Der Virus Übergewicht

Psychologieblog

Zu viele Kilos scheinen ansteckend zu sein. Eine amerikanische Untersuchung (Framingham Heart Study) mit über 12000 Erwachsenen, von denen ein Drittel einen BMI über 25 hat, zeigt, dass bekannte Personen eines über- gewichtigen Menschen ein erhöhtes Risiko haben, selbst innerhalb der nächsten vier Jahre dick zu werden.

Wird eine Person übergewichtig, so steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst zu dick zu werden, für Menschen, die diese Person als Freund oder Freundin ansehen, um 57 Prozent. Sehen sich die Beteiligten gegenseitig als befreundet an, steigt die Wahrscheinlichkeit sogar um 171 Prozent. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Freunde Tür an Tür wohnen oder 500 Kilometer voneinander entfernt.

Futtert sich ein Geschwisterkind oder der Lebenspartner zu viele Pfunde an, besteht laut der Studie ein 40prozentig erhöhtes Risiko für die anderen Geschwister oder den Partner ebenfalls Fettpölsterchen anzusetzen.

Kleine, aber messbare Effekte gibt es sogar bei zu dicken Freunden von Freunden.

Entwarnung gibt es für Nachbarn. Hier besteht laut der Wissenschaftler keine Ansteckungsgefahr, es sei denn sie sind miteinander befreundet. Eine entscheidende Rolle spielt das Geschlecht der Personen. Während sich der Effekt deutlich bei gleichgeschlechtlichen Freunden und Geschwistern zeigt, ist er bei gegengeschlechtlichen Paaren nicht zu finden.

Die Forscher schlussfolgern, dass Übergewicht ein kollektives Problem sei, was in Abnehmprogrammen berücksichtigt werden sollte, indem auch der Freundeskreis und die Familie mit einbezogen werden. Sie wissen um die entscheidende Rolle von Genen und anderen biologischen Einflüssen bei der Entwicklung von Übergewicht, sind aber davon überzeugt, dass „die genetische Veranlagung allein (kann) aber nicht die seuchenartige Ausbreitung der Fettleibigkeit in den letzten 30 Jahren erklären“ kann.

Quelle: Psychologie Heute: Ansteckende Kilos

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

1 Kommentar

  1. Gewicht – schlaff Schlank, fett Schlank oder fit Schlank?

    Mit dem Körpergewicht ist es wie mit dem Sparbuch. Wer mehr einzahlt als abhebt wird schwerer. Mit dem Bodymasindex und dem Gewicht ist es so eine Sache. Muskeln sind schwerer als Fett und der Habitus eines Menschen ist genetisch determiniert. Werfen Sie Ihre Waage weg kaufen Sie einen Spiegel! Menschen bewerten Sie nach ihrem Aussehen oder werden Sie gewogen?
    Wenn Sie sich mit Menschen umgeben haben diese in der Regel ähnliche Interessen. diese Interessen bestimmen das Verhalten, auch in Bezug auf Ernährung und Bewegung. Umgeben Sie sich doch einfach mit Menschen die das aussehen haben die Sie wünschen. Es ist ganz einfach, aber nicht leicht. Einfach bedeutet, Sie können es, Sie haben alle Möglichkeiten es zu tun. Aber es ist nicht leicht, dass heisst Sie müssen auch handeln! Wo finde ich solche Menschen? Vielleicht hier: http://www.dpast.de/koerper.htm
    Glauben Sie mir, das Gewicht und der Bodymasindex bei diesen Menschen ist verschieden, sie sind dennoch alle Fit-Schlank.
    Dieter Past

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