Fairplay für alle

Psychologieblog

Fairness ist wichtig für das funktionierende Miteinander. Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Aber nicht minder wichtig ist die Bereitschaft einzuschreiten, wenn Normen der Fairness verletzt werden. Allerdings geht Zivilcourage oft mit Bedrohungen für das eigene Wohl einher.

Zivilcourage im Kosten-Nutzen-Vergleich

Die so genannte reziproke Fairness „beschreibt die Bereitschaft Normverletzern entgegenzutreten und sie gegebenenfalls auch zu bestrafen.“, auch wenn sie häufig mit persönlichen Nachteilen einhergeht. Wenn ich mich z.B. in der U-Bahn einmische, wenn eine Frau von mehreren Männern bedrängt wird, besteht die Gefahr, dass ich selbst bedroht werde. Weise ich jemanden auf sein unfaires Verhalten hin, wird er sich in der Regel nicht dafür bedanken.

Zivilcourage und faires Verhalten stehen deshalb häufig im Widerspruch zum ökonomischen Eigennutz und verlangen die Kontrolle und Unterdrückung egoistischer Impulse.

Das Frontalhirn einschalten

Woran liegt es, dass einige Menschen couragiert einschreiten, während andere wegschauen wenn sie unfaires Verhalten beobachten?

Forscher der Universität Zürich wiesen die zentrale Rolle des vorderen Stirnlappens bei der Kontrolle egoistischer Impulse nach. Die reziproke Fairness der Versuchspersonen verringerte sich, wenn dessen Erregbarkeit vermindert wurde. Wurde die Erregbarkeit des vorderen Stirnlappens reduziert, konnten die betroffenen Personen ihren Egoismus weniger beherrschen als Personen, deren Gehirn nicht manipuliert wurde.
Unser Frontalhirn beeinflusst die Selbstkontrolle zugunsten des Gemeinschaftswohls.

Quelle: Psychologie Heute

(kat)

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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