Die Paarungssuche in Onlinebörsen

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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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… in einer gespaltenen Gesellschaft

“Nach Berechnung des statistischen Bundesamtes beziehen die wohlhabensten zehn Prozent der Bevölkerung inzwischen 33 Prozent des gesamten Einkommens, die unteren zehn Prozent müssen sich mit 3 Prozent begnügen.”

Die Ursachen für die Schranke zwischen arm und reich werden bevorzugt in der Politik gesucht, aber auch persönlich wichtige Entscheidungen wie z.B. die Kriterien bei der Partnerwahl tragen zu ihr bei.

“Nur noch jeder fünfte Mann heiratet nach unten”. Der so genannte Aschenputtel-Effekt befindet sich deutlich im Rücklauf. Und die Frauen möchten scheinbar nach jahrzehntelangem Streben nach Gleichberechtigung “(…) ihren Erfolg und sich selbst nicht durch den falschen Partner herabstufen”.

Besonders in den Flirtcommunitys wird deutlich, dass der Beruf und Bildungsstand neben dem Aussehen an Stellenwert bei der Partnersuche gewonnen haben. Der Soziologe Jan Skopek von der Universität Bamberg untersucht systematisch die Annäherungsversuche in einer Partnerbörse im Internet und stellt fest, dass die Mehrheit ein ähnliches Gehalt und Bildungsniveau für sehr wichtig erachtet. Der Manager kontaktiert Zahnärztinnen und Anwältinnen. Die Friseurin antwortet auch dem Postboten oder Bürokaufmann. Skopek schlussfolgert: “Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die sich immer weiter aufspaltet.”

Quelle: Die Zeit, “Von oben geht’s nach oben”, Nr. 35, 23. August 2007

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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