Gescheites Scheitern

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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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Scheiden tut weh. Und diese Volksweisheit trifft nicht nur auf die Trennung von Freunden und Liebsten zu, sondern auch auf den Prozess des Scheiterns. Wenn man sich von Lebensträumen und –zielen verabschieden muss, weil es einfach nicht funktioniert. Das Scheitern einer Partnerschaft, das Scheitern im Beruf …

Du Versager!

Scheitern geht mit dem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit und dem Bewusstsein, versagt zu haben, einher. Viele laufen Gefahr, sich in Trauer und Selbstmitleid einzuigeln. Dabei weiß der Volksmund, dass Niederlagen, die einen nicht umbringen stärker machen. Denn gerade aus Fehlern lernen wir doch. Warum ist es also so schwer, es dem Stehaufmännchen gleich zu tun?

Es gibt viele Faktoren des Scheiterns – aber letztlich geht es immer um drei Faktoren: um den Verlust von Ansehen. Um den Verlust von materiellen Dingen. Und um den Verlust von Selbstwertgefühl.

Es ist schwer, sich einzugestehen, dass man etwas nicht geschafft hat. Und genau hier beginnt erfolgreiches Scheitern: die Situation akzeptieren und loslassen, aus den Fehlern lernen und nach vorn schauen. Es ist ein unumstößliche Tatsache, dass wir die Vergangenheit nicht ändern können, daher ist die selbstquälende Rückschau oft verschwendete Zeit.

Eine gehörige Portion Humor kann den Umgang mit schwierigen Situationen zu erleichtern:

Berlin. Am U-Bahnhof Potsdamer Platz spricht ein mit Buttons besteckter Punker ein älteres Ehepaar an, ob sie noch etwas Kleingeld übrig haben. Daraufhin sieht ihn die Dame entrüstet an und ruft:“Wir sind beide arbeitslos! Wir leben von Hartz IV!“ Der Punker ruft dem davonziehenden Paar hinterher:“Das tut mir leid, wollt ihr vielleicht mitschnorren?“

Quelle: Neon, März-Ausgabe 2007, Erfolgreiches Scheitern

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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