Schau’ mir in die Augen, Kleines

Psychologieblog

Dieser wohl schon oft zitierte Satz scheint nicht ursprünglich aus einem der Film- klassiker zu stammen, in dem Männer noch Männer und Helden noch Helden waren, sondern seine Wurzeln eher in der fernöstlichen Kultur zu haben.

Es sind die Japaner, die ihrem Gegen- über fast ausschließlich in die Augen schauen, während Amerikaner in erster Linie den Mund beachten. Für Takahiko Masuda von der Universität von Alberta in Kanada ein Hinweis darauf, dass “sich die Deutung emotionsbeladener Gesichtsausdrücke unterscheidet”.

Diese Ergebnisse spiegeln sich nicht nur in Experimenten wieder, sondern zeigen sich laut Masuda auch in den so genannten Emoticons. Japaner tippen für ein freudiges Gesicht ^_^ und für ein trauriges ;_; was große versus kleine Augen symbolisiert, während der Mund unbeweglich bleibt. Im europäischen und amerikanischen Raum finden sich diese entsprechenden Symbole 😉 und ;-( mit sich verändernder Mundpartie.

Nebenbei bemerken die Autoren, dass diese Studie zeigt, dass:

Japaner nicht emotionslos sind, wie ihnen oft von Menschen westlicher Kultur unterstellt wird. Amerikaner und Europäer können nur die Gefühle der Ostasiaten nicht richtig lesen, weil sie eben permanent auf den Mund achten.

Quelle: wissenschaft.de Die Kultur der Gesichtsausdrücke
Psychologie Heute, Die Augen lügen nicht, September 2007, 34. Jahrgang.

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

Schreibe einen Kommentar