Es grünt so grün…

Psychologieblog

Hoffentlich auch vor dem Fenster des Krankenhauszimmers, wenn es uns mal dort hin verschlägt.

Der Ausblick aus dem Zimmerfenster hat nämlich einen großen Einfluss auf den Gesundungsprozess: Bäume oder parkähnliche Landschaften gehen einher mit einer schnelleren Erholung der Patienten. Sie brauchen weniger Schmerzmittel und werden vom Personal als freundlicher erlebt als Patienten, die beim Blick aus dem Fenster mit Häusermauern Vorlieb nehmen müssen (Ulrich, in Buss 2004).

Die Architektur von Gesundheits- und Sozialbauten ist eine knifflige Angelegenheit. Während es früher hauptsächlich darum ging, möglichst viele Patienten und möglichst viel HighTech funktional unterzubringen, soll jetzt der Wohlfühlfaktor einbezogen werden. Für den Menschen und damit vielleicht auch gegen hohe Kosten im Gesundheitssystem.

Im Städtischen Klinikum Karlsruhe wurde dies vorbildlich gelöst: erstmals in Deutschland wurde ein Bestrahlungsraum mit Tageslicht und Blick auf üppiges Grün realisiert. Strahlenschutz nach außen inklusive.

Stressmindernde Effekte zeigen sich übrigens auch in Gefängnissen und anderen öffentlichen Gebäuden. Die allgemeine Lebensqualität steigt, wird dem Blick Abwechslung von grauen Häuserfronten geboten (Sinha, 1995). Ein Plädoyer für mehr Vegetation im Stadtdschungel. Als Schmankerl fürs Auge – und für unser Wohlbefinden.

(irm)

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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