UL-Reisesäule Do-It-Yourself

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Amateurastronomie und -Raumfahrt
Raumschiff Erde

Die Astrotrac Reisemontierung ist mittlerweile unter den Amateurastronomen bekannt und weit verbreitet. Auch ich konnte mich der Idee der “Ultraleicht-Astrofotografie” nicht entziehen und habe mir vor einiger Zeit eine dieser Reisemontierungen gekauft.

Natürlich muss auch bei dieser Art der Kurzbrennweitigen (bis ca 300mm Brennweite) Astrofotografie auf einen sicheren Stand geachtet werden. Hierfür ist immernoch ein gutes Stativ nötig, welches den Ultraleicht-Gedanken aber vor allem das Packmaß wieder größtenteils zunichte macht.

Aus diesem Grund und weil ich schon eine weitere Verwendung für das Stativ eingeplant habe, hatte ich mir vorgenommen eine kompakte und extrem leichte Alternative zu bauen.

Die Ultraleicht-Reisesäule

Reisesäule

Das Design ist angelehnt an verschiedene Ideen. Zum Beispiel gibt es eine wesentlich größere Reisesäule direkt vom Hersteller in der nicht nur die Beine sondern auch die Astrotrac selbst Platz finden. Oder die Reise-EQ1 meines Kollegen Jan, an welcher die Beine in die Basis geschraubt werden.
Nun, die Hersteller Lösung war mir wesentlich zu groß und zu schwer.
In meiner Lösung ist die Säule selbst etwa 40cm lang, wiegt ca 1,3kg und beherbergt die drei Beine und eine einfache Polwiege.

Der Komplette Aufbau fertig zum Fotografieren wiegt fast genau 3kg (ohne Kamera)

Hier ein kleines Video vom Aufbau:

Zwischen den Jahren war ich wieder in Füssen (zu Hause :-)) und konnte eine geniale Nacht für ein erstes First-Light mit der neuen Säule nutzen.
Dabei stand ich auf dem Balkon quasi direkt neben einer Straßenlaterne und habe mit dem Polsucher zwischen zwei Dachgiebeln hindurchgepeilt.
Objekt der Begierde war die südliche Orionhälfte. Eigentlich wollte ich es noch mit dem Heart & Soul Nebel auf die Spitze treiben, aber ich habe nicht den richtigen Ausschnitt erwischt und so müssen die Beiden noch etwas warten, sie stehen jedenfalls ganz oben auf meiner ToDo-Liste.

Das First-light:

suedl. Orion

Bilddaten:

Objektiv 100mm f/5, 5x3min mit DeepSkyStacker gestackt und etwas an den Reglern und der Kurve gespielt. Sonst keine Bearbeitung.

Man sieht deutlich den Einfluß der Straßenlaterne und dass ich die Einnordung nicht ganz genau getroffen hatte. Es ging aber eher darum, ob irgendein Wackeln, Zittern o.ä. zu sehen ist. Bzw. ob die Stabilität stimmt.

Hier gehts zur großen Version: >klick<

Veröffentlicht von

www.astrotobi.de

Seit Ich 2003 zu Weihnachten mein erstes Teleskop geschenkt bekam hat mich der "Astrovirus" und alles was damit zu tun hat gepackt. Ich studiere zur Zeit Luft- und Raumfahrttechnik an der FH in Aachen und bin dort auch an der Volkssternwarte sehr aktiv. Vor meiner Studienzeit war die Starkenburg-Sternwarte Heppenheim e.V. (611) mein Heimatobservatorium bei dem ich immer noch Mitglied bin. Am meisten macht mir die Öffentlichkeitsarbeit Spaß. Was gibt es schöneres als staunende Besucher beim Anblick des Sternenhimmels? Ich versuche so oft wie möglich mit dem Teleskop zu Beobachten und mich mit Anderen auszutauschen. 2008 entdeckte ich mit Matthias Busch meinen ersten Kleinplaneten an der Starkenburg Sternwarte Heppenheim und bin Mitglied im Teide Observatorium Tenerife Asteroid Sourvey (TOTAS) welches zum Großen Teil an diese Arbeit anknüpft bzw. primär nach Near Earth Objects (NEO) sucht. Im Rahmen meines Studiums bin ich außerdem an dem Pico-Satellitenprojekt "Compass 2" beteiligt, welches zum Ziel hat schon den zweiten Cubesat der FH Aachen von Studenten zu bauen und zu betreiben.

2 Kommentare

  1. Hallo Tobi,
    Du kommst ja auch gut herum mit Deiner Astrotrac und insbesondere unter südliche Sterne. Nicht wahr, so eine helle Milchstraße bekommen wir hier nie zu sehen!
    Mir ging es ganz ähnlich wie Dir, nur bin ich mit dem Gelenk in der Polwiege nicht glücklich geworden und habe dieses Konzept daher wieder verworfen, die Montierung ist mir in der Bauweise immer wieder abgesunken. Habe daher mit einem Kollegen zwei feste Polwiegen konstruiert und mit dem 3D-Drucker ausgegeben.
    Damit kann man sogar einen 3” Pentax-Refraktor (f=360mm), eine CCD-Kamera und eine DSLR mit Objektiv gleichzeitig huckepack tragen, Nutzlast bis 15 Kg. Die Belichtungszeit ist für die CCD-Kamera etwas kritischer als für DSLR, ich belichte typisch zwischen 1 und 3 Minuten für 360mm Brennweite, je nach Deklination.
    Wie sich zeigt, genügen zwei Polwiegen, eine hat 7° und 23° Flanken für die entsprechende nördliche oder südliche geographische Breite, die andere 50°, den Rest erledigen die Stativbeine, das funktioniert so weltweit.
    Hier ist ein paar Bilder vom Aufbau, den Ergebnissen und ein Kurzfilm:
    http://astro.square7.ch/aiu2010/aiu074.jpg
    http://astro.square7.ch/namib2011/na11013.jpg
    http://astro.square7.ch/2014deepsky
    https://www.youtube.com/watch?v=ai5QBCRGojM
    Ein Bericht steht in interstellarum 60 (Oct/Nov 2008)
    Wenn Du probieren magst, kann ich STL-Dateien zum Nachbau anbieten.
    LG
    Sighard

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