Sportlicher Verstand

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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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Damit der Tempel der Seele gesund ist und es bleibt, überschwemmt uns die Ratgeberliteratur mit Empfehlungen: bei Zeiten aufstehen, Frühsport, gesunde Ernährung, viel Bewegung, fünf Mal am Tag Obst u.s.w. Doch gerade wenn man viel beschäftigt ist z.B. durch seine Arbeit, ist solch ein Fitnesspensum nicht zu schaffen. Ausrede? Alles nur eine Frage der mentalen Einstellung?

Ein amerikanisches Forscherteam fand heraus, dass man sich durch seinen Geist körperlich fit halten kann – ohne vier Mal in der Woche das Fitnesstudio besuchen zu müssen.

Wer rastet, der rostet

Die Wissenschaftler um Ellen Langer von der Harvard Universität machten im Rahmen eines Experiments Zimmermädchen auf den sportlichen Effekt ihrer Arbeit aufmerksam, indem sie ihnen mitteilten, dass sie auf diese Weise leicht das empfohlene Mindestmaß täglicher körperlicher Betätigung erreichten. Die Zimmermädchen, die nun ihre berufliche Aktivität mit Sport in Verbindung brachten, bemerkten innerhalb von vier Wochen „eine deutliche Verbesserung ihres körperlichen Zustandes“. Sie hatten „im Schnitt 0,9 Kilogramm Körpermasse verloren und ihr Blutdruck war um fast zehn Prozent gesunken. Zudem wiesen sie weniger Körperfett und – relativ zum Hüftumfang – schmalere Taillen auf als noch zu Beginn der Studie. Diese Veränderungen waren deutlich ausgeprägter als jene in der Kontrollgruppe“.

Letzlich kann die Untersuchung nicht klären, ob die physiologische Verbesserung indirekt oder direkt verursacht wurde, doch laut Langer zeigt sie deutlich den Einfluss der Einstellung auf die Gesundheit.

Ebenfalls kann die Studie nicht klären, ob der Effekt auch schon auf dem Weg zum Drucker wirksam wird … ob es wohl eine sportliche Chance für den Bürojob gibt?

Quelle: Crum, A. J. und Langer, E. J. (2007). Psychological Science, Vol. 18(2). Department of Psychology, Harvard University, Cambridge, Massachusetts.
Scienceticker, Bewusster Sport wirkt besser

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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