Trial and Error

BLOG: Psychologieblog

Das menschliche Miteinander auf der Couch
Psychologieblog

Wo der Mensch ist, da sind Fehler. Autounfälle gehen zu 90 Prozent auf menschliches Versagen zurück und enden häufig mit einem Anruf bei der Krakenversicherung. So wie das Fehlen eines einzigen Buchstabens das ganze Wort entstellt, können kleine Fehler zu großen Katastrophen führen. Besonders dann, wenn wir die Fehler übersehen – oder rufen Sie bei einer Krakenversicherung an? Dass uns die Details entgehen, hat aber nicht nur Nachteile. Indem wir sie vernachlässigen, sind wir in der Lage innerhalb einer Zehntelsekunde den Kern einer Situation zu erfassen. Das Problem ist nur: Wir glauben nicht daran, etwas übersehen zu haben. … (weiter)


Rezension zu „Lechts oder rinks. Warum wir Fehler machen“ (2009) von Joseph T. Hallmann. München: Ariston Verlag. 256 Seiten

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

37 Kommentare

  1. Vorteil

    Die fehlerhafte Arbeitsweise unserer Sinnesorgane und unseres Gehirns ist der wesentliche Grund, warum wir jedem Computer haishoch überlegen sind – denn aus sinnlosem wird sinnvolles gemacht und dient als Basis für die Zukunft.

    Aus diesem Grund wird man nie ein menschliches Gehirn digital nachbauen können.

  2. @ Koslowski

    Welche Software soll denn besser sein? Obwohl da Krakenversicherung steht, ist ihnen klar, daß Krankenversicherung gemeint ist. Welche Software kann das? Und nicht nur das. Auch noch schreiben und rechnen und kochen und autofahren und malen und schachspielen und …

  3. Hallo an alle!

    KRichard: “Die fehlerhafte Arbeitsweise unserer Sinnesorgane und unseres Gehirns ist der wesentliche Grund, warum wir jedem Computer haishoch überlegen sind – denn aus sinnlosem wird sinnvolles gemacht und dient als Basis für die Zukunft.”

    Ich bin da anderer Ansicht. Die Überlegegenheit unseres Gehirns, oder allgemein des Gehirns höherer Lebewesen, ist auf das Phänomen Bewusstsein zurückzuführen. Intelligenz ist die Fähigeit, Informationen sinnvoll verarbeiten zu können. Die Evolution hat ein Bewusstsein entstehen lassen, um mittels eines Problembewusstseins unterschiedliche Probleme generalisieren zu können. Deshalb stehen Intelligenz und Bewusstsein in direkter Korrelation zueinander.

    Ob ein Computer ein Bewusstsein hat, ist eine Frage seiner Rechnerarchitektur. Heutige Computer haben ebenso wenig ein Bewusstsein wie Tierarten, die zu Beginn der Entstehung des Nervensystem evolviert wurden.

    mfg
    Luchs

  4. @ Luchs

    “Heutige Computer haben ebenso wenig ein Bewusstsein wie Tierarten, die zu Beginn der Entstehung des Nervensystem evolviert wurden.”

    Was sollen das für Tiere sein?

  5. @Luchs: Korrelation

    Intelligenz und Bewusstsein stehen nicht in Korrelation zueinander, da sie nichts miteinander zu tun haben.

    Bewusstsein ist nur das, auf was sich unsere Aufmerksamkeit absichtlich richtet. Man kann aber auch saublöd dabei sein.

  6. @ Martin Huhn

    da fällt mir spontan Google ein: Ich muß nur “Krakenv” eingeben, schon bietet mir Google das gesuchte an. Software, welche rechnen und schachspielen kann, dürfte wohl jeder schon gesehen haben. Autofahren ist auch kein Problem, gibt es schon. Software, welche zumindest syntaktisch sinnvolle Texte formuliert, habe ich mal bei Arte gesehen und kochen ist mit Sicherheit kein Problem der Software, sondern der Hardware.

    Sie müssen sich nicht dafür schämen, daß eine Maschine alles besser kann als ein Mensch: schneller, stärker, präziser. Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung und nicht der Mittelpunkt des Universums.

    Ich denke, Sie meinten, daß das “Bewußtsein” nicht nachgebaut werden kann. Dazu muß ich sagen, daß es darauf ankommt, wie man “Bewußtsein” definiert. Und außerdem: Wozu? Macht ja doch nur Fehler!

  7. @ Martin Huhn

    malen habe ich noch vergessen: also ich mag die Visualisierungen vom Windows Media Player!

  8. @Martin Huhn
    Ich dachte da vor allem an Süßwasserpolypen
    http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BC%C3%9Fwasserpolypen
    und
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nervensystem
    „Als primitivste Nervensysteme gelten die relativ homogenen Nervennetze von Nesseltieren. Bei Nesseltieren findet man Markstränge (Siehe auch: Hohltiere, Polyp).“

    @KRichard
    „Intelligenz und Bewusstsein stehen nicht in Korrelation zueinander, da sie nichts miteinander zu tun haben. Bewusstsein ist nur das, auf was sich unsere Aufmerksamkeit absichtlich richtet. Man kann aber auch saublöd dabei sein.“

    Wir sind uns sicherlich einig, dass es noch niemandem gelungen ist, für das Rätsel `Bewusstein´ eine allgemein anerkannte Lösung anzubieten. Wir sind uns sicherlich auch darin einig, dass kein höheres Lebewesen im Zustand der Bewusstseinslosigkeit oder eines eingeschränkten Bewusstseinszustands zu einer Intelligenzleistung fähig ist. Ich ermute, dass Bewusstsein eine Art Sinnesorgan für Gehirnaktivität ist. Notwendige Voraussetzung für eine Intelligenzleistung (sinnvolle Verarbeitung von Information) ist sicherlich ein Input durch mindestens ein Sinnesorgan. Ein Tier das z.B. keine Augen hat, kann (in erster Näherung) auch nichts sehen. So hat z.B. auch ein Süßwasserpolyp kein Bewusstsein, weil ihm jede Information darüber fehlt, welche Nervenzellen bei ihm gerade aktiv sind. Bei einem höheren Lebewesen gibt es aber eine Rückkopplung über die momentane Aktivität der Gehirnregionen. Diese Rückkopplung ist m.E. eine notwendige Voraussetzung zum Bewusstsein, wobei die Evolution m.E. Bewusstsein als Problembewusstsein evolviert hat, um Probleme generalisieren zu können. Ich behaupte keineswegs, dass ich damit das Rätsel Bewusstsein gelöst habe. Erzeugen bestimmte Materiezustände Bewusstsein, oder verformen sie lediglich Bewusstsein? Ist Bewusstsein eine Urentität unseres Universums, ähnlich wie Zeit, Raum und Energie, oder ist es eine Erscheinung der Materie, ähnlich wie das Spiegelbild der Oberfläche eines Sees? u.s.w. Es stimmt natürlich, dass man sich auch mit vollem Bewusstsein saublöd anstellen kann, aber wer sagt denn, dass das System schon perfekt ist?

    mfg
    Luchs

  9. @ Koslowski

    Speziell beim Wort “Krakenversicherung” werden mir aus Suchergebnisse zu “Krakenversicherung” angezeigt. 🙂

    Ich wollte auf etwas anderes hinaus. Ein Rechner mit einem Programm mit einem ganz bestimmten Algorithmus kann nur das, wofür er programmiert wurde, was ein oder mehrere schlaue Menschen – die Krone der Schöpfung – vorher programmiert haben. Mehr kann er nicht. Und für jeden speziellen Fall eine Maschine zu bauen ist zwar beeindruckend, kommt aber nicht annähernd an die Leistungen des Menschen heran. Wenn ich das Wort “Krakenversicherung” lese, spult sich kein Programm ab, ich verstehe dieses Wort. Ich verstehe den eigentlich Sinn und daß es ein Tipfehler sein muß. Und wenn ich weiterlese verstehe ich, daß es gar kein Tipfehler war sondern Absicht. Ein Rechner versteht nie was er tut.

    Rechner sind auch nicht kreativ. Sie sind nicht schöpferisch. Daß ein Programm ein bestimmtes Muster zu Klängen anzeigt, das ist keine Kunst und auch nicht kreativ, ebenso wenig wie eine Zufallsfunktion.

    Und was Rechner überhaupt nicht haben sind Empfindungen. Dazu ist nämlich ein Bewußtsein nötig. Und das ist nach wie vor ein großes Rätsel, wie meine Sinne – beispielsweise mein Ohr – aus Signale elektrochemische Impulse machen, diese durch die Nervenbahnen zum Hirn weiterleiten – also das ist noch nicht das Problem – und dann werden aus diesen Signalen Empfindungen, weil ich gerade mein Lieblingslied höre. Das ist vollkommen unerklärlich. Für uns alltäglich und damit eine Selbstverständlichkeit, aber einfach unerklärlich, dessen sind wir uns nur nicht so bewußt, das muß man sich erst wieder “bewußt” machen.

    Aber das ist immer noch nicht die Spitze. Die Spitze ist, daß ich in den Spiegel schaue und mich sehe. Ich bin ich, ich lebe, ich denke über das Leben nach und unweigerlich führt mich das auch zu Gedanken über den Tod. Dieses Nachdenken über die eigenen Existenz, ein Selbst-Bewußtsein im wahrsten Sinne des Wortes, das ist noch viel unerklärlicher. Da kommen programmierte Rechner im Ansatz nicht mit.

  10. Rückkopplung > Bewusstsein

    @Luchs
    Dass Rückkopplungsmechanismen im lebenden Gehirn eine wesentliche Voraussetzung für Bewusstsein sind – Da stimme ich Ihnen voll zu. Deswegen kann Materie (bzw. das Universum) kein Bewusstsein haben, denn sie hat kein Gedächtnis und keine Sinnesorgane

  11. @ Martin Huhn

    etwas ist so lange unerklärlich, bis es erklärt wird. Ich möchte jetzt nicht drauf eingehen, welche Erklärungen es aktuell für “Erinnerung”, “Empfindung” oder “Wahrnehmung” aktuell vorherrschen.

    Aber zu “Kreativität” und “Selbstbewußtsein” mag der folgende Artikel doch erhellend wirken:

    Wie Roboter das Hinken lernen

    Im Übrigen sind die Mängel des “jetzt” kein Argument für Ihr anfangs benutztes “nie”.

  12. @ Luchs

    Das Thema ist mir zu speziell, da kann ich nichts zu beitragen. Aber eins ist jedenfalls klar, ein Bewußtsein kann nicht mit Nervensträngen erklärt werden. Das sind ja im Prinzip nur Nervenleiter, wo Signale durchrauschen. Wo kommt die Empfindung zum Beispiel für Schmerz her?

  13. @ Koslowski

    Sie können Links mit dem ganz normalen html a href einfügen. Ich habe den Link korrigiert.

    Zum Thema: Der Roboter hat wahrscheinlich ein Programm mit mehreren Unterprogrammen, die er auswählt. Das Auswahlprogramm und die Unterprogramme sind vorher programmiert worden. Das kann man nicht mit menschlicher Kreativität auf einer Stufe stellen. Und mit Selbstbewußtsein schon gar nicht. Es sind wahrscheinlich “nur” komplexere if-Abfragen.

    Das trifft auch nicht das zu, was ich weiter oben geschrieben habe. Ich weiß nicht, ob Sie mich verstehen, was ich sagen will. Es anders zu erklären ist schwierig.

    Nehmen wir mal an, da ist ein Roboter mit einem druckempfindlichem Sensor. Wenn man den mit einem gewissen Druck drückt, dann geht ein Lämpchen an. Hat der Roboter dann ein Schmerzempfinden? Nein, das Drucksingnal wird nur umgeformt, weitergeleitet und läßt am Ende eine Lampe leuchten wie bei einem Schalter.
    Ein Tier hat Schmerzempfinden. Wenn man die Nervenbahn für eine Pfote durchtrennt, dann hat das Tier immer noch Bewußtsein und auch Schmerzempfinden, nur nicht mehr für diese Pfote, weil es kein Signal mehr bekommt. Aber man darf das Signal nicht mit der Empfindung gleichsetzten. Denn wenn wir dieses Tier betäuben und es an einer intakten Pfote pieksen, dann wird das Signal übertragen und zum Hirn geleitet etc. doch dieses Signal wird nicht zu einer Empfindung, denn es hat durch die Betäubung momentan kein Bewußtsein.

    Ist es jetzt etwas klarer?

  14. @Martin Huhn

    grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht, denn eine Maschine ist eine Maschine und kann nicht anders als ein Programm ausführen, hat also auch in diesem Sinne keinen Handlungsspielraum. Die Frage ist aber, ob denn ein Tier (um “das Besondere” des Menschen ausklammern) etwas anderes ist. Aristoteles würde sagen: Nein (Praktischer Syllogismus). Wo liegt denn der Unterschied zwischen einem Drucksensor mit Kabel und Lampe auf der einen Seite und andererseits einer Nervenzelle, die bei Reizung (Druck, Hitze) Botenstoffe aussendet, welche andere Nerven reizen und das auslösende Signal so zum Rückenmark und Gehirn leitet und diese spezifischen Botenstoffe dann eine spezifische Reaktion (Flucht, “Aua”) auslösen. Das Wissen um die verletzte Körperstelle ist auch nur Erfahrung (Datenbank). Sie können ja Ihren “Roboter” modifizieren: aus der Lampe machen sie ein Programm, welches bei einem Druck-Signal ab einer bestimmten Stärke den “Arm” einzieht und über einen Lautsprecher “Aua” abspielt.

    Es läuft letztendlich auf eine rein moralische und psychologische Frage hinaus: Ist der Mensch etwas außergewöhnlich einzigartig besonderes oder nur ein Model unter vielen? Kreativität, Intelligenz und Bewußtsein haben, genauso wie Liebe, freier Wille und andere “menschliche Spezifika” in den letzten Jahrzehnten viel von ihrer Unerklärlichkeit verloren.

  15. @ Koslowski

    “welche andere Nerven reizen und das auslösende Signal so zum Rückenmark und Gehirn leitet und diese spezifischen Botenstoffe dann eine spezifische Reaktion (Flucht, “Aua”) auslösen”

    Stop. Nicht so schnell. Das Signal geht über die Nervenbahnen zum Gehirn und dann wird es zu einer Empfindung, nämlich dem Schmerz. Wieso kann Materie empfinden? Auch Tiere fühlen. Sie sind sich nur nicht im Klaren drüber, daß sie leben. Das unterscheidet uns von ihnen.

  16. Für mich stellen sich zwei Fragen.
    1. Könnten wir prinzipiell einen Roboter mit Bewusstsein herstellen? Meine Antwort: Vermutlich ja. Dafür müssten seine momentan aktiven Programme und Unterprogramme als zusätzlicher Input eingehen.
    2. Haben wir damit das Rätsel Bewusstsein gelöst? Meine Antwort: Nein. Die Qualität von Bewusstsein ist etwas völlig anderes, als alles was wir gewohnt sind wahrzunehmen. Bewusstsein ist für mich eine Urentität und entzieht sich ebenso einer Erklärung wie Zeit, Raum und Energie.

  17. @ Luchs

    zu 1. Dazu müßten wir erstmal das Phänomen Bewußtsein verstehen, doch da tappen wir im Dunkeln. Der Input macht noch keine Empfindung, das ist ja nur ein Signal.

  18. @physics

    ” und entzieht sich ebenso einer Erklärung wie Zeit, Raum und Energie.”

    Seit wann entziehen sich diese Dinge einer Erklärung? Könnten Sie etwas näher beschreiben, was daran nach Ihrer Meinung unerklärlich ist?

  19. @Martin Huhn

    Merket auf: Ich verstehe! Ich hatte Ihre Eingangsaussage wohl zu formal aufgefaßt und korrigiere mich, daß wohl eine Maschine gewisse Teilaspekte von “Bewußtsein” nicht entwickeln kann (oder entwickelt bekommen kann). Man kann zwar über ein Programm ein höheres Programm zur “Überwachung” installieren, doch wäre dies kein Bewußtsein im von Ihnen gebrauchten Sinne, denn ein Programm bleibt ein Programm. Daraus könnte man auch keine, wie von Ihnen angemerkt, “Kreativität” entwickeln. So gebe ich Ihnen im Ergebnis zum Teil Recht, jedoch nicht Ihrer anfangs benutzen Argumentation und auch nicht dem formulierten Fazit. Einigen wir uns also auf ein empfundenes Remis?

  20. @ Roth

    Wenn ich mir meiner Existenz bewußt bin, dann bin ich mir auch über meinen Tod im Klaren. Und wenn ich mir Gedanken über den Tod mache, kommen auch Gedanken über ein Jenseits. Diese Gedanken nehmen dann Formen wie Begräbnisse, Grabbeilagen etc. an. Einige Tiere trauern zwar, wenn einer aus der Herde stirbt, aber die Empfindung Trauer ist etwas anderes als eine Jenseitsvorstellung. Von daher gehe ich davon aus, daß den Tieren nicht bewußt ist, daß sie leben und darüber auch nicht reflektieren können.

  21. @ Koslowski

    “Einigen wir uns also auf ein empfundenes Remis?”

    Da muß ich mal meinen Schachcomputer fragen. 😉

  22. Unterschiede: Materie > Mensch

    A) ein Stein ist hat kein Bewusstsein. Rollt man ihn einen Hügel hinab, so entspricht dieses Rollen nur physikalischen Gesetzen
    B) Eine Bibliothek hat kein Bewusstsein. Darin kann das ganze Wissen des Universums enthalten sein; ohne Beobachter/Auswerter ist es nutzlos
    C) Ein Computer/Roboter hat kein Bewusstsein, denn er erbeitet nur vorgegebene Befehle ab – auch wenn diese sehr umfassend sein können
    C) Ein Mensch hat Bewusstsein. Er nimmt Sinneseindrücke auf, hat ein Gedächtnis und dazu ein internes Selbstbild (Homunculus). In einem Rückkopplungsprozess wechselwirken diese drei Bereiche und es entsteht dabei für den Bereich, auf den aktuell die Aufmerksamkeit gerichtet ist – eine bewusste Erfahrung. Weil diese Prozesse sehr fehlerhaft sind entsteht dabei Neues. Wir nennen solche fehlerhaften Prozesse auch ´Phantasie´ bzw. ´Kreativität´.

  23. @ Roth

    “Religion als Bewusstseinsbeweis? Haben Atheisten also kein Bewusstsein?”

    In erster Linie geht es darum über sein Leben reflektieren zu können. Haben Sie das überlesen? Und in diesem Zusammenhang schrieb ich von Selbst-Bewußtsein (mit Bewußtsein meinte ich beispielsweise empfinden zu können, das ist aber noch kein Selbst-Bewußtsein). Erst danach kommt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod. Und dann wird es zu einer Sache des Glaubens. Und auch Atheisten machen sich Gedanken über ein Leben nach dem Tod. Da kommen dann so Sachen raus wie, ich lebe in den Genen meiner Nachfahren weiter.

  24. @Martin Huhn

    > Haben Sie das überlesen?

    Die Worte laß ich wohl, allein mir fehlt der Glaube 😉

    Ich finde ihren Punkt so willkürlich gewählt wie unbeweisbar. Die Angst vor dem Tod ist doch letztlich ein Instinkt, den man zu Rationalisieren versucht. Das auch Tiere Angst vor dem Tod haben ist wohl nicht zu bezweifeln. Demnach wär das Ratiolisieren hier doch eher das Untercheidungsmerkmal – und das Tiere das nicht machen Spekulation.

  25. @ Roth

    “Das auch Tiere Angst vor dem Tod haben ist wohl nicht zu bezweifeln.”

    Ach, ja? Vorher schrieben sie noch:

    “Ich finde ihren Punkt so willkürlich gewählt wie unbeweisbar.”

    Immerhin schrieb ich mehr dazu, als daß an einer Sache wohl nicht zu zweifeln ist.

    Wie soll sich denn die Angst vorm Tod bei einem Tier äußern? Weil es wegrennt? Ein Überlebenstrieb ist noch keine Angst vor dem Tod.

  26. @Martin Huhn

    > Ein Überlebenstrieb ist noch keine Angst vor dem Tod.

    Ich denke ich sehe das Problem. Sie denken, dass ich Tiere erhöhe, und ich denke, dass sie Menschen erhöhen. Für mich ist “die Angst vor dem Tod” nichts anderes.

  27. @Roth: Angst vor dem Tod

    Die Angst vor dem Tod entsteht erst durch bewusstes Nachdenken.

    Das Gehirn selbst hat keinerlei Angst vor dem Tod. Dies wird bei den sogenannten Nahtod-Erlebnissen deutlich erkennbar. Denn dabei wird ein Schlüsselreiz ´Ich sterbe/Ich bin tod´ nur als reine Information gesehen und verarbeitet. Weil diese Info für einen lebenden Organismus offensichtlich falsch ist, entstehen Nahtod-Erlebnisse.

    Etwas anders ist die Situation, wenn ein Mensch im Sterben liegt und bewusst darüber nachdenkt, dass das Leben bald zu Ende geht.

  28. @Martin Huhn
    “zu 1. Dazu müßten wir erstmal das Phänomen Bewußtsein verstehen, doch da tappen wir im Dunkeln. Der Input macht noch keine Empfindung, das ist ja nur ein Signal.”

    Man kann z.B. ein Schwert aus Eisen herstellen, ohne zu wissen was Eisen ist und unter welchen Bedingungen das Element im Innern von Sternen entsteht. Ebenso könnte man m.E. Materie so anordnen, dass Bewusstsein entsteht, oder verformt wird (ist noch die große Frage). Es kann nicht so schwierig sein, denn die Evolution hat das durch bloße Verschaltung von Neuronen doch auch hingekriegt. Was Bewusstsein wirklich ausmacht, wäre mit seiner menschlichen Synthese natürlich noch lange nicht erklärt. Da stimmen wir überein.

    @Elmar Diederichs
    Luchs: “und entzieht sich ebenso einer Erklärung wie Zeit, Raum und Energie.”

    “Seit wann entziehen sich diese Dinge einer Erklärung? Könnten Sie etwas näher beschreiben, was daran nach Ihrer Meinung unerklärlich ist?”

    Wir erklären alle Dinge und Vorgänge durch einfachere Dinge und Vorgänge, die wir bereits verstehen. Z.B. Materie kann durch eine Verteilung von Masse, Ladung und Energie in Raum und Zeit beschrieben werden. Jedes Kleinkind liegt mit seiner intuitiven Vorstellung von Raum und Zeit fast immer richtig, versteht diese also. Aber wie wollte man Raum und Zeit mit noch einfacheren Entitäten erklären? Hierzu wären vielleicht Zahlen geeignet, aber sind diese wirklich einfacher und elementarer? Ich denke nicht, weil in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit und in der Entwicklung des Menschen als Individuum das Denken in Zahlen erst relativ spät einsetzt, lässt man jetzt mal die Natürlichen Zahlen (ohne “Umgebung” außer acht).

    mfg
    Luchs

  29. >- Die Angst vor dem Tod entsteht erst durch bewusstes Nachdenken.

    Eine reine Annahme. Ich würde eher anders herum Schliessen: Das Nachdenken über den Tod erfolgt aus Angst über den Tod.

    >- Das Gehirn selbst hat keinerlei Angst vor dem Tod.

    Die Aussage finde ich jetzt sehr gewagt. Vielleicht können sie mir näher erklären wie sie darauf kommen? Bislang bezeichne ich es als Annahme.

    >- Dies wird bei den sogenannten Nahtod-Erlebnissen deutlich erkennbar. Denn dabei wird ein Schlüsselreiz ´Ich sterbe/Ich bin tod´ nur als reine Information gesehen und verarbeitet. Weil diese Info für einen lebenden Organismus offensichtlich falsch ist, entstehen Nahtod-Erlebnisse.

    Ein wenig Beschäftigung mit Nahtoderlebnissen und man weis, dass zum Beispiel Piloten unter hohen G Belastungen Nahtoderlebnisse haben – Allerdings ohne Todesannahme.

    Also wieder eine zweifelhafte Annahme

    4 Annahmen -> Zur Begründung einer 5. Das uns die bewusste Beschäftigung mit dem Tod vom Tier unterscheidet.

    Gerade wenn es um künstliche Intelligenz geht, finde ich den Ansatz grundsätzlich falsch. Um einer Maschine mit Menschen vergleichbare Fähigkeiten zu geben, müssen die Instinkte stehen, bevor z.B. neuronale Netzwerke mit dem denken und Lernen beginnen können. Ohne Instinktverhalten keine Menschenähnliche Intelligenz.

  30. @Roth

    Frau Roth: Lesen Sie bitte meine Beiträge in brainlogs > braincast > ´Bewusstsein = Arbeitsgedächtnis?´(18.4.2009) und ´Neuro-Enhancement 1 – Video´ (18.7.2009) darin ist eine Anleitung enthalten, wie man die Nahtod-Erlebnisse(NTEs) komplett als reine Gehirnfunktion erklären kann.

    Dabei zeige ich: Mit dem Eindruck z.B. ´ich bin tot´ ist es ein reiner Schlüsselreiz, der die NTEs auslöst. daraus ergibt sich, das Gehirn hat keine Angst vor dem Tod; sondern diese Information ist für das Gehirn offensichtlich falsch (weil der Mensch lebt) und wird daher so intensiv bearbeitet.

    Wenn Piloten in Zentrifugen herumgeschleudert werden, dann können sie NTEs haben. Aber die allgemeine Behauptung, man hätte bei hohen G-Zahlen NTEs ist falsch – auch wenn sie gerne in der Literatur erwähnt wird.
    Grund: Bei hohen G-Zahlen nimmt die Sauerstoffversorgung im Gehirn ab. Etwa ab 5G bekommen die Farbrezeptoren zu wenig Sauerstoff und man sieht dann nur noch Grau und das Sehfeld wird zusätzlich auf ein begrenztes rundes Sehfeld eingeengt – den ´Tunnelblick´. Dieser Tunnelblick ist grundsätzlich verschieden von dem sogenannten ´Tunnelerlebnis´ im Rahmen von NTEs. Tunnelerlebnisse sind dynamische Erinnerungen an die Entwicklung des Sehsinnes, man hat dabei meist auf Grund optischer Täuschung den Eindruck, sich auf ein größer werdendes Licht hin zu bewegen.

  31. @Roth: Nachtrag

    Experimente an psychiatrischen Patienten, die in den 1940er Jahren in den USA mit unterschiedlichen Sauerstoff-Kohlendioxid-Mischungen durchgeführt wurden, ergaben ähnliche Auswirkungen wie die mangelhafte Sauerstoffversorgung der Pilotenaugen bei hohen G-Zahlen.

Schreibe einen Kommentar