Zauberei

Nichts ist so wie es scheint. Wir nehmen die Welt nicht gleich einem Kameraobjektiv wahr, sondern richten unsere Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge, während wir andere vernachlässigen. Wenn ich Hunger habe, achte ich stärker auf Restaurants als der satte Kollege neben mir. Unsere selektive Wahrnehmung filtert die Umgebungsreize und macht es möglich, dass wir uns konzentrieren können. Machen Sie das doch mal und schauen Sie sich diesen fantastischen Kartentrick an:

Visuelle Illusionen erzählen uns eine Menge darüber, wie wir die Welt sehen. Teller, der stille Part des amerikanischen Zauberer-Duos Teller & Penn, tat sich mit Kognitionswissenschaftlern zusammen, um die Prinzipien der Zauberkunst zu identifizieren. Die Basis jedes magischen Tricks ist die Irreführung der Zuschauer. Zauberer sind Experten darin, die Aufmerksamkeit des Publikums durch magisches Brimborium zu manipulieren, um vom eigentlichen Trick abzulenken. 

Daniel Simons und seine Kollegen vom Visual Cognition Lab an der Universität von Illinois demonstrierten bereits vor ein paar Jahren ebenfalls sehr unterhaltsam den Mechanismus Unerwartetes auszublenden. Sie präsentierten ihrem Publikum zwei verschiedene Teams, die sich Bälle zuwarfen und baten die Studenten zu zählen, wieviele Pässe das weisse Team schafft. Zählen Sie selbst! Ist Ihnen etwas aufgefallen?

Quellen: Mindblog: Cognitive scientists learn from magicians
Noozhawk: Russell Collins: Magic, Shopping and Mind Control

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Unaufmerksamkeitsblindheit

    Das Gorilla-Experiment ist wunderbar dazu geeignet, um das Phänomen ´Unaufmerksamkeitsblindheit´ zu demonstrieren. Unser Gehirn kann nur ca. 40-50 Sinneseindrücke/Sec. bewusst verarbeiten. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf etwas richten, werden andere Sinneseindrücke kaum noch oder gar nicht mehr wahr genommen.

    Besonders spektakulär kommt dies bei den sogenannten ´Nahtod-Erlebnissen´ zum Ausdruck. Nach der subjektiv empfundenen Todesnachricht (= Schlüsselreiz) konzentriert sich das Gehirn so stark darauf, diese für einen lebenden Organismus ungültige Information zu verarbeiten – dass man sein eigenes Gehirn live dabei beobachten kann.
    Es durchsucht entweder sein episodisches Gedächtnis (mit Erinnerungen ab dem 6. Schwangerschaftsmonat) in auf-/absteigender zeitlicher Reihenfolge (ganz bzw. in Bruchstücken) – und bewertet gefundene Gedächtnisinhalte neu, bevor sie in das Bewusstsein kommen.
    Und/oder es erstellt eine virtuelle Simulation des eigenen Körpers und manchmal auch der gedachten Umgebung.

  2. ?

    Der “colour changing card trick” hat bei mir super funktioniert.Der “psychological card trick” ist dagegen sehr durchsichtig und wenig spekatulär.

    Hat Wiseman auch diesen kreirt?

  3. schwierig, schwierig

    Wir (2) haben mal versucht, den “Color Changing Card Trick” nachzufilmen, aber leider ohne großen Erfolg….

  4. Das nenn ich perfekte Zauberei

    Mir ist es nicht aufgefallen 🙂 der Fokus liegt zu sehr auf dem Zaubertrick als dass man den Rest wahrnimmt. Super Video – genauso wie das Video der der Bälle werfenden Leute. Genial!

  5. Enorm! Das ist wahre Mentalmagie

    Hier noch ein Beispiel (selbst im Netz gefunden).

    Wieviele “F” befinden sich im folgenden Text:

    FINISHED FILES ARE THE
    RESULT OF YEARS OF SCIENTIFIC
    STUDY COMBINED WITH THE
    EXPERIENCE OF YEARS

    Wer drei oder vier gezählt hat, sollte noch einmal ganz genau hinschauen

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  7. Ich stimme mit der Ansicht. Unsere Gedanken machen einen großen Einfluss in dem, was wir sehen und was wir wahrnehmen. Deshalb, auch wenn zwei Leute schauen auf eine Sache, sie können es andere Bedeutung für sie haben.

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