Energiewende mit handfesten Zahlen
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Dazu, wie meine Ansichten zur Klimakrise zustandekommen, hatte ich ja anfang letzten Jahres ausführlicher geschrieben, nämlich in meiner Serie „Klimakrisen-Wahlempfehlung“ (Physikalische Intuition, Energie-Größenordnungen, die Obergrenze menschlicher Temperaturen, Vorsicht mit Hebelwirkungen, physikalische Grundlagen diesseits von Simulationen, Änderungsraten vs. Status-Quo-Größen, das Problem der Kipp-Punkte, Risiko und verantwortliches Handeln). Wo ich bislang noch nicht so tief eingestiegen war, wie ich gerne möchte, war das Thema Energiewende, sprich, wie wir zu einer klimaneutralen Wirtschaft kommen. Allerdings ist natürlich gerade die Frage der praktischen Umsetzung der Energiewende ein immens wichtiges Thema.
Das haben wir bei unserem wöchentlichen Livestream Astro & Co (jeden Montag um 19 Uhr) vor ein paar Wochen sehr deutlich gemerkt: da war unser Thema, gewesen, wieweit die Astronomie als Wissenschaft selbst zur Klimakrise beiträgt. Und das Live-Publikum im Chat diskutierte recht schnell und lebhaft über das Thema Energiewende: Doch Kernkraft? Können wir uns die Energiewende überhaupt leisten? Wie war das mit den Dunkelflauten? Das war dann zu weit vom Thema des Abends entfernt, als dass wir jene Fragen im Rahmen der betreffenden Sendung hätten behandeln können. Aber das Interesse und die Fragen waren ganz offenbar da, und weil es sich um ein wichtiges Thema handelt, sagten meine Kollegin Carolin Liefke und ich uns: Dazu sollten wir uns unbedingt jemanden heranholen, der oder die sich auskennt, und dann machen wir ein Astro&Co-Spezial, auch wenn wir damit dann deutlich jenseits der eigentlichen Astronomie sind. Am Pfingstmontag war es dann so weit, und ihr könnt bei Interesse hier hineingucken:
Unser Gast, Christian Holler von der Hochschule München, ist übrigens zumindest von Hause aus Astrophysiker, und jetzt eben Innovationsprofessor für Lehre mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit an der HM. Er hat zwei Sachbücher zu dem Thema geschrieben, nämlich mit Joachim Gaukel, Harald Lesch und Axel Kleidon Unser Energieverbrauch zum Verstehen und Mitreden und mit Joachim Gaukel, Harald Lesch und Florian Lesch Erneuerbare Energien zum Verstehen und Mitreden. Beide Bücher unterscheiden sich vom üblichen populärwissenschaftlichen Stil dadurch, dass sie tatsächlich quantitativ argumentieren, eben mit Zahlen und entsprechenden Diagrammen.
Was ich erst kurz vor unserer Sendung mitbekommen habe: Er hat außerdem mit Joachim Gaukel eine deutsche Version von David Mackays Sustainable Energy – without the hot air verfasst, nämlich Erneuerbare Energien ohne heiße Luft. Das Buch von Mackay hatte ich hier auf den SciLogs vor ziemlich exakt 15 Jahren sehr positiv besprochen – es ist ein schönes Beispiel dafür, was alles über einfache quantitative Abschätzungen möglich ist.
Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, in nächster Zeit mal etwas tiefer quantitativ in das Thema Energiewende und erneuerbare Energien einzusteigen. Insofern die Frage an die hier Mitlesenden: Welcher Frage oder Behauptung aus jenem Bereich sollte ich denn eurer Einschätzung nach einmal auf den Grund gehen, zumindest soweit, wie das mit Überschlagsrechnungen und quantitativen Abschätzungen möglich ist?
Also mal ein paar handfeste Zahlen.
Der gesamte Energieverbrauch der Menscheit liegt bei 172 000 Terawattstunden.
Die Sonneneinstrahlung auf die Erde beträgt 1 500 000 000 Terawattstunden. Bezogen auf ein Jahr. Im Vergleich, die Menschen verbrauchen etwa 0,01 Prozent davon.
Dagegen sind die 30 % der Rückstrahlung der Erde in den Weltraum gigantisch. Es sind 450 000 000 TWh.
Das Wort „Energiewende“ ist angesichts dieser Größenordnungen etwas übertrieben.
Oder doch nicht ? Dazu muss man wissen, dass die Menscheit in die Rückstrahlfähigkeit der Erde eingegriffen hat ohne sich anfangs dessen bewusst zu werden. Jetzt hat man es begriffen und sogar den Wirkmechanismus verstandenden, die Menscheit ist dabei die Zusammensetzung unserer Atmosphäre zu verändern.
Mit Energiewende ist konkret gemeint, wie wir unsere derzeitig doch in großem Maße noch klimaschädlich-fossil betriebene Energieversorgung umstellen auf eine CO2-neutrale Version.
Markus Pössel,
Betreff: „klimaschädlich-fossil betriebene Energieversorgung“
Wobei es ja um das Ausmaß der „Schädlichkeit“ geht, und wie sie zu Recht schreiben, dazu braucht es handfeste Zahlen.
Also, was die Mallorca Urlauber angeht, bei einem Flug von Frankfurt nach Mallorca stößt eine Boeing 737 etwa 260 Kg CO2 pro Person aus.
Zusätzlich: Gesamte Klimawirkung: Flugzeuge stoßen in Reiseflughöhe auch Stickoxide und Wasserdampf aus, die Ozon bilden und Kondensstreifen erzeugen. Diese Effekte verstärken die Treibhauswirkung um das Zwei- bis Fünffache gegenüber reinem CO₂. Anbieter wie atmosfair berechnen daher für die Strecke Düsseldorf–Mallorca ca. 680 kg bis 714 kg Treibhauswirkung.
Interessant dabei, dass das pro Person angegeben wird, für unsere Atmosphäre sind das bei 230 Fluggästen sind das schon 161 Tonnen Treibhausgase.
Und dieses Treibhausgas befindet sich in 10 Km Höhe und wird kaum von Regen ausgewaschen.
Zum Vergleich , ein einzelner Mensch atmet pro Tag etwa 750 Gramm CO2 aus.
der Mallorca Urlauber ist für die tausenfache Menge verantwortlich.
Man wird jetzt argumentieren, wir fliegen nur einmal pro Jahr nach Mallorca. Richtig, dafür fahren wir aber mit einem KFZ, verbrauchen Strom, der von einem Wärmekraftwerk erzeugt wird, also, man kann pro Person und Tag von 30 Kg CO2 ausgehen, die von unserem Lebenstil , man kann schon sagen, Luxusstil, verursacht werden.
Wobei es mir tatsächlich vor allem um die Energieversorgung selbst ging. Dass Gebäude, Verkehr etc. noch zusätzliche Gebiete sind, in denen sich etwas tun muss, ist klar. Das sind dann aber (weitgehend) andere Baustellen.
Markus Pössel, Betreff: Energieversorgung
Klar kann man machen, wenn es um den Bau eines Kraftwerkes geht.
Physikalisch und richtig beantwortet, müsste man sagen, Energie kann man weder erzeugen noch verbrauchen.
für Laien: Energie ist ein Kofferbegriff, der erst anschaulich wird, wenn man von einer bestimmten Energieform spricht .
Und…….fast alle Energie kommt von der Sonne , wir „verbrauchen“ davon nur 0,01 Prozent .
Also, da springt doch die Sonnenenergie sofort wieder ins Auge, wir verwenden viel zu wenig von ihr. Und umgekehrt, wenn die Sonneneinstrahlung durch ein Naturereignis gestört wird, man denke an den Vulkanausbruch des Krakatau, wird es spürbar kälter auf der Erde , und zwar sofort.
Deswegen konzentriert sich die gegenwärtige Energiewende auf das CO2, weil das die Einstrahlung der Sonnenenergie nicht verhindert, aber deren Abstrahlung. Zur Erinnerung, die Albedo der Erde beträgt 30 %. Genau genommen müsste man jetzt noch zwischen Reflexion und Abstrahlung (Emission) unterscheiden.
Also, ich vermute, sie meinen die Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke, die abgeschaltet werden sollten und durch Solarkraft und Windkraftwerke ersetzt werden sollten.
Anmerkung: Ein mit Solarzellen bestücktes Gelände von 500 x 500 km² Größe könnte den gesamten Stromverbrauch der Erde decken.
Um beim Thema zu bleiben , in Deutschland beträgt der Anteil der Wärmekraftwerke 40 %, in Europa beträgt der Anteil 30 %, weltweit beträgt der Anteil 57 %.
Fazit :Als führende Industrienation in Europa sind wir etwas „unterentwickelt“.
Ich rede über „Energiewende“ in dem in der öffentlichen Diskussion allgemein akzeptierten Sinne, und über Energie im Sinne von nutzbarer Energie, wie es dem Sprachgebrauch in Wirtschaft und Politik entspricht. Die grundlegenden Aspekte, die Sie hier wiederholen, hatte ich hier auf diesem Blog ja auch schon behandelt, siehe z.B. die verlinkte Blogbeitrag-Serie. Jetzt geht es mir ganz praktisch um Umsetzung, Kosten, strategisches Vorgehen dafür, fossile Energieträger aus unserer Energieversorgung herauszunehmen und durch Alternativen zu ersetzen.
Ich habe ein KI-Programm gefragt, welche ökologischen und sozialen Auswirkungen es hat, wenn Dautschland die Rüstungsausgaben von 2% auf 5 % erhöht.
Als Antwort kam u.a. dass dann die Ziele zum Aufhalten der Klimaveränderung nicht eingehalten werden können und auch für viele Maßnahmen zum Umweltschutz keine Geldmittel mehr zur Verfügung stehen.
Es wäre sinnvoll in den Blogbeiträgen auch den Einfluss von Rüstung auf das Klima zu beachten
„Ich habe ein KI-Programm gefragt“ ist angesicht der Halluzinationen von KI erst einmal nicht aussagekräftig. Und trägt ja ironischerweise auch zu einem signifikant energiefressenden neuen Trend bei :-/
Dass wichtige Klimaziele nicht eingehalten werden können – ist eine eindeutige Aussage.
Wer so etwas nicht zur Kenntnis nimmt, kann keine sinnvolle Diskussion zur Energiewende führen.
Sehe ich tatsächlich anders. Verkürzt gesagt: Jemand, der konkret und produktiv an der Umsetzung der Energiewende arbeitet, kann immer eine sinnvolle Diskussion über die konkreten Fragen der Energiewende führen (Erneuerbare, Residualkraftwerke, Speicher, Rolle von Wasserstoff). Egal wie optimistisch/pessimistisch er oder sie in Bezug auf den aktuellen Stand in punkto Klimaziele ist.
Praktische Umsetzung , strategisches Vorgehen, Kosten.
Wir stehen am Scheideweg, setzen wir bedingungslos auf Solarenergie, betrifft auch die KFZ-Industrie, dann geht es auch um die Energiespeicherung.
Leider macht die Politik keine klaren Vorgaben mehr.Und darauf kommt es an, Wenn die Industrie der Vorreiter für die Energiewende sein soll, dann braucht die klare Vorgaben, bis hin zu Steuerhöhungen für Verbrenner -KFZ oder Verbrenner-Heizungen.
Fatal ist die Tatsache, das Deutschland den höchsten Anteil von Mietwohnungen in Europa hat und deren Bewohner keine Möglichkeit als Laternenparker haben ihr Auto nachzuladen.
Strategisches Vorgehen: Mehr Ladestationen , vorallem auf öffentlichen Plätzen, bei Supermärkten, und sonst auf Freiflächen.
Steuervergünstigungen bei einem Umstieg auf E-Autos.
Sgteuervergünstigungen bei Installation von Klimaanlagen, physikalisch jeder reinen Elektroheizung überlegung.
Die Kosten werden mit Kommunalobligationen abgesichert, das ist immer noch besser als das Schwarzgeld auf den Cayman -Islands anzulegen (Satire)
Eine Frage, die meiner Meinung nach tatsächlich in der Öffentlichkeit nicht ausreichend behandelt wird, ist, ob ein Umstieg auf die Erneuerbaren AUSREICHT, um unseren jetzigen (und zukünftigen!) Energiebedarf zu decken. Oder ob es da nicht doch auch auf Verbraucherseite Grenzen gibt, die beachtet werden sollten.
Ich kann nur empfehlen, das verlinkte Video mal anzuschauen. Dort geht es ja genau um diese Frage. Am Anfang steht der jetzige Energieverbrauch, umgerechnet auf „pro Kopf“ (das vereinfacht Vergleiche zwischen unterschiedlich großen Ländern), am anderen Ende steht in welcher Weise man diesen Energieverbrauch in Zukunft decken kann. Zum Nachlesen dasselbe auf http://ohne-heisse-luft.de/
Hallo Herr Pössel,
Das Video war inhaltlich gut, die Statisktiken zu klein für einen 14 zoll Bildschirm.
War die Frau Liefke jetzt die Alibi Frau am Bildschirm ?
Als Mann wünscht man sich , dass auch mal die Frau zu Wort kommt.
Was Herr Holler sagt, stimmt, Gas als Energieträger bleibt sinnvoll.
Was nicht ganz klar herausgestellt wurde, machen wir die Energiewende wegen der Klimakrise oder ist sie mehr der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie für die Zukunft geschuldet ?
Was jetzt die handfesten Zahlen betrifft, das wurde stiefmütterlich behandelt,
Unter handfesten Zahlen versteht man absolute Zahlen, keine prozentualen Entwicklungen. Dass China mit 1,5 Mrd. Einwohnern die Spitze bei der Energiewende bildet ist klar, und auch bei der Produktion von E-Autos, wobei
es sich bei den chinesischen E-PKWs um einen Hype handelt, die Verbraucher zögern trotz Dumpingpreisen, nur wenige Werkstätten sind willens solche Automarken zu reparieren.
ABsolue Zahlen sind absolut trügerisch …
(a) Auflösung: ja, das ist leider etwas schiefgegangen. Normalerweise senden wir in 1080p. Sie finden die Zahlen aber auch bei http://ohne-heisse-luft.de/
(b) „Alibi-Frau“: Nein, sicher nicht. Das variiert je nach Thema. Bei einigen Sendungen bin ich es, der sich bemühen muss, zu Wort zu kommen. 🙂
(c) Gas: „bleibt sinnvoll“ bezieht sich aber auch bei Herrn Holler nur auf eine Übergangszeit.
(d) Klimakrise vs. Konkurrenzfähigkeit: Kann man nicht trennen! Der Gegensatz „entweder Klimaschutz oder gut für die Wirtschaft“ ist halt Mumpitz. Siehe die jüngst veröffentlichte Studie von Allianz Trade, https://www.allianz-trade.de/presse/pressemitteilungen/extreme-hitze-kostet-deutschland-milliarden-und-laehmt-wirtschaftswachstum.html
Die Klimakrise wird ja sehr oft unanschaulich und plakativ an Hand der glaobalen Temperaturerhöhung und dem daran Schuldigen dem CO2-Ausstoß dramtisiert.
Die Schuld daran wird oftmals psychologisch unterschwellig dem Bürger suggeriert. Die Frage daraus, die sich ein Einzelner stellen kann, lautet u.a., wie kann ich dazu beitragen meinen persönlichen CO2-Ausstoß drastisch zu verringern?
Daher meine folgende anschaulich fassbare Frage:
Ich lebe in einem durchschnittlichen 2-Personenhaushalt mit einem Energieverbrauch von ca. 20.500 kWh für Heizung Strom und Warmwasser.
Dazu kommt ein Benzinverbrauch von rund 10.000 km, was ca 8.500 kWh entspricht. Mein Jahresverbrauch liegt also bei ca 30.000 kWh pro Jahr.
Welche Fläche müsste eine Photovoltaikanlage haben, um meinen Energiebedarf alternativ autark einer, echten Energiewende, entsprechend aus Sonnenenergie zu decken.
Fluffy,
Betreff: Stromerzeugung mit Solarflächen.
Für 30 MWh brauchst du 200 m² Solarfläche.
(nach google)
Tipp: Am meisten spart man bei der Einschränkung mit Warmwasser.
Noch’n Tipp: Lass dein Haus außen isolieren, wir haben damit unsere Heizkosten um 25 % gesenkt.
Das ist ganz einfach mit Photovoltaik zu lösen. Erst einmal wird eine Wärmepumpe zum Heizen und zur Warmwasserversorgung eingesetzt, mit Arbeitszahl 4. Das gibt dann einem Stromverbrauch von nur 5125 kWh. Dazu kommt ein E-Auto, was nur ca. 1/5 des Energieverbrauchs hat wie ein Benziner, macht 1700 kWh, also in Summe 6825 kWh. Dann braucht es, wenn man die Werte von KI zu Grunde legt, nur ca. ein Viertel der Fläche, also 50 Quadratmeter.
Entscheidend ist also, die physikalisch effizientesten Verfahren einzusetzen, also Wärmepumpen und Elektroantrieb.
Wollte gerade etwas dazu schreiben, sich Werte von KI liefern zu lassen, aber gemeint ist der Nutzer mit Pseudonym KI, richtig?
Photovoltaik ist allerdings saisonabhängig und reicht deswegen alleine nicht aus. Insgesamt geht es halt offenbar nicht ohne ein größeres System, in dem dann mindestens noch Windenergie und Langzeitspeicher mit drin sind. (Den aktuellen Entwürfen nach wären die Langzeitspeicher Wasserstoff-Infrastruktur.)
Genau, es ist der Nutzer gemeint. Allerdings kann man schon KIs fragen, Perplexity zum Beispiel.
Ich wollte aber zeigen, wie essentiell wichtig die Nutzung der effektivsten Verfahren ist, die deshalb ja auch von der Fossillobby am heftigsten bekämpft werden.
Zahlen zur deutschen Energiewende die aussagefähig sind was die bisherige und gewünschte zukünftige Energieversorgung Deutschlands betrifft sind nur schwer zu finden. Was die Zukunft betrifft hat in dem Buch „2 Millionen Windräder für Deutschland?“ der Autor Andreas Tabbert zusammengetragen und damit Berechnungen angestellt, die man leicht nachvollziehen kann.
Das Problem der Energiewende ist ja, dass diese nie mittels eines Generalplans und vielen Teilplänen in Angriff und dann durchgeführt wurde, wie man das bei einem solchen Großprojekt eigentlich machen müsste. Es wurden einfach nur politische Zielvorgaben gesetzt, doch wie man diese Ziele erreichen wollte oder sollte, das überließ man dem Zufall und das fütterte man mit Subventionen, damit es überhaupt in die richtige Richtung geht.
Gaskraftwerke waren von Anfang an als Ersatz für Kohle- und Atomkraftwerke angedacht, doch bis heute läuft da nichts.
Dass man im Norden viel mehr Windstrom und im Süden viel mehr PV-Strom haben werde, war zwar eigentlich ganz leicht zu eruieren, doch ganz ganz spät kam man darauf, dass man neue N-S-Trassen für den Windstrom braucht.
Das man die unstetig Strom liefernden EE mit Batterien im Stundenbereich abpuffern könnte, darauf kam man auch sehr sehr spät.
Dass die extrem vielen nicht steuerbaren Dachanlagen auf EFH in einer „Hellbrise“ bei weniger Strombedarf zu negativen Strompreisen und zur Gefahr eines Brownout oder sogar Blackout führen könnten, das hatte keiner auf dem Schirm.
Deshalb ist es nun wirklich schwierig brauchbare Zahlen zu finden. Hilfreich ist auch die schon mehrfach modifizierte Studie des Fraunhofer ISE „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“.
Habecks „Schachzug“ im Rahmen einer Regelung zur Einstufung der Energieererzeuger die Müllverbrennung zu den EE zu zählen verzerrt das Bild auch noch.
Das liest sich in meinen Augen tatsächlich deutlich zu pessimistisch. Zur genaueren Beurteilung, worauf Sie sich beziehen, wären natürlich Links sehr hilfreich.
Was Zahlen angeht, die „aussagefähig“ sind: Was verstehen Sie darunter? Auch ungefähre quantitative Abschätzungen sind hilfreich. Stieße man dort z.B. darauf, dass Anspruch und Wirklichkeit um eine gehörige Zahl von Größenordnungen auseinanderliegen, wäre das ein gewaltiges Problem. Ich finde wie gesagt die Zusammenstellung in http://ohne-heisse-luft.de/ hilfreich und transparent.
Zur Umsetzung: Ob der komplett durchorganisierte Generalplan mit vielen Teilplänen da der richtige Weg gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln – falls es dabei darum geht, was z.B. China derzeit ganz konkret pusht, ist das Argument natürlich deutlich überzeugender. Was die konkrete Umsetzung innerhalb rechtlicher Leitlinien angeht, traue ich dem freien Markt, unterstützt durch staatliche Anreize, deutlich mehr zu als detaillierten Planungsversuchen. Sieht man ja beispielsweise an der enormen Nachfrage bei den Windkraft-Auktionen, wie gut das funktioniert. Dafür, was da bei Genehmigungsverfahren noch für Spielraum ist, ohne die Schutzfunktion von Genehmigungen zu verlieren, fand ich dieses Beispiel hier auf Bsky von Rico Grimm hochinteressant. Einfacher Twist im Verfahren mit großer Wirkung.
Auch Ihre weiteren Ausführungen scheinen mir übertrieben pessimistisch. Dass sich der Beitrag von Kohle zum Strommix in den letzten 20 Jahren halbiert hat ist ja nicht nichts, auch wenn ich mir natürlich wünschen würde, wenn wir auch die verbleibenden 23% schnell loswerden. Auch bei der Nord-Süd-Trasse wäre natürlich toll gewesen, wenn sich das durch das Dazwischengrätschen von Bayern vor mehr als 10 Jahren nicht verzögert hätte, aber immerhin ist die Nord-Süd-Trasse ja immerhin deutlich fortgeschritten – und dass man „ganz ganz spät“ daraufgekommen ist, war ja offenbar weniger das Problem als politische Agitation gegen das Projekt.
Und so weiter und so fort – ich finde so eine fokussierung auf die Vergangenheit, zumal in so einseitiger Form, eher wenig hilfreich. Wichtiger ist, jetzt konkret gesellschaftlich Tempo zu machen. Die Zahlen, um das zu motivieren und die Rahmenbedingungen abzuschätzen, sollten vorhanden sei.
Es geht mir aber nicht um pessimistisch oder optmistisch, wenn ich Ihnen ein paar Aussagen und Quellen zur Energiewende nenne. Sie sollten sich dann selbst ein Bild machen wie das Thema angegangen wurde und wird und wo es gut klappt und wo es hapert.
Lesen Sie mal, weil gerade neu publiziert in der WELT+ (hinter Bezahlschranke) den Artikel „Das große Windstrom-Rätsel der deutschen Energiewende“. Da liest man, dass von 2020 bis 2025 die Windkraft um 16 GW installierte Leistung zugebaut wurde, aber die tatsächliche Windstromerzeugung sowohl 2020 als auch 2025 106 TWh betrug, es also keinen Zuwachs an gelieferter Energie gab.
Deshalb der Titel mit dem Wort „Rätsel“.
Einfach immer mehr von Demselben hat hier nicht funktioniert trotz immer größerer und effektiverer Turbinen, doch warum?
Deshalb der Titel mit dem Wort „Rätsel“.
Ehrlich gesagt kann ich die WELT bei Themen, die mit Klimawandel und Energiewende zu tun haben, nicht mehr ernst nehmen. Die haben sich als Chefreporter Klima (oder wie das genau heißt) halt jemanden geholt, der früher schon Schwierigkeiten damit bewiesen hat, vergleichweise einfache Diagramme, damals waren es die Temperaturkurven, angemessen sinnstiftend zu lesen. Insofern, ohne den WELT-Artikel selbst gelesen zu haben, wären meine ersten Empfehlungen zum Prüfen: (1) Wie sieht denn die Zeitreihe im Zusammenhang aus? Tritt das tatsächlich auf der Stelle, oder gibt es dazwischen Schwankungen, die die Behauptung, es habe sich überhaupt nichts geändert, bereits widerlegen? (2) Dass Windkraft sowohl Windräder als auch Wind benötigen, ist eine Binsenweisheit. Was sagen denn entsprechende Kenngrößen dazu, wie es 2020 vs. 2025 mit dem Wind ausssah? Inwieweit wird das im Artikel thematisiert? (3) Wurde das bewussste Abregeln bei negativen Strompreisen angemessen berücksichtigt? Das bestimmt ja auch mit, wie groß der Beitrag zur Stromerzeugung am Ende ist.
Wenn Sie dem Autor des Artikels, Daniel Wetzel, nicht zutrauen die Zahlen richtig dargestellt zu haben, dann sollten Sie statt verallgemeinernd wegen einer früher mal falschen Darstellung von Daten in der WELT alles in zu Frage stellen die Zahlen einfach mal selbst überprüfen. Ich gehe davon aus, dass alle Zahlen transparent und vollständig im Internet zu finden sind.
Lesen Sie den Artikel. den ich hier zwar verlinken kann, der aber hinter einer Bezahlschranke steht, denn da stehen die von Ihnen gestellten Fragen und die Antworten von verschiedenen Fachleuten zum Nachlesen.
Naja, ohne Konsequenzen bleibt das halt nicht, wenn eine Zeitung bei (mindestens) einem Thema so viel Mist ins Blatt lässt. Und: Schade, ich dachte Sie wären hier um auch selbst zu diskutieren, aber hej, jeder wie er mag.
Ich habe mir den Artikel jedenfalls angeschaut und fühle mich bestätigt. Zu der naheliegenden Frage „War vielleicht mal mehr, mal weniger Wind“ haben die dort ja ausdrücklich keinen Experten befragt, und bekommen von ihrem Interviewpartner wenig überrasschend nur eine vage Antwort. Jene Antwort lässt komplett außer Acht, dass es zu dieser Frage entsprechende Daten gibt. Für die müsste man halt entsprechend spezialisierte Meteorologie-Expert*nnen befragen. Hat man aber nicht. Das ist handwerklich einfach sehr schlechter Journalismus – die große Rätsel-Überschrift ‚rauspusten und dann nicht einmal die naheliegendste Recherche durchziehen.
So, habe mich heute mal daran gemacht, die grundlegenden Zahlen und Behauptungen in jenem Artikel nachzuprüfen. Hier ist das Ergebnis. Danke für die Anregung!
Markus Pössel, von Windrädern zur Wirtschaft.
Der Emissionshandel setzt Klimaschutz marktwirtschaftlich um. Die Politik legt eine Höchstgrenze für den gesamten CO₂-Ausstoß fest (Cap), die jährlich sinkt. Unternehmen müssen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ ein Zertifikat abgeben. Wer CO₂ einspart, kann übrig gebliebene Zertifikate an andere Unternehmen verkaufen (Trade).
Für Deutschland betrugen die Einnahmen 2024 18,5 Mrd. € 2025 waren es 21,4 Mrd. €, das ist eine Steigerung um 15,6 %.
Wenn wir also der Energiewende eine Größe zuordnen wollen, dann sind 15,6 % eine handfeste Größe.
Das ist leider eine herzlich wenig aussagekräftige Größe in Bezug auf „die Energiewende“. Sie beziffert weder die tatsächlichen aktuellen Investitionen in die Energiewende noch die notwendigen.
Markus Pössel,
nicht so pessimistisch
Der Emissionshandel ist ein Indikator der anzeigt, ob man die selbstgesteckten Ziele erreicht hat. Und das ist der Fall.
Die Energiewende ist keine Punktereignis, die ist vielschichtig, die reicht vom Ausbau von Stromtrassen im öffentlichen Bereich, bis zum Kauf einer Solaranlage im privaten Bereich.
Wer es handfester will, der gehe zum Baumarkt und wird merken, die Preise für Solaranlagen sinken.
Wer es noch handfester will, der gehe zu seinem Nachbarn, der bereits eine Solaranlage seit vielen Jahren besitzt und befrage ihn, ob sie sich gelohnt hat und ob er wieder eine kaufen würde. Und der hat das bejaht.
Was jetzt die aktuellen Investitionen betrifft, da sind wir hier im blog nicht die richtige Auskunft. Richten Sie ihre Frage an den Wirtschaftsminister oder eine sonstige öffentliche Institution, die dafür zuständig ist.
Anmerkung: aus eigener Erfahrung aus Stuttgart 21, ein Großprojekt, das aus dem Ruder gelaufen ist, selbst die Fachleute sind überfordert wenn es um die Folgekosten geht, oder die Kosten werden kleingeredet.
Schrauben sie ihre Erwartungen zurück !
Nee, einigermaßen realistisch müssen wir da schon argumentieren. Und da kommen mehrere Faktoren zusammen. Erstens ist der Emissionshandel derzeit eben noch kein echt marktwirtschaftliches Instrument, das eine tatsächliche Knappheit abbilden würde. Die Festlegung der Preise ist eine politische Entscheidung, und derzeit mehr von „bloß niemandem wehtun“ bestimmt als von einem realistischen Klimaschutzpfad. Zweitens haben wir doch gerade gesehen, wie schnell die derzeitige und vorige Regierung eingeknickt ist, als tatsächlich mal etwas über drastische Verteuerung marktwirtschaftlich hätte geregelt werden können, nämlich beim Benzin. Selbst ein weitgehend unsinniges (= symbolisch, teuer, unzuverlässig) Instrument wie der Tankrabatt wurde wiederbelebt. Da kann man nicht ernsthaft erwarten, dass es zu der Zeit, wo der Emissionshandel dann in der Zukunft hoffentlich tatsächlich mal klare (und damit halt finanziell „schmerzhafte“) Wirkung zeigt, einfach heißt „tja, da müssen die Bürger*innen jetzt durch“. Im Gegenteil gab es ja schon Vorstöße, den Emissionshandel bereits jetzt weiter zu schwächen oder ganz auszuhebeln. Insofern wird es rein mit dem Emissionshandel, ohne massive staatliche Investitionen und Anreize, nicht gehen.
Die selbstgesteckten Ziele sind leider ein Teil des Problems. Auch da versucht sich die Politik ja herauszuwinden. Nötig wäre gewesen, von Anfang an die Bereiche anzugehen, von denen klar ist, dass Dekarbonisierung schwierig wird. Was geschah stattdessen? Die Sektorziele wurden aufgeweicht, als Freifahrkarte für das Gegenteilige Vorgehen, nämlich „wir machen erstmal das was einfach ist und schieben die schwierigen Aufgaben in die Zukunft.“ Allein deswegen ist das einfache „aber hey, bislang haben wir doch die vorgegebenen Klimaziele einigermaßen erreicht!“ naiv.
Markus Pössel,
„Die Festlegung der Preise ist eine politische Entscheidung, und derzeit mehr von „bloß niemandem wehtun“ bestimmt als von einem realistischen Klimaschutzpfad“
Das kann man so sehen und es stimmt auch. wir befinden uns aber im Rahmen der Politik und nicht in der reinen Lehre, man kann nur umsetzen was politisch gewollt ist, was vom Wähler akzeptiert wird und was last but not least unsere Position bezüglich Exportüberschüsse nicht schwächt.
Wenn ich es richtig verstehe, für sie sind die Investitionskosten für eine Energiewende der Knackpunkt. Die werden gewaltig werden, Allein der Umstieg auf E-Autos belastet unsere Exportindustrie, der Umstieg von Kohle/Öl/Gasheizungen auf Klimaanlagen wird problematisch, weil Deutschland das Land mit den meisten Mietwohnungen in Europa ist,
der Umstieg in der Industrie von Stahl und Aluminiumindustrie durch die Verlagerung ins Ausland ist geglückt , aber eben auch nur eine Scheinlösung.( aufs Klima bezogen)
Was zu wenig angesprochen wurde, die riesige Menge an Kunststoffmüll kann letzlich nur durch „Verbrennen“ gelöst werden, also ganz kommen wir aus der CO2 Falle nicht heraus.
Was man aber machen könnte, das wäre eine Einschränkung beim Flugtourismus, aber damit bekommt man keine Wählerstimmen.
Tut mir leid, wir hier in Stuttgart sind realistisch geworden, die Grenzen des Möglichen sind sichtbar.
In Ihrer Antwort fehlt irgendwie komplett der Aspekt, dass Klimaschutz eben nicht „nice to have“ ist, sondern dass wir massive wirtschaftliche, politische und sonstige Schäden haben werden, wenn wir die Klimakrise nicht in den Griff bekmmen. Insofern ist für mich der Knackpunkt: Wie bekommen wir die Energiewende rechtzeitig hin, um beträchtliche bis katastrophale Schäden abzuwenden? Und ja, da würde ich gerne quantitativ verstehen, was nötig ist. Weil Worte wie „gewaltig“ an der Stelle halt einigermaßen inhaltsleer sind.
Auch bei einigen Ihrer anderen Aussagen bin ich baff. „Allein der Umstieg auf E-Autos belastet unsere Exportindustrie“ klingt als wäre das so etwas wie ein act of god, dem die Autoindustrie hilflos ausgeliefert wäre – analog zu einem Großfeuer oder einer Überschwemmung, wo man eben nur schauen kann, wie man da einigermaßen glimpflich davonkommt. Als wäre der Umstieg auf E-Autos nicht eine Riesenchance gewesen, durchaus auch für den Export, wenn man sie denn ergriffen hätte! (Was kann es denn besseres für Produzenten geben, als dass sich eine potenziell sehr große Nachfrage nach einem ganz neuen Produkt ergibt?) Nur dass jene Chance eben verpasst wurde. Nicht zuletzt durch den Einfluss der Klimakrisen-Kleinredner in allen Teilen der Gesellschaft.
Markus Pössel
Sie geben sich ja selbst die Antwort.
„Als wäre der Umstieg auf E-Autos nicht eine Riesenchance gewesen, durchaus auch für den Export, wenn man sie denn ergriffen hätte!“
Wir leben in einer überalterten Gesellschaft, oder wie es Konrad Adenauer formuliert hatte „keine Experimente“.
Ich bin ihrer Meinung, die verspätete Energiewende wird uns teuer zu stehen kommen, und damit ist die Weltgemeinschaft gemeint, die größten Umweltsünder sind immer noch die USA und China,
wir sind zum Glück immer noch ein Vorbild für die Welt was die Hochtechnologie betrifft, und dabei können wir auch noch punkten, wenn wir technischen Fortschritt nicht nur wirtschaftlich betrachten.
Wenn man bedenkt, dass wir unsere Solartechnologie an China verkauft haben,
dann könnte man allerdings Zweifel bekommen.
Also, sie wollen ein paar Hausnummern.
Hier eine Schätzung nach google KI
„Für eine deutsche Metropole wie Hamburg (ca. 1,9 Mio. Einwohner) werden allein für den klimaneutralen Umbau des Wohnungsbestands Kosten von rund 40 Milliarden Euro prognostiziert. Hochgerechnet auf alle deutschen Kommunen schätzt der Deutsche Städtetag den jährlichen Investitionsbedarf für Klimaschutz und Klimaanpassung auf mindestens 8 Milliarden Euro.“
Nochmal auf die Städte bezogen, bei 80 Groß- Städten sind wir dann bei 80 mal 40 Mrd. €, Das ist eine Jahrhundertinvestition.
Bei etwa 10 000 Kommunen in Deutschland können wir dann mit 3 000 bis 6000 Milliarden Euro rechnen.
Meine Meinung dazu: Hier wird nur der Wohnungsbestand genannt, was ganz fehlt, das sind die Veränderungen an den deutschen Küsten, Ostfriesland liegt unter dem Meeresspiegel, Veränderung des Baumbestandes auf hitzefestere Sorten, Bau von Meerwasserentsalzungsanlagen wenn das Regenwasser nicht mehr ausreicht, Sanierung unserer Grundwasservorkommen, die sind jetzt schon mit einem Nitratgehalt über dem Grenzwert belastet,
das wird die Haushalte der Kommunen auch belasten, …….
Die Arbeit ruft ….
Bitte keine KI-generierten Antworten ohne weiteres Festzurren. Dazu halluziniert KI zu oft. (Vielleicht sollte ich das mal als Grundregel hier bei den Kommentaren aufnehmen.)
Markus Pössel Betreff : KI
auch der SWR hat heute morgen gemeldet: „Fachleute warnen, KI kann irren oder hat veraltete Daten“
Damit sind wir mitten im Thema, die sogenannten Fachleute, wer sind die ?
Mal wieder ein konkretes Beispiel, in Fellbach bei Stuttgart steht die höchste Bauruine Deutschlands, wir können sie sehen, die steht seit 10 Jahren leer.
Wie ist das möglich? Ganz einfach, es ist eben nicht möglich , die Renovierungskosten 1 : 1 zu beziffern, oder, wenn der neue Investor auch wieder in Konkurs geht, die Bauruine abzureisen.
Merke: auch Staaten können in Konkurs gehen und das Megaprojekt Energiewende lässt sich eben genausowenig sicher kalkulieren !!!
Zu den Fachleuten: KI experimentell zu untersuchen ist inzwischen durchaus ein Teilgebiet der Informatik. Man will von Werkzeugen ja generell wissen, wie gut sie funktionieren, oder wo man ggf. vorsichtig sein soll. Ich stimme zu, dass sich so etwas wie die Energiewende nicht starr vorausplanen lässt. An dieser Stelle wird eben ein gesunder Markt wichtig, den man über entsprechende Rahmenbedingungen lenken und dem man Anreize geben kann. Der enorme Preisverfall bei Photovoltaik und bei Batterien macht an der Stelle Hoffnung, ebenso wie die Überzeichnung der Windkraft-Auktionen. Das Ziel muss sein, möglichst viele der für die Energiewende nötigen „Module“ in diesen fast-Selbstläufer-Bereich zu bekommen.
@ Markus Pössel 02.06.2026, 11:31 Uhr
Zitat: „Nee, einigermaßen realistisch müssen wir da schon argumentieren. Und da kommen mehrere Faktoren zusammen.
……
Die Festlegung der Preise ist eine politische Entscheidung, und derzeit mehr von „bloß niemandem wehtun“ bestimmt als von einem realistischen Klimaschutzpfad.“
Statt „bloß niemandem wehtun“, sollte alles nach den üblichen ökonomischen Regeln gesteuert werden. Allein von Ideologie bestimmte Regeln sind nicht hilfreich. Sie erzeugen in der Gesellschaft Hass und Verbitterung bei denen, die der Klimaschutz, wegen der Sanierungskosten ihrer alten Häuser, in den Ruin treiben würde und wo das hinführen könnte…..
Grundlegend in der Ökonomie ist die „Barwertrechnung“ die „Szenarioanalysen“ möglichst sachlich korrekt bewerten soll.
Dabei wird der Zeitpunkt einer Anschaffung, besonders auch Betriebskosten, bestens und realistisch berücksichtigt. Der Barwert wird minimal, wenn Investitionen möglichst in die Zukunft verschoben werden.
Nicht nur weil es später bessere Lösungen geben könnte, man könnte auch Zeit gewinnen, könnte mit dem Geld besseres machen. Wird das nicht korrekt berücksichtigt, explodieren die Schulden und politisches Chaos droht….
Fragt sich höchstens, ob schon jemals eine „politische Phase“ im allgemeinen „Glück und Wohlgefallen“ geendet hat….
Das „Klimaproblem“ bietet zahlreiche „Angriffspunkte“ um „Kriege und Zerstörung“ auszulösen.Menschen haben noch immer Gründe gefunden, übereinander herzufallen…..
Auch wenn wir uns ganz der „Klimareligion“ hingeben würden und wir noch soviel „Klimabuße“ tun würden….
Eine Bewertung, die „möglichst sachlich korrekt ist“ darf dann aber nicht so vorgehen, dass die externalisierten Kosten unter den Tisch fallen. Das war halt in der Vergangenheit leider häufig so.
Eine soziale Abfederung ist sicher sinnvoll. Deswegen ja der Vorschlag, die Einnahmen aus dem Emissionshandel (der selbst ja ein Weg ist, externalisierte Kosten wieder in die Gesamtrechnung zurückzuholen) als Klimageld auszuzahlen. Und günstige Darlehen für die Sanierung zu vergeben.
Mit der Verschiebung von Lösungen in die Zukunft gibt es mindestens zwei Probleme. Was an weiterer Erwärmung kommt, bleibt bis auf weiteres. Das ist wie eine betriebswirtschaftliche Kaufen-oder-Mieten-Entscheidung, bei der der Mietvertrag ein Knebelvertrag auf tausend Jahre ist. Unter solchen Bedingungen ist Kaufen, bzw. eben in diesem Falle: möglichst schnell CO2-neutral werden, so gut wie immer günstiger. Das zweite Problem ist das Risiko von Kipp-Punkten. Insgesamt kommen wir denke ich nicht darum herum, jeweils mit den aktuell möglichen Methoden klimaneutral zu werden. Aber soweit wie möglich flexibel zu bleiben, um ausnutzen zu können, wenn sich im Laufe der Zeit bessere Lösungen ergeben.