Was sagt die Psychologie?

Die Psychologie sagt niemals, ob man in einem Menschen ein hohes Leistungsstreben erzeugen soll.

Solange wird es auch immer die Parapsychologie geben, die all das aufnimmt wo die Psychologie sagt, das gibt es nicht, das darf es nicht geben, und das gibt es damit auch nicht.

Die Psychologie sagt uns, daß je nach dem Gebrauch, den die Menschen von einem Ort machen, ein anderer Augenschein entsteht.

Die Psychologie sagt dazu "peer control".

Die Psychologie sagt ferner: die Hemmung könne partial sein.

Die Psychologie sagt uns, wie schwer es bei mangelndem Selbstbewusstsein ist, eigene Fehler zuzugeben, und Ihre Ideologie verhindert es, nach Wahrheit überhaupt erst zu suchen.

Denn diese Allgemeinheit der Wesensstruktur des Gefühls ist die Möglichkeitsbedingung dafür, dass der einzelne Mensch seine Individualität dem anderen offenbaren kann, und dieser sie zu ahnen vermag, wodurch gemeinsame oder gesellige Gefühle – wie die Psychologie sagt – zustande kommen.

Die Psychologie sagt, dass es sich beim Großmaul im Grunde um einen Angsthasen handelt.

Die Psychologie sagt, dass 90% der Kommunikation nonverbal, also ohne Worte, stattfindet.

Insofern ist das, was die Psychologie sagt, genau in dem Sinne, unvollständig, aber keineswegs falsch und die psychologische Genese wirft transzendentale Probleme auf.

Die Psychologie sagt, dass der Mensch etwa sieben (+/- 2) "Informationselemente" ("chunks") in seinem Kurzzeitgedächtnis speichern kann.

Die Psychologie sagt, dass man sich weniger Gedanken um seine Außenwirkung machen sollte sondern einfach sagen sollte, was einen bedrückt.

Die Psychologie sagt: Ich leg die Norm für psychische Krankheiten.

Die Psychologie sagt, dass Musik Emotionen transportiert aber auch Emotionen verändert.

Die Psychologie sagt: "Wir bestehen aus tausenden von Teilpersönlichkeiten, ähnlich wie die Scherben eines zerbrochenen Spiegels. Dabei ist jede Scherbe ein Teil des gesamten Spiegels."

Die Psychologie sagt uns, dass wir uns nicht an die Moral gewöhnen, sondern an die Belohnung.

Die Psychologie sagt: Wir alle sind voller Abwehrmechanismen, nichts als Abwehrmechanismen – also lauter komischen Dingen, die wir tun, weil wir so gar nicht in uns selber ruhen.

Die Psychologie sagt uns jedoch, dass die Anlagen zur Fähigkeit der Einfühlung und Perspektivenübernahme jedem Menschen inne wohnen.

Die Psychologie sagt erstaunliche Dinge.

Quelle: sagt Google 

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eigentlich sagt also Google als übergeordnete Instanz, was die Psychologie sagt (denn schließlich sind die Suchergebnisse von den Ranks abhängig). Die sind noch mächtiger als ich dachte! Und sie bringen die (akademische) Psychologie in Verbindung mit psychoanalytischen Konstrukten (Abwehrmechanismen). Die meisten akademischen Psychologen in meinem Umfeld würden sich nicht so sehr freuen… 🙂

  2. @ Mathias

    Ja. Google sagt, was die Psychologie sagt und da tummeln sich in der Liste nicht nur akademische Beiträge, da Google z.B. Blogs bevorzugt behandelt (wenn man das so ausdrücken darf) und natürlich auch die Wortwahl (z.B. “sagt” statt “postuliert” oder ähnliches) eine Rolle spielt. Erst Dein Kommentar hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass der Beitrag inhaltlich ernst genommen und somit falsch verstanden werden könnte. Aber dank Deines Kommentars ist diese Wahrscheinlichkeit ja nun gesunken.

    Noch weniger erfreulich sind die Ergebnisse wenn man “Der Psychologe sagt” und “Die Psychologin sagt” in die Suchmaske von Google eingibt.

  3. Liebe Katja,

    eigentlich finde ich es gar nicht schlecht, dass man erst geneigt ist, die Postulate ernst zu nehmen und nur ein kritischer Blick auf die Quelle dann Distanz erzeugt. Damit ist der Effekt deutlicher. Denn mal ehrlich: Wie oft gilt für uns: “Information im WWW ist das, was Google sagt”, ohne dass wir das Suchergebnis kritisch reflektieren.

    Wenn sich jemand dafür interessiert, wie der Platz in den Suchergebnissen zustande kommt: http://de.wikipedia.org/wiki/PageRank (Ironie, dass ich die Information auch erst mal “googlen” mußte – dadurch erzeugt man sogar etwas ähnliches wie operationale Geschlossenheit).

    Kommerzielle Interessen z.B. führen natürlich zu einer möglichst günstigen Konfiguration der eigenen Website im Hinblick auf die PageRanks.

    Wirklichkeitskonstruktion im Internet ist ein ziemlich spannendes Thema. Ich sollte mal einen Beitrag dazu schreiben. Das letzte Mal habe ich mir darüber ausführlicher Gedanken gemacht, nachdem ich während meiner Psychiatrie-Zeit einer Krankenpflegeschülerin erklärt habe, dass die Wikipedia kein lexikalisches “Expertenwissen” widergibt sondern nur den zu jedem Zeitpunkt kleinsten gemeinsamen Nenner der editierenden Community.

    Grüße
    Mathias

  4. Auf jeden Fall. Man muss halt wissen, was man wissen möchte. Ich kann gar nicht leugnen, dass ich auch zuerst in der Wikipedia nachschlage, wenn es um lexikalisches Wissen geht. Im Zweifel lohnt sich aber immer ein Blick in dies zu einem Artikel gehörende Diskussionsseite. Mir gefällt die Idee von freiem aggregiertem Wissen von/für alle(n). Aber es gibt ebenso viele Gründe ein Buch mit “Expertenwissen” aufzuschlagen. Umgekehrt führe ich z.B. mein Weblog genau deshalb um bestimmte Ansichten vertreten zu können, die mir eine Peer-Review-Zeitschrift so nicht drucken würde (nicht weil sie “unwissenschaftlich” wären sondern weil sie zu wenig “konform” sind um von 5 Reviewern abgesegnet zu werden. Publizieren in Print-Zeitschriften heißt für Wissenschaftler ja auch primäre Mainstream). Ähm, ja. Ich schweife ab… 😉

  5. Fallopbst Ihres Dialoges.

    Hallo,
    die Psychologie sagt; die Wirtschaft sagt; die Politik sagt; der Blätterwald sagt, meine Umwelt sagt.
    Irgendwie bleiben 80% aller Informationen teigig, erst recht wenn jemand etwas sagt.
    Wissen bekommt, bei mir erst eine Heimat, wenn ich etwas zu ihm sagen kann.
    Wikipedia schlägt eine Seite auf, die mir zumindest einen Einblick gibt. Die Forderung nach einer einfachen Antwort, scheint mir in Wirklichkeit, das Begräbniss der Frage zu sein.

    Gruß Uwe Kauffmann

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