Zu wenig Erden – was tun: Konsumwandel oder Verzicht?

Fußabdruck (Foto: hagir25/Pixelio) Der ökologische Fußabdruck ist ein bekanntes Maß für den Ressourcenverbrauch durch den Menschen. Letzte Woche hat der WWF den neuen „Living Planet Report“ vorgestellt, nach dem der Mensch schon heute 1,5 Erden bräuchte, damit der Planet die Rohstoffe im Tempo des Verbrauchs erneuern könnte. Kurz zuvor hat der Club of Rome seine 40 Jahre alte Mahnung untermauert, und es nicht nicht viel länger her, dass sogar die Royal Society in dem Bericht „People and the Planet“ eindringlich auf dieses Problem aufmerksam gemacht hat. Unser Wirtschaften ist also alles andere als nachhaltig, und der Trend geht in die falsche Richtung. Aber welche Konsequenzen sind notwendig – ein geändertes Konsumverhalten oder echter Verzicht? Und wäre der zwangsläufig schmerzhaft?

Um das Fazit vorweg zu nehmen: Was wir als Verzicht – und möglicherweise unangenehmen Verzicht – empfinden, ist vor allem eine Kopfsache. So manch gravierende Veränderung schreckt uns vor allem, weil sie eben eine gravierende Veränderung ist, nicht aber, weil der neue Modus schlimm wäre.

Es gibt viele Möglichkeiten, Energie zu sparen, die keine Nachteile mit sich bringen (oft sogar vorteilhaft sind) und die sich mittelfristig amortisieren: energiesparende Beleuchtung, Wärmedämmung, sparsame Haushaltsgeräte, verbrauchsarme Pkw, Stand-by vermeiden, Treppe statt Aufzug nutzen, Fahrgemeinschaften… die Liste ist tendenziell unendlich. Würde das jeder Mensch konsequent beherzigen, wären wir schon eine ganze Ecke weiter.

Sicher aber wären wir nicht weit genug, und ganz sicher könnten wir kein nachhaltiges Verbrauchsniveau beibehalten, wenn neun Milliarden Menschen unseren Lebensstandard leben wollen. Wir brauchen ein echtes Umdenken, ein Umdenken, dass sich vor allem um das Wörtchen „genug“ dreht. Brauchen wir einen Zweitwagen, oder tut es ein ÖPNV-Dauerticket? Genügt nicht sogar die Kombination aus Carsharing und ÖPNV ohne eigenes Fahrzeug? Müssen in einem Haushalt drei Fernseher stehen, und wären die mit einer Diagonale von 80 Zentimetern statt 150 nicht immer noch genauso unterhaltsam? Müssen wir jeden Tag irgendein Billigfleisch in uns hinein stopfen, oder genügt nicht ein köstlicher Sonntagsbraten pro Woche? Gibt es keine nachhaltige Alternative zu Erdbeeren im Winter?

Nicht einer der genannten Punkte brächte echte Nachteile mit sich, wäre wirklicher Verzicht. Ich behaupte, wenn alle Maßnahmen dieser Art konsequent umgesetzt würden, könnten wir für die Situation heute den Konsum tatsächlich auf ein nachhaltiges Niveau begrenzen. Bloß genügt das nicht für morgen.

Wer den Anspruch hat, allen Menschen auf diesem Planeten dieselben Rechte einzuräumen (und damit gleiche Anteile an den Ressourcen), der wird nicht um die Erkenntnis herum kommen: Wir brauchen einen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel.

Wir werden an unseren eigenen schönen Stränden und in unseren heimischen Bergen Urlaub machen, statt regelmäßig ins Ausland zu fliegen. Überhaupt wird sich das Fliegen auf echte Notwendigkeiten beschränken, Tagungen und Co. sich virtuell abspielen. Produkte werden verstärkt aus heimischer Produktion stammen, um Transportwege zu verkürzen. Wir werden das Prinzip Carsharing noch viel weiter führen. Wahrscheinlich müssen wir komplett weg vom privat besessenen Pkw. Überhaupt werden wir uns stärker fragen müssen, was sich gemeinschaftlich nutzen lässt. Küchen? Fernseher? Computer? Fitnessgeräte? Letztlich alles, was bei der Herstellung signifikant Ressourcen verbraucht bzw. verschmutzt und von einer Person nur einen kleinen Teil des Tages genutzt wird.

Dass die Endlichkeit fossiler Ressourcen mittelfristig eine rein erneuerbare Energieversorgung erzwingt, soll hier nur eine Randnotiz sein. Sobald dieser Schritt gelungen ist, kann er immerhin dazu führen, dass die Ressource Strom wieder in größeren Mengen genutzt werden kann und vielleicht manches substituiert (zum Beispiel Trinkwassergewinnung aus dem Meer). Die Verhaltensänderungen sind aber nur ein Teil der erforderlichen Veränderungen. Die logische Konsequenz ist, dass die Wirtschaft nicht länger nur dann funktionieren kann, wenn sie kontinuierlich ein quantitatives Wachstum erzielt. Produktion muss zu großen Teilen abgelöst werden von Service, Wartung und Reparatur. Die Notwendigkeit neuer Modelle ist in der Ökonomie seit Jahrzehnten bekannt. Erstaunlich wenige haben seitdem Alternativmodelle entwickelt und diskutiert.

Wer jetzt was von „Ökodiktatur“ etc. schreien möchte, sei an dieser Stelle dezent darauf hingewiesen, dass die Endlichkeit der Ressourcen und ihrer Regenerationsfähigkeit eine unveränderliche Tatsache ist und die Royal Society kein haufen ökologischer oder sozialer Spinner. Ignorieren hat bislang nicht geholfen und wird auch weiterhin das Problem nur auf Kosten der folgenden Generationen verschärfen.

Vielleicht ein positiver Gedanke zum Schluss: Die zwangsläufige Abkehr von materiellem Eigentum als Maß allen Glücks könnte tatsächlich mal wieder die Lebensqualität (ganz wesentlich von der Umwelt und anderen Menschen bestimmt) als Maß für Glück in den Fokus rücken. Das wäre doch allein schon manche Veränderung wert.

Foto: hagir25/Pixelio

Veröffentlicht von

www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

31 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Im Ernst?

    Nein sie haben recht, schreien bringt hier bei dem unreflektierten Unsinn den sie hier verzapfen leider nichts mehr!
    Sie schmeißen alles schön in einen Topf, rühren kräftig darin umher und machen sich die Welt widewide wie sie ihnen gefällt…
    Ich dachte dies hier sei ein Wissenschaftsblog!
    Wohl gefehlt

  2. Die Lösung ist die Kreislaufwirtschaft

    Sollten einmal Menschen mehr als ein Jahr lang unterwegs zum Mars sein, so müssen sie die Luft die sie atmen mehr als einmal ein- und wieder ausatmen und das Wasser, das sie trinken und später wieder ausscheiden mehr als einmal trinken.
    Letztlich werden auch wir hier auf der Erde die Sequenz anschaffen von Rohstoffen, verbrauchen und dann entsorgen durch einen Kreislauf ersetzen müssen. Nur mit Einsparen schaffen wir es kaum, den Fußabdruck genügend zu verkleinern, denn zu viele streben den gleichen Wohlstand an, den wir schon haben.

  3. Falscher Ansatz!

    Die Wirtschaft, Produktion und Konsum, das entsprechende System versus Nachhaltigkeit – Haltbarkeit von Produkten – und alles, was nötig wäre,… sieht das wer irgendwo?
    Konsumverhalten ändern genügt wahrlich nicht …
    Wirtschaftswandel also …

    Übrigens lebt es sich ausnehmend gut, wenn man auf haben, haben, haben verzichtet. Sonderlich reflektiert war der Text aber nicht …

  4. The Trend is your friend

    Benzin und Strom werden immer teurer und immer mehr Menschen in Deutschland erleben die “zwangsläufige Abkehr von materiellem Eigentum” ganz praktisch. Ob sie dabei immer glücklich sind? Der Trend der Wirtschaft geht jedenfalls genau in die Richtung, die sich der Blogautor wünscht. Ob man das Öko-Diktatur nennen kann, mögen die Historiker in hundert Jahren entscheiden.

  5. @Martin Holzherr

    Dafür müssen Sie nicht bis zum Mars fliegen. Wenn Sie am Niederrhein wohnen haben Sie gute Chancen Wasser zu trinken, das aus den Nieren eines Oberrheinbewohners ausgeschieden wurde. Vielleicht mögen uns deswegen die Holländer nicht.

  6. Zu wenig Erden – was tun

    Kein Fleisch essen, damit wir mehr Hunde halten kennen. Der Gag ist tatsächlich ernst gemeint. Die extreme Hobbyhaustierhaltung hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, dass bei diesem Thema durchaus ins Gewicht fällt.

  7. @Lichtecho Kreislauswirtschaft…

    wär schon mal ein Anfang mit Konzepten wie dem Cradle-to-cradle design.

    Allerdings scheinen neben geplanter Obsoleszenz immer mehr Firmen dazu überzugehen nicht nur die Lebensdauer von Produkten gezielt zu beschränken sondern wie Apple & Co auch noch die Produkte so zu designen, dass Reparatur unmöglich wird (selbst wenn es so etwas banales wie ein Akkutausch ist). Und deren Aktienkurse steigen…

    Apple ist momentan die Firma die die meisten Halbleiter-Chips einkauft (und daher auch bei seltenen Erden einen Grossteil kaufen wird).

    Die Wirtschaft scheint sich eher mit Händen und Füssen dagegen zu wehren und welcher Politiker wollte den Konsumenten oder vergötterten Steve Jobs eine nachhaltigere Produktionsweise vorschreiben. Konsumverhalten wird m.M. nichts ändern

  8. Kreislauf …

    “Kein Fleisch essen, damit wir mehr Hunde halten können …”
    … die wir dann essen. Von wegen Kreislaufwirtschaft.

  9. Röttgen u. Kreislaufwirtschaft

    Joachim Gauck würdigte unter anderem den Einsatz Norbert Röttgens für die Kreislaufwirtschaft. (Zitat)“Sie haben sich aber auch Verdienste auf Gebieten erworben, die außerhalb von Fachkreisen weniger Beachtung finden und gleichwohl von großer Bedeutung sind. Ich denke an die Kreislaufwirtschaft, den Artenschutz oder die biologische Vielfalt.”
    und er tönte auch an, dass auch Röttgen eventuell recycelt werden könnte (Zitat)“Drei Jahrzehnte haben Sie sich nun politisch für unser Gemeinwesen eingesetzt. Ich wünsche mir, dass Sie das auch künftig tun können.”
    kreislaufwirtschaft röttgen könnte Interessierten noch weiterhelfen.
    Hier noch ein paar historisch gewordene Worte N. Röttgens zum Thema:“Angesichts des weltweit steigenden Ressourcenverbrauchs ist es in Zukunft unumgänglich, die in den Abfällen enthaltenen Rohstoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf zu integrieren und gleichzeitig die Ressourceneffizienz zu erhöhen. Der 2. Fachkongress URBAN MINING® fokussierte unter dem Motto “Von der Entsorgungswirtschaft zur Rohstoffindustrie” auf innovative Konzepte für eine konsequente Kreislaufwirtschaft. Ich freue mich, dass in diesem Zusammenhang der URBAN MINING® Award an einen der Pioniere der Kreislaufwirtschaft, Prof. Dr. Klaus Töpfer, verliehen wurde.

    Dr. Norbert Röttgen
    Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit”

  10. Die globale Betrachtung

    … ist das, was dem Artikel gänzlich fehlt.

    Wo es den Leuten so gut geht wie in D, darf man auch ökologistisch vortragen, gerne auch Carbon verbuddeln und die ‘Produktion’ durch ‘Service, Wartung und Reparatur’ ersetzen wollen.

    Zum Glück gibt es international ganz andere Sichten, auch was die zukünftige Energiegewinnung betrifft – und man ist zudem grundsätzlich optimistischer.

    MFG
    Dr. Webbaer (der in D verbreitete ökologistische Sichten so klar noch nicht zur Kenntnis nehmen konnte, ein Danke! an dieser Stelle)

  11. Huch

    Zum allerersten mal stimme ich mit Herrn Lohmann weitgehend überein.
    In der Klemme zwischen Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung und Klimawandel müssen und werden diverse Paradigmenwechsel in den Köpfen und bei den Produktionsprozessen stattfinden.
    Die wesentlichen Stichworte dazu sind ja schon gefallen.

    Aprops Kreislaufwirtschaft: Eine grosse umweltverträgliche Energiequelle wäre natürlich sehr nützlich beim Recycling der Rohstoffe, die jetzt schon ZB im Meerwasser gelöst sind. Aber auch eine besser durchdachte (und als solche konzipierte) Kreislaufwirtschaft wird sehr viel Energie benögigen, vermute ich mal.

    Wenn man bestimmte Energiequellen kategorisch ausschliesst, wird es um so schwieriger. Das gilt auch für gewisse Landwirtschaftliche Produktionsmethoden. Aber das wird weltweit ja ohnehin nicht geschehen.

  12. @Dr. Webbaer Die globale Betrachtung

    Gerade die globale Betrachtung erzwingt einen ökonomischeren Umgang mit Ressourcen. Selbst wenn man nichts von Sparen hält, kann man Ressourcen nur einsetzen, wenn sie überhaupt vorhanden sind. Dass Autos immer spritsparender werden, bedeutet global gesehen, dass z.B. die vorhandenen Ölreserven länger hinhalten und der Preis weniger schnell steigt, als ohne ökonomischen Umgang mit Ressourcen.

    Weil die Weltwirtschaft global expandiert – etwa 3 bis 4% jährlich – bedeutet eine Verbrauchseinsparung in Deutschland nicht unbedingt eine globale Einsparung: Was der eine weniger verbraucht, verbrauchen die anderen mehr. Beim Rohölkonsum ist das bereits zu beobachten. Die OECD-Länder senken ihren Verbrauch. Doch global geht er nicht zurück, denn vor allem die Schwellenländer China und Indien befinden sich in einer Phase der exponentiellen Zunahme des Ölverbrauchs.

  13. oder Verzicht

    Die schnellste, nachhaltigste, günstigste und auch friedlichste Lösung für die Vielzahl der genannten Probleme ist der freiwillige Verzicht auf ( zuviele ) Kinder. Aber wer traut sich schon dieses Argument öffentlich auszusprechen. Bei einer Bevölkerung von 9 Milliarden Menschen ist die Gefahr der
    Unterbevölkerung wahrlich nicht gegeben. Und wer für seine Kinder nur das beste will, der sollte mal darüber nachdenken.
    4 Schweine auf einer Wiese sind Gesund und Glücklich. Sie haben genug Platz, verderben den Boden nicht und sind entspannt.
    4000 Schweine auf einer Wiese schädigen den Boden auf viele Jahre hinaus, haben Probleme mit ihrer Versorgung und sind so gestresst, daß sie sich gegenseitig die Schwänze abbeißen. Sie reagieren bei der kleinsten Störung Panisch und viele Sterben am Herzinfarkt. Merken Sie was ?

  14. Was ist das denn hier? Die Lohmann´sche Predigt zur Lage des Planeten? Gibt es den Artikel auch irgendwo in wissenschaftlich?

    Ich werde bei Lektüre den Eindruck einfach nicht los, dass hier ein moralischer Zeigefinger mitschwingt. Und das stört mich. Wenn ein paar Auserwählte ganz genau zu wissen glaubten, was für die Mehrheit gut ist, ging das in der Vergangenheit meist in die Hose.

    Ein Einblick in Ideen und Lösungsansätze für den Fall, dass ein Großteil der Menschen sich doch nicht an diese Öko-Predigt hält, wäre doch viel interessanter – und auch viel wichtiger.

  15. @ alle. Bitte selber lesen.

    Hallo zusammen,

    der Report der Royal Society ist öffentlich zugänglich (auch als Summary). Das ist genug wissenschaftlicher Anspruch. Auch für den, welcher dies beim aktuellen Beitrag vermissen mag. Aufgabe eines Blogs ist es nicht bereits veröffentlichtes wiederzukäuen. Auch solche Dokumente aufmerksam sollte doch Motivation genug sein.

  16. @ boris blix,
    Ich habe mir die ersten Seiten angetan, es ist eine Hochrechnung des Ist-Zustandes auf die Zukunft,
    wenn sie jemanden Suppe löffeln Sehen, können sie natürlich ausrechnen wie viel Suppe er noch im Laufe seines Lebens essen wird und was das alles noch für einen Rattenschwanz hinter sich herziehen wird!
    Aber nicht ob er am nächsten Tag noch weiter Suppe essen will!

    Das einzige was hier hilft ist tatsächlich freie Marktwirtschaft und aufgeklärte Menschen, was wiederum beinhalten würde das diese eine ordentliche Ausbildung bekommen und nicht größtenteils von dem ökoangehauchten linkskommunistischen Lehrerpack (es gibt auch noch gute) erzogen werden würden sondern hier den Eltern wieder einen größeren Stellenwert zugemessen werden sollte!

    Beim ansehen der Arbeitsgruppen konnte ich mal wieder feststellen das Igenieuere wie immer Mangelware sind!

    Also die Menschen die für technische Entwicklung verantwortlich sind, werden größtenteils nicht gefragt oder nur das verwendet was einem opportun erscheint!

    Da traue ich lieber der nächsten Zigeunerin/Roma mit Kristallkugel…

    Fazit, den Menschen ging es nur dadurch besser das unsere Vorfahren mit dem Istzustand nicht zufrieden waren und es verbessern wollten!
    Erst dadurch sind die ganzen Innovationen, die unseren heutigen Lebensstandard sichern, hervorgegangen!
    Dazu zählt eindeutig die Grüne Revolution in der Landwirtschaft!
    Wenn jetzt Menschen kommen und von Enthaltsamkeit predigen und mit dem CO2-Fussabdruck aufwarten (Hier wäre besser mal den Begriff Ernteeinheit einzuführen) um einen ein schlechtes Gewissen an dem Übel der Welt einreden zu wollen, habe ich sehr wenig Verständnis dafür!
    Wer sagt denn das in den kommenden Jahrzenten nicht eine andere Technologie dazukommt?
    Die Vergangenheit zeigt wenigstens eines,
    dass es immer Apostel gibt die von Enthalsamkeit predigen,
    dass sie Bis Jetzt immer unrecht hatten(um das Wissenschaftlich korrekt auszudrücken)
    und dass es immer wieder wichtige und notwendige Verbesserungen sowie neue Technologien gab und gibt!
    Ich persönlich habe eher den Eindruck das man den Menschen die diese technischen und wirtschaftlichen Verbesserungen
    zustande bringen, zutiefst missgönnt, das sie einem die so schön zusammenfantasierte Ideologie zerstören!

    Ps, was immer schön an diesen Reporten zu sehen sein wird, ist dass sie sämtliche neue Entwicklungen (Schiefergas und -Öl, Precision Farming) gekonnt ignorieren.

  17. @Boris Blix

    Was in ein Wissenschaftsblog rein soll und was nicht, kann ich ganz gut beurteilen – behaupte ich jetzt einfach mal 😉

    Der Grundaussage diese Artikels stimme ich ja auch durchaus zu, Ressourcenschutz finde ich keineswegs schlimm. Nur bin ich eben der Meinung, dass solche Alarm-Reports (?) auch ein Stück weit Zeitverschwendung sind. Was ist, wenn sich die Menschen nicht an die obige Predigt halten? Ich habe auch schon in meinem Blog erwähnt, dass ein bewussterer Fleischkonsum möglicherweise dem Tierwohl zuträglich sein könnte. Ist aber auch nur Blabla, solange Menschen an der Fleischtheke das anders sehen. Dann müssen eben Alternativen her, über die wir uns nicht erst Gedanken machen sollten, wenn wir merken, dass das Predigen der Enthaltsamkeit nicht gefruchtet hat.

    Das wäre wirklich mal ein zukunfts-gerichteter Ansatz für ein Wissenschaftsblog…

  18. @Jochen,all: Grenzen gibt es

    Die Hauptaussage vont „People and the Planet“ ist wohl, dass wir nahe an den planetaren Grenzen sind oder sie schon überschritten haben. Dies zeige sich im Arten-/Biodiversitätsverlust und der fehlenden Nachhaltigkeit.

    Ein Allheilmittel gebe es nicht. Eine Kombination von “grüner” Technologie, weniger schnell wachsender Population, Dematerialisation und Reduktion des Materialskonsums durch höhere materielle Genügsamkeit sei nötig, wobei auch der Trend zur Urbanisierung für Effizienzverbesserungen genutzt werden müsse.

    Das ist sicher alles richtig.
    Man kann natürlich auch den Einwand machen, der Bericht sei schwarzmalerisch und das Leben und die Zukunftsaussichten der meisten Menschen sei heute weit besser als früher – und dies vor allem durch technologische Fortschritte.

    Meiner Ansicht nach ist der Fortschritt janusgesichtig und die zunehmende Dominanz des Menschen, der Aufzug des Anthropozän, der den ganzen Planeten zur Baustelle macht, hat auch negative Konsequenzen von denen aber viele erst in naher Zukunft sichtbar werden.

    Allerdings fragt es sich ob es eine Art Masterplan für die Zukunft geben kann. Vielleicht ist weniger steuerbar als wir uns einbilden. Jedenfalls gibt es Gefahren und auch Verluste durch die technologische und wirtschaftliche Entwicklung, denen man rechtzeitig begegnen sollte. Zu diesen Verlusten zähle ich den Artenverlust und die Erschöpfung gewisser Ressourcen – die sich z.B. im Leerfischen der Meere zeigt – Entwikcklungen, die man möglichst bald stoppen sollte. Denn es ist jetzt schon absehbar, dass extrem nicht-nachhaltiges Verhalten – wie das Leerfischen der Meere – letztlich fast nur Nachteile und Gefahren mit sich bringt und sowieso schon bald zu einem erzwungenen Ende kommt. In solchen Fällen wäre es besser jetzt schon einen Halt einzulegen anstatt erst kurz vor dem Abgrund zu stoppen.

  19. Wissenschaft und Tierethik @Sören Schewe

    Du schriebst: “Ich habe auch schon in meinem Blog erwähnt, dass ein bewussterer Fleischkonsum möglicherweise dem Tierwohl zuträglich sein könnte. Ist aber auch nur Blabla, solange Menschen an der Fleischtheke das anders sehen.”

    Ich finde Deine Sichtweise, die Du auf Deinem Blog vertrittst, läuft nicht ins Leere, denn bei den “Menschen an der Fleischtheke” findet durchaus ein Umdenken statt. “In der westlichen Welt macht sich ein wachsendes Unbehagen an unserem Umgang mit Tieren bemerkbar”:
    http://derstandard.at/…-zwischen-Tier-und-Mensch

  20. @Holzi

    Gerade die globale Betrachtung erzwingt einen ökonomischeren Umgang mit Ressourcen.

    Sie haben also einen Vision und zwar gleich eine erzwingende.

    Und Ihnen mangelt es an Fantasie, die fossilen Ressourcen können durchaus bspw. noch 1k Jahre ausreichen, der Mensch hat es jedenfalls nicht geschafft die dementsprechend verwertbare ehemalige Biomasse innerhalb von wenigen Jahrzehnten auszubuddeln.

    Mit ein wenig Fantasie sieht’s dann schon anders aus, entweder es kommt ein großer Krieg und alles wird wieder kühler oder der Weltraumlift kommt oder das Geo-Engineering wird so geläufig wie heutzutage Hundefutter.

    Zudem ist die Entdeckung neuer Energiequellen möglich, wie Laughlin in Persona beweist.

    MFG
    Dr. Webbaer

  21. @Mona: Wunsch und Realität

    Hallo Mona,

    diese sich langsam entwickelnde Tendenz freut mich natürlich sehr. Zugegeben, ich spüre ganz selten tief in meinem Inneren einen gewissen Größenwahn, würde aber wirklich nicht so weit gehen und behaupten, dass ich an dieser Entwicklung einen Anteil gehabt hätte (obwohl mich das natürlich freuen würde).

    Meine Aussage stimmt natürlich trotzdem (ich weiß, Du hast nicht widersprochen). Ich kann hier motzen wie ich will, letztlich müssen Lösungen gefunden werden, die auch am Ende der Kette akzeptiert werden. Wie ich das finde, ist dann erstmal irrelevant.

  22. Dr. Webbaer : falsche Konzepte

    Sie schreiben: Und Ihnen mangelt es an Fantasie, die fossilen Ressourcen können durchaus bspw. noch 1k Jahre ausreichen

    Es wird heute von niemanden bezweifelt, dass wir erst einen kleinen Teil der fossilen Ressourcen verbraucht haben. Allerdings sind es eben die mit heutigen Mitteln gut förderbaren Ressourcen, die bis jetzt verbraucht wurden. Es bleibt sehr viel unkonventionelles Rohöl übrig wie Tiefseeöl, Ölsande,extremes Schweröl, Ölschiefer. Doch die Förderung dieser verbleibenden Ressourcen ist sehr viel teurer als das konventionelle, leichtflüssige Öl. Dementsprechend ist der Rohölpreis von 20 Dollar pro Barrel vo 10 Jahren auf jetzt fast 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Für einen Preisanstieg von 50 Dollar pro Barrel gibt die Welt 3 Prozent des Welt-BIP aus.

    Es gäbe übrigens mehr als genug Energie in Form von nuklearen Energiequellen. Doch diese wurden in den letzten Jahren/Jahrzehnten kaum weiterentwickelt. Immer noch wird die nukleare Energie vorwiegend mit Once-Through-Reaktoren erzeugt, welche das Uran schlecht nutzen und diese Ressource somit endlich machen.

    Letztlich kommt es nicht auf die absolute Existenz von Ressourcen oder Energiequellen an, sondern auf die Geschwindigkeit und den Preis zu dem sie entwickelt werden können. Leider sieht es diesbezüglich – der Schnelligkeit, mit der neue Energiequellen erschlossen werden können – nicht so gut aus.

    Auf die Technologie allein zu hoffen ist nicht unbedingt ratsam. Heute haben wir das neue Problem, dass Technologien, die eigentlich gut funktionieren würden, zuwenig entwickelt werden, so dass sie nicht rechtzeitig einsatzfähig werden.

  23. Sachfragen und Tatsachenfeststellungen

    Hierzu rät Dr. Webbaer oft zu einer agnostischen Sicht, wenn die Komplexität erkennbar zu groß ist, also zur Argumention und zur expliziten Abkehr von Visionen. [1]

    In D wird generell zu viel mit visionären und Tatsachenfeststellungen ähnlichen Aussagen gearbeitet. Man kommt dann mit erkannten Abhängigkeiten Präwissen, niemand wird bspw. so gut von der aktuellen Klimaprognostik angesprochen wie Deutsche.

    Wie der Dicke schon sagte: ‘Was weiß ich, was in 10 Jahren ist?`’

    MFG
    Wb

    [1] V. sollten negativ konnotiert werden, sie sind mit den Theorien semantisch sehr ähnlich – V. kollidieren mit der Schwarmintelligenz bzw. mit entsprechenden Konzepten

  24. @Kellymann, @Sören

    @Kellymann: Das Bevölkerungswachstum ist ein Kernpunkt der Problematik, ohne Zweifel (es macht den heute katastrophalen Zustand noch schlimmer). Aber die Fortschritte in diesem Feld sind enorm, und das Bevölkerungsmaximum schon abzusehen. Insofern bin ich optimistisch, dass wir, wenn wir bis dahin ein gangbares System gefunden haben, das Bevölkerungsproblem auch im Griff haben werden. (Natürlich nur, wenn erfolgreiche Maßnahmen fortgesetzt werden.)

    @Sören: Zwei der Berichte mit harten Fakten habe ich ja verlinkt, und deren Inhalte sind wenig überraschend, ich möchte sagen, fast schon als allgemein bekanntes Wissen zu werten. Trotzdem hast Du mit der Predigt nicht Unrecht: Mit dem Ressourcenproblem scheint es noch extremer als mit dem Klimawandel zu sein. Die Fakten sind offensichtlich, unstrittig und katastrophal, aber abgeleitete Handlungen, geschweige denn Konzepte – Fehlanzeige. Es sollte Aufgabe der Wissenschaft sein, auf erkannte Probleme, die mit harten Fakten untermauert sind, hinzuweisen, ja, die Öffentlichkeit zum Handeln (bzw. zunächst mal zur Diskussion) aufzurufen. Und bei aller Neutralität von Forschern und Journalisten: Mit meinem Begriff von Gerechtigkeit gibt es in dieser Causa keine zwei Alternativen.

    Was stört Dich am moralischen Zeigefinger in diesem Fall? Wir kritisieren ja auch keinen moralischen Zeigefinger, wenn wir einem Mörder asoziales Verhalten vorwerfen. Ich halte einen moralischen Zeigefinger dann für strittig (und meist unangebracht), wenn jemand damit seine Weltsicht gegenüber anderen legitimen Weltsichten durchsetzen möchte. Aber gibt es wirklich mehr als eine Sicht bei der Frage der Ressourcenverwendung?

    Und wenn die Fakten bekannt und belastbar sind, und wenn es Möglichkeiten gibt, die Problematik zu lindern, sollte es dann nicht die Pflicht eines Wissenschaftskommunikators, ja eines jeden informierten Bürgers sein, diese einzufordern? Einer der Autoren des Royal-Society-Reports sagte bei der Vorstellung sinngemäß: Je später wir handeln, desto tiefer geraten wir in eine ökologische und soziale Abwärtsspirale, die zu einem nicht lebenswerten Zustand führt.

    Ich habe mich, glaube ich, auch nicht in dem Sinne geäußert, zu wissen, was für die Welt gut ist. Ich habe die wissenschaftliche Tatsache aufgezeigt, dass der Status Quo untragbar ist, und ich habe verschiedene Handlungsweisen benannt, die nach meinem Verständnis wohl nötig sind. Für andere Lösungen bin ich offen, das ist ja auch der Sinn eines solchen Blog-Eintrags – Möglichkeiten zu diskutieren. Aber an der grundsätzlichen Richtung geht wohl kein Weg vorbei: Wenn die Ressourcen nicht genügen, müssen wir weniger verbrauchen. Über das “Wie” kann man bis zu einem gewissen Punkt reden. Nur sollte man das jetzt tun.

    P.S.: Lösungen für den Fall, dass sich die Mehrheit nicht drum kümmert, sind m.E. keine wissenschaftliche Aufgabe. Das Problem werden dann Ressourcenkriege “lösen”.

  25. Konsistenz

    … ist bei solchen Aussagen nicht mehr erkennbar:

    Ich habe mich, glaube ich, auch nicht in dem Sinne geäußert, zu wissen, was für die Welt gut ist. Ich habe die wissenschaftliche Tatsache aufgezeigt, dass der Status Quo untragbar ist (…)

    MFG
    Dr. Webbaer (der sich nun ausklinkt)

  26. Hallo Björn,

    erstmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Zwei Aussagen stören mich da allerdings sehr.

    Zitat: “Mit dem Ressourcenproblem scheint es noch extremer als mit dem Klimawandel zu sein. Die Fakten sind offensichtlich, unstrittig und katastrophal, aber abgeleitete Handlungen, geschweige denn Konzepte – Fehlanzeige.”

    Kann ich so nicht bestätigen. In der Landwirtschaft tut sich einiges, es werden sogar sehr viele Konzepte diskutiert und erforscht. Gerade in der Tierhaltung, wo es einerseits um ökonomische Aspekte wie eben Ressourcenschutz, Umwelt- und Tierschutz geht, andererseits aber eben auch um das Tierwohl, siehe Wiesenhof Privathofgeflügel oder das Rondeel aus Holland. Auch in der Tierzucht werden schon Konzepte diskutiert, die um 2050 herum die Versorgung sicherstellen sollen.

    Deshalb bin ich bei Deinem angefügten PS gerade auf fast vom Stuhl gekippt. Zitat:

    “P.S.: Lösungen für den Fall, dass sich die Mehrheit nicht drum kümmert, sind m.E. keine wissenschaftliche Aufgabe. Das Problem werden dann Ressourcenkriege “lösen”.”

    Freust Du Dich schon drauf oder was? Meine Güte, natürlich ist die Aufgabe von Wissenschaftlern Konzepte zu entwickeln (sowohl öffentliche Forschung als auch Forschung von Konzernen, genau das passiert ja auch), Studien durchzuführen usw, um solche Kriege eben gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wessen Aufgabe wäre es denn sonst? Ihr Kommunikatoren seid es jedenfalls nicht…

  27. Probleme und Lösungen

    Gibt es Beispiele in der Geschichte, wo eine Gesellschaft aus Vernunftgründen alle eingespielten Traditionen über den Haufen geworfen hat und erfolgreich in ein neu erdachtes Regime eingetreten ist?

    Materielles Eigentum ist ein gutes Stichwort, da die nachhaltigen Jäger-Sammler-Kulturen auch gut ohne auskamen, während die Ackerbauern früher oder später dieses Konzept entwickelten und den nachhaltigen Pfad verliessen.

    Aber ein Zurück dahin als Ziel einer gesellschaftlichen Fortentwicklung scheint mir ahistorisch.

    Wir haben kein Problem, wir sind das Problem (als zunehmend nichtnachhaltige Zivilisation) und werden von der Natur entsprechend „gelöst” werden, wie andere Plagen auch.

    Unsere überlebenden Nachkommen werden keine einfach förderbaren fossilen Brennstoffe mehr vorfinden und somit bessere Ausgangsbedingungen für die Entwicklung eines nachhaltigen Zivilisationsmodells haben.

  28. @ Martin H.

    Das es Grenzen gibt ist richtig,
    bloß es werden in Zukunft andere Grenzen sein die sich aufzeigen werden und darauf wollte ich hinaus!
    Es ist richtig das man sinnvoll mit Resourcen umgehen sollte,
    dass die Überfischung der Meere und das daraus resultierende Ungleichgewicht auch Folgen nach sich zieht!
    Aber es ist nicht damit getan wenn wir auf einmal meinen mit Gesetzen ein Verbrauchsmaxima einzuführen!
    Das dies nichts bringt und ins Gegenteil umschlägt hat uns denke ich, die Vergangenheit zur Genüge bewiesen!
    Doch was mich an solchen Reporten immer stört ist,
    dass von Nachhaltigkeit gepredigt wird,
    wobei mich hier interessieren würde inwiefern etwas Nachhaltig sein kann?
    Von Kreislaufwirtschaft wird geredet, gibt es die in D nicht schon längst? Und diese wird ja auch ständig weiter verbessert.
    Damit diese Technik exportiert werden kann, sollten sich Politiker stark machen und nicht die Mär von regenerativen Energien immer wieder durchkauen, bis auch der letzte gemerkt hat das inzwischen alles aus China kommt….
    Warum frägt z.B. Indien gerade Deutschland an, um ihren Giftmüll zu entsorgen?
    http://www.welt.de/…in-Deutschland-entsorgt.html

    Wenn hier von Nachhaltigkeit usw. gepredigt wird ist immer gemeint dass man möglichst sparsam mit allem umgehen sollte!
    Aber was bringt es einem Afrikaner in der Sahelzone wenn ich hier anstatt 60l für einen Waschgang nur noch 30l verbrauche, die Gemeinde aber weil das Abwassernetz sonst zusammenbricht zusätzlich Wasser reinpumpen muss?
    Die Ressourcen sind wie jeder weiß nicht gleich auf der Welt verteilt.
    Daran sollte man ansetzen und andere Länder darin unterstützen, sich selbst aus ihrer Sackgasse zu befreien!
    Aber da dies nie ein einfacher Weg ist und seine Schwierigkeiten hat wird meist der einfachere Weg gegangen indem man sagt dass alle anderen Nationen gefälligst unserem Beispiel der Zerstörung von Wohlstand zu folgen haben!
    Denn dies geschieht gerade bei uns, weil man solchen Aposteln die auch gerade diesen Report geschrieben haben auf den Leim gegangen ist!
    Denn es wird bei solchen Themen nie durchgerechnet was sinnvoll ist und was man besser gleich bleiben lassen kann!

    z.B. Kerntechnik vs Regenerative,
    den Ingenieuren wird nicht zugetraut das die Kernkraft aus heutiger Sicht mit moderner Technik sehr sehr sicher ist!
    Aber zum Problem der Stromspeicherung wird ihnen zugetraut das ganze in naher Zukunft zu lösen obwohl dass ein utopisches Unterfangen ist.
    Das ist paradox, auf der einen Seite die verteufelung der Technik, auf der anderen Seite wird von ihr geschwärmt und etwas herbeifantasiert!
    So geht es allen innovativen Techniken,
    wie anfangs erwähnt Gentechnik, wie hier beschrieben:
    http://www.gute-gene-schlechte-gene.de/…-system/

    Damit habe ich meine Probleme, wenn man auf einen in der Zukunft liegenden prognostizierten Zustand mit Antworten aufwartet die schon aus heutiger Zeit erwiesenermaßen unsinnig sind.

  29. @Sören, @Jochen

    @Sören: Dass sich nichts tut, ist in der Tat übertrieben. Aber eine meiner aufgeworfenen Fragen war ja, ob die “kleinen” Schritte in Summe ausreichen werden. Davon ab ist mein Eindruck, dass sich im gesellschaftlichen Bewusstsein sehr wenig tut.

    Mit dem Bezug auf die Ressourcenkriege meinte ich folgendes: Bis zu einem gewissen Punkt mag die Wissenschaft in Form von Kreislaufwirtschaft/Recycling einen Beitrag zum Ressourcenproblem leisten können. Seriöse Zahlen, ob sich damit aber tatsächlich eine Konsumnachfrage decken ließe, die (in einigen Jahrzehnten) drei Mal so hoch ist, wie das, was die Erde selbst regenerieren kann, kenne ich keine. Persönlich zweifle ich daran, weil nicht jedes Stoff recyclingfähig ist oder die Kreislaufverluste einfach zu hoch sind. Ich glaube deshalb, dass wir eher bewaffnete Konflikte und schwere Handelskonflikte um Ressourcen erleben werden als wissenschaftliche Problemlösungen (zumal ja meist Rohstoffvorkommen und Kapital/Hightech-Standorte selten zusammenfallen).

    @Jochen: Die Ungleichverteilung von Ressourcen ist ein spannender Punkt. Eigentlich sind es die Industrienationen, die davon weit weniger haben, als sie verbrauchen (und auch die Belastung/der Verbrauch von Wasser in Entwicklungsländern befriedigt größtenteils Bedürfnisse der Industrieländer). Wasser dürfte wohl die einzige Ressource sei, bei der sich Verteilungsgerechtigkeit nicht per Transport herstellen lässt. Aber auch hier wäre ja schon viel gewonnen, wenn o.g. Einflüsse auf das Wasser durch Industrienationen deutlich verringert würden. Hinzu kommen dann tatsächlich technische Lösungen, mit regenerativer Energie betrieben (nur wie finanziert?).

    Kernenergie finde ich in dieser Debatte übrigens fehl am Platz. Sie beruht auf fossilen und damit entdlichen Ressourcen. Ich will nicht ausschließen, dass sich die Ära der Kernenergie durch neue Wiederaufbereitungsverfahren strecken lässt und irgendwann sogar in eine Fusionstechnik übergeht. Aber für die Energiefrage zeichnen sich mit den Erneuerbaren ja absolut nachhaltige Lösungen ab.

  30. @ björn lohman

    Der Glaube stirbt zuletzt!
    Regenerative Energien in ihrer jetzigen Form tragen gerade zur Entstehung einer gigantischen Finanzblase bei!
    Für die Energieproduktion sind sie zu vernachlässigen, da außer die Wasserkraft(die es Übrigens schon vor den jetzigen gab und durchaus sinnvoll ist) und die Biomassekraftwerke (Obwohl bei Biogaskraftwerken wieder Konkurrenz zu Lebens- und Futtermitteln) alle anderen in der Größe wie sie momentan sind, bzw. noch ausgebaut werden unsinnig bzw. nicht zu rechtfertigen sind!
    Würden sie ein Auto kaufen das nur fährt wenn die Sonne scheint?
    Genauso verhält es sich nämlich mit Photovoltaik und Windenergie!
    Jetzt kommen sie mir nicht damit das wir irgendwann Speichertechniken haben werden!
    Die gibt es noch nicht! Und wenn es sie gäbe, benötigen diese auch Ressourcen! Ganz schön ist immer auch von den GUDs als Backup Kraftwerke zu hören, leider geht der Wirkungsgrad dieser Anlagen in Kombination mit Wind und Sonne ins bodenlose, so dass wenn man diese gleich ganz durchlaufen lassen würde genauso viel CO2 produzieren würde!
    Ist es für sie sinnvoll das es durch den Abnahmezwang des EEG auch zu negativpreisen an der Strombörse in Leipzig kommt?
    Zuerst sollte eine verlässliche und bezahlbare Möglichkeit des Speicherns von Strom gefunden werden, bevor man weiter ausbaut! Aber man kann den Gaul auch von hinten aufzäumen, allerdings begeht man dann die durchaus reale Gefahr das es mit der Akzeptanz nichts mehr wird!
    So wie es sich jetzt immer mehr abzeichnet.

    Denn der einfache Mann so wie uns jedwede Werbung dieser Lobby beschreibt, wird sicher nie zum Stromerzeuger. Aber die Menschen die sich eine Solaranlage leisten können und natürlich auch wieder die Stadtwerke/größere Unternehmen machen kurzfristigen Gewinn aufgrund dessen, das uns der Strompreis durch eine schöne Umlage verteuert wird.
    Ich würde sogar wagen hier eine Zukunftsprognose abzugeben, dass wenn sich in nächster Zeit an dieser Art der Subventionierung und die daraus resultierende Erneuerung des Stromnetzes sowie schnellstmögliche Bereitstellung von Speichertechniken, nichts ändert werden nicht nur wir sondern gleich ganz Europa im dunkeln sitzen! Aber hey, auch schlechte Erlebnisse können zusammenschweißen, bloß glaub ich nicht das sich die anderen Staaten dann solidarisch mit Deutschland zeigen.

    Das mal eine Schwarzmalerei die sich lohnt! Denn die Gefahr das es so weit kommt liegt weitaus höher als die von diesem Report befürchteten Katastrophen.
    Und das schöne,
    es liegt nicht irgendwann in weiter Zukunft bei dem die Menschen längst vergessen haben was vor 40 Jahren prophezeit wurde, nein wir haben die gute Chance es zu erleben und auch noch den Grund warum das ganze Gemacht werden musste mitzubekommen.
    Ist dass nicht schön?

    Apropos Kernenergie,
    natürlich ist es eine Endliche Ressource, so wie irgendwann alles, auch übrigens Silicium für die Herstellung von Solarmodulen endlich ist!
    Aber diese Frage wird sich für Kernenergie in den nächsten Jahrzenten nicht stellen und ganz ehrlich gesagt würde ich mir nicht anmaßen für die nächsten Hundert Jahre vorzuplanen so wie in diesen Reports immer gemacht wird. Denn eines ist sicher, dass die Zukunft mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit anders kommen wird als wie wir sie uns ausmalen!
    Natürlich ist es aber richtig wie Martin H. sagt das man schon bevor eine Ressource nicht mehr vorhanden ist handelt und nicht erst wartet bis diese zu teuer zum Fördern Öl/Gas bzw. zum Nachwachsen (Überfischung der Meere) geworden ist.
    Aber durch keine Not heraus ein System das super geklappt hat durch ein ineffizientes zufällig produzierendes System ersetzten zu wollen muss unter der Handlung von Drogen passieren.
    Anders ist diese Haltung nicht zu erklären.
    Ich weiß das dieser Text sich nicht auf den Artikel von oben bezieht, aber die Weltrettung die uns immer im Zusammenhang mit Regenerativen Energien versprochen wird, nervt!

  31. @jochen

    Bitte entschuldigen Sie zunächst die späte Antwort, ist mir irgendwie durchgegangen. Ein paar Antworten:

    – Regenerative Energien erzeugen in Deutschland mehr als ein Sechstel des Strom. Das ist ebenso wenig zu vernachlässigen wie der Umstand, dass fossile Brennstoffe in einigen Jahrzehnten passé sein werden.

    – PV oder Windkraft separat zu betrachten, ist genauso absurd wie zu sagen, Gemüse könne nie Teil der Ernährung sein, denn Spargel kann man nur sechs Wochen im Jahr ernten. EE funktionieren als europaweiter Mix – zu dem dann auch Speicher und Leitungen gehören.

    – Und ja, die Speichertechniken gibt es. Längst laufen Pilotprojekte mit Riesenbatterien, Gasen als Zwischenspeicher, Sand und Wasser als Wärmespeicher etc. Die Iren denken zudem über küstennahe Speicherseen nach, die ganz allein den prognostizierten Speicherbedarf Europas decken könnten.

    – Negativpreise an der Strombörse entstanden in den letzten Jahren vor allem nachts, weil die AKW-Betreiber ihre Kraftwerke nicht bedarfsgerecht fahren können. Das extreme Sonnenstromangebot an manchem Mittag hat lediglich die sonst viel höheren Strompreisspitzen stark gedämpft.

    – Der “einfache Mann” ist längst Stromerzeuger. Eigenheimbesitzer sind eine Menge Deutsche, definitiv zahlreicher als die großen Energiekonzerne (in Worten: vier) – und viele Eigenheimbesitzer sind “einfache Männer”. Hinzu kommt, dass sich in immer mehr Gemeinden die Bürger an Biomasse- und Windkraftwerken der Gemeinde beteiligen können, und/oder auf diesem Weg Strom unter dem normalen Marktpreis beziehen.

    – Die “Weltrettung” hat mit Erneuerbaren Energien übrigens nur bedingt zu tun. Richtig ist, dass alle seriösen Experten sich einig sind, dass der Klimawandel ökonomisch verheerend sein wird, wenn wir ihn nicht bremsen, und dass fossile Rohstoffe als Energiequelle dazu erheblich beitragen. Erneuerbare Energien brechen aber auch das Stromoligopol und senken mittelfristig die Strompreise. Was glauben Sie, wohin sich die Preise für Gas, Kohle und Öl in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werden? Sonne und Wind sind immer gleich teuer, die Anlagen werden stetig günstiger (und der Neubau fossiler Kraftwerke ist auch nicht gratis – das wird nur gern unterschlagen, wenn von den Kosten der EE die Rede ist).

    So viel zum Thema “unreflektierter Unsinn”, um aus Ihrem ersten Kommentar zu zitieren.

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