Nobody´s perfect

Warum wir trotzdem gut schlafen …

Du hast wie immer voller Überzeugung grün gewählt, kaufst fleißig im Bioladen ein, fährst lieber mit dem Fahrrad, als mit dem Auto durch die Stadt.

Vorbildlich!

Aber warum bist du neulich mit dem Flugzeug zu deinen Eltern geflogen und hast nicht den Zug genommen? Und warum scheinst du dich noch nicht mal dafür zu schämen? Da stimmt doch was nicht.

Doch, eigentlich ist alles in Ordnung mit dir. Es ist zwar sehr widersprüchlich, was du da tust, aber: Who cares – nobody’s perfect. Dass wir uns trotzdem ganz gut dabei fühlen, liegt daran, dass unsere Psyche nicht zulässt, sich mit Gedanken zu quälen, die nicht zusammen passen. Unvereinbare (= dissonante) Gedanken lösen eine Spannung in uns aus, die wir schnellstmöglich zu beseitigen versuchen.

Das Rezept, wie du immer wieder gelassen aus den Zwickmühlen des Alltags rauszukommst (Dissonanztheorie von Festinger, 1957):

  1. Man ändere einfach seine Gedanken: „Der Flug ist so günstig, dass die Fluggesellschaft durch mich gar nichts verdient hat.“
  2. Man füge noch ein paar Argumente hinzu: „Ich hab dann viel mehr Zeit mit meinen Eltern.“
  3. Man denke sich ein paar negative Argumente weg: „Ich denk einfach nicht daran, wie sehr der Flug der Umwelt schadet.“
  4. Man ersetze die negativen Gedanken durch positive: „Dadurch, dass ich nicht den Zug genommen habe, zeige ich der Bahn, dass sie ihre Preise endlich senken muss.“
  5. Man verändere die Wichtigkeit der Gedanken: „Gemessen daran, wie sehr ich mich sonst für die Umwelt einsetze, ist der eine Flug echt nicht so tragisch.“

So einfach ist das! 😉

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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