Schönheitswahn

Wenn das Streben nach Schönheit zur Obsession wird

Zugverspätungen – stets eine gute Gelegenheit sich meinen inzwischen ritualisierten Stöberrundgängen durch die Welt der Zeitungen und Zeitschriften im Bahnhofskiosk zu widmen. Angekommen im Sektor der Fitness- und Frauenmagazine begegnen mir erstaunliche oft gleichartige Schlagzeilen:

  • die Kartoffeldiät, die einem binnen weniger Wochen weniger körperliche Fülle verspricht
  • kleine Schönheitsmakel, die dank diverser Kleidungs- und Schminkutensilien bzw. deren fachgerechter Handhabung in Vergessenheit geraten sollen.
  • Erfahrungsberichte der operativen Schönheitschirurgie – vom Anlegen der abstehenden Ohren bis hin zur Nasenkorrektur

– allesamt versprechen eine Steigerung des psychische Wohlbefindens.

Der allgegenwärtige Streben nach Schönheit und Attraktivität kann allerdings auch krankhafter Natur werden.

Krankhafte Schönheit

Körperdysmorphe Störung bezeichnen klinische Psychologen ein Störungsbild, dessen Hauptmerkmal die unablässige Beschäftigung und Sorge um eine vermeintliche Entstellung oder einen Makel im äußeren Erscheinungsbild ist.

Häufig kreisen die Gedanken der Betroffenen täglich etliche Stunden um die kleinen Schönheitsfehler und diese werden in Spiegeln zwanghaft kontrolliert. Schlimmstenfalls getrauen sich die Betroffenen nur noch bei Dunkelheit aus dem Haus und meiden Kontakte zu ihrer Umwelt. Als beklagenswert gelten insbesondere Merkmale des Gesichtes oder Kopfes z.B. Lippen, Nase, Wangen oder Falten und Narben. Um das Leiden zu reduzieren werden vornehmlich HNO- Ärzte, Hautärzte, plastische Chirurgen etc. aufgesucht – allerdings stellt sich der gewünschte Erfolg nur selten ein.

(gast)

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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