Vorteile der Energiesparlampe

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Öko-Logisch?

Energiesparlampe(Foto: Ernst Rose./Pixelio)Zwei Monate schon müssen wir ohne sie leben, und obwohl das Gezeter anfangs groß war, haben irgendwie alle den Abschied von der 100-Watt-Glühbirne überlebt. Damit sich diese Farce, die auch von so manchem Kollegen in den Medien unterstützt wurde, beim Abschied von der 60-Watt-Birne nicht wiederholt, halte ich an dieser Stelle ein Plädoyer für die Energiesparlampe.

Hamsterkäufe von 100-Watt-Birnen – haben Sie das auch gelesen? Oder womöglich mitgemacht? Wer, bitte schön, hat denn zu Hause ein Fußballfeld, dass er ausleuchten muss? Oder gibt es einen anderen Verwendungszweck für 100 Watt? 60 Watt sollten überall genügen, erst recht, wenn die Rede von matt abgeschirmten 100-Watt-Birnen ist. Und wo es nicht gerade um Treppenhäuser geht, sollten schon viele Jahre Halogenlampen den Dienst verrichten. Lediglich bei Räumen ohne Heizung fiele mir eine Berechtigung für 100-Watt-Glühbirnen ein…

Ich möchte hier jedoch weniger darlegen, wie überflüssig 100-Watt-Birnen und insbesondere deren Hamstern ist, als viel mehr einige Vorurteile gegenüber Energiesparlampen entkräftigen.

Vorurteil: Energiesparlampen sparen keine Energie, weil bei ihrer Herstellung viel mehr Energie verbraucht wird als bei Glühbirnen.

Die Herstellung einer Energiesparlampe verbraucht mit 3 KWh etwa zwölf mal so viel Energie wie die einer Glühbirne. Aber allein die Vermarktung verbraucht 15 KWh. Im Betrieb benötigt die Energiesparlampe schließlich bei gleicher Helligkeit nur ein Viertel der Energie einer Glühbirne und hält sechs Mal so lang. Bei einer 13-Watt-Sparlampe gegenüber einer 60-Watt-Birne entspricht das 262 KWh. Die 2,75 KWh Unterschied bei der Produktion fallen da wohl kaum ins Gewicht.

Vorurteil: Energiesparlampen sparen wegen des hohen Kaufpreises kein Geld.

Aufgrund des oben beschriebenen Unterschied beim Energiebedarf kostet eine Glühbirne pro Betriebsstunde über ihre Lebensdauer 0,86 Cent, eine Energiesparlampe 0,27 Cent. Gegenüber Glühbirnen spart jede Energiesparlampe einschließlich der Anschaffungskosten etwa 13 Euro. Wird sie viel an und aus geschaltet und leuchtet nur kurz, sinkt die Ersparnis allerdings. Erst bei weniger als vier Stunden Benutzung pro Woche kann die Glühbirne tatsächlich günstiger sein.

Vorurteil: Energiesparlampe brauchen lange, bis sie hell werden.

Neu gekaufte, billige Energiesparlampen benötigen tatsächlich bis zu einer Minute, um ihre volle Helligkeit zu erreichen. Nach einige Benutzung sinkt die Spanne auf wenige Sekunden. Wer Licht immer nur kurz, dafür aber sofort bei maximaler Helligkeit benötigt, kann Sparlampen mit Quickstart-Funktion kaufen, dort entfällt das Problem. Aber mal im Ernst: Auch die Sekunden bis zur maximalen Helligkeit sind ja nicht schummerig, sondern lediglich etwas gedimmt. Bevor man ernsthaft etwas macht, wo maximale Helligkeit relevant sein könnte, hat die Sparlampe längst die Warmlaufphase hinter sich.

Vorurteil: Energiesparlampen flimmern.

Energiesparlampen flimmern 100 Mal pro Sekunde; ebenso wie Glühbirnen, denn das liegt an der Spannung des Stroms. Der Helligkeitsunterschied beträgt maximal 15 Prozent, ist faktisch bei heutigen Lampen nicht wahrzunehmen und birgt keine Gesundheitsrisiken.

Vorurteil: Das Licht von Energiesparlampen ist unnatürlich.

Das Standardlichtspektrum einer Energiesparlampe ist viel näher am Spektrum des Sonnenlichts als das einer Glühbirne. Sonnenlicht enthält viel Grün und Blau, was Südeuropäer auch im Haus schätzen, Nordeuropäer hingegen anscheinend nur im Freien. Übrigens können die Hersteller das Spektrum der Energiesparlampe durch den Leuchtstoff anpassen. Für jeden Lichtgeschmack lassen sich inzwischen Sparlampen finden. Schädlich ist das bläulichere Licht der Energiesparlampen nicht: In wenigen Minuten im Freien nimmt man mehr davon auf als an einem Tag im Haus. Vor allem der UV-Anteil ist teilweise sogar bei Glühbirnen höher als bei Sparlampen.

Vorurteil: Energiesparlampen erzeugen ungesunden Elektrosmog.

Energiesparlampen erzeugen Elektrosmog. Der ist aber zum einen der gleiche, wie ihn Leuchtstoffröhren seit Jahrzehnten verursachen und zum anderen gesundheitlich gänzlich unbedenklich.

Vor dem nächsten Hamsterkauf von Energie- und Geldfressern bitte ich darum, hier noch einmal nachzulesen. Danke. Weitersagen.

Foto: Ernst Rose/Pixelio

Veröffentlicht von

www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

21 Kommentare

  1. Nachteil ?

    Damit hier nicht nur Vorteile stehen, nenne ich mal ein Nachteil: Die Entsorgung. Aufgrund des Quecksilber-Gehaltes müssten die Energiesparlamplen eigentlich auf den Sondermüll und nicht in den Hausmüll. Prinzipiell ist das jedoch kein Nachteil, wenn die Entsorgung denn geregelt ist. In meiner Stadt ist das leider nicht der Fall und auch auf Nachfragen hin, gab es nur ein Achselzucken: “Tja. Das ist nicht geregelt, aber vielleicht gibt es da in Zukunft etwas.” Aha.
    Interessanterweise ist es nun aber so, dass die Energiesparlampe aufgrund ihres geringeren Stromverbrauchs im Endeffekt weniger Quecksilber erzeugt, als eine herkömmliche Glühlampe. Dieses hängt damit zusammen, dass bei der Stromerzeugung durch Kohleverbrennung auch Quecksilber abfällt. Also eigentlich kein Problem. Trotzdem würde ich eine alte Energiesparlampe lieber fachgerecht entsorgen, wenn der Aufwand nicht zu groß ist.
    Im Grunde schade, dass die Energiesparlampe auf der einen Seite so gepusht wird, auf der anderen Seite, sich aber niemand Gedanken um die Entsorgung zu machen scheint. Zumindest nicht in meiner Stadt. Aber vielleicht gibt es da ja in anderen Städten weitsichtigere Stadtväter.
    Ansonsten heißt es, warten bis die LED so weit ist 😉

  2. @ Energiesparlampen

    Die Dreckdinger passen nicht in meine Feuchtraumlampe im Bad. Zu lang.

    Muss ich halt im Dunkeln duschen. Das spart sogar noch MEHR Energie als eine Energiesparlampe. Das nenn’ ich Fortschritt!

  3. Quecksilber und Größe

    @Alf: Der Umgang der Kommunen mit der Entsorgung ist in vielen Städten tatsächlich ärgerlich. Meist muss man defekte Sparlampen zum Wertstoffhof bringen, dabei sollte es kein Problem sein, sie sowohl in öffentlichen Einrichtungen als auch im Handel zurück zu geben (die die Lampen dann gesammelt entsorgen). Andererseits sollten im Schnitt nicht mehr als zwei Lampen pro Jahr kaputt gehen, und einmal im Jahr mit zwei Lampen zum Wertstoffhof gehen, ist gerade so vertretbar. 😉

    @Helmut: Es gibt mittlerweile Energiesparlampen in allen möglichen (kompakten) Formen. Wo vorher eine normale Glühbirne rein gepasst hat, passt auch eine Sparlampe rein. Würde mich echt erstaunen, wenn es für Deinen Fall keine gäbe. Wenn Du im Dunkel duscht, siehst Du ja nicht, wann Du sauber bist. 😉

  4. Alf Köhn: “Interessanterweise ist es nun aber so, dass die Energiesparlampe aufgrund ihres geringeren Stromverbrauchs im Endeffekt weniger Quecksilber erzeugt, als eine herkömmliche Glühlampe. Dieses hängt damit zusammen, dass bei der Stromerzeugung durch Kohleverbrennung auch Quecksilber abfällt.”

    Wie fällt das Quecksilber denn in Kohlekraftwerken an? Ich hoffe als ungefährlicher HdS-Staub.

  5. quecksilber

    Zunächst einmal ist in jeder Form von Biomasse Quecksilber enthalten, also auch in Kohle. Dieses ist zwar verschwindend gering, aber die Masse macht’s halt. Aber warum das Quecksilber als Quecksilbersulfid abfallen sollte, wüsste ich nicht. Bei den hohen Verbrennungstemperaturen in so einem Kohlekraftwerk wird das Quecksilber einfach über den Schornstein ‘rausgeblasen. Aber es gibt da sicherlich Konzepte für Filteranlagen, die versuchen, das Quecksilber auf die eine oder andere Art und Weise zu binden. Ich weiß aber nicht, wie effizient diese Filter bei geringen Mengen von Hg pro Volumeneinheit Rauchgas funktionieren. Vielleicht ist ja ein Chemiker hier anwesend, der sich auf diesem Gebiet auskennt?

  6. Quecksilber

    Meines Wissens sind es einige Hundert Kilo Quecksilber pro Kohlekraftwerk und Jahr.
    Lange Zeit war eine Erfassung der Abgasgifte nicht vorgeschrieben, darum gibt es Zahlen nur für einzelne Kraftwerke. Weltweit wird die jährlich von Kohlekraftwerken in die Luft geblasene Menge Quecksilber auf mindestens 2200 Tonnen geschätzt, wenn ich mich richtig erinnere.

  7. Energiesparlampen brauchen lange, bis sie hell werden? Ja, brauchen Sie. Ich habe mir verschiedene gekauft und ausprobiert. 5 bis 10 Minuten sitzt man in der Finsternis!

    Weiterhin möchte ich anmerken, dass Energiesparlampen, im Gegensatz zu Glühbirnen, hochgiftiger Sondermüll sind.

    Ich werde mich für die nächsten 50 Jahre mit Glühbirnen eindecken.

  8. @Michael Petrikowski: Sondermüll

    Das Quecksilber in Energiesparlampen macht diese zu Sondermüll, richtig. Abgegeben an Wertstoffhöfen kann dieses gesammelt und wiederverwertet werden. Gleiches gilt für Batterien und Akkus, die Sie vermutlich auch ablehnen?

    Was die Helligkeit beim Einschalten betrifft, haben Sie wohl besondere Energiesparlampen erwischt. Meine und die meiner Bekannten brauchen, wenn neu gekauft, maximal 30 Sekunden bis zur vollen Helligkeit, spätestens nach ein paar Wochen weniger als zehn Sekunden. Und auch diese Anfangssekunden bedeuten weder Dunkelheit noch Dämmerlicht, sondern eben lediglich mäßige Helligkeit.

  9. @Herrn Lohmann

    > Was die Helligkeit beim Einschalten
    > betrifft, haben Sie wohl besondere
    > Energiesparlampen erwischt.

    Ich nehme an, da wurden von dem Betreffenden immer die billigsten gekauft. Solche Phaenomene korrelieren nach meinen Beobachtungen stark mit dem Preis. Ebenso die Lebensdauer.

    Während ich die billigen vom Baumarkt oder der schwedischen Moebelkette, deren Name mir gerade entfallen ist, recht bald gegen funktionstüchtige umtauschen musste, was den geringeren Kaufpreis sehr bald relativiert, habe ich auch andere, die ich schon seit dem vergangenen Jahrtausend benutze.

    Die waren allerdings nicht billig, zumindest nicht beim Einkauf. Über die Lebensdauer gerechnet, bin ich damit wahrscheinlich besser gefahren, angenehmer in der Anwendung waren sie allemal.

    Die Frage der Lebensdauer steht auch in direkter Relation zur Diskussion um Entsorgung und Schadstoffeintrag beim Recycling.

  10. Lichtspektrum der Energiesparlampe

    Naja, das mit dem Lichtspektrum der Energiesparlampe ist ja schon etwas geschönt. Tatsächlich sind gerade billige Energiesparlampen durch ihr inhomogenes Lichtsprektrum weit vom Spektrum des kontinuierlichen Lichtspektrums des Sonnenlichtes entfernt. Da leidet die Qualität der Farbwiedergabe schon enorm. Nur die besseren (und teureren) Energiesparlampen haben Mehrbandenleuchtstoffe, wodurch zumindest ein einigermaßen kontinuierliches Lichtspektrum erreicht wird. Entscheidend ist der so genannte Ra-Wert. (Einfach mal nach “Lichtspektrum Ra-Wert” im Netz suchen)

  11. Energiesparlampe brauchen lange …

    Hallo,

    es ist leider Realität, dass viele Energiesparlampen sehr lange brauchen bis sie ihre Nennleistung erreichen. Alle meine Sparlampen brauchen einige Minuten was den Einsatz in Fluren eigentlich unmöglich macht. Ich verwende übrigens keine Billiglampen vom Discounter, sondern nur Leuchtmittel von Markenherstellern. Lampen mit Quickstartfunktion sind mir trotz langer und intensiver Suche noch nicht untergekommen, was vielleicht daran liegt, dass die Region in der ich wohne nicht gerade zu den Ballungszentren gehört. Als einzige Alternative habe ich hier LED-Lampen gefunden, aber bei deren Lichtausbeute kann ich gleich mit einer Taschenlampe durch den Flur gehen.

  12. @Rainmaker: Anlaufschwierigkeiten, LEDs

    Flure und Treppenhäuser sind tatsächlich die ungünstigsten Räume für Energiesparlampen, weil man dort sofort und nur kurz Licht haben möchte. Dadurch, dass die Lampen dort auch immer nur kurz brennen, benötigen sie viele Wochen, bis sich die Zeit bis zur maximalen Leuchtkraft verkürzt hat. Was ich mich halt frage, ist, ob man wirklich die maximale Leuchtkraft benötigt, um im Flur nicht zu stolpern?

    LEDs probiere ich auch immer mal wieder an diversen Orten, aber bislang taugen die wirklich nur als Spot- und nicht als Raumbeleuchtung. In ein paar Jahren dürfte das anders sein, und dann sind LEDs sicherlich Energiesparlampen überlegen.

  13. Und in Küchen auch. Ich habe meine Energiesparlampe aus der Küche wieder rausgenommen. Und ja, ich benötige die maximale Leuchtkraft sofort. Ich habe es getestet. Effekt war dann, daß ich das Licht meist länger brennen ließ, was auch nicht gerade toll ist.

    Mal eine andere Frage. Beim Einschalten der Glühbirne wird sehr viel Strom verbraucht, weil der Widerstand noch nicht so hoch ist. Der stellt sich erst ein, wenn der Wolframdraht heiß ist. Gilt das auch für die Energiesparlampen?

    Zu den LEDs. Ich denke, die könnten jetzt schon überlegen und auch praxistauglich sein. Helles Licht, noch weniger Stromverbrauch und auch keine Anlaufzeit nötig. Aber die Produktionsanlagen der Energisparlampen haben sich bestimmt noch nicht rentiert.

  14. angebliche vorteile der sogenannten ener

    der artikel ist voller luegen. beispiele:unsere sog. energiesparlampen im hof brennen bei minus 10 grad erst nach 20 minuten normal. auch dann haben sie subjektiv hoechstens die halbe helligkeit einer angeblich gleichwertigen gluehlampe.
    folge: die lampen sind jetzt abends 6 stunden an, statt wie mit gluehlampen 5 minuten.aehnliches gilt fuer jeden wenig benutzten raum im haus.zu behaupten dass das sonnenlicht ein linienspektrum hat, sollte nicht mal einem klippschueler passieren.und zu behaupten dass das permanente aussetzen an ein linienspektrum nicht schaedlich ist, ist noch ueberhaupt nicht nachgewiesen.ich habe viele jahre unter leuchtstoffroehrenlicht gearbeitet, und war jedesmal froh wenn ich wieder normales licht sehen konnte. schliesslich hat die evolution unsere augen in einem viele millionen jahre dauernden prozess an ein kontinuierliches spektrum angepasst. usw usw.

  15. @franz antigabriel: Fakten sind Fakten

    Ich gebe zu, dass ich als Westeuropäer nicht so viele Lampen habe, die kontinuierlich bei -10 °C brennen müssen, und dass Energiesparlampen für mal eben ein- und ausschalten nicht ideal sind, steht hier auch schon an anderer Stelle. Fakt ist aber, dass eine gute Energiesparlampe nach einigen Stunden Betriebsdauer innerhalb weniger Sekunden die volle Leuchtkraft erreicht. Fakt ist ebenfalls, die diese Leuchtkraft mit der entsprechenden Glühbirne identisch ist (der Wert ist objektiv messbar). Ebenso objektiv messbar ist, dass das Licht der Energiesparlampe in seiner Verteilung näher am Sonnenlicht ist als das der Glühbirne. Dass bei -10 °C lebenden Menschen “warmes” Licht angenehmer erscheint, möchte ich allerdings nicht bestreiten. Ihr Einwand hinsichtlich der Schädlichkeit ist hingegen wieder falsch. Zum einen ist das Licht der Energiesparlampe aufgrund der größeren Ähnlichkeit zum Sonnenlicht per se weniger verdächtig als das Licht der Glühbirne, zum anderen gibt es diverse Langzeitstudien ohne Auffälligkeit und obendrein auch keinen physikalischen oder medizinischen Grund, eine Schädlichkeit anzunehmen.

    @Martin Huhn: Das Einschalten einer Energiesparlampe braucht nicht mehr Strom, verkürzt aber die Lebensdauer.

  16. Leider nicht immer…

    Ich verarbeite derzeit meine Enttäuschung über Energiesparlampen: Bei uns gehört das Treppenhaus zur Wohnung und wird im Winterhalbjahr jeden Abend für Stunden beleuchtet, um nicht “in ein schwarzes Loch” blicken zu müssen.

    Insgesamt also das ideale Szenario, Glühlampen durch ESL zu ersetzen – ich habe dafür Lampen einer bekannten Marke mit “8 Jahren Garantie” gekauft und im September 2009 eingesetzt.

    Leider ist vor zwei Wochen die erste (flimmert nur noch) und letzte Woche die zweite (bleibt dunkel) von drei ESLs ausgefallen – eine Bilanz, die mich ziemlich ernüchtert hat.

    Diese zwei ESLs jedenfalls haben hinsichlich der Ökobilanz kläglich versagt…

  17. @Björn L. und franz a.

    “Ebenso objektiv messbar ist, dass das Licht der Energiesparlampe in seiner Verteilung näher am Sonnenlicht ist als das der Glühbirne.”

    http://www.energiesparlampen-info.de/

    Für die meisten Energiesparlampen – abgesehen von einigen löblichen Ausnahmen – gilt das aber nicht. Dagegen sind Sonne und Glühbirne im wesentlichen Schwarze Strahler. Ihr Licht ist einander sehr ähnlich, wenn auch etwas Temperatur- und Maximumverschoben.

    “Ihr Einwand hinsichtlich der Schädlichkeit ist hingegen wieder falsch.”

    Zumindest liegen medizinische Studien vor, dass bei vergleichbarer Helligkeit die Augen im Fall der ESL schneller ermüden.

  18. @Martin Huhn

    Sie haben sehr wichtige Punkte genannt:

    > Zu den LEDs. Ich denke, die könnten
    > jetzt schon überlegen und auch
    > praxistauglich sein. Helles Licht,
    > noch weniger Stromverbrauch und auch
    > keine Anlaufzeit nötig.

    Und im Endeffekt wahrscheinlich eine deutlich überlegene Umweltbilanz.

    > Aber die Produktionsanlagen der
    > Energisparlampen haben sich bestimmt
    > noch nicht rentiert.

    Es koennte sich in der Tat als schwerer Fehler und auch negativ in der Umweltbilanz herausstellen, wenn man den Umstieg auf Energiesparlampen, also Leuchtstoffroehren, heute de facto vorschreibt, obwohl das überlegene Nachfolgesystem, also LEDs, bereits in den Startloechern steht.

    Würde man dem Markt und damit dem Kunden die Wahl lassen, dann würde der so bald wie moeglich auf LEDs umsteigen – sogar schneller, als das jetzt geschehen wird.

    Denn im Moment baut die Industrie Kapazität für die Fertigung von Energiesparlampen auf und die nun verkauften Energiesparlampen, zumindest die besseren, haben in der Regel eine lange Lebensdauer und werden vom Kunden sicher nicht ersetzt werden, solange sie noch funktionieren.

    Wahrscheinlich wird es dann in ein paar Jahren des weiteren Interventionismus bedürfen (der sicher auch in diesem Blog emphatisch begrüßt werden wird), um den Umstieg von Energiesparlampen auf LEDs zu forcieren.

    Ohne die jetzige staatliche Intervention und ohne die sicherlich in ein paar Jahren kommende wären LEDs aber wahrscheinlich sogar schon früher flächendeckend eingesetzt, als es dank der jetzigen Intervention der EU nun unausweichlich der Fall sein wird, denn LEDs sind den Glühlampen so haushoch überlegen, dass die allermeisten Kunden sich den offensichtlichen Vorteilen nicht verschließen würden. Der Vorteil gegenüber den Energiesparlampen ist zwar immer noch deutlich, aber nicht so krass, dass der baldige Umstieg attraktiv ist.

    Das heißt: Diese Intervention ist nicht nur vollkommen überflüssig. Sie ist sogar schädlich, in mehrfacher Hinsicht.

    Schädlich für die Umwelt, das ist schon schlimm genug.

    Aber auch volkswirtschaftlich schädlich, denn es wird nun unnoetig gesteigerte Fertigungskapazität für eine bereits obsolete Technologie aufgebaut und dadurch Kapital gebunden, das anderswo nutzbringender eingesetzt wäre, beispielsweise in der Entwicklung allgemein einsetzbarer LED-Technik.

    Und nicht zuletzt auch politisch schädlich, denn wieder einmal präsentiert sich die EU ohne Not als Interventions-Maschine, die sich dort einmischt, wo es besser ohne sie läuft.

    Ich bin weder gegen Interventionen an sich noch gegen Technologiewandel, und ich bin marktliberalen Konzepten gegenüber sehr skeptisch. Und schon gar nicht bin ich gegen die Idee der europäischen Einigung an sich.

    Aber mit einer Einmischung dort, wo es von allein besser laufen würde, leistet sich Europa einen Bärendienst.

    So auch hier.

  19. Mit Kanonen auf Spatzen

    Es ist ja erfreulich, dass Energiesparlampen so viel Energie sparen. Aber wird da nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen ? Beleuchtung und Information machen gerade mal 1% des weltweiten Primärenergieverbrauchs aus. Unsere Mobilität (d.h. vor allem Autos, Flugzeuge und Schiffe) benötigen fast 40% des weltweiten Primärenergieverbrauchs – warum ist eigentlich noch nieman auf die Idee gekommen Spritfresser zu verbieten ?

  20. @Harald Kipke: ein Prozent ist viel

    Ein Prozent des globalen Primärenergieverbrauchs ist eine ganze Menge in absoluten Zahlen. Beim heutigen Strommix wäre es ein wichtiger Beitrag zur CO2-Verringerung. Immerhin braucht eine Sparlampe nur rund ein Fünftel der Energie einer Glühbirne, LEDs noch erheblich weniger.

    Richtig ist, dass Glühbirnen wohl eine schwächere Lobby haben als Autos. Aber selbst in diesem – sicherlich gravierenderen – Bereich bewegt sich ja etwas, wenn auch zu langsam.

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