Das kopflose Fressen

Psychologieblog

Jetzt schnell in die Küche wetzen und ein Festmahl zelebrieren oder doch nur schnell einen kleinen Snack zubereiten? Wir beschäftigen uns viel mit einem der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse: der Nahrung.

Eine Studie hat jetzt ergeben, dass viele essensrelevante Entscheidungen nicht bewusst getroffen werden. Im Gegenteil, die meisten Gedanken bezüglich der Nahrungsaufnahme sind unbewusst und daher „besonders anfällig für Einflüsse von außen“. Es wird nur selten wahrgenommen, wie viele Tafeln Schokolade im Laufe eines spannenden Fernsehfilmes vernichtet wurden. Und die Werbeunterbrechungen sorgen dafür, dass der Appetit auch nicht so schnell versiegt. Dass diese Befunde in einer Wohlstandsgesellschaft nicht ganz unproblematisch sind, zeigen die Statistiken über kindliche Dickhäuter und erwachsene Fettleibigkeit.

Wansick und Sobal von der Cornell-University fanden heraus, dass sich die 139 „Probanden lediglich wenige Male pro Tag bewusst mit dem Thema Essen beschäftigten“, aber trotzdem „trafen sie unbewusst mehr als 200 essensrelevante Entscheidungen“. Der Einfluss äußerer Einflüsse auf das Essverhalten ist bereits belegt. Zum Beispiel verführt ein größerer Teller dazu auch größere Mengen zu konsumieren ohne das der Essende das registriert. „Selbst professionellen Barkeepern gelingt es nicht, diesem Einfluss auszuweichen und unterschiedlich geformte Gläser mit der gleichen Flüssigkeitsmenge zu füllen.“

Weihnachten ist vorbei! Das hemmungslose Schlemmen hat ein Ende. Ab jetzt wird wieder darauf geachtet, was in unseren Mägen landet … und legt eine Schweigeminute für die ganzen Kaninchen, Gänse und Enten ein, die ihr Leben dem Feste opfern mussten.

Quelle: wissenschaft.de, Gedankenloses Futtern
Brian Wansink und Jeffery Sobal (Cornell-Universität, Ithaca): Environment and Behavior, Bd. 39, S. 106

(kat)

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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