Berliner Taxifahrer sind ein unfreundliches Volk

– Die selbsterfüllende Prophezeiung

Als ich nach Berlin gezogen bin, hat mich ein Ureinwohner vor meiner ersten Taxifahrt gewarnt: „Wunder Dich nicht über das sonderbare Verhalten des Fahrers. Der typische Berliner Taxifahrer ist ein Griesgram – dagegen ist die Berliner Schnauze gar nichts. Ich hab da schon Sachen erlebt …“ – und tatsächlich habe ich noch nicht einen einzigen netten, gesprächigen Taxifahrer getroffen, sondern durfte immer nur wortkarge Exemplare dieser Gattung im Rückspiegel taxieren.

Ich nehme an, dass die Ursache für dieses Phänomen die selbsterfüllende Prophezeiung ist, d.h. unsere inneren Eindrücke, Überzeugungen und Einstellungen rufen tatsächlich das erwartete Verhalten hervor (Darley & Fazio, 1980).

Der Kreis der selbsterfüllenden Prophezeiung

  • Wir handeln auf Grundlage unserer inneren Erwartungen.
    „Berliner Taxifahrer sind unfreundlich.“
  • Unser Verhalten ruft dann das von uns erwartete Verhalten tatsächlich hervor.
    „Ich stell mal lieber keine Fragen und verhalte mich still, weil ich nicht Gefahr laufen will, angepflaumt zu werden.“
  • Der Eindruck, den wir uns bereits vorher gebildet hatten, bestätigt sich.
    „Berliner Taxifahrer sind wirklich unfreundlich.“

Die Grenzen der selbsterfüllenden Prophezeiung

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Ich erwarte, dass mein Blog in 3 Monaten mindestens:

  • 100 feste Leser und
  • zu jedem zweiten Beitrag eine konstruktive Diskussion

hat. 😉

Ich schätze, dass ich anhand dieses Live-Tests wunderbar die Grenzen der selbsterfüllenden Prophezeiung aufzeigen kann. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu folgen dann mit der Auswertung in drei Monaten.

weitere Beiträge zum Thema:
Stereotype – Alle Blogger sind Freaks

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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