Höhenflug in die Chefetage

Stehen Sie zu Statussymbolen * Bescheidenheit ist keine Zier * Verkaufen Sie Ihre Erfolge * Immer lächeln * Der erste Eindruck ist persönliches Marketing * Sind Sie ein Gewinner?

„Die Autorität beruht vor allem auf der Vernunft. Wenn du dem Volke befiehlst zu marschieren und sich ins Meer zu stürzen, wird es revoltieren.“ (1) Da sind sich theoretisch alle einig. Mal so ganz grob betrachtet. Doch die Ratgeberliteratur zum Thema Führung beschränkt sich in vielen Fällen auf das Impression Management im Haifischbecken Chefetage. Die Bücherregale sind voller Tipps und Tricks, wie man Vorgesetzte und Kollegen beeindruckt. Das Sammelsurium des Business-Knigge hält fest, wie Sie effektvoller reden, Tonlage und Stimmmodulation eindrucksvoller einsetzen, sich repräsentativ kleiden, Ihre Haare frisieren und Schuhe putzen. Welche Aktentasche und welche Uhr es sein muss, um sich erfolgreich zu verkaufen. Alle Ratgeber wissen, wie ein „Gewinner“ aussieht. Und ich werde den Eindruck nicht los, dass der Gewinner der Ratgeberliteratur leicht mit einem Narzissten verwechselt werden kann.

Die Annahme, dass narzisstische Tendenzen gehäuft in den oberen Abteilungen auftreten, ist nicht neu. Macht die Rolle eines Chefs narzisstisch oder drängen Narzissten in die Führungsriegen? Eine neue Studie stützt die zweite Annahme: „Researchers found that people who score high in narcissism tend to take control of leaderless groups.“ (2) Wer kann es Ihnen verdenken? Sie sind die Könige des Impression Management.

Quellen: (via Karrierebibel)
(1) sagt der kleine König In: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupèry
(2) Research News: "Narcissistic people most likely to emerge as leaders"

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. wirklich nicht neu

    Schon Max Horkheimer analysierte vor mehr als 40 Jahren sehr treffend den beklagenswerten Zustand der “dynamischen Kräfte der Gesellschaft”, deren einziges Wirken auf die Vermarktung der eigenen Wichtigkeit gerichtet ist und kurzsichtig und rücksichtslos Macht sammeln und in Ihrem Sinne ausüben, vorbei an jeglicher Vernuft, gesellschaftlicher Verantwortung bis hin zur Untergrabung der eigenen Existenzgrundlagem. Womöglich ist der Mensch am Ende gar nicht in der Lage, über den Zenit der nächsten Gehaltszahlung hinaus zu denken? Horkheimer beklagte das Nichtvorhandensein von Individuen, denn nur diese seien in der Lage, gegen den Zeitgeist zu agieren. Der Archetyp der heutigen Protagonisten wiederkehrender Krisen ist tatsächlich…nicht neu.

  2. @Koslowski

    Hallo,

    “Der Archetyp der heutigen Protagonisten wiederkehrender Krisen ist tatsächlich…nicht neu.”

    Aber vergessen.

    Gruß Uwe Kauffmann

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