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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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Raucher sterben früher, stinken, haben Falten, gelbe Zähne … und geben dafür auch noch eine Unmenge an Geld aus. Doch eins machen sie meistens richtig: sie gönnen sich in regelmäßigen Abständen eine Pause.

Betrachtet man Erkenntnisse aus der Arbeitspsychologie (z.B. Hacker, 1998) darf man sich ausnahmsweise mal ein Beispiel an den graugesichtigen Kollegen nehmen:

1. Viele kleine Pausen bringen mehr als wenige lange. Bei gleicher Gesamtdauer. Denn die Erholung setzt bereits in den ersten Minuten einer Arbeitsunterbrechung ein und steigert sich dann nicht mehr nennenswert – mehr Pausenzeit am Stück bringt also nicht mehr.

2. Pausen sollen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. So können sich Körper und Geist an den Rhythmus aus Arbeit und Erholung gewöhnen.

3. Pausen sollen in relativ kurzen Abständen durchgeführt werden. Spontan gönnt man sich meist erst dann eine Pause, wenn es schon zu spät ist. Wenn der Kopf schon brummt, die Augen brennen, der Rücken schmerzt – eine Pause bringt dann meist auch nichts mehr. Wer seine Arbeit präventiv unterbricht, bleibt länger fit, lässt starke Erschöpfung erst gar nicht zu. Außerdem steigern kurze Arbeitsintervalle die Motivation.

4. Die Pausen sollen sich deutlich von der Arbeitstätigkeit unterscheiden. Wer viel sitzt soll sich bewegen, wer sich bei der Arbeit körperlich verausgabt soll sich ausruhen, wer viel denkt soll abschalten, wer geistig unterfordert ist soll sich anregen. Je eher eine Pause die Anforderungen bei der Arbeit kompensieren kann, desto höher ist ihr Erholungswert.

Länge und Häufigkeit der Pausen sind von der Tätigkeit abhängig und noch nicht in aller Breite erforscht. Zwischen 25 und 100 Minuten Arbeit und davon abhängig 3 bis 15 Minuten Pause müssen individuell ausprobiert werden. Zu beachten ist, dass es einige Wochen dauert bis man sich an den neuen Rhythmus gewöhnt hat. Bei vielen Tätigkeiten dauert die erneute Einarbeitung auch relativ lang, wenn sie aprupt unterbrochen wird. Dann ist zu empfehlen, sich z.B. einen dezenten Wecker zu stellen, der einem nach einer Stunde das Signal gibt: Lies den Abschnitt noch fertig, denk deinen Gedanken zu Ende – und dann ab in die Pause.

Am Besten natürlich ohne Zigarette.

(irm)

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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