenflut begraben. In einem Science-Fiction Film würden jetzt die Staatslenker der Welt zu einer Krisensitzung zusammenkommen, in der Realität passierte nix. Die globale Erwärmung hat sich in der letzten Dekade beschleunigt, auch das fand medial kaum Resonanz. Über Wetterextreme außerhalb Europas wird kaum noch berichtet. Die Medien folgen hier der Marktlage der Verdrängung und bestärken so Illusion, irgendwie sei noch alles in Ordnung. Die extreme Hitzewelle in Europa hat diese Illusion zwar platzen lassen, aber noch nicht für jeden.

    Wir befinden uns mit der Energiewende in einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit, dass ist den meisten Politikern und vielen Menschen offenbar noch nicht klar.

    • @Paul Stefan
      Zitat 1: „ Dass um die Jahrhundertmitte ein Überschreiten des Kipppunkts der AMOC droht, „
      Nach heutigem Wissen kann es kann auch erst in 100 Jahren zum AMOC-Kollaps kommen. Die Unsicherheiten bezüglich Zeitpunkt sind sehr gross.
      Zitat 2: Die globale Erwärmung hat sich in der letzten Dekade beschleunigt“
      Der Hockeystick-Klimatologe Michael E. Mann hält eine Beschleunigung der globalen Erwärmung für noch nicht gesichert, denn die Klimavariabilität könnte die jüngste (scheinbare) „Beschleunigung“ erklären.

      Allerdings gilt auch heute noch, dass die gegenwärtigen Klimaanstrengungen bis Ende des Jahrhunderts zu einem Temperaturanstieg gegenüber präindustriell von 2.7 Grad (oder so) führen.

      Zitat 3: “Sie haben Recht, es gibt positive Entwicklungen, die Energiewende wird wirtschaftlich zum Selbstläufer.“
      Das stimmt für Deutschland nicht, denn in Deutschland wo es keine natürlichen Speicher gibt (keine grosse Stauseen) sind es die Speicher- und Netzkosten, die die Gesamtkosten der deutschen Energiewende bestimmen. Deutschland ist damit vollständig von zukünftiger chinesischer Batterietechnologie und eventuellen chinesischen Durchbrüchen in der Wasserstofftechnologie abhängig.
      Billige Erneuerbare wird es in den Ländern geben, die Strom höchstens für ein bis zwei Tage speichern müssen.

      Fazit: Die Abkehr von Kohle, Öl und Gas geht zu langsam um weltweit das 2 Grad-Ziel einhalten zu können. Es gibt Länder, die mittels EE sehr billige Energie erhalten werden. Deutschland gehört aber nicht dazu.

      • „kann aber auch sein dass erstmal nichts passiert“ ist kein auch nur annähernd verantwortlicher Umgang mit Risiko.

        Wichtiger finde ich zu erwähnen, dass der angegebene Temperaturanstieg ein globales Mittel ist, und dass gerade Europa sich im Vergleich zum Mittel generell deutlich stärker erwärmt.

        Dass die Energiewende generell wirtschaftlich zum Selbstläufer wird, sehe ich in der Tat ebenfalls nicht. Wohl aber, dass man sehr viel besser Markteffekte ausnutzen könnte und sollte, als das derzeit geschieht. Und die Pauschalaussage, dass D nicht zu den Ländern gehört, die „mittels EE sehr billige Energie erhalten werden“ ist irreführend. Bei den Energiekosten für die Verbraucher gibt es da gute Chancen. Die Kosten, die von staatlicher Seite getragen werdeen rechnen wir bei den herkömmlichen Energieformen ja auch nicht jeweils ein.

      • Der AMOC-Kipppunkt kann schon in der Jahrhundertwende überschritten werden. Es kommt nicht darauf an, ob wir dessen zu 99% sicher sind, es kommt darauf an, dass wir es zu 99% vermeiden.

        Hier ein ganz aktueller Vortrag von Stefan Rahmstorf zum AMOC-Kollaps:

        http://www.youtube.com/watch?v=hzFQgxsRabU&t=670s

        Und bei der Beschleunigung der globalen Erwärmung würde ich mich nicht auf eine Meinung von Michael E. Mann verlassen, wenn es dazu eine Fachpublikation gibt, von Rahmstorf und dem Statistiker Foster:

        agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2025GL118804

        Und das gibt es auch noch:

        „Based on observational constraints, the relationship suggests that models with climate sensitivities of 3 to 5 K best simulate the observed energy imbalance.“

        esd.copernicus.org/articles/17/877/2026/

        Bislang ging man von einem Mittelwert um 3 Grad aus, wenn auch mit einem breiten Fehlerbalken.

        Wir brauchen ganz bestimmt keinen Klimatologen, der die Situation schönredet.

  5. @ Markus Pössel 05.07.2026, 15:26 Uhr

    Zitat: „Da hätten Sie als Nick besser „Pessimisto“ gewählt statt dem irreführenden „Realo“…“

    Das könnte man gerade noch durchgehen lassen. Habe zu oft zusehen müssen wie „Kostenträume“ zerplatzt sind…..

    Nachstehend eine kurze KI Berechnung ohne Förderungen für ein Einfamilienhaus Keller und 2 Etagen, die obere mit Dachschräge (für ein Ehepaar mit Kindern, später für die Eltern und Wohnung für eine sehr kleine Familie):

    Außendämmung 35.000– 62.000 €
    Dach neu 45.000– 78.000 €
    PV – Anlage 15.000– 35.000 €
    Fußbodenheizung 18.000– 31.000 €
    Wärmepumpe + Anlagentausch 22.000– 35.000 €
    Eternit/Asbest 4.000– 8.000 €
    Elektrik neu 14.000– 22.000 €
    Gesamt 153.000–271.000 €

    (a) Das sind Zahlen wie sie anfallen, wenn alles legal ohne Pfusch und Eigenleistung abläuft….

    Wenn aber in wenigen Jahren alles abgerissen wird (Tod), wäre die ganze Investition verrückt…

    (b) Zitat: „Sondern auch um das allgemeine Ausbremsen von PV- und Netzausbau. Zaudern und verzögern, da wo jetzt angepackt werden müsste.“

    Das wollen die Lobbyisten der Fossilen, aber keine vernünftig denkenden Menschen. Gezaudert wird, wenn es ums Geld geht. Die meisten Menschen wollen nicht, dass ihr sauer verdientes Geld im Rauchfang landet. Im Management verantwortliches Personal würde im Knast landen…..

    Im Energie Bereich müssen die traditionellen „staatsnahen Versorger“ das Risiko tragen. Früher war das leicht möglich, weil sie praktisch alle Gewinne einsacken konnten. Jetzt werden ihnen die Gewinne von anderen Investoren abgenommen, das Risiko dürfen sie behalten….

    Man hat ihnen ehemals die AKWs aus der „Hand geschlagen“, und das Management war überglücklich als sie mit billigem Russengas die Versorgungslücke schließen konnten.

    Jetzt macht man Ihnen das Gas „madig“ und sie könnten nicht einmal mehr Flauten bei den „Erneuerbaren“ ordentlich ersetzen.

    (c) Blackouts: Was mich durchaus, auch in Ihrem Sinne, gewundert hat, dass man in Berlin den „Black out“ relativ locker hingenommen hat….

    Ein halbwegs sicherer Schutz wird erst möglich sein, wenn die neuen, hoch belastbaren und flexiblen, digital gesteuerten, lokalen und internationalen Energienetze, die auch den zusätzlichen Energiebedarf für Heizungen und E Autos abdecken, zur Verfügung stehen.

    Derartige neue Netze sind extrem teuer in der Herstellung, wegen der vielen „Einspeisepunkte“ extrem komplex und der Ausbau dauert, wenn fast das ganze Land betroffen ist, sehr lange. Das hat in der Vergangenheit 20 bis 30 Jahre gedauert.

    Dazu kommen immer wieder alles „sabotierende Störmaßnahmen“, hauptsächlich durch „Grüne“, die sich zusammenrotten und den Ausbau (z.B. Hochspannungsleitungen, Windräder, Atommüll,….) entweder verhindern, verzögern oder so teuer machen wollen, dass der Ausbau aufgegeben wird.

    In Spanien war die Komplexität, die nicht beherrscht werden konnte, der Grund für den Black out. Die ist zweifellos wegen der vielen Einspeisepunkte größer geworden.

    Sie können, als junger Mensch, gerne an die „schnelle Machbarkeit“ Ihrer „Lösungsmöglichkeiten“ glauben. Da kämpft man noch gerne gegen „Windmühlen“…..

    • Für solche Zahlenbeispiele sollte man sich nicht auf Wortketten-Maschinen verlassen. Dazu halluzinieren die zu oft (wobei selbst das Wort halluzinieren ihne eigentlich schon unangebracht viel Verständniskraft unterstellt).

      Bei der tatsächlichen Abwägung darf man halt nicht alles über einen Kamm scheren. Bei der Wärmepumpe sind wir im billigen Segment bei rund 20.000 EUR, Förderung zumindest derzeit noch bis maximal 70% – da sind wir effektiv bei weniger als der Hälfte von dem, was Sie da als Zahl nennen. Und es ist halt eine Investition. Sicher nicht überall, aber insbesondere in den größeren Städten ist der Immobilienmarkt noch auf ordentlich hohem Niveau.

      Dass es, selbst im Altbaum, unbedingt den Umbau auf Fußbodenheizung bräuchte, ist ein Gerücht. Oft geht es mit bestehenden oder neuen Heizkörpern – viel billiger als hier angegeben. Und auch die PV-Anlage ist ja kein Muss. Ebensowenig übrigens wie die bestmögliche Dämmung. Klar, die spart auf mittlere bis lange Sicht Geld ein. Aber wer sich das trotz der staatlichen Beihilfen nicht leisten kann, zahlt dann halt im laufenden Betrieb mehr. Und die Bandbreite ist deutlich weiter als in Ihrer KI-Rechnung. Wer sich die Dach-Kompletterneuerung, die Sie als einzige Möglichkeit auflisten, nicht leisten kann, dämmt dann vielleicht nur für 3000 € die oberste Geschossdecke. Warum Asbest und eine komplett neue Elektrik in Ihrer Rechnung auftauchen, erschließt sich mir auch nicht. Mit Minimalvariante, Inanspruchnahme der Fördergelder und Kompromissen sind wir ggf. schon einen Faktor 10 unterhalb der Summe, die Sie hier nennen.

      Dass die Umstellung je nach Situation trotzdem eine Belastung ist, liegt auf der Hand. Umso wichtiger wäre das Klimageld als Sozialausgleich für den Klimschutz gewesen. Dass die entsprechenden Einnahmen ja offenbar jetzt zumindest zum Teil komplett zweckfremd zum Haushaltslücken-Stopfen missbraucht werden soll, ist einfach großer Mist. Einerseits auf die Bremse treten und mit treuem Augenaufschlag behaupten, das sei ja nur, damit man alle Menschen beim Klimaschutz mitnähme, und dann das als Schlüsselwerkzeug zum (finanziellen) Mitnehmen gedachte Instrument torpedieren ist einfach eine Riesenfrechheit.

      Aber weil Sie die Sache ja irgendwie unbedingt auf die persönliche Ebene ziehen wollen, „junger Mensch“ vs. alterserfahrener „Realo“: Wie preisen Sie denn ein, dass die angeblich so nüchternen, realistischen, abgeklärten, schnelle-Machbarkeit-ist-eine-Illusion-gehärteten Voraussagen beim PV-Ausbau so krachend daneben lagen? Ich will damit gar nicht sagen, dass alle Abschätzungen in punkto Energiewende drastisch nach oben korrigiert werden müssten. Aber gibt es Ihnen nicht zu denken, dass man mit der Art von pessimistischer, sich als realistisch verkaufender Einschätzung bei Teilaspekten des Themas so komplett danebenliegen kann? Ist das nicht etwas, aus dem Sie Konsequenzen ziehen sollten? Und sei es, bei solchen Vorhersagen vorsichtiger zu formulieren?

  6. @ Markus Pössel 06.07.2026, 10:13 Uhr

    @NI schätzt mich richtig ein. Der „klare Kopf“ ist das Allerwichtigste in kritischen Situationen.
    Ich kann verstehen, dass man es emotionaler sieht, aber das trübt die klare Sicht.

    Es kommt darauf an, so weit als möglich die „Realität“ zu erkennen, die Gefahren sachlich und korrekt einzuschätzen, Fachleute zu informieren und in die Gespräche einzubinden. Lösungsmöglichkeiten die richtige Priorität zu zu weisen und sachlich und ökonomisch zu handeln.

    Ich bewundere es, wenn „Rettungsleute“ z.B. gekühlte Räume bereitstellen und aus ihren Wohnungen geflüchtete Menschen aufnehmen. Oder im Winter obdachlose Menschen versorgen….

    Menschen die an der „Front“ arbeiten, wissen was nötig ist. Sie reagieren sachlich und mitmenschlich.

    Absichtlich, sozusagen als „Lobbyarbeit“ zu verzögern, das werden nur sehr wenige Menschen tun.

    Die Energiewende ist genau so ein Vorteil, wie es ehemals ein Vorteil war, die Pferdefuhrwerke zu ersetzen, Öl statt Kohle oder auch Gas zu benutzen. Alles hat die Welt etwas „sauberer“ gemacht und das finde ich gut. Strom hat keine Emissionen und mit PV Anlagen kann man sogar unerwünschte Sonnenhitze „ernten“…..

    Lobbyarbeit wird es immer geben, jedenfalls solange wir eine Demokratie haben.

    @ Paul Stefan

    Ich nehme an, Sie arbeiten im Bereich „Klima/Wetter. Da haben Sie ihre persönlichen Prioritäten und das ist völlig selbstverständlich.

    Viele Menschen müssen um ihr tägliches Überleben, das Weiterkommen ihrer Familie kämpfen. Im Beruf, gegen Krankheit, gegen zu wenig Geld, das kaputte Auto……

    Wenn sie wegen der Hitze ihre Arbeitszeit verschieben dürfen, oder etwas zum Trinken bekommen, sind sie schon glücklich…..

    Sie haben andere Prioritäten und gehen davon aus, dass sie es schon irgendwie schaffen werden, wie die Menschen die weiter im Süden leben…..

    Die meisten Menschen befinden sich in einem „dramatischen Wettlauf“ mit irgend welchen schlimmen Problemen unserer Zeit, ……

    • Wie gesagt: Sehe ich anders. Ein klarer Kopf würde eine realistische Abwägung treffen, inklusive z.B. auch aller Folgekosten wenn wir weiter so verzögern wie jetzt. Einseitiges Auflisten von Nachteilen und Problemen, zumal mit einem Bias ins Negative auch bei der Darstellung der Sachverhalte, ist ebenso wenig sachlich wie enthusiastisches Hochjubeln.

      • Markus Pössel,
        “ Ein klarer Kopf würde eine realistische Abwägung treffen, inklusive z.B. auch aller Folgekosten“

        Herr Klingbeil ist dabei sehr großzügig bei der Schuldenaufnahme von 120 Mrd. €
        die Schuldentilgung beläuft sich derzeit auf 30 Mrd. € im Jahr. Und die wird sich erhöhen müssen, und dieses Kapital fehlt dann wieder.
        Übrigens: Rentner ab 70 bekommen keine Kredite mehr von den Banken.

        • Auch das ist halt zu kurz gedacht. Es ignoriert, dass man bei der Schuldenaufnahme für Investitionen gegenrechnen muss mit den Kosten, die anfallen, wenn man die Investition nicht tätigt. Und die Aussage über Rentner ist, wenn wir über den Umgang mit der Sanierung einer Immobilie reden, auch unvollständig. Stichworte Seniorenkredit oder Umkehrhypothek.

          • Markus Pössel,
            kurze Antwort
            „Die durchschnittliche gesetzliche Altersrente in Deutschland lag 2025 bei etwa 1.405 Euro für Männer und 955 Euro für Frauen“

            Die Höhe eines Seniorenkredites richtet sich nach der Bonität des Rentners. Und ……der Kredit sollte spätestens zum 80. Lebensjahr abbezahlt sein .
            Und die monatliche Rückzahlung sollte höchstens 1/3 der Monatsrente betragen.
            Das wären 318 € für Frauen und 470 € bei Männern.

            Der Kapitalbedarf für den Ausbau einer Gasheizung und den Einbau einer Wärmepumpe liegt zwischen 10 000 und 20 000 Euro.

            Meinen Sie ernsthaft eine alleinlebende Rentnerin mit 955 € Rente und einem Rückzahlungsbetrag von 318 € kann von 638 € monatlich leben.

            Vorallem wird sie von keiner Bank bei diesem Einkommen einen Kredit von über 10 000 € bekommen.

          • Ihre Antwort ignoriert sowohl den Fall Seniorenkredit mit Hypothek als auch das von mir genannte Stichwort Umkehrhypothek. Und geht damit an meiner Erwiderung komplett vorbei. Wir reden per Definition über Senioren mit Immobilienbesitz. So zu tun als wäre der Faktor Immobilienbesitz an jener Stelle nicht relevant, ist maximal realitätsfremd :-/

  7. @Martin Holzherr 05.07. 19:10

    „Wasserstoff ist gemäss der jüngsten Frauenhoferstudie vorerst zu teuer, vor allem wenn er in Deutschland selbst hergestellt wird (> 10 Euro pro Kilogramm).“

    Wir steuern aber doch unweigerlich auf auch längerfristige Überschüsse zu. Am Ende werden 70 % bis 80 % des Jahres gleichmäßige Überschussleistungen anfallen. Da fällt mir neben der Produktion von Wasserstoff nichts anderes zu ein. Wie soll man diese Überschüsse sonst nutzen?

    Wie teuer der Wasserstoff noch wird, das werden wir wohl erst noch sehen. Zumal es ca. 20 Jahre dauern wird, bis hier diese Überschusssituation komplett ist.

    Man wird den Wasserstoff zuerst in der Chemieindustrie nutzen, dann auch für Stahl- oder Beton, später vielleicht für Flugzeuge und Schiffe, und am Ende erst, um damit auch Backupkraftwerke zu betreiben.

    Ob man noch direkt mit Wasserstoff einen Teil der Wohnungsheizungen abdeckt, weiß man wohl einfach noch nicht.

    • @Tobias Jeckenburger: Zitat: “Wir steuern aber doch unweigerlich auf auch längerfristige Überschüsse zu. Am Ende werden 70 % bis 80 % des Jahres gleichmäßige Überschussleistungen anfallen.“
      Nein, langfristige EE-Überschüsse wird es nur aus heutiger Sicht geben, aber nicht aus Sicht eines zu 100% elektrifizierten Deutschlands, denn das benötigt doppelt so viel Strom wie heute produziert wird. D benötigt aber effiziente Speicher für 3 bis 5 Tage etwa in Form sehr viel billigerer Batterien als heute oder als „compressed-air“ Speicher. Übrigens benötigt D allein schon wegen der Elektrifizierung einen lokalen Netzausbau fast überall.
      Ferner muss D mehr Strom per Wind als per Sonne erzeugen, weil im Winter mehr Wind bläst. Ferner muss D gut in das EU- Stromnetz integriert sein.
      Fazit: D fehlen heute effiziente Stromspeicher für 50 bis 100 Stunden und es fehlen die nötigen Anpassungen an eine Vollelektrifizierung aller Industrie- und Lebensbereiche.

  8. Markus Pössel, Betreff: Finanzierung der Energiewende
    Mit der Umkehrhypothek wird es bedenklich, der Eigentümer gibt sein Eigentumsrecht auf und tauscht es gegen ein Wohnrecht ein.
    Was jetzt ein Hypothekendarlehen betrifft, damit werden die Erben belastet,
    das bedeutet, der Staat belastet damit die Jungen, die nächste Generation.
    Das hat auch ein Geschmäckle.

    Da finde ich es besser, die alten Heizungen belassen und sie dann gegen eine Wärmepumpe tauschen wenn eine Reparatur notwendig wird. Das ist auch eine Form von Umweltschutz !

    • Mit der alten Heizung läuft man halt in die Kostenfalle. Öl und Gas werden auf europäischer Ebene planmäßig teurer. Irgendwann kommt es da ggf. zu einem Runaway-Effekt, wenn die Kosten für das Gasnetz sich nur noch auf wenige Kunden verteilen, damit noch weitere Kunden abspringen und die Preise noch weiter steigern.

      Was die Kredit-Kritik angeht: Halten wir fest, dass es mit Umkehrhypothek und Hypothekendarlehen sehr wohl Möglichkeiten gibt, den Umbau zu finanzieren. Das entspricht dann auch einer Wertsteigerung der Immobilie bzw. beugt einem Wertverfall vor. Die Erben erben auf alle Fälle einen positiven Wert. Und „ich rutsche in Armut ab, wie kann ich das finanzieren“ ist eine ganz andere Nummer als „ich erbe jetzt etwas weniger, nicht so schön“. Zwischen so unterschiedlichen Situationen sollte man den Unterschied nicht verwischen.

      • Markus Pössel
        „ich rutsche in Armut ab, wie kann ich das finanzieren“

        Sie haben den Knackpunkt erkannt. Viele ältere Ehepaare haben das Problem.
        Der Ehepartner kommt ins Pflegeheim, bis zu 4500 € Kosten im Monat, und……
        seit 2026 darf das Sozialamt auf das Eigenheim zugreifen.
        Eine kalte Enteignung, wenn man mich fragt.

        Dabei ist auch kaum noch ein Spielraum, vorallem wenn das Eigenheim schon mit einer Grundschuld oder einem Hypothekendarlehen belastet ist.

        Bei genügend Eigenkapital der Hausbesitzer liegen sie mit ihrer Meinung richtig, so früh wie möglich von der Kohleheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen.

        • Wie gesagt, mein Einwand war, dass sie zwischen dieser Situation und „die Erben bekommen etwas weniger“ ungenügend unterscheiden. Die Pflegeproblematik ist davon noch einmal unabhängig. Aber Sie konstruieren auch hier wieder den maximal ungünstigsten Fall. Das ist keine belastbare Grundlage für „…deswegen geht es überhaupt nicht“. Und Sie vernachlässigen einmal mehr, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach eben eine Kostenfalle wird, bei der fossilen Heizung zu bleiben.

          Aus meiner Sicht ist entscheidend, die CO2-Abgaben zumindest zum Teil als Klimageld für die soziale Abfederung zu nutzen, und ansonsten kräftig zu fördern, und sei es mit günstigen Krediten. Dass die Bundesregierung derzeit im Gegenteil ja offenbar plant, die dafür gedachten Mittel zum Teil zum Lückenstopfen in den Kernhaushalt umzuleiten heißt aus meiner Sicht, dass sie jedes Recht verliert, sich darüber zu beklagen, für die Umstellung sei kein Geld da.

          • Markus Pössel Betreff: halbherzige Energiewende

            Die derzeitige Bundesregierung präsentiert sich widersprüchlich bei der Energiewende. Sie präsentiert sich zwiespältig in der Familienpolitik, und geradezu fahrlässig in der Finanzpolitik.

            Da kann man nur noch hoffen, dass die Bundesbürger mehr Verantwortungsgefühl zeigen als ihre Volksvertreter.
            Wir wollen nicht hoffen, dass es so kommt wie in Italien, als sich die Democrazia Cristiana , die größte Volkspartei von 1945 – 1990
            selbst auflöste wegen innerparteilicher Korruption.

  9. @Martin Holzherr 06.07. 22:48

    „D benötigt aber effiziente Speicher für 3 bis 5 Tage etwa in Form sehr viel billigerer Batterien als heute oder als „compressed-air“ Speicher.“

    Besser wäre das, aber die aktuellen Lithiumspeicher dürften schon recht günstig sein. Insbesondere bei Ladezyklen von bis zu 200 im Jahr.

    „Übrigens benötigt D allein schon wegen der Elektrifizierung einen lokalen Netzausbau fast überall.“

    Ich denke mal, so groß wird der nicht ausfallen müssen. Der Stromverbrauch ist in den letzten Jahren eher zurückgegangen, und die Netze sind auf Spitzenbelastungen konzipiert und haben reichlich Reserven. Immerhin ist es in den letzten 80 Jahren niemals auch nur irgendwo zu Überlastungen gekommen.

    Außerdem können Wärmepumpen zeitlich wenigstens etwas variabel arbeiten, und wer neben der Wärmepumpe noch eine damit kombinierte Holzpelletheizung hat, der kann in extremen Dunkelflaufen und bei einer Netzüberlastung eben ganz auf die Holzpelletheizung umschalten. Und die E-Autos sind doch selber fahrende Energiespeicher. Bei Netzüberlastung können die noch regulativ genau dagegen arbeiten, insbesondere wenn die bidirektional angeschlossen sind.

    Und es sieht danach aus, dass man auch überall im Netz Kurzfristspeicher verteilt, was sehr dabei helfen kann, die vorhandenen Netzkapazitäten voll auszunutzen. Das sowohl in in den kommunalen Verteilernetzen wie bei den Fernstromleitungen.

    „Ferner muss D mehr Strom per Wind als per Sonne erzeugen, weil im Winter mehr Wind bläst.“

    Das hat nun aber auch Grenzen. Auch im Winter gibt es Phasen mit sehr viel Wind, aber auch durchaus Flauten. Hilfreich wäre nebenbei auch, wenn man die Windräder besser verteilt, und insbesondere in Süddeutschland die möglichen Standorte für Windräder nutzt. Dann muss gleich viel weniger Windstrom von Nord nach Süd transportiert werden.

    Dasselbe gilt für deutlich mehr PV im Norden. Auch da ist der Ertrag im Süden zwar höher, aber so braucht man eben weniger Stromtransport.

    Das gilt auch für PV direkt in den Städten, ob nun auf Dächern oder anderen für PV nutzbaren Flächen.

    „Ferner muss D gut in das EU- Stromnetz integriert sein.“

    Das kann wohl sinnvoll sein. Man müsste aber nachrechnen, wieviel genau davon wirklich gebraucht wird. Es soll nebenbei 4 mal billiger sein, Energie per Wasserstoffpipeline anstatt von Hochspannungsleitungen zu transportieren. Das könnte für PV-Überschüsse aus Südeuropa interessant werden.

  10. @Martin Holzherr 06.07. 22:48

    „D fehlen heute effiziente Stromspeicher für 50 bis 100 Stunden“

    Die könnten wir in der Tat sehr gut gebrauchen. Es gibt allerdings neben dem auch einen saisonalen Speicherbedarf mit einem Ladezyklus von genau 1 im Jahr. Meines Wissens ist dafür Wasserstoff die einzige vernünftige Lösung. Speichern kann man den in den derzeitigen unterirdischen Gasspeichern, transportieren per Pipeline auch über längere Strecken wie auch weiterverarbeiten, und etwa in Form von E-Fuels in Tanklagern vorhalten.

    • Tobias Jeckenburger Betreff: Wasserstoffspeicher als Beitrag zur Energiewende

      „Meines Wissens ist dafür Wasserstoff die einzige vernünftige Lösung. Speichern kann man den in den derzeitigen unterirdischen Gasspeichern, transportieren per Pipeline auch über längere Strecken wie auch weiterverarbeiten, und etwa in Form von E-Fuels in Tanklagern vorhalten.“

      Theoretisch stimmt das, praktisch gibt es Vorbehalte.
      Wasserstoffgas diffundiert durch Metalle, weil die Wasserstoffmoleküle H2 kleiner sind als das Kristallgitter der Metalle.
      Die zusätzliche Folge, ein Stahlrohr versprödet und muss zusätzlich isoliert werden.

      Wie groß die Verluste sind, darüber gibt es großtechnisch noch keine Erfahrungen.
      Zusätzlich kommt noch das Problem der Gefährlichkeit. Der Energiegehalt von 1 Kg Wasserstoff ist 10x höher als der Energiegehalt von 1kg Benzin.
      Bislang verwendet man deshalb Wasserstoff nur als Antrieb bei Raketen.

      Fazit: Wasserstoff als Energiespeicher, besser geht es nicht, doch bei der Handhabung ist Vorsicht geboten.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): „ Meines Wissens ist dafür Wasserstoff die einzige vernünftige Lösung.“
      Ja, Wasserstoff wäre ideal, wenn er einen „vernünftigen“ Preis hätte. Tatsächlich ging etwa der EE-Experte oder gar EE-Papst Volker Quaschning bis etwa 2023 immer davon aus, dass Wasserstoff DIE Speicherlösung sei. Aber bis jetzt haben es nicht einmal die Chinesen geschafft, Wasserstoff preismässig konkurrenzfähig zu machen. Allzu teuer darf eine Speichermethode nicht sein, damit sie im grossen Massstab eingesetzt werden kann. Ein hoher Wasserstoffpreis wäre aber verkraftbar, wenn nur 5% oder so der in D verbrauchten Jahresenergie als Wasserstoff vorgehalten werden müsste. Diese Überlegung führt aber dazu, dass Wasserstoff allein nicht genügt. Kommt noch dazu, dass der Pfad Strom-> Wasserstoff->Strom 2/3 der ursprünglich erzeugten Energie verpuffen lässt.

  11. @NI 08.07. 18:21

    „Fazit: Wasserstoff als Energiespeicher, besser geht es nicht, doch bei der Handhabung ist Vorsicht geboten.“

    Naja, die Chemieindustrie braucht an vielen Stellen sowieso immer schon Wasserstoff, man hat da reichlich Erfahrung mit. Die Firma Linde ist da wohl schon seit vielen Jahrzehnten sehr gut im Geschäft.

    Die Elektrolyse ist allerdings in großtechnischem Ausmaß eher neu, da muss man sehen, wie teuer das auf die Dauer damit wird. Die Anwendung von Wasserstoff dagegen ist längst nichts Neues. Ob man zur Rückverstromung auch Brennstoffzellen verwendet, dürfte auch noch eine offene Frage sein. Und wie weit es sich lohnt, ein eigenes Wasserstoffnetz aufzubauen, scheint mir mittelfristig auch noch offen zu sein.

    Die Nutzung von Grünem Wasserstoff dürfte als Erstes in der Chemieindustrie Sinn machen. Für Prozesse, die den Wasserstoff direkt stofflich verwerten können. Auch das wäre netzdienlich, wenn längerfristige Stromüberschüsse für die Elektrolyse genutzt werden, der so erzeugte Wasserstoff zwischengespeichert wird und dann eben erst mal die Chemiewerke versorgt.

    Solange wir sowieso noch fossiles Backup brauchen, müssen wir ja noch keinen teuren Wasserstoff wieder in Strom zurück verwandeln. Das wird erst viel später eventuell interessant.

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