Die besten Eltern der Welt

Psychologieblog

Eliza (36) arbeitet halbtags als Bürokraft in einer Anwaltskanzlei. Sie kümmert sich liebevoll und fürsorglich um ihre Tochter Hanna (3) und ihren Sohn Moritz (7). Sie hält das Eigenheim tadellos sauber, der Garten ist vorbildlich gepflegt, der Müll wird immer getrennt. Sie achtet auf ausgewogene Ernährung, Gemüse und Obst kommen stets frisch auf den Tisch. Die Kleidung der Kinder ist schadstofffrei und mit parfumfreiem Waschmittel gewaschen. Mit unerschöpflicher Geduld spielt sie mit Hanna im Buddelkasten und bestaunt Moritz’ Kampfkünste. Am Dienstag singt sie mit ihrer Tochter im Musikkreis und am Mittwoch begleitet sie ihren Sohn zum Fußballtraining. Sie hat tausend Ideen, um Hanna und Moritz an den freien Nachmittagen und am Wochenende die Langeweile zu vertreiben. Gleich beginnt die Elternversammlung im Kindergarten. Eliza schließt sich im Bad ein und weint. Sie kann nicht mehr.

 

Wir alle wollen das Beste für unsere Kinder. Wir alle wollen gute Eltern sein, oder wenn’s geht: die besten Eltern der Welt. Aber viele von uns werden von Selbstzweifeln geplagt. Sind wir überhaupt gute Eltern? Und was sind eigentlich gute Eltern? In Wohnzimmern und auf Kinderspielplätzen fehlt es an Orientierung. Immer mehr Eltern klagen über Gefühle der Hilflosigkeit und Überforderung, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder geht. Einige Eltern leiden unter Schuldgefühlen: Kümmern wir uns zu viel oder zu wenig um unser Kind? Setzen wir es zu stark unter Druck oder haben wir die Dinge zu lange schleifen lassen? Auch das schlechte Gewissen plagt viele Mütter und Väter. Und so ist kaum mehr etwas übrig von der Gelassenheit, die man von lebenserfahrenen Menschen erwarten könnte. Eine Flut von Erziehungsratgebern ist Ausdruck der großen Verunsicherung, die sich unter den Eltern breitgemacht hat.

Die stark autoritär geprägte Erziehung der 1950er und 60er Jahre brachte den Kindern Gehorsam durch Züchtigung bei. In den 70er Jahren wandelte sich die durch Herrschaft geprägte Erziehung in einen gleichberechtigten Umgang mit dem Kind: Meine Tochter als Freundin. Die antiautoritäre Erziehung trat ihren Siegeszug an und ersetzte Schläge und Hausarrest durch demokratische Diskussionen. Heute versuchen viele Eltern den Balanceakt zwischen Freiheiten lassen und Grenzen setzen zu meistern. Die nächste Generation soll selbstbewusst und mit Durchsetzungsvermögen ihre persönlichen Fähigkeiten entwickeln können. Konservative Werte wie Fleiß, Ordnung und Bescheidenheit treten stärker in den Hintergrund. Mit den Zielen ändern sich auch die Methoden. Die autoritäre weicht der autoritativen Erziehung.

Das bedeutet für Eltern heute, dass sie die Betreuung ihrer Kinder, wenn möglich, selbst übernehmen, damit sie die Kontrolle über eine angemessene Behandlung ihrer Kinder behalten. Die Anforderungen an eine gute Betreuung sind gestiegen. Es reicht nicht mehr aus, zu gewährleisten, dass die Kinder verpflegt und versorgt werden. Der Anspruch ist, Kinder altersgerecht an jedem Tag ihres jungen Lebens in ihren Talenten optimal zu fördern und zu fordern. In jeder Minute das Richtige tun ist außerordentlich schwierig, besonders wenn man bedenkt, dass jeder Erziehungsratgeber andere Schwerpunkte setzt. Auf der einen Seite wird den Eltern empfohlen, verstärkt Grenzen zu setzen, damit keine kleinen Tyrannen heranwachsen, auf der anderen Seite sollen sie ihren Kindern größtmöglichen Freiraum lassen, damit sie sich früh zu selbstständigen Persönlichkeiten entwickeln. Zur richtigen Erziehung gehört aber nicht nur eine angemessene Interaktion und Kommunikation mit den Kindern. Wichtig ist natürlich auch ein kindgerechtes Umfeld: ein gepflegtes Haus samt großflächigem Garten mit vielfältigen Spielmöglichkeiten, ein Kinderzimmer mit pädagogisch wertvollem Spielzeug, ein gutes soziales Netzwerk mit wohlerzogenen und liebenswürdigen Spielkameraden sowie großzügigen Tanten und Onkeln, Omas und Opas, eine ausgewogene Ernährung, ein gut strukturierter Tagesplan, ein perfekter Kindergarten oder die perfekte Schule mit liebevoll unterstützenden und fördernden Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrern.

Perfekte Eltern wollen keine Fehler machen. Eine gute Mutter, wie Eliza sie versteht, opfert sich für ihre Familie auf. Sie ist geleitet von festen Vorstellungen, Perfektionsansprüchen und hohen Leistungserwartungen. Sie versucht, allen Ansprüchen und Anforderungen hundertprozentig gerecht zu werden – immer nett und freundlich und dabei den Eindruck vermittelnd, es gehe alles spielend leicht von der Hand. Das sind Lasten, die eine einzelne Mutter nicht tragen kann. Denn hinter jeder Mutter und hinter jedem Vater steckt ein ganz gewöhnlicher Mensch, mit Ecken und Kanten, mit Stärken und Schwächen. Vielleicht wollte Eliza den Perfektionismus aus dem Bad aussperren.

Das Bemühen um Perfektionismus ist anstrengend, sehr anstrengend. Warum machen wir es uns so schwer? Warum sind wir mit dem, was wir sind und was wir tun, nicht zufrieden? Wo kommt der Wunsch nach Perfektion eigentlich her? Woher das Gefühl der eigenen Unvollkommenheit?

Und ist es wirklich das Beste für Kinder, perfekte Eltern zu haben? Welches Kind will schon perfekte Eltern? Wenn immer klar ist, dass einer alles richtig macht, wird aus dem anderen zwangsläufig ein Verlierer. Eine perfekte Mutter, wie Eliza eine sein will, schränkt die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Kinder ein. Eine riesige perfekte Eiche spendet zu wenig Licht, damit unter ihr zwei andere Bäume wachsen können.

Ist nicht eine gute Mutter vor allem eine zufriedene Mutter? Zufrieden wird man nicht, indem man den Erwartungen anderer entspricht. Ständig begegnen wir im Alltag Ansprüchen und Idealen, wie man zu sein hat als Frau und Mutter. Es ist jedoch nicht wichtig, was andere für richtig und falsch halten. Es ist wichtig, was für Kriterien und Bedürfnisse wir haben. Hören wir damit auf, nach dem Besten zu streben, und schauen wir, was für uns gut (genug) ist. Verabschieden wir uns von starren Prinzipien, hohen Ansprüchen und einer vorbildlichen Lebensführung.

Was würde passieren, wenn Eliza mal den Müll nicht trennt oder den Abwasch stehen lässt? Wahrscheinlich nichts. Vermutlich würden Hanna und Moritz die Veränderung nicht einmal bemerken. Und die Nachbarn sowieso nicht. Es kann eine hilfreiche Erfahrung sein, zu prüfen, ob unsere Sorgen und Ängste der Realität angemessen sind. Auch eine kleine Maus kann vor einem Kerzenlicht einen großen Schatten werfen, der die Gestalt eines Elefanten hat.

Eliza ist davon überzeugt, dass ihre Vorstellung von einer guten Mutter richtig ist. Wir alle haben unsere Vorstellung von den Dingen, was richtig und wichtig ist. Aber wir nehmen unsere Welt nicht objektiv war. Und auch unsere Vorstellungen und Bewertungen sind hochgradig subjektiv. Wer entscheidet darüber, ob etwas perfekt ist? Die anderen? Oder etwa Eliza selbst? Es darf bezweifelt werden, ob sie ihr Handeln tatsächlich einmal als vollkommen und perfekt bewerten würde – ohne Verbesserungsoptionen. Da Eliza den hohen Anforderungen ihres Mutterideals nicht mehr gerecht werden kann, schlussfolgert sie, dass der Fehler bei ihr liegt. Dabei könnte man den Zusammenhang auch genau umgekehrt betrachten: Unter der Annahme, dass Eliza genau richtig ist, so wie sie ist, müssen es die Anforderungen sein, die nicht richtig sind und überdacht werden müssen.

Wer perfekt sein möchte, ist sehr streng mit sich. Kein Fehler wird verziehen. Die Seele baumeln zu lassen ist nicht erlaubt. Nichts ist gut genug, alles muss besser werden. Dabei wissen wir, dass ein Ideal ein Ideal ist, weil es unerreichbar ist. Wo soll Perfektionismus eigentlich hinführen?

Wir können uns alle entspannen. Niemand will einen perfekten Partner. Kein Kind möchte perfekte Eltern. Kinder wollen authentische Eltern, die auch mal verärgert oder ungehalten sind. Eltern, die auch Fehler haben und machen, und diese zugeben können. Eltern, die ihre Kindern unaufgeregt und unangestrengt auf ihrem Weg begleiten und ihre Lebenserfahrung mit ihnen teilen. Wir müssen keine perfekten Eltern sein. Und wir müssen keine perfekten Kinder haben. Gut ist gut genug.

 

Das ist ein Beitrag aus meinem Buch: „Das kleine Handbuch für mehr Gelassenheit im Alltag“, (2013), Freiburg im Breisgau: Kreuz Verlag.

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

13 Kommentare

  1. Hören wir damit auf, nach dem Besten zu streben, und schauen wir, was für uns gut (genug) ist. Verabschieden wir uns von starren Prinzipien, hohen Ansprüchen und einer vorbildlichen Lebensführung.

    Negativ formuliert ist die autoritäre Kindererziehung der genannten 50er- und 60er-Jahre, die als spießig galt, in ein neues Spießertum umgeschlagen, bspw. erkennbar, wenn den Kindern die Mülltrennung oder der Klimawandel oder allgemeiner: ökologistische Politik “aufoktroyiert” [1] wird.

    Das Natürliche am Kinderbekommen und Kinderhaben geht so verloren.

    Negativ formuliert wird hier elterlich misanthropischer Ideologie entsprochen, die bspw. Begriffe wie die sogenannte Bevölkerungsexplosion ernst nimmt und eigene oder gesellschaftliche Schuld pflegt, weshalb und wozu genau auch immer, der Eindruck könnte entstehen, dass so das zahlenmäßig unzureichende Kinderkriegen entschuldigt und ideologisiert werden soll.

    MFG
    Dr. W

    [1] ein blödes Wort, das in D so um 1980 modisch wurde, ein Pleonasmus, hier nur spaßeshalber verwendet

    • Wir wäre denn das “nicht so blöde” wort für diese Bedeutung? Ich kenn da gerade keines, dass so kurz seine Bedeutung vermittelt.

      Ich vernahm dieses Wort übrigens zuerst (und eigentlich nur) in der Anti-Scientologie Literatur (also von vorgeblichen Ehemaligen). Das macht es dann wohl auch so “blöd”, das Wort und seine Bedeutung!
      Passt aber auch vorzüglich in Politik, Psychologie und eben … Erziehung/Pädagogik.

      • “Wir wäre denn das “nicht so blöde” wort für diese Bedeutung?”

        Worte, die für die PFLEGE der gleichermaßen unverarbeiteten und deshalb leicht manipulierbaren Bewußtseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewußtsein” stehen, müssen konfusionierend und entgegen des freien Denkens / Willens daher kommen und sind deshalb immer blöd 🙂

    • “Hören wir damit auf, nach dem Besten zu streben, und schauen wir, was für uns gut (genug) ist. Verabschieden wir uns von starren Prinzipien, hohen Ansprüchen und einer vorbildlichen Lebensführung.”

      Ja genau, hören wir doch auf, geben wir uns doch der Konfusion in Überproduktion von Kommunikationsmüll bedingungslos hin, in die TOTALE Kapitulation vor dem entmenschlichenden System der Hierarchie von und zu materialistischer “Absicherung”, welches uns doch schon seit der “Vertreibung aus dem Paradies” den geistigen Stillstand als einzig menschenwürdig, kreislaufend / zeitgeistlich-reformistisch, nahegelegt hat, mit Symptomatiken des teils brutal-egoisierenden “Individualbewußtseins”, für das “gesunde” / ausschließlich-systemrationale Konkurrenzdenken im nun “freiheitlichen” Wettbewerb um … – WETTBEWERB, die URSACHE, aller symptomatischen Probleme unseres “Zusammenlebens” wie ein wachstumswahnsinniges Krebsgeschwür, wo die einzig menschenwürdigen Möglichkeiten eines geistig-heilendem Selbst- und Massenbewußtseins eindeutig, zweifelsfrei, wahrhaftig wirken sollten!?

      In den 70ern hat es mal soziologische und psychologische Bestrebungen gegeben, dem Mensch die Hauptrolle im Sinn des Lebens zuzusprechen – heute wird nur noch gesurft, auf und im blöd-, stumpf- und wahnsinnigen Zeitgeist, mit GEBILDETER Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche und BEWUßTSEINSBETÄUBUNG!

  2. Klar, die “besten Eltern der Welt” seien jedem gegönnt. Und dazu gehört auch der ganze oben angesprochene Support. Aber auch wichtig: im rechten Moment des Stock aus dem A…. zu bekommen. Das ist für beide Parteien produktiv.
    Die angesprochene “selbstbewusste Persönlichkeit” in den Kindern zu Fördern / zu erstellen, ist schwierig zu rechtfertigen. Dazu nämlich ist es notwendig, ein wenig mehr Druck zu machen, als das Zielobjekt gegenwärtig erfüllen könnte. Aus der deswegen folgenden (selbstbewussten) Verweigerung des Kindes entsteht daraufhin erst diese “Persönlichkeit” mit seinem Selbstbewusstsein. Diese Überforderung und wie das Kind darauf reagiert, zeigt dann auch gut an, wie weit das Kind hier entwickelt ist.

  3. Perfekte Eltern kann es nicht geben. Natur ist nicht perfekt. Natur lebt von Reibung und Widersprüchen.
    Liebe und Eigenliebe im Gleichgewicht- so heißt die Mischung, die den Kindern bekommt.

  4. Also …. vielleicht habe ich ja den Text nicht verstanden, aber das Problem von Eliza scheint ziemlich auf der Hand zu liegen:

    Sie hat nicht verstanden, daß ihr kinder FÜR SIE da sind. Kinder zu bekommen, bedeutet für eine Frau nicht, ihr Leben um eine Gelegenheit, Weiblichkeit im Alltag zu praktizieren, zu bereichern. Insofern liegt ein klarer Fall von Kindsmißbrauch vor, wenn das Kindswohl verlangt etwas anderes: mehr Freiheit, Eigeninitiative und Eigenverantwortlichkeit der heranwachsenden Kinder – im Rahmen ihrer Möglichkeiten natürlich.

    Es ist also keine Frage der Entspannung, sondern der Erkenntnis, daß Kinder zu haben, von Natur aus eine undankbare Aufgabe ist, weil man eben für jemand anderen da ist, der sehr viel schwächer ist und daher sein eigenen psychologischen Bedürfnisse hintenanzustellen hat. Die Kinder haben für einen solchen Weiblichkeitswahn auch kein Verständnis, sie goutieren das nicht. Das tun vielleicht die Nachbarn, aber ich sehe keinen Grund, warum in deren Augen Gesicht als Frau zu gewinnen für Eliza wichtig genug sein darf, mit den Kindern einen täglichen Affentanz aufzuführen.

    “Eltern, die ihre Kindern unaufgeregt und unangestrengt auf ihrem Weg begleiten und ihre Lebenserfahrung mit ihnen teilen.”

    Völlig richtig, solche Eltern sind für Kinder sicherlich da Beste. Nur Eliza sieht in ihnen eine weitere Chance, sich ald Frau zu profilieren.

    Absonderlich – milde gesagt.

    • “Eltern, die ihre Kindern unaufgeregt und unangestrengt auf ihrem Weg begleiten und ihre Lebenserfahrung mit ihnen teilen.”

      Na das sollte man wohl mal mit Eltern aus dem sogenannten Prekariat diskutieren, OHNE wieder irgendeinen künstlichen und scheinheilig-systemrationalen Druck aufzubauen 😉

  5. Liegt hier nicht einfach der Fall vor, in dem eine Frau das Kind benutzt, um sich als Frau zu produzieren?

    Mit Entspannung hat das doch gar nichts zu tun.

  6. Die Kommentare von Elmar und Tom wurden – keine Ahnung weshalb – vom Spam-Filter abgefangen. Ich hab sie jetzt per Hand freigeschaltet.

  7. Ein sellstgemachter Zwang…. Warum immer 100 % Ordnung???? Reichen 90 % Sauberkeit nicht auch??? Doch, es reicht…….

    Aber das genügt den besten Elern ja nicht…. da muss alles auch noch dazu vegan sein, was ein Dünnsinn…….

    Bei mir dürfen Kinder alles, auch mal dreckig sein, sich dreckig machen und vor allem eins: Spaß haben…….

  8. Meine Herren!
    Eine Mutter, die alles richtig machen möchte (und dabei übertreibt) möchte sich als Frau “produzieren”?
    ……………………Neidisch?

  9. “Wer perfekt sein möchte, ist sehr streng mit sich. Kein Fehler wird verziehen. Die Seele baumeln zu lassen ist nicht erlaubt.”

    Mit Verlaub, das ist unreflektierte, gefällige Schwafelei.

    Zum (überdies: berechtigten) Wunsch perfekt zu sein, gehört ja gerade die Fähigkeit, die Seele baumeln zu lassen. Um daraus zu lernen; über Gott oder Nicht-Gott und die Welt.

    Die Menschen aber sollen dieses Ideal gar nicht anstreben, noch erreichen wollen: Denn es droht ihnen die Restriktion, das Damoklesschwert: die Agenda.

    Die Menschen sind heute in erster Linie Stückgut, Arbeitssuchende: sie sollen flexibel, kaltblütig, berechnend und angepasst sein. Sie sollen sich trainieren, um dem Arbeitsmarkt gewachsen zu sein. Weil das absurde Wachstumsmantra gilt und die zur Lebensfeindlichkeit überhöhte protestantische Arbeitsethik.

    Alles (mithin unser Verhältnis zu unseren Kindern, sei es Liebe, sei es Ausdruck von Krankheit) hängt davon ab, ob eine Gesellschaft über einen sympathischen Konsens verfügt oder, wie heutzutage, nach Nutzen und Kosten schielt, um den Reichtum weniger zu mehren und zu mehren.

    Die uns angeborene Fähigkeit, unseren Kindern Liebe zu geben und zu vermitteln, wird hier und jetzt, auch in der weiterführenden Diskussion, dem wirtschaftlichen Profit geopfert.

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