Wie die Autoindustrie uns Milliarden kostet

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Umwelt sind Du und ich
Öko-Logisch?

Autokosten (Foto: Pixelio)

Was haben die deutsche Rekordinflation und die Automobilhersteller miteinander zu tun? Letztere haben erstere erheblich mit zu verantworten. Seit Jahrzehnten wird ein Ende des Erdöls prognostiziert, aber den günstigeren Weg, echte Alternativen zu entwickeln, ist kaum jemand gegangen.

Seit Jahren diskutieren Experten, ob die weltweiten Erdölvorräte noch 40 oder sogar 200 Jahre reichen (41 Jahre bei heutigem Verbrauch, laut aktueller BP-Studie). Eine müßige Diskussion, denn schon lange ist klar, dass die Vorräte in jedem Fall endlich sind, ihre Förderung immer aufwendiger und kostspieliger wird, und die Nachfrage durch Entwicklungs- und Schwellenländer drastisch steigen wird. Und jetzt(!) sind wir alle überrascht und schimpfen über die hohen Spritpreise.

In der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts entstanden zahlreiche sparsame Fahrzeuge, von denen keines in Serie gebaut wurde:

  • General Motors entwickelte einen Viersitzer-Sportwagen, der mit Hybridantrieb knapp 2 Liter auf 100 Kilometer verbraucht hätte.
  • Studenten der University of Western Washington bauten einen Zweisitzer der Größe einer Corvette: Stadtverbauch 1,16 Liter pro 100 Kilometer.
  • Die Schweizer Firma Esoro produzierte ein Viersitzer-Hybridauto mit knapp einem Verbrauch knapp über 2 Liter pro 100 Kilometer.

Sicher kann man der Industrie vorwerfen, dass sie noch immer veraltete Technologien nutzt und so den Spritverbrauch unnötig hoch hält. Aber auch wir Konsumenten sind nicht ohne Schuld:

  • Der Audi Duo, das erste Hybridserienfahrzeug, fand keine Käufer und wurde eingestellt.
  • Der Audi A2 blieb in der 3-Liter-Version ein Ladenhüter und wurde eingestellt. Heute kostet er auf dem Gebrauchtmarkt weit über Listenpreis.
  • Der Honda Civic fuhr schon 1992 mit 4,6 Litern auf 100 Kilometer.

Aus Japan und Frankreich kommen inzwischen sparsame Alternativen, auch wenn die noch weit hinter dem zurück bleiben, was schon vor 15 Jahren machbar war. Besser als die deutschen Hersteller mit ihren Scheuklappen sind sie allemal. Wer kann, löst das Problem, indem er ganz auf das Auto verzichtet. Bus und Bahn sind – ehrlich gerechnet – allemal günstiger. Und ökologisch gleich mit.

Foto: Pixelio

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www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

20 Kommentare

  1. Und wie viel tragen die gestiegenen Sicherheitsanforderungen und damit das größere Fahrzeuggewicht zum ungünstigen Spritverbrauch bei? Man kann nun mal nicht alles haben.

  2. Wir sind schuld

    Die Autohersteller basteln dass, was sie am besten verkaufen können. Sie sind Aktiengesellschaften, die können gar nicht anders als profitorientiert denken. Wenn sich Autos mit günstigerem Verbrauch nicht verkaufen, dann werden sie nicht mehr gebaut.

    Die “Schuld” liegt also beim Konsumenten und/oder Gesetzgeber. Aber es wird sich sowieso alles ändern wenn der Spritpreis noch ein bissl steigt… dann wird der Verbrauch von ganz allein wichtig beim Verbraucher, und damit auch beim Hersteller.

  3. Lupo 3L

    Nicht zu vergessen ist der VW Lupo 3L. Der wurde auch kein Kauferfolg.

    Wobei ich auch adenosine beipflichten muß. Die Auto werden immer schwerer. Sie haben eine komfortablere Innenausstattung, Servo, ABS, dreitausend Airbags, Klimaanlage und so allerlei. Das erfordert stärkere Motoren. So geht der bessere Wirkungsgrad der Motoren wieder verloren, weil sie mehr leisten müssen.

    Leichtere Werkstoffe zu verbauen kann auch ein Schuß nach hinten sein. Aluminium beispielsweise läßt sich nur sehr energieintensiv mit Hilfe von elektischen Strom herstellen (und der muß erstmal erzeugt werden bei Kraftwerken mit Wirkungsgraden von 30 bis 40 %). Dann ist also zur Erzeugung von Aluminium so viel mehr an Energie gegenüber Stahl verbraucht worden, was durch Treibstoffeinsparung über die gesamte Laufleistung eines Autos nicht wieder “reingeholt” wird. Da wäre eine Energiebilanz hilfreich, um sich eine Meinung zu bilden. Von daher frage ich mich auch, ob die Hybridautos wird so sparsam sind. Der niedrige Verbrauch allein ist nicht aussagekräftig.

  4. Umwelt und Zukunft ist uns egal

    Die Diskussion um hohen Spritverbrauch zeigt lediglich, dass wir als Menschen nicht lernfähig sind.

    Die Studie des Club of Rome ´Grenzen des Wachstums´ wurden 1972 von Meadows veröffentlicht – und man hat nichts daraus gelernt.

    Wenn wir die Rohstoffe unseres Planeten weiter sinnlos verbrauchen, dann sind sie irgendwann einmal alle verbraucht.
    So spielt es dann keine Rolle, ob wir ein 1- oder ein 6-Liter Auto fahren.
    Lediglich der Zeitraum, wann die Rohstoffe verbraucht sind, kann dadurch verschoben werden.
    Die Weltbevölkerung soll von derzeit ca. 6,5 Mrd auf 9 Mrd. (2050) ansteigen. Hier kann man sich selbst ausrechnen, was passiert, wenn zwar Sparautos gefahren werden, aber die Anzahl der Nutzer dramatisch ansteigt.

    Wer sein Gewissen beruhigen will, der soll sich ruhig über die Autoindustrie aufregen – oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

  5. Biobenzin

    Moin, moin!

    Wenn man Energie auf möglichst kleinem Raum und Gewicht speichern will, dann sind Kohlenwasserstoffe immer noch die beste Wahl. Im Grunde haben wir keine Benzinknappheit, auch keine Knappheit an landwirtschaftlicher Nutzfläche, sondern eine Energieknappheit.

    Wenn wir Energie im Überschuss hätten, dann wäre es ein leichtes Biobenzin herzustellen. Dann könnte man auf kleinem Raum eine Kultur von Cyanobakterien (mit Symbionten) mit (künstlichem) Licht und (gepumpter) Luft füttern und anschließend aus den Cyanobakterien Biobenzin (und Dünger) herstellen. Dieses Konzept Biobenzin herzustellen, wäre bzgl. der gespeicherten Energie pro Raum- und Zeiteinheit, Milliardenfach effektiver als z.B. der Anbau von Raps zu diesem Zweck.

    Das Konzept möglichst viel erneuerbare Energien zu nutzen, ist unbestritten gut. Da aber die Flüsse der erneuerbaren Energien starken natürlichen Schwankungen unterliegen, muss die gewonnene Energie gespeichert werden. Und hier gibt es m.E. keinen effektiveren Weg, als die Erzeugung von Biobenzin gemäß oben beschriebenen Konzepts.

    Der öffentliche Nahverkehr unterliegt einem prinzipiellen Nachteil. Entweder lässt er sich nur mit Hilfe eines großen Zeit- und Ortsrasters organisieren (nur jede Std. fährt ein Bus und hält nur alle 2 km), oder er wird unwirtschaftlich, auch ökologisch betrachtet.

    Der Handlungsbedarf befindet sich also vor allem bei der Politik.

    mfg
    Lutz

  6. Wobei…

    …der Automobilverkehr eben nur einen kleinen Teil des Verbrauchs ausmacht. Während wir in Deutschland immer kleinere Familien haben, beanspruchen wir immer mehr Wohnraum (gerne auch als Singles), der nicht nur Flächen versiegelt, sondern natürlich auch beheizt werden will. Und den Urlaubsflieger verschmähen die meisten von uns auch nicht. Würden die Chinesen morgen vergleichbare Wohn- und Tourismusansprüche anmelden, wäre Verkehr noch das global geringere Problem…

    Da ist es ein bissle wohlfeil, Björn, vor allem auf die Automobilhersteller und Autobesitzer loszugehen. Warum nicht auf die Häuslebauer, die auch nur die Wünsch erfüllen, die der Markt an sie heran trägt? Oder gar die Yuppies in der Altbauwohnung, die die günstige Miete in Fernreisen umsetzen? Ist nicht gerade die Crux an den Ökologiedebatten, dass wir immer ganz genau zu sagen wissen, was andere tun sollten, statt zuerst auch den eigenen Lebenswandel zu hinterfragen?

  7. Es wird besser …

    “Während wir in Deutschland immer kleinere Familien haben, beanspruchen wir immer mehr Wohnraum (gerne auch als Singles), der nicht nur Flächen versiegelt, sondern natürlich auch beheizt werden will.”

    Wir müssen gar nichts tun. Wenn es mit dem Klimawandel so weitergeht ist heizen im Winter nicht mehr nötig und damit hätten wir wieder viel Energie gespart. 😉

  8. @ Martin Huhn

    Auch wenn dein Kommentar spöttelt: Rückkoppelungen – vielleicht nicht zuvorderst diese, aber ganz allgemein – machen das System dynamisch und komplex und an vielen Stellen unvorhersagbar. Da wundert es schon manchmal, wie genau manche Menschen wissen wie es in Jahren oder gar Jahrzehnten so ausschaut und welche moralischen
    Schlussfolgerungen man jetzt ziehen muss.

  9. @Michael Blume: Noch mehr Schuldige

    Ohne Zweifel tragen Autohersteller und -fahrer nicht die alleinige Schuld. Aber während für den Häuserbau immer strengere Gesetzesvorgaben erlassen werden und jeder, der will, seit vielen Jahren Null-Energie-Häuser bauen lassen kann, zögern beim Fahrzeug Hersteller, Konsumenten und Politiker gleichermaßen.

    Die Luftfahrt hätte ich sicher noch berücksichtigen müssen, aber das hätte den Text gesprengt. Und allein das Thema Fahrzeug bietet schon – wie man sieht – genug Diskussionsstoff.

  10. Holzvergaser

    Kennt überhaupt noch jemand den guten alten Holzvergaser?
    In der Ölkrise der 1970er Jahre sind ein paar davon wieder aktiviert worden und herum gefahren.

    Damals hatte man sich noch fest vorgenommen, Energie sparen zu wollen. Als dann die Ölpreise wieder sanken, waren alle Vorsätze vergessen.

    Es ist sehr bemerkenswert, dass unsere Politik zwar in der Lage ist, die Krümmung der Essiggurken vorzuschreiben.
    Aber sie sind nicht in der Lage, allen Automobilfirmen vorzuschreiben, dass sie ein 3L-Auto als preiswertestes Modell anzubieten haben. Wir haben eben doch die Politiker, die wir verdienen – schließlich haben wir sie selbst gewählt.

  11. @ Björn: Zustimmung

    Du schriebst: “Aber während für den Häuserbau immer strengere Gesetzesvorgaben erlassen werden und jeder, der will, seit vielen Jahren Null-Energie-Häuser bauen lassen kann, zögern beim Fahrzeug Hersteller, Konsumenten und Politiker gleichermaßen.”

    Nun, vielleicht ist es gerade das, was mich manchmal ärgert: So hat Baden-Württemberg ein bundesweit weitreichendes Gesetz zur Energieeinsparung beschlossen, gegen teilweise erbitterte Widerstände.

    Wird das auch mal wahrgenommen? Gewürdigt? Nein – es wird nur weiter geschumpfen (siehe auch Blogbeiträge hier über die vermeintlich dummen Politiker) – jetzt eben sowohl von denen, denen es schon zuviel wie denen, denen es nie genug ist.

    Das Ergebnis? Symbolpolitik. Weil Deutsche, vielleicht auch Menschen generell (leider wohl auch in der Blogosphäre) ohnehin Lob kaum können, setzen sich immer wieder jene Strategien durch, die ein paar Symbole setzen und im übrigen die Prozesse laufen lassen. Meine Hoffnung wäre dagegen, dass wir merken würden, wie schwer Bewegung ist, wenn wir uns auch selbst in Frage stellen – und also auch fair anerkennen und ermutigen können, wo sich andere bewegen.

  12. Na, die Strenge eines Gesetzesvorhabens oder der Widerstand gegen die Durchsetzung ist allein noch kein Qualitätskriterium, so etwas gilt vielleicht im religiösen Bereich bezüglich des Fastens und der Busvorschriften. Das mindeste, was man bei kostenintensiven Zwangsmaßnahmen verlangen kann ist doch eine Aufwand/Nutzen-Analyse für die jeweilige Maßnahme. Zum Beispiel kostet 1 T CO2-Ersparnis mit modernen Kohlekraftwerken (50% Wirkungsgrad) ca. 30EUR, mit deutschem Solarstrom dagegen 1000 EUR. Selbstverständlich sind die Politiker nicht dumm und wissen das, ihre Interessenlage ist jedoch sehr viel breitbandiger.

  13. Geld oder Leben

    Man mag von Al Gores Präsentation/Kinofilm “Eine unbequeme Wahrheit” halten, was man will. Aber eine Szene hat mich sehr zum Lachen gebracht, obwohl sie eigentlich zum Weinen ist: Es ging darum dass man sich entscheiden müsse – auf der einen Seite Geld! Viel Geld!! Jede Menge Geld!!! – Auf der anderen Seite die Erde. – Viiiiiel Geld!!! – Die Erde.

    Mir fehlt vielerorts die Bereitschaft, Verantwortung auf lange Sicht zu übernehmen, und einfach mal quantitatives Wachstum durch qualitatives (hier: Nachhaltigkeit) zu ersetzen.

  14. @ Michael Blume

    Dieses Gesetz über den Energieverbrauch bei Häusern ist -hoffe ich jedenfalls- gut gemeint gesesen, aber hier wurde mal wieder zu kurz gesprungen bzw. als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet…
    Den Energieverbrauch bei Neubauten gesetzlich einzuschränken ist durchaus sinnvoll und mit verhältnismäßig geringen Mehrkosten bei der Erstellung, die sich aber im Betrieb sehr schnell amortisieren, machbar (immer vorausgesetzt, der Handwerker versaut’s nicht in der Ausführung).
    Wo das Gesetz ein totaler Reinfall ist, ist der Bereich des Gebrauchtwohnraums. Will hier niemand mit Details langweilen, aber hier wird im Ergebnis überhaupt gar nichts herauskommen, außer Mehraufwand für die Verwaltungen, die versuchen die Sache umzusetzen und Ärger für die Häusleseigentümer.
    Das ist es, was nervt – handwerklich schlecht gemachte gesetzliche Vorgaben durch die Politik, bedingt durch i.d.R. Lobbyismus oder, genauso schlimm, Ahnungslosigkeit.

    Ein gewisses Maß an “Schuld” muss man auch hier der Politik einfach aufladen. Dass ein Unternehmen primär auf das Betriebsergebnis schaut, ist absolut nicht verwerflich, im Gegenteil, sogar zwingend erforderlich, sonst gibt’s wieder ein paar Arbeitsplätze weniger.

    Erinnert sich noch jemand an die Diskussion in den 80ern, als es um den Katalysator ging ? Die Politik in BW, dem Autoländle, hat getönt, wir brauchen den Kat, was ja auch richtig war. Dann war mal ein Betriebs-Besuch bei Daimlers fällig und am nächsten Tag brauchten wir den Kat auf einmal nicht mehr, weil technisch zu aufwändig, teuer und was weiß ich nicht alles.
    Dass Mercedes schon jahrelang in die USA PKW mit Kat geliefert hat, hat offensichtlich nicht interessiert.
    Aus solchen Erlebnissen speist sich eben beim einen oder anderen die Frustration über politische Untätigkeit oder Unfähigkeit.

  15. @ adenosine, Monika

    @ adenosine

    Du schriebst: “Na, die Strenge eines Gesetzesvorhabens oder der Widerstand gegen die Durchsetzung ist allein noch kein Qualitätskriterium, so etwas gilt vielleicht im religiösen Bereich bezüglich des Fastens und der Busvorschriften.”

    Hehe, guter Punkt! 🙂 Allerdings sterben die Menschen, die fasten und büssen nicht wirklich aus, bei politisch Hochaktiven wird das schon schwieriger…

    @ Monika

    “Aus solchen Erlebnissen speist sich eben beim einen oder anderen die Frustration über politische Untätigkeit oder Unfähigkeit.”

    Einverstanden. Nur erlebe ich inzwischen, dass sich seit längerem immer weniger gute Leute in Deutschland noch ein politisches Amt antun wollen. Die Themen werden immer komplexer und schneller, die Ansprüche der Leute wachsen, die Bezahlung ist im Verhältnis zur Arbeitszeit mies (jeder Sparkassendirektor verdient mehr als die Bundeskanzlerin) und vor allem muss man sich ständig beschimpfen lassen. Schon für Gemeinderatslisten wird es immer schwerer, noch Leute zu finden – und auch ich selbst habe v.a. zugunsten der Kinder ein Mandat wieder abgegeben.

    Kritik gehört notwendig zur Demokratie, klar. Aber manchmal frage ich mich, ob nicht die eine oder andere Maßnahme einer Nation, eines Bundeslandes oder auch nur einer Stadt auch mal Anerkennung wert sein könnte. M.E. könnte das wiederum andere motivieren, sowohl inhaltlich nachzuziehen wie auch überhaupt Verantwortung zu übernehmen.

    Aber es scheint wie bei den Autos zu sein: Gute Modelle werden lautstark eingefordert, versauern aber dann unbeachtet am Markt. 😉

  16. @ Michael

    Wenn Du in einem Gemeinderat ein Mandat hattest, dann bist Du Dir aber sicherlich intellektuell sehr einsam vorgekommen… 😉
    Will das jetzt gar nicht austreten !

    Richtig ist sicherlich, dass alles immer komplizierter wird und ich will auch gar nicht rummäkeln, wenn mal was nicht ganz so gut gemacht ist. Es verbietet einem ja niemand mit der Zeit schlauer zu werden.
    Das Problem ist aber, wenn man weiß, wie so manche Regelung zustande gekommen ist, stehen einem sämtliche Haare zu Berge. Da wird gekungelt unter den Parteien und natürlich völlig sachfremd und danach mit den Lobbyisten was das Zeug hält und so sieht das Gesetz dann auch aus.
    Wenn jetzt in den Medien als Schocker “aufgedeckt” wird, dass ein Ministerium einen Gesetzentwurf mehr oder weniger von einer Vorlage eines Verbands abgeschrieben hat, ja hallo, das ist doch nicht neu ! Nichts desto trotz aber empörend. Aber so läuft das eben.

    Du hast schon recht, wenn die Klugen immer nachgeben …
    Aber selbst wenn man es schaffen würde z.B. in einen Gemeinderat gewählt zu werden, so vergeht viel zu viel Zeit, bis die Vernunft auch die rechnerische Mehrheit im Gremium irgendwann einmal erreicht hat und mir wäre es einfach zu blöd, ständig gegen diese institutionalisierte Dummheit anzurennen, ohne jemals auf einen grünen Zweig zu kommen (na ja, abgesehen davon, dass es auf kommunaler Ebene, jedenfalls in kleinen Kommunen, ja nicht wirklich um etwas geht, wenn man mal von Kindergärten und Schulen absieht – Bildung !!!).

    Das mit den “ökologischen” Autos ist schon richtig. Aber auch hier könnte die Politik etwas nachhelfen. Doch die Änderung der Kfz-Steuer, die schadstoffausstoß-abhängig oder hubraumabhängig mal angedacht war, hat man ja auch schon wieder unauffällig versenkt. Warum wohl ??? Ganz bestimmt nicht um die armen Altautofahrer zu schonen, sondern weil, genauso wie bei der EU-Regelung mit dem CO2-Ausstoß, die Autolobby heftig Radau gemacht hat.

  17. Doch – die Politik hat Schuld.

    Immer wieder wird die Politikerschelte kritisiert. Bringt man aber alles auf den Punkt, kann man, meiner Meinung nach, nur den Politikern die Schuld geben. Auch an den Umweltproblemen.

    Natürlich kann in einer funktionierenden Demokratrie der aufgeklärte Verbraucher und Wähler, die Weichen stellen. Das Problem liegt aber beim “Funktionieren” und “Aufklären”.

    Ich habe den Eindruck gewonnen, das der größte Teil der etablierten Politiker nicht daran interessiert ist, dass das Volk Zusammenhänge wirklich versteht, deren sie sich durchaus bewusst sind. Unsere Politikerriege besteht, meiner Meinung nach, zum größten Teil aus rücksichtslosen Rattenfängern die dafür sorgen, dass das Großkapital das Volk schröpfen kann. Auch die Autoindustrie gehört dazu. Die Politiker werden dafür mit fetten Nebeneinnahmemöglichkeiten belohnt. Parteizugehörigkeiten scheinen mir immer mehr nur durch Karrierechancen bestimmt zu sein.

    Auch die Medien erscheinen mir weitgehen “gleichgeschaltet” zu sein. Werbeverträge bei den Privaten und polische Unterwanderung der Öffentlich-rechtlichen sorgen dafür. Auch hier wird viel “Gefälligkeitsgeld” verdient.

    Also fördern sie alle zusammen eine eher perverse Einstellung zum Transportmittel Auto. So kann man beobachten, das sehr viele Deutsche sich über ihr Auto definieren. Entsprechend unverhältnismässig viel Geld wird für repräsentative Spritfesser ausgegeben.

    Sollte diese Verblendung großflächig nachlassen, werden die meisten Menschen feststellen, das Sie auch sehr gut mit sehr viel weniger Auto, oder ganz ohne, auskommen könnten. Dann wäre diese Möglichkeit zur Geldabsaugung allerdings verschlossen.

  18. Kosten des Autos

    Wie in den Beiträgen geschildert, handeln wir unverantwortlich. Ohne Druck von aussebn (Preise, politische Maßnahmen) läuft nichts, denn Anpassungsdruck lehrt den Menschen am meisten. Irgendwie wäre es jammerschade, wenn die ganze in die Entwicklung des Autos investierte Energie und Begeisterung wertlos werden würde, nur weil unverantwortlich der Brennstoff vergeudet worden ist. Es gibt ja so viel anderes: nachhaltigen Strom, Autogas, Holz und weitere Energiequellen

  19. Warum die Autoindustrie nicht kooperiert

    Zunächst einmal möchte ich alle Verunsicherten beruhigen, die befürchten, dass die Erdölvorräte der Erde in absehbarer Zeit zu Ende gehen könnten.

    Das wird sicher nicht geschehen, denn bereits in einigen wenigen Jahren werden die Produktionskosten des “Schwarzen Goldes” so hoch sein, dass niemand mehr bereit oder auch fähig sein wird, den Preis dafür an der Zapfsäule zu bezahlen.

    Den besten Beweis dafür liefern die Ölfirmen selbst, indem sie uns mit immer ausgefeilteren Methoden überraschen, um an die vermuteten “gigantischen” Erdölreserven in der Tiefsee zu gelangen.
    Man nimmt halt einfach einen längeren Löffel um das halbleere Marmeladeglas besser auskratzen zu können.

    Das eine Problem ist: Der längere Löffel kostet einen Haufen Geld. Das andere Problem: Den gigantischen Ölreserven in der Tiefsee steht ein schier unstillbarer Appetit danach gegenüber. Ein Monster, das wir uns selbst geschaffen haben in den vergangenen 20 Jahren.

    Die Welt verbraucht 87 millionen Barrels an Öl pro Tag. Das sind mehr als 10000 Tonnen. Wenn diese gewaltige Menge nicht mehr vollständig und sofort geliefert werden kann, dann beginnen bereits die echten Probleme, nicht erst in 40 Jahren, wenn kein Löffel mehr lang genug sein wird.

    So, warum also kann ich jetzt nicht ins nächste Autogeschäft gehen und ein Auto kaufen, das weniger Sprit verbraucht?

    Die Antwort ist einfach: Weil diese Autos billiger sind und eben weil sie weniger Sprit verbrauchen.

    Weniger Umsatz ist schlecht für die Wirtschaft: Keine Arbeitsplätze, Depression. (Dann wird natürlich auch weniger Erdöl verbraucht, so wie im Moment)

    Wer soll nun die Veränderung bringen?

    Ein Politiker, der “voreilige” Schlüsse zieht und ernsthaft beginnt nach Veränderungen zu rufen, wird politisch nicht lange überleben.

    Die Wirtschaft wird sich nicht in die Verantwortung nehmen lassen, wenn dabei kein Profit herausschaut.

    Der Ball landet also beim Konsumenten. Demselben Konsumenten, dem man jeden Tag in beruhigendem Ton versichert, dass die Erdölreserven noch bestimmt 40 Jahre lang halten werden.

    Der Käse dürfte eigentlich nicht aus Holland kommen, der Fisch nicht aus dem Pazifischen Meer und die Hemden nicht aus China. Die heimische Industrie könnte all das in guter Qualität auch selbst liefern.

    Das nächste Geschäft mit Milch und Brot und Tomaten sollte nicht weiter weg als 500m vom eigenen Heim entfernt sein.

    Das nächste Stück Natur braucht auch nicht weiter entfernt zu sein, als ein Kind laufen kann. Wenn dem so wäre, wüssten wir gar nicht, was ein Wochenendstau ist.

    Weniger Stress – mehr Lebensqualität.

    Ein erfolgreicher Manager in Deutschland hat ein teures Auto, teure Anzüge und eine teure Wohnung und fliegt vielleicht jedes jahr 2-3 mal nach Costa Rica um dort Urlaub zu machen. Er arbeitet dafür 50-60 Stunden die Woche und hat jede Menge Stress.

    Alles in Allem verbraucht er vielleicht 15% von seinem Einkommen für Dinge, die er wirklich braucht und die ihn glücklich machen.

    Der Rest seiner Anstrengungen dient ausschliesslich dazu, die Wirtschaft, sich selber und damit leider auch viele seiner Mitmenschen weiter anzutreiben.

    Wir haben die Welt zu einem Narrenhaus gemacht. Tief in unserem Inneren wissen wir es. Auch wenn wir einander beständig darin bestärken, dass unsere Lebensweise normal sei.

    Vielleicht wird es am Ende eine Gnade sein, wenn all dies einmal vorüber sein wird und die Menschheit sich wieder der Realität stellt anstelle von künstlich geschaffenen “Sachzwängen” gesteuert zu werden.

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