Der Segen der Schönheit – und ihr Fluch

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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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Jeder von uns hat sich wohl schon mal insgeheim und voller Neid gedacht: Schöne Menschen haben es einfach immer und überall leichter …

Die schlechte Nachricht

Eine lange Liste psychologischer Studien scheint dies zu bestätigen:

Bereits 1jährige Kinder zeigen weniger Rückzugsverhalten gegenüber einem attraktiv aussehenden Erwachsenen. Unmoralisches oder aggressives Verhalten attraktiver Kinder oder Erwachsener wird milder bewertet. Ein schlechter Aufsatz von einer attraktiven Autorin wird besser bewertet, als der einer unattraktiven Kollegin u.s.w. (Überblick bei Bierhoff, 2000).

Kurz gesagt nimmt der Mensch an: Wer schön ist, ist gut.

Was macht Attraktivität aus?

Glücklicherweise sind Geschmäcker verschieden. Und doch springen wir zu einem gewissen Anteil alle auf dieselben Merkmale an – bei der Einschätzung der Attraktivität von Frauen sogar noch stärker als bei Männern (Henss, 1987):

  • Kindchenschema: große Augen, kleine Nase, kleines Kinn
  • Reifemerkmale: deutliche Wangenknochen, schmale Wangen, großer Kinnbereich
  • Ausdrucksstärke: breites Lächeln, hohe Augenbrauen, große Pupillen

Die gute Nachricht

Für alle, die sich beim Blick in den Spiegel nicht besonders kindlich, reif oder ausdrucksstark fühlen:

  • Lasst euch nicht unterkriegen: Die von anderen wahrgenommene physische Attraktivität einer Person hängt nicht mit Merkmalen wie Intelligenz oder soziale Aufgeschlossenheit zusammen. Findet man sich selbst attraktiv, steigt das Selbstwertgefühl und kann positiven Einfluss auf andere Persönlichkeitsmerkmale haben.
  • Attraktivität hat auch ihre Schattenseite: In der Jugend attraktive Menschen sind später häufig unglücklicher als weniger attraktive Menschen. Sie entwickeln ein sehr hohes Anspruchsniveau; sie sind es gewöhnt umworben zu werden und leiden deshalb stärker unter abnehmender Aufmerksamkeit und Alterserscheinungen
  • Auch fremde Federn können schmücken: Ein weniger attraktiver Mann kann von der Wirkung einer attraktiven Begleiterin profitieren – für Frauen gilt das leider nicht so sehr.

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

1 Kommentar

  1. Schönheit kommt von innen….

    sagt oder hört man zumindest oft! Ich habe mich nach Jahren dazu entschlossen etwas gegen meine Falten zu tun! Mit knapp 39 Jahren habe ich mehr als genaug davon und man schätzt mich altersmäßig meist 10 Jahre älter! Das hat mir seit langem zu schaffen gemacht und ich habe deshalb vor einigen Monaten eine Faltentherapie gemacht. Und seitdem hat sich mein Leben wirklich grundlegend positiv geändert, ich bin offener und lockerer anderen Menschen gegenüber und denke nicht mehr ständig an meine frühzeitig gealterte Haut.

    Grüße
    Tanja F.

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