Älter und verliebt (Teil 1)

Psychologieblog

Katrin, 52 Jahre, geschieden nach zwei Ehejahren, zwei erwachsene Kinder, drei Enkelkinder, niedergelassene Ärztin, seit vier Jahren keine Beziehung
Hans, 48 Jahre, nie verheiratet, zwei Kinder lebend bei der Mutter, Dipl.-Ingenieur, seit zwei Jahren keine Beziehung

Liebe im Herbst des Lebens

Katrin: Eigentlich hatte ich mich aus dem Beziehungsleben schon verabschiedet. Meine Kinder sind groß und selbständig. Ich habe verschiedene Beziehungen geführt, nie lange. Ich habe den Eindruck, die Menschen lassen sich nicht mehr wirklich aufeinander ein, sondern suchen nach dem passenden Partner. Wenn unpassende Eigenheiten oder Schwierigkeiten auftauchen, sucht man weiter. Das Internet erleichtert eine Trennung, weil sich schnell Neues, Beeindruckendes findet. Jeder weiß, was er nicht will.

Hans: Durch das Eingebundensein in das Alltagsleben mit Beruf und festem sozialen Netzwerk waren meine Chancen eine potentielle Partnerin kennen zu lernen sehr begrenzt. Ich war überwiegend gar nicht mehr richtig offen für neue Kontakte, sondern ging routiniert durch den Alltag, der bereits so viele Energien bindet.

Katrin: Ich bin mir ziemlich sicher, dass, wenn ich Hans nicht im Urlaub auf der Insel getroffen hätte – also in einem völlig entspannten Zustand und aufgeschlossen gegenüber neuen Erfahrungen und Eindrücken – hätte ich mich nicht auf ihn eingelassen, weil mein Leben mit Selbständigkeit,  Freizeitaktivitäten und Freundeskreis völlig ausgefüllt ist. Und die Beziehungen, die ich führe, haben eine hohe Intensität. Natürlich fühle auch ich mich einsam in manchen Nächten, aber beim Gedanken an den erlebten Beziehungsstress konnte ich mich leicht für das Singledasein entscheiden.

Hans: Und ich hatte nach einiger Zeit Herumreisen ein starkes Bedürfnis nach intensiveren Gesprächen. Außerdem hat Katrin einen hochinteressanten Beruf. Ich habe in ihr eine Frau getroffen, die mich sofort angesprochen hat. So dass ich herausfinden wollte, was mich an ihr so stark interessiert.

Katrin: Wir haben uns ziemlich vorsichtig genähert. Sehr klassisch, Kaffee trinken, reden. Und das mehrere Wochen lang bis ich merkte, dass Hans etwas hat, was mir so noch nicht begegnet ist. Mich hat es unheimlich genervt, das ich auf einmal soviel Zeit mit Gedanken über gemeinsam erlebte Situationen verbracht habe. Umso stärker das Gefühl für Hans wurde, umso schlimmer fand ich es. Ich hatte es mir so schön eingerichtet. Es brachte mein Leben durcheinander. Ich hatte schon öfters das Gefühl, dass eigentlich gar kein Platz für eine Beziehung in meinem Leben ist. Ich habe mir zum Teil sogar richtig übel genommen, dass ich so intensiv über die Erlebnisse mit Hans nachgedacht habe. Wieder dieser blöde altbekannte Zustand (lacht).

Hans: Bei den ersten gemeinsamen Treffen mit Katrin stellte ich ein leichtes Interesse an meiner Person fest, was sie aber nicht genauer zeigen konnte und wollte. Je mehr ich sie kennen lernte, desto anziehender fand ich ihre Art. Ich habe erst mal geschaut, wie die Rahmenbedingungen sind, Wohnung, Beruf, Interessen. Ich habe nach einer gemeinsamen Schnittmenge gesucht, die uns beide verbinden und unsere Beziehung tragen könnte. Früher hätte ich mir diese Aspekte nicht angeschaut. Ich habe mich in jüngeren Jahren viel stärker durch Emotionen leiten lassen. Jetzt ist es eine andere Qualität des Verliebtseins. Eine kontrolliertere Art des Verliebtseins.

Katrin: Auf der einen Seite tauchen Wünsche auf – nach Nähe, nach Bindung, nach Gemeinsamkeit. Es entstehen Bilder im Kopf. Alt, weiß und weise auf einer Holzbank zu sitzen … Meine alte Wunschvorstellung vom gemeinsamen Altwerden. Es ist schon verrückt, ich habe immer gedacht, dass Partnerschaft in meinem unabhängigen und ausgefüllten Leben nur noch ein Geschenk ist. Jedenfalls wollte ich es so für mich hinbekommen. Das Einlassen hat mich aber mit mir selbst konfrontiert. Damit hatte ich nicht gerechnet. Und wieder erlebte ich die Ängste aus früheren Jahren, die Angst, nicht zu genügen oder für eine Jüngere verlassen zu werden. Ich glaube, meine Angst wird sogar noch erhöht durch das Gefühl, dass wir nichts Verbindendes haben, was Paare normalerweise ausmacht: Kinder, Haus, Auto, Garten. Also Dinge, die Partner bei Spannungen in der Beziehung immer wieder veranlassen, sich miteinander auseinanderzusetzen. Es besteht die Gefahr, dass wir unsere Beziehungsspannungen nicht klären werden, weil wir unser Leben viel zu gut auch allein gestalten können und keinen Grund haben – es fehlen Verbindungselemente und sei es ein gemeinsamer Hund – den Konflikt auszutragen.

Hans: Ich hätte eher Angst, dass Konflikte nicht angegangen werden, weil diese leichter zur Trennung führen könnten, da uns nichts existentiell verbindet. Ich habe Angst, dass wir die Bereitschaft den Konflikt lösen zu wollen nicht aufbringen, weil die Angst verlassen zu werden zu groß ist. Letztendlich steht hinter allem die Angst verletzt zu werden. Früher wurde ich von den Kränkungen und Verletzungen überrascht und war damit beschäftigt meine Wunden zu lecken. Heute weiß ich um meine Verletzbarkeit. Für mich geht es nur noch darum, wie ich das für mich handhabe. Das Schönste am jetzigen Verliebtsein ist, das es mir leichter fällt, den Partner so anzunehmen wie er tatsächlich ist. Ich glaube, es fällt leichter, weil ich zu mehr persönlicher Gelassenheit gelangt bin als in früheren Jahren.

Katrin: Wenn Beziehungen auseinander gegangen sind, habe ich immer geschaut, welche Dinge ich in die Beziehungen hinein getragen habe, aber auch, was der andere in mir eröffnet hat. Vor allem in intensiven Beziehungen habe ich viel über mich gelernt. Im Nachhinein ist mir bewusst geworden, warum ich diese vergangenen Beziehungen so und nicht anders führen konnte und geführt habe. Hans hat in mir etwas geöffnet. Ich habe etwas wiedergefunden, was geschickt gedeckelt war in meinem täglichen Leben. Ich kann im Moment noch nicht einmal genau formulieren, was es ist, aber ich bin sehr … gespannt, was diese Beziehung, der Umgang miteinander, für mich bedeuten wird.

Hans: Oh – und ich bin dankbar, dass ich derjenige bin, der ein Teil dieser Entdeckungsreise sein darf (lacht). Für mich ist das Verliebtsein viel schöner als in jungen Jahren, weil es eine wesentlich größere Komplexität beinhaltet. Ich fühle jetzt anders. Es ist … das Einlassen auf vorhandene Familienstrukturen, ein bereits gelebtes Leben. Das hat für mich eine ganz andere Tragweite, eine ganz andere Bedeutung. Da hängt Verantwortung dran … insofern als dass ich nicht mehr nur ein Partner bin, sondern ein Teil einer Patchwork-Familie mit bereits existierenden und funktionierenden Beziehungsgefüge. Ich hatte bereits vorher ein Leben und auch Katrin hatte bereits vorher ein Leben und nun treffen diese beiden Leben mit den verschiedenartigen Wünschen, Erwartungen und Hoffnungen aufeinander. Es bedeutet von uns beiden sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen mit den unangenehmen Lebenserfahrungen der Partnerin/des Partners umgehen zu müssen … zu wollen.

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

20 Kommentare

  1. Im Grunde ist alles richtig, was Sie ausführen/zitieren. Doch wenn wir nicht in das Paradies zurück können, was immer das auch sein möge, so ist alles sinnlos. Natürlich ist Beziehung Arbeit. Doch mir will scheinen, daß alles schon dagewesen ist. Es ist immer und ewig der selbe Quark! Ich aber fordere vom “Himmel” die hellsten Sterne und von der “Erde” jede höchste Lust! (->Goethe)

  2. an den Asketen Dietmar Hilsebein

    Besser Quark als gar nichts zu essen.

    Wenn die Geschichte echt ist, freut mich das für die beiden.
    Es ist eben nicht so, dass alles schon mal dagewesen ist – die Realität ist immer neu und interessant.

  3. @ Liebe im Herbst

    Also mir – als notorischem Träumer – schwebte ja immer die Philemon & Baucis-Nummer vor: zwei Bäume, verschiedenen Stammes, aber mit verflochtenen, ununterscheidbaren Kronen…

    Seufz.

    Was für ein schönes Bild. Und doch gelogen: bei Ovid stehen die Bäume einfach nebeneinander. Nichts mit “Verflechtung”. Und in der Wirklichkeit läuft das mit der “Liebe im Herbst” (grummel: ich bin auch schon fuffzig…)auch nicht so romantisch. Zumindest nicht bei mir.

    Nochmal seufz.

    Die Liebe, so will mir manchmal scheinen, ist eine lyrische Fiktion. Was es wirklich zwischen Menschen gibt: das ist Zuneigung. Ich weiss bis heute nicht so recht, was Menschen eigentlich meinen, wenn sie sagen: “Ich liebe Dich!” Um ehrlich zu sein: ich glaub’, es ist eine Lüge. Geliebt wird die Fiktion der Liebe, die sich in der geliebten Person bloss verkörpert.

    Ein dritter Seufzer.

    Sehr lohnend, dieser Tage: ein Besuch in der Villa Stuck in München. Sonderausstellung mit Bildern von ebendiesem Franz von Stuck. Da ist unter anderem der wunderschöne “Amor imperator”:

    http://tinyurl.com/9n3cls

    zu sehen. Viel lustiger aber (finde es leider nicht im Netz) ein Bild gleich gegenüber. Da ist ein Herr zu sehen, der seiner Angebeten ein Ständchen bringt. Sie selbst ist nicht im Bild … aber direkt über seinem Kopf ist ein geflügelter Amor, der kreischend, unter Verlust der Pfeile im Köcher und des Bogens, etwas tut, was man in der Fliegersprache “abtrudeln” nennt. Völlig überzogene Fluglage, Verlust des Auftriebs -> Crash.

    Hö.

  4. @ Wicht

    Ich weiß auch nicht, was die Leute meinen, wenn sie sagen, “Ich liebe Dich!”. Einige meinen damit vielleicht nur ein one-night-stand oder oberflächliche Gefühlsduselei. Ich kann Dir aber sagen, was ich darunter verstehe. Liebe ist für mich eine Entscheidung. Ein tiefes “Ja” zum Gegenüber. Zuneigung ist mir zu schwach. Es muß doch etwas geben, wenn man unterschiedlicher Meinung ist, ein harter Konflikt ausbricht, dem anderen dann gefühlsmäßig alles andere als wohlgesonnen ist und dennoch zu ihm steht. Etwas was stärker ist als unterschiedliche Standpunkte, zeitweilig schlechte Gefühle etc. Und ich habe so etwas auch schon mal gesehen. Letztens beim Kino um die Ecke … Ne, Quatsch. 😉 Es gibt schon Leute, die sich wirklich lieben, so gut wie ein Mensch nunmal lieben kann. Hat natürlich auch seine Grenzen, denn wir sind endliche, schwache Geschöpfe. Die wahre Liebe, die bedingungslose Liebe ist Gott vorbehalten.

  5. @ Huhn

    Ich kenne zwei Definitionen von “Liebe”.

    Die eine (von Kant, glaub’ ich) ist herzlos und knackig: “Der wechselseitige Austausch von Körperflüssigkeiten zum Zwecke der Fortpflanzung…”

    Die andere (von wem?) ist viel schöner: “Omnia amor est misericordia – alle Liebe ist Mitleid”, mithin also Teilhabe an der Subjektivität des anderen.

    Sehr verräterisch finde ich die Tatsache, dass das Wort “Liebe” (in allen Sprachen?) sowohl “Geschlechtsverkehr” als auch “Seeleneinheit” meinen kann.

    Seltsam.

    Beweis der Seltsamheit ex contrario: das Wort “Schlägerei” ist ja auch nicht synonym mit “Abneigung”, sondern nur der Ausdruck für die physische Äusserung derselben. Dito: “Hass” bezeichnet ja auch keinen physischen Akt.

    Was das verrät? Hm. vielleicht die Absicht, sich täuschen zu wollen, und das Eine als Surrogat des Anderen zu nehmen. Nur: was ist das eine, und was ist das andere?

  6. @ Huhn @ Wicht

    Vielleicht trägt der Mensch nur stellvertretend einen viel höheren Honflikt aus. Was wäre Gott ohne Satan, Jesus ohne Judas, Faust ohne Mephisto?

    “Erlösung dem Erlöser!”, “denn weiche von mir, Satan” -ist keine Liebe, sondern Lieblosigkeit! So können wir nicht wissen, was “Liebe” ist, aber was sie NICHT ist!

  7. Aha, Kant hat also Texte von den Fantastischen Vier geklaut. Was ist das nur für eine Zeit.

    Liebe ist Mitleid? Das hört sich wie ein Almosen an. Kommt irgenwie gut rüber. “Martin, ich liebe Dir!” “Mich? Wieso denn das?” “Ach, Du tust mir so leid, Du bist so eine arme Sau …” 😉

    Echt? Ist das so? Im Griechischen gibt es doch drei unterschiedliche Worte für Liebe. Müßten Eros, Philio und Agape sein und die heißen doch nicht alle Geschlechtsverkehr. Das höre ich zum ersten Mal.
    Da finde ich das Wort in der Bibel für Geschlechtsverkehr schon viel interessanter. Und Adam erkannte sein Weib Eva. Erkennen. Das zeigt ja auch, daß es mehr als nur eine Sache des Körpers ist. Wie will man dabei auch seine Seele oder seinen Geist ausschließen? Da muß man ja ganz schön abgestumpft sein.

    Mit dieser Annahme – daß Körper, Seele und Geist eine Einheit bilden – habe ich auch keine Probleme, daß sich Abneigung oder Haß in Form einer Schlägerei äußert, ist “nur” die körperliche Ausdrucksweise der Grundhaltung. Ebenso hat die Liebe ihre körperliche Ausdrucksweise. Schwierig wird es, wenn man sagt, “Ich liebe Dich!” und schlägt zu. Daß muß nicht unbedingt heißen, daß es gelogen war, aber da wir Körper sind und er zu unserer Person gehört kann man es schwerlich mit “ach, ist doch nur mein Körper” beiseite tun.

  8. @ Hilsebein

    Hm, Liebe hat doch etwas mit Gemeinschaft zu tun, mit Freiwilligkeit und einem Gegenüber. Wenn ich einer Frau hinterschmachte, aber es kommt nichts zurück, das ist doch keine Liebe, oder? Was ist nun, wenn es den Teufel gibt und dieser keine Form von Liebe hat, dazu nicht fähig ist, weder liebt noch geliebt werden will. Dann kann Gott zigmal die Liebe sein, es nutzt nichts, der Teufel bleibt die Abwesenheit von Liebe. Und der höhere Konflikt ist seit Ostern entschieden. Den Konflikt gibt es nur noch in uns selbst.

    Nun sind wir aber weit vom Thema abgekommen.

  9. “Und der höhere Konflikt ist seit Ostern entschieden”

    Ich weiß nicht, ob hier Entscheidung ein falscher Begriff ist. Klingt wie entweder-oder. Mir gefällt, was Trevrizent von jenen “erhabenen Engeln” erzählt, die für keine der Seiten Partei ergreifen wollten. (Parz. 471,15)

    “Den Konflikt gibt es nur noch in uns selbst.”

    AUCH in uns -damit wäre ich einverstanden!

  10. zu Katjas Ehrenrettung: uns gibt es wirklich. Ich würde mich dem Thema auch eher intrapsychisch zuwenden. Ist Liebe nicht die Suche nach der alten Symbiose, dem völligen Aufgehobensein im anderen, dem Wahrgenommenwerden und Verstandensein, der frühesten Erfahrung in unserem Leben? Viele Menschen haben für sich erfahren, wie die perfekte unbewusste Wahl des “falschen” Partners funktioniert, wie man sich hingezogen fühlt ohne benennen zu können, was es ist und es später, nach Entzauberung, manchmal nicht mehr versteht. Alte Erfahrungen und deren Wiederholung, weil wir den Gefühlen und Affekten vertrauen und mit ihnen umgehen können, wir sie ja kennen, leiten wohl diese emotionalen Prozesse des Verliebens. Ich glaube, dank unseres Gehirns sind wir in der Lage, immer Gründe, Bedeutungen, Erklärungen für emotionale Prozesse zu finden, die meines Erachtens nicht immer stimmen müssen.

  11. Dann nutze ich hier mal die Gelegenheit und wünsche der Katrin M. und Ihrem Hans ein frohes Weihnachtsfest in inniger Gemeinschaft.

    Den anderen Brainloggern, Leser und Kommentatoren wünsche ich selbstverständlich auch ein frohes Fest.

  12. Jetzt sage ich etwas, was äußerst übel ist: Wer ein “Gott” sein will, muß auch damit leben, daß er von Mann und Maus verlassen wird! Wer auf Gipfel steigt, atmet dünne Luft und je höher er steigt, umso einsamer wird es. Das hat keiner tiefer gefühlt als F.Nietzsche!

  13. Nachtrag

    “Gott, mein Gott -warum hast du mich verlassen” -langsam, ganz langsam erschließt es sich mir!

  14. Nachtrag 2

    Schopenhauer hat recht:

    “Das Christentum ist eine Allegorie, die einen wahren Gedanken abbildet; aber nicht ist die Allegorie an sich selbst das Wahre.”

  15. @ Huhn – Zitatensalat und Liebe

    (falsches Kant-Zitat)

    Ich weiss nicht mehr, wo ich das aufgelesen habe. Bei den phantastischen Vier jedenfalls nicht; der Satz befindet sich schon seit Jahrzehnten in meinem Kopf. Leider krieg’ ich nicht mehr heraus, wo ich ihn zuerst las…

    Ich schiebe – zur Entschuldigung und Erheiterung – ein Zitat hinterher, dessen Autor ich kenne. Es ist Lichtenberg. Ich liebe diesen Spruch, weil er so herrlich im logischen und grammatischen “Nichts” eines völlig in der Luft hängenden Halbsatzes beginnt, um dann treffsicher in der Konkretion eines bitterbösen Sarkasmus zu landen:

    “…daß die wichtigsten Dinge durch Röhren getan werden. Beweise erstlich die Zeugungsglieder, zwotens die Schreibfeder und drittens unser Schießgewehr.”

    Treffer!

  16. Alter schützt vor Torheit nicht

    Liebe Katja Schwab,

    unser großer G.B. war ja ein sprechendes Beispiel, wie man auch mit 70 noch Gefühle wie ein Jüngling haben kann,
    da gibt es diesen Briefwechsel mit einer jungen Frau….

    Frage: War “Jazz und Lyrik” auf dem weihnachtlichen Gabentisch, diese alte Aufnahme mit Gerhard Westphal?

    Neujahrs-glückwünsche von
    S.R.

  17. @all (malativ)

    Hallo,
    meine Gedanken zu Liebe führen mich hier hin.

    Liebe ist eine Entgrennzung der eigenen Persöhnlichkeit und birgt die Gefahr verletzt zu werden. Dafür bekomme ich ein Geschenk, ich bin nicht mehr allein, vielleicht sogar ein Stück weit mehr mit der Welt verbunden. Mann könnte Sex als Komunikation betrachten, er ist es aber nicht er ist Bestätigung. Es liegt in der Natur der Dinge, dass ständiges bestätigen, ein Feind jeder Sachdiskusion (gestigen Auseinandersetzung) ist und die Wahrnehmung der Qualität der geistige Freude an der Situation
    beeinflußt. Der Anspruch an das Abstraktum der Liebe ist hoch und kein Partner, kann ihn erfüllen. Ich muss die Liebe pflegen, ich muss auf die Suche nach neuen Details im Leben und am Partner suchen. Lieben ist eine Aufgabe, egal ob den Partner, die Menschen um einen herum oder Gott.

    Es heißt:”Ich liebe Dich”, nicht primär du machst mich liebend.

    Mein Alter bestimmt die Lebensphase, in der ich mich befin(de)n (soll). Es sagt nichts über meinen Wünsch, meine Fähigkeit, meine Sehnsucht zu Lieben aus.

    Aus dieser Perspektive kann ich weder dem Artikel, noch der nachfolgenden Diskusion folgen.

    Worum geht es, um sozialen Kontext oder um Lebensqualität?

    Gruß Uwe Kauffmann

  18. @ Steffen Rehm

    Leider, leider konnte ich immer noch nicht dem Jazz und der Lyrik von Benn und Westphal lauschen. Aber das wird nachgeholt …

    Wissen Sie vielleicht, wo ich ein Exemplar über online-Bestellung bekomme? amazon hat momentan keins auf Lager.

Schreibe einen Kommentar