Supernova in Galaxie M82

Am 21. Januar wurde in der Sternwarte der London University von Studenten eine Supernova in der Galaxie M82 entdeckt.
Klar, dass ich als Amateurastronom seitdem auf eine Möglichkeit warte mir dieses Ereignis genauer anzuschauen…sehr genau sogar. Letzte Nacht war es endlich soweit. Eigentlich wollte ich gerade ins Bett, aber ein Blick aus dem Fenster zeigte Sternenklaren Himmel. Also Sachen gepackt, dicke Winterklamotten an und auf zur Sternwarte.

Es wurden dann zuerst ein paar RGB Aufnahmen gemacht um ein nettes Bild der Galaxie mit Supernova zu haben:

Supernova in M82

LRGB je 30x10sec mit der ASI120MM am 8″f/5 Newton

Danach kam der StarAnalyzer zum Einsatz. Mit ihm musste ich die Belichtungszeit ordentlich auf 20sec erhöhen um ein brauchbares Spektrum zu erhalten. Die Auswertung vorhin mit RSpec lieferte dann diese Kurven:

Auswertung des Spektrums

Die Blaue Kurve unten ist die Referenz. Dafür wurde der Stern Merak (Beta UMa) in der Nähe kurz vermessen um die richtige Skalierung des Spektrums an den Balmer- (Wasserstoff) Linien zu kalibrieren. Das ist natürlich nicht so genau wie mit einer Kalibrierlampe, aber für die Genauigkeit des StarAnalyzer völlig ausreichend.
Die schwarze Kurve ist die eigentliche Vermessung des Spektrums der Supernova. Man sieht sehr deutlich die Absorbtionslinie auf der Wellenlänge von Silizium (Si), aber keine Linie bei Wasserstoff (Ha). Der kleine Peak rechts in der schwarzen Kurve ist übrigens ein kleiner “zufälliger” Stern, der sich im Messbereich befand.
Aufgrund dieser Kurve habe ich versucht die Klasse der Supernova herauszufinden. Ich bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Supernova der Klasse Ia handeln muss. So ganz sicher war ich mir damit aber nicht, besonders wegen der “Dellen” bei Hß und Hy. Ein wenig Recherche im Netz zeigte jedoch das meine erste Klassifizierung richtig war. Typ Ia.

Wieder einmal hat sich gezeigt was man mit diesem kleinen Transmissionsgitter alles anstellen kann. Ich bin gerade dabei einen Spalt dafür zu entwickeln, mit dem ich dann flächige Objekte und unabhängig vom Seeing Spektren aufnehmen möchte. Dies ist also sicher nicht der letzte Beitrag zu diesem Thema 🙂

Veröffentlicht von

www.astrotobi.de

Seit Ich 2003 zu Weihnachten mein erstes Teleskop geschenkt bekam hat mich der "Astrovirus" und alles was damit zu tun hat gepackt. Ich studiere zur Zeit Luft- und Raumfahrttechnik an der FH in Aachen und bin dort auch an der Volkssternwarte sehr aktiv. Vor meiner Studienzeit war die Starkenburg-Sternwarte Heppenheim e.V. (611) mein Heimatobservatorium bei dem ich immer noch Mitglied bin. Am meisten macht mir die Öffentlichkeitsarbeit Spaß. Was gibt es schöneres als staunende Besucher beim Anblick des Sternenhimmels? Ich versuche so oft wie möglich mit dem Teleskop zu Beobachten und mich mit Anderen auszutauschen. 2008 entdeckte ich mit Matthias Busch meinen ersten Kleinplaneten an der Starkenburg Sternwarte Heppenheim und bin Mitglied im Teide Observatorium Tenerife Asteroid Sourvey (TOTAS) welches zum Großen Teil an diese Arbeit anknüpft bzw. primär nach Near Earth Objects (NEO) sucht. Im Rahmen meines Studiums bin ich außerdem an dem Pico-Satellitenprojekt "Compass 2" beteiligt, welches zum Ziel hat schon den zweiten Cubesat der FH Aachen von Studenten zu bauen und zu betreiben.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Ja, das steht auch noch auf der ToDo-Liste. Das Wetter muss dafür auch mitspielen. 14,5mag ist aber auch ziemlich schwach, da wird das Setup ziemlich an seine Grenzen getrieben. Aber versuchen werde ich es auf jeden Fall.

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