F32.2 depressive Episode

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Gerade im Winter häufen sich die Klagen über Niedergeschlagenheit und Gemütstrübung. Uns fehlt die Sonne. Viele versuchen die kalten, dunklen Monate einfach zu verschlafen. Aber von einem Stimmungstief kann bei einer echten Depression keine Rede mehr sein. Der Hauptgrund des Suizids ist die Depression.

Während depressiver Episoden leidet die betreffende Person gewöhnlich unter gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und einer Verminderung des Antriebs. Die Verminderung der Energie führt zu erhöhter Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung. Deutliche Müdigkeit tritt oft nach nur kleinen Anstrengungen auf. (1)

Andere häufige Symptome sind:
1. Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
2. Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
3. Schuldgefühle und Gefühle von Wertlosigkeit
4. Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
5. Suizidgedanken, Selbstverletzung oder Suizidhandlungen
6. Schlafstörungen
7. Verminderter Appetit

Die Depression ist die am häufigsten auftretende psychische Störung. Ein Volksleiden. Im Schnitt soll jeder Fünfte in Deutschland einmal an einer Depression erkranken. Obwohl das gesellschaftliche Stigma der Depression langsam bröckelt, stagniert die öffentliche Debatte in Anbetracht der düsteren Zahlen. Bei der Depression „wirken sich Überlebensmechanismen – die uns im Notfall gute Dienste leisten, durch Ausschüttung von Stresshormonen, die den Organismus in Alarmbereitschaft versetzen – schädlich aus, da sie von schlimmen Erinnerungen permanent angestoßen werden“. (2)

„In den vergangenen Jahren wurde in den entwickelten Ländern ein starker Anstieg der depressiven Erkrankungen beobachtet, ganz besonders in den hoch industrialisierten Ländern.“ (3) Nach Schätzungen der WHO wird die Depression bis zum Jahr 2020 den zweiten Platz auf der Liste der häufigsten Erkrankungen einnehmen.

Quelle:
(1) WHO. „Internationale Klassifikation psychischer Störungen“. ICD-10, Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien (2005). H. Dilling, W. Mombour & M.H. Schmidt (Hrsg.), 5. durchgesehende und ergänzte Auflage, Bern: Hans-Huber-Verlag
(2) Gehirn & Geiste, D. Dobbs: „Strom an, Schwermut aus“, Juli/August 2007
(3) Wikipedia

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

15 Kommentare

  1. saubere Sache

    Sehr geehrte Frau Schwab,
    der Artikel ist glatt und in sich geschlossen.
    Keine Kanten und Ecken, an dennen man sich reiben kann.
    Das sich viele Menschen als lineare Exsistenzen wahrnehmen und dadurch die Toleranz, für Menschen, denen, daß nicht mehr möglich ist, in Grenzen hält, trifft nicht nur für psychische Erkrankungen zu ( Um überhaupt etwas gesagt zu haben.).

    Gruß Uwe Kauffmann

  2. “ganz besonders in den hoch industrialisierten Ländern”

    Mich wundert das nicht. Es grenzt eher an ein Wunder, in dieser Welt keine Depression zu bekommen. Aber wir haben es ja gut: depressiv? Wir haben da ein neues Präparat zur Aufhellung! Kopfschmerzen? Wir haben da ein neues Präparat… Rückenschmerzen? Wir haben da ein neues… Weltschmerz? Oh! -aber da sind wir dran! Wir tun doch alles für sie, weil wir sie lieben! Wir wollen doch nicht, daß sie altmodisch FÜHLEN!

  3. Nachtrag

    Und wenn der descartsche Maschinenmensch in seinem Hamsterrad seine Depressionen pflegt, dann kann sich Schäuble & Co selbst regieren. Dann wird, wie es heißt, der Turm -halleluja- einstürzen und die goldenen Kälber auf dem Asphalt und die schmatzenden Computer in den Hochhäusern auf dem Schrottplatz geparkt! So long…

  4. Kritik der Depression

    ..stellt sich halt wirklich die Frage, inwiefern die Depression ein “krankhafter” Zustand ist. Wenn demnächst alle depressiv sind, wär’s zumindest der “normale” Zustand. Und bloss, weil man daran sterben kann, ist die Depression auch nicht besonders krankhaft: Sterben tut man auch am Herzinfarkt, noch dazu, ohne es zu wollen. Beim Suizid sieht das schon besser aus (das mit dem Wollen, mein ich). Und bloss, weil es sich beschissen anfühlt, ist es ja auch nicht besonders schlimm: lieber eine Depression als eine Trigeminus-Neuralgie, da liegen, so weit ich weiss, die Suizid-Raten noch höher.

    Und wer, zum Teufel, hat eigentlich gesagt, dass der Mensch ein Recht habe, glücklich zu sein? Es versuchen – ja, das soll er, aber es besteht ja auch die Möglichkeit, dass die Welt so gestrickt ist, dass er’s nicht sein kann.

    Vielleicht ist ja die Depression, die, wenn ich es recht verstehe, eine Krankheit der Hochzivilisation, eine der überdurchschnittlich gebildeten Stände und des Müssiggängers ist, eher eine Chance – nämlich eine Wahrnehmung einer Wirklichkeit, die sich von den (vorkulturellen) Zwängen der Reproduktion und Nahrungsbeschaffung abgelöst hat. Nimm mir die Libido, den Hunger, den Durst, die Intentionen und den Affekt – und schau, wie wenig vom Leben bleibt. So wenig, dass man sich im Umkehrschluss glatt fragen könnte, ob das Leben nicht zum allergrössten Teil aus Libido, Hunger, Durst und Affekt besteht.

    Zumindest eine LEHRREICHE Gemütsverfassung, so eine Depression.

  5. @ Wicht

    Da muss man allerdings einen kleinen Unterschied machen: Aus der von Ihnen beschriebenen Depression kommt man wieder raus, und das gilt nicht für alle Depressionen.

  6. Man muss klar unterscheiden zwischen einer klinisch relevanten Depression und einer depressiven Verstimmung in Form von Niedergeschlagenheit und Unlust, die jeder Mensch bisweilen erlebt. Es geht nicht um die Abkehr von den Grundbedürfnissen durch Entfremdung, sondern um eine schwerwiegende Stimmungsänderung, die nicht aus eigener Kraft zu verändern ist. Depressive Verstimmungen, die jeder Mensch in seinem Leben erfährt, sind durchaus notwendig, um zu überprüfen, was aus eigenen Impulsen und Bedürfnissen heraus geschieht und was aus der Anpassungsleistung an die Umwelt entsteht. Diese sind dann auch lehrreich und man kann von ihnen auf eine Krankheit der Wohlstandsgesellschaft schließen. “Nimm mir die Libido, den Hunger, den Durst, die Intentionen und den Affekt.” Wenn der Mensch seine grundlegenden Bedürfnisse und die differenzierten Bedürfnisse der zivilisierten Welt nicht mehr wahrnehmen kann und zur Befriedigung von Scheinbedürfnissen übergeht, wird sein Leben am Leben vorbeigehen und unbefriedigend sein. Gibt es Vergleichsdaten mit naturverbunden-lebenden Völkern zum Auftreten von Depressionen?
    Ich würde die Depression jedenfalls per Definition nicht in die Kritik stellen, sondern die Ursachen für den Anstieg im Umgang mit der Diagnose Depression u.a. auf Seiten der Diagnostiker/Behandelnden und gesellschaftlichen Veränderungen vermuten.
    Die Depression ist nicht von abrupter Natur wie der Herzinfarkt es sein kann. Sie kommt mit klar beschreibbaren Symptomen einher unter denen die Betroffenen deutlich leiden. Das hat in der Regel wenig mit einer gescheiterten Glückssuche zu tun. Und biochemische Vorgänge im Gehirn scheinen auch eine wichtige Rolle zu spielen. Vielleicht kann man es so ausdrücken: die Depression ist der pathologische chronische Zustand der Schwermut, dem Weltschmerz oder persönlichem Leid. Und damit eine Ausgeburt der Wohlstandsgesellschaft? Das wäre eine Möglichkeit der Erklärung, die aber sicher nicht ausreichend ist. Eine zweite könnte auch in dem schnelleren Erkennen, der besseren Diagnostik liegen. Oder eben in der schlechteren. Man hört immer wieder, dass in psychiatrischen Abteilungen in Krankenhäusern mit Vorliebe die Depression als Diagnose gestellt wird. Es wird von einer Sammelkategorie geunkt. Nichtsdestotrotz ist es eine Errungenschaft, dass unsere Gesellschaft die Krankheit Depression anerkennt – vor allem für Betroffene.
    Und kann eine Krankheit schlimmer als eine andere sein? Die Schlimmste ist doch zweifelsohne die, die man hat 😉

  7. Es gibt eine Tendenz in der Forschung und klinischen Versorgung, die Depression zu “biologisieren” und psychodynamische und kontextuelle, Aspekte zu vernachlässigen. Mein Chef ist Mitglied in der Steuerungsgruppe zur Erstellung Nationaler Versorgungsleitlinien zur
    Therapie der Depression und mußte tatsächlich kürzlich dafür kämpfen, dass die Psychotherapie als Behandlungsmethode nicht im Anhang der Leitlinien landet. Ein großes Problem auch insofern, als die sog. “major depression” als umschriebenes klinisches Bild, als “reine” Depression klinisch kaum noch zu existieren scheint. Nahezu immer zeigt sie sich als Komorbidität z.B. von interaktionellen Störungen (sog. “PErsönlichkeitsstörungen) oder anderen Erkrankungen. Metaanalysen zur Wirksamkeit von Antidepressiva zeigen gleichsam, dass es in der biologischen Therapie keineswegs eindeutige Ergebnisse und Indikationen gibt. Die Pharmaindustrie (so polemisch das klingt), sieht darüber freilich gerne hinweg.

  8. Ach Gottchen…

    …zu behaupten, dass die Pharmaindustrie die Indikationen für ihre Produkte gerne auch ohne wirkliche medizinische Rechtfertigung ausweitet ist nun wirklich keine Polemik, sondern eher eine Tatsachenfeststellung.

  9. vergib ihnen, denn ……

    @ all,
    nun es wird ja in Zukunft alles konsumierbar sein!
    Dummheit in der Schwebe zwischen Prosak und Antidepressiva, na dann vielen Dank.

    Gruß Uwe Kauffmann

  10. Alles im Gleichgewicht – Homöostase

    Dank der körpereigenen Regulationsmechnismen ist das System Mensch ein selbst stabilisierendes. Die Körpertemperatur wird auf 37 Grad geregelt. Schwitzen – Energieverbrennung – bereits ab einem Grad Abweichnung von der Norm fühlen wir uns unwohl. Der Blut ph Wert oder der Glucosespiegel werden in engen Grenzen vom Körper selbst reguliert. Die Mechanismen sind eindrucksvoll kompliziert. Ich will versuchen sie auf einen einfachen Nenner zu bringen. Erregung und Hemmung halten die Balance. Gerät ein System aus der Balance reguliert der Körper nach. Wie geht das? Betrachten wir das Beispiel des Alkohols und seiner enthemmenden Wirkung. Alkohol dockt an die GABA Rezeptoren (und nicht nur an diese) der Synapsen an und belegt diese. Die GABA (Gamma Aminobuttersäure) Rezeptoren sind für Hemmung zuständig. Fehlt die Hemmung würden wir uns lebensbedrohlichen Gefahren achtlos aussetzen. Diejenigen die dies taten, von denen stammen wir nicht ab. Also, der Alkohol besetzt die hemmenden GABA Rezeptoren. Wenn wir ein paar Gläschen getrunken haben sind wir zusehends enthemmt. Jetzt kommen die regulierenden Mechanismen der Homöostase ins Spiel. Es werden mehr GABA Rezeptoren gebildet – sie wachsen wie Muskeln nach dem Training. Das hat zur Folge, dass wir wenn wir einen gehörig über den Durst gedrunken haben am nächsten Tag übergehemmt sind – Katerstimmung – nie wieder Alkohol. Wird nun Alkohol gemieden werden die überflüssigen GABA Rezptoren abgebaut und ein ausgewogenes Niveau hergestellt. Beim Alkohliker dagegen wird das System so nachhaltig beeinflusst, dass der Betroffene keine Probleme mehr mit Alkohol hat, nur ohne. Eine Überregulation durch vom Körper selbst massiv nachgebildete hemmende Rezeptoren. Unser körpereigenes Regulierungssystem, die Homöostase, hat auf wunderbare Weise eine Anpassung an neue Lebensverhältnisse, eben leben ständig unter Alkohol, die Balance zwischen Stimmungsaufhellung durch Aklohol und Hemmung durch GABA Rezeptoren eingestellt. Denken wir einfach ein bischen nach. Manie – Depression. Urvölker hatten nicht die Möglichkeit ihr System soweit aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass es derart überreagiert hat. Und wenn, dann waren die Anpassungen langsam und die Verhältnisse stabil. Ja, und wer sich wechselnden Lebensverhältnissen nicht anpassen konnte, von denen stammen wir auch nicht ab. Ein feines System von Sensitivierung und Habituation regelt die Balance.
    Mit meinem Buch “Hauptstadt der Sieger Ziele finden, Probleme lösen, Wege gehen” habe ich den Versuch unternommen ein Lernprogramm zu schreiben, mit dem Jeder die Beobachtungen, die Gedanken und die Handlungen in seinem Leben finden kann und dann auch die Wege geht, um die Balance in unserer Welt, der ständig sich ändernden Lebensbedingungen, für sich persönlich herstellen kann.
    Mehr: http://www.dpast.de

  11. @Herr Past

    Jetzt könnte ich frech fragen, wie Sie das “homöostatische System” zu beeinflussen versuchen. Ihr Beispiel mit dem GABA-Rezeptor steht ja gerade exemplarisch dafür, dass Ursache-Wirkungs-Kausalitäten (also lineare Beziehungen) nicht die Basis des Lebendigen sind.

  12. Homöostase @ Mathias Wölfelschneider

    Beeinflussen wir unser homöostatisches System nicht ständig? Wenn immer ich hier einen Artikel poste, so sehen Sie dies bitte als meine persönliche Sicht von der Welt an. Wenn es bessere Argumente gibt lasse ich mich sehr gern überzeugen. Die Homöostase gibt dem System Mensch die Möglichkeit in gewissen Rahmenbedingungen sich an veränderbare Lebensbedingungen anzupassen. Diejenigen, die das am besten konnten, von denen stammen wir wohl ab. Die Antwort auf Ihre Frage, wie ich das “homöostatische System” zu beeinflussen versuche lautet somit, indem ich meine Lebensbdingungen bewusst, und wenn ich es klug mache langsam aber beharrlich verändere. Nehmen wir ein Beispiel. Ich war das unsportlichste Kind der ganzen Schule. Dann habe ich meine Lebensbedingungen dahingehend geändert, dass ich drei bis viermal in der Woche ein bis zwei Stunden laufe. Mein Körper hat sich den neuen Lebensbedingungen, weg vom Sofa hin zur regelmäßigen Belastung angepasst. So funktioniert jedes Training nicht nur im Sport. Da ich auch ein allgemein körperkräftigendes Training, Stretching, Radfahren und Schwimmen betreibe hat mein Körper sich genau auf diese Lebensverhältnisse angepasst. Ich bin nicht der schnellste Läufer und auch nicht der beste Schwimmer, sondern und eben nicht nur sportlich ein Allrounder. Immerhin bin ich so zu bisher 8 Marathonteilnahmen, einigen Radmarathons und selbst zur Teilnahme an einen Triatholon “Deutsche Meisterschaft Ironman Halbdistanz” gekommen. Nehmen wir ein anderes Beispiel. Jemand lernt ein Musikinstrument spielen. Er übt sieben mal die Woche. Sein Gehirn und seine körperlichen Fertigkeiten passen sich der neuen Lebensbedingung: leben mit täglich musikspielen an. Diese Veränderungen sind messbar, das wissen wir alle. Sie unterliegen aber auch dem “Pareto Prinzip” oder einfacher gesagt “mit 20% Aufwand 80% Leistung abrufen”. Also somit ist selbst das Maß, in wie weit wir unser Homöostatisches System anpassen beeinflussbar. Die große Frage die ich zu beantworten suche ist die: “Warum tut ein Mensch was er tut?”. Meine Antwort, wie ich es Heute sehe, ist die. Es gibt einen freien Willen. Es gibt natürlich auch kausale Abhängigkeiten. Allerdings wird unser freier Wille nicht sofort zu 100% umgesetzt sondern läuft zeitlich versetzt, beeinflusst durch das was wir denken und tun, nach.
    Mit Interesse verfolge ich Ihren neuen Blogg. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Bewertungen und Validation von Messergebnissen am System Mensch. Viel zu oft werden Messergebnisse, Ergebnisse von Signifikanztests als Maß mit dem Urmeter betrachtet. Leider ist dem nicht so. Auch ihre Einschätzungen haben sich regelmäßig als nicht ganz zutreffend erwiesen. Ich empfehle hierzu auch Gerd Gigerenzer, “Das einmaleins der Skepsis”.
    Nehmen wir noch ein Beispiel aus dem Bereich der Medizin. Regelmäßiger Ausdauersport mit einer Intensität wie wir Freizeitsportler dies im Rahmen eines Marathontrainings betreiben führt dazu das bei einem 70 kg schweren Menschen die Blutmenge von vier einhalb auf bis zu sechs Liter steigt. Die festen Bestandteile, hier hauptsächlich die Erythrozyten steigen prozentual weniger stark an als die plasmatischen. Das führt zu einer sogenannten “Läuferanämie”. Diese hat zur Folge, das meine Marathonlaufenden Kollegen regelmäßig beim Blutspenden vom Roten Kreuz als zu blutarm abgewiesen werden. Was für ein Blödsinn. Das Blut meiner Freunde hab wesentlich bessere Fliesseigenschaften als normal und die Gesamtmenge an roten Blutkörperchen ist wesentlich höher als beim Untrainierten obwohl der gemessene Hämoglobinwert nur bei 12,3 liegt. Die Blutspende von einem halben Liter verkraftet der Marathonläufer mit 12,3 Hb völlig problemlos, er besitzt ja sechs Liter Blut. Der Raucher dagegen hat seine Erythrozyten teilweise mit CO gebunden. Da die roten Blutkörperchen drei bis vier Monate leben sinkt der Sauerstoffpartialdruck, die Nebenniere schüttet vermehrt Erythropoetin aus und das Knochenmark produziert auch beim Raucher mehr rote Blutkörperchen. Allerdings erhöht sich die Gesamtblutmenge nicht. Das Blut des Rauchers wird dickflüssig. Die Folgen sind Raucherbein, erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko. Aber beim Blutspenden misst das Rote Kreuz 17 Hb, klar es ist ja eingedickt. Wir messen auf der ganzen Welt den Hämoglobinspiegel. Die Blutmenge ist schwer zu Messen. Es wurde in der ehemaligen DDR bei B-Kader Sportlern trotz der Risiken getan indem man ihnen Blut entnahm, es radioaktiv anreicherte wieder spritzte wartete und den Konzentrationsunterschied der nächsten Probe zur Vorprobe in Bezug stellte. Was zählt der Mensch?
    Der Beobachter wundert sich wieso zwei Meter Kerle beim Blutspenden kollabieren, aber zarte Frauen das locker wegstecken. Auch hier sehen wir eine Anpassung durch Homöostase. Dies kann bewusst durch die Wahl meiner Aktivitäten, Laufen oder Rauchen, so oder so beeinflusst werden.
    Musik und Sport hat positive Effekte auf die Psyche und so wird auch dieses System mit beeinflusst.
    Ein Zitat von Eugen Roth (1895-1976) möchte ich noch anfügen um auf Ihren Blogg: “Irgendwie haben wir es ja immer gewusst…” überzuleiten.
    Was bringt den Doktor um sein Brot?
    a) die Gesundheit
    b) der Tod.
    Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
    uns zwischen beiden in der Schwebe.
    Es wird der Pharmaindustrie auch nicht anders gehen.
    Dieter Past

  13. Depression

    Wie kann in einer depressiven Gesellschaft eine Depression geheilt werden? Sind nicht viele Ängste, die einst unter symbolhafter Existenzängste abgehandelt, inzwischen sehr reale Ängste geworden? Sozialer Abstieg, der heute zur Normalität wird, Kriege in einst fernen Regionen, die aber in einer schier immer kleiner werdenenden Welt immer näher rücken, die massive Zerstörung unserer Welt, wobei der Klimawandel nur ein Teilaspekt ist, auch wenn dieser zur Zeit sehr hervorgehoben ist.
    “Ach die Sonne scheint, die Vögel zwitshern, nun geht es mir wieder gut”, funktioniert auch nicht mehr wirklich als Antidepressiva. Wie also geht man mit der Depression in einer depressiven Gesellschaft um?

  14. Manische Depression

    Viele Menschen wissen nicht wirklich über das Krankheitsbild der Depression bescheid. Da hat ihr Artikel sicherlich Abhilfe geschaffen. Eine andere Art der Depression ist die Manische Depression. Hierzu habe ich einen Buchtipp:
    http://www.abusverlag.com

  15. Super eBook gegen Depressionen

    Ich habe ziemlich lange mit Depressionen zu kämpfen gehabt. Als ich nach Büchern darüber gesucht habe bin ich auf eins der besten eBooks gestoßen! Ich hatte mir vorher schon 2 eBooks gekauft. Aber das was ich zuletzt gefunden habe war das beste von allen!

    Falls es euch interessiert, hier mal der Link:
    http://depressionen.beste-ratgeber-ebooks.de

    Gruß
    Janine

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