Zuckerbrot und Peitsche

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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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Operante Konditionierung

Neuer Freund, alles läuft prima. Dann wird’s ernst – deine Eltern wollen ihn unbedingt kennenlernen und laden euch zum Essen ein. Er ist ja eigentlich ganz Schwiegermutter-tauglich: er zieht sich ordentlich an, ist unterhaltsam und hat ein sicheres Einkommen. Aber seine Tischmanieren! Ellbogen auf dem Tisch, sprechen mit vollem Mund … unmöglich!

Entweder du lernst zu seinen Macken zu stehen. Oder du wirst aktiv! Dann empfehle ich dir die Methoden der Operanten Konditionierung (z.B. Thorndike, 1911) – ein Klassiker unter den Lerntheorien.

Schlechte Manieren abgewöhnen

Denke dir für jeden Patzer am Tisch etwas Unangenehmes für ihn aus (= positive Bestrafung) oder entziehe ihm etwas Angenehmes (= negative Bestrafung).
Jedes Schmatzen und Rülpsen kann dann z.B. für ihn 1 Euro in die Schlechte-Manieren-Kasse bedeuten. Oder du nimmst ihm den Nachtisch weg.

Damit das Ganze nicht zu sehr euer Beziehungsglück trübt, solltest du unbedingt auch folgende Strategie anwenden – parallel oder alternativ:

Gute Manieren angewöhnen

Belohne ihn für gewünschtes Verhalten entweder mit etwas Angenehmem (= positive Verstärkung) oder indem du ihm etwas Unangenehmes ersparst (= negative Verstärkung).
Für jedes Mal Ellbogen vom Tisch nehmen oder Schlucken vor dem Erzählen kannst du ihm z.B. einen Extra-Kuss geben. Oder du übernimmst als Belohnung den nächsten Wohnungsputz, bei dem er eigentlich an der Reihe gewesen wäre.

Viel Erfolg!

(irm)

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

3 Kommentare

  1. QUALität kommt nicht unbedingt von Qual.

    Ja, da jauchzt doch jeder Partner vor Glück laut auf, wenn seine bessere Hälfte ihm sagt: “Jetzt weiß ich endlich, was ich auf Dich anwenden muss, damit Du glücklich wirst!”
    In der neuen Ich-kann-Schule sehe ich, dass das Gedächtnis nicht auswählen kann. Es speichert immer alles in der Qualität, in der es kommt. Wenn bei der QUALität zuviel QUAL dabei ist, dann lernt es zwar womöglich so, die Ellenbogen vom Tisch zu nehmen, aber halt noch ein Bisschen was dazu. Und wenn genug QUAL im Speicher ist, wird die weitere Aufnahme so oder so beendet.

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