Auf der schwarzen Liste

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Das menschliche Miteinander auf der Couch
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"Das ist die Not der schweren Zeit!/Das ist die schwere Zeit der Not!/Das ist die schwere Not der Zeit!/Das ist die Zeit der schweren Not!" Adelbert von Chamisso

Montagmorgen, 11 Uhr. Bin schon seit drei Stunden wach, sitze auf dem Sofa und starre auf meine Liste mit all den Sachen, die ich heute erledigen will. Bin extra um 8 Uhr aufgestanden, um mal alles fertig zu kriegen, stattdessen sitze ich auf dem Sofa, starre auf die Liste und denke nichts anderes als: „Oh Gottegottegott, is das viel Zeugs, das kann man ja gar nicht schaffen, das schafft ja keiner, mannmannmann, du hast aber viel zu tun immer, und das wird auch nich weniger, jetzt biste schon seit 8 Uhr auffe Beine und is immer noch so viel zu tun, jungejungejunge, wie früh sollste denn noch aufstehn?“

Auf der Liste steht nichts, aber auch überhaupt nichts, was mir irgendwie Spaß machen könnte. Überlege auch schon seit drei Stunden, was ich machen könnte, damit ich nichts von der Liste machen muss, ohne deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben.

Einige stehen tatenlos vor dem riesigen Berg der zu erledigenden Aufgaben. Andere entscheiden nach eigener Vorliebe oder anderen Zufällen, welche Aufgabe zuerst bearbeitet wird.

Am besten ist es, man fängt mit dem Wichtigsten an. Leichter gesagt, als getan. Denn dazu muss erstmal Wesentliches von Unwesentlichen unterschieden werden. Das Eisenhower Prinzip, benannt nach dem amerikanische General und Präsidenten der Vereinigten Staaten (1953-1961) Dwight D. Eisenhower, unterscheidet vier Bereiche:

  1. Sofort zu erledigen: Aufgaben, die sowohl wichtig, als auch eilig sind z.B. Die Miete überweise ich sofort.
  2. in Zeitplanung aufnehmen: Aufgaben, die wichtig, aber nicht eilig sind z.B. Übermorgen mache ich endlich die Steuererklärung, es sei denn der Abgabetermin war schon, dann gehört dieses Beispiel nach oben.
  3. Delegieren: Aufgaben, die unwichtig, dafür aber eilig sind z.B. Liebling, du musst heute noch den Müll vor die Tür bringen.
  4. Papierkorb: Aufgaben, die unwichtig und nicht eilig sind z.B. Wann kaufe ich endlich einen schöneren Sofabezug?

Oder hält dich der Mangel an Zeit von der Planung ab?

Quelle: Auszug aus dem amüsanten Buch „Die Welt ist nicht immer freitag“ von Horst Evers (2. Aufl. 2006, Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag), dessen grundsymphatische Hauptfigur sich durch die Wirren des Alltags kämpft. Horst Evers ist einer der Mitbegründer der Vorleseveranstaltung namens „Dr. Seltsams Frühschoppen“, die regelmäßig in der Kalkscheune in Berlin stattfand.

Katja Schwab

Veröffentlicht von

Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

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