Von Tricksern und Abzockern in der Strombranche

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Sonne„Solar-Lobby trickst bei Verbraucherkosten“ heißt es aktuell auf Spiegel Online. Wer den Artikel genau liest, erkennt schnell, wer die wirklichen Trickser sind: die Atomenergiebranche. Doch dem Autor selbst scheint es nicht wert gewesen zu sein, das herauszustellen.

Eine Studie von der Unternehmensberatung Roland Berger und dem Forschungsinstitut Prognos im Auftrag des Branchenverbands BSW-Solar kam zu dem Ergebnis, dass Verbraucher in Zukunft nicht mehr als bisher für erneuerbare Energien in Form der EEG-Umlage auf den Strompreis zahlen müssten. Der Anteil der Solarenergie an dieser Umlage werde bei rund zwei Cent stagnieren, heute steht er bei 1,98 Cent. Weil der allgemeine Strompreis steigt, so die Rechnung der Studie, müssten Verbraucher weniger „oben drauf zahlen“, damit Besitzer von Solaranlagen den garantierten Einspeisepreis erhielten.

Der aufmerksame Journalist Schultz hat den Trick dahinter entdeckt: Aufgrund des Datums, zu dem die Studie erarbeitet wurde, haben die Autoren die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke nicht berücksichtigt. Was sind diese Solar-Heinis doch für Trickser! Denn, so argumentiert Schultz richtig, längere Laufzeiten bedeuten ein großes Stromangebot, der Strompreis an der Börse steigt langsamer, und die EEG-Umlage für Solaranlagen wird damit höher.

Wenn ich also zusammenfassen darf: Für den Endverbraucher macht es faktisch keinen großen Unterschied beim Strompreis, ob die Atomkraftwerke länger laufen. Entweder, sie zahlen mehr für den Grundpreis und weniger für die EEG-Umlage, oder weniger für den Grundpreis und mehr für die Umlage. Kann man es Tricksen nennen, wenn beide Szenarios für den Geldbeutel der Verbraucher vergleichbar sind?

Wäre es nicht angemessener, den Aspekt der Studie hervorzuheben, der besagt, dass die Solarbranche ab 2017 Dachanlagen produzieren wird, die sich ohne Subvention rechnen? Und damit Jahre vor dem von Rot-Grün beschlossenen Stichtag für den Atomausstieg?

Ich fasse also weiter zusammen: Die Laufzeitverlängerung senkt nicht die Stromkosten für den Verbraucher, wenn man weiterhin die erneuerbaren Energien ausbauen will. Die Laufzeitverlängerung spielt vier Atomkonzernen, die den Einstieg in regenerative Energien verschlafen haben, zweistellige Milliardenbeträge in die Taschen. Das Ganze geschieht auf Kosten des Images der Solarenergie, weil sie in diesem Szenario der Buhmann ist, obwohl sie ohne Laufzeitverlängerung für die Verbraucher immer günstiger würde.

Ergänzt man dann noch, dass das Überangebot beim Strom durch unflexible Großkraftwerke den Ausbau der erneuerbaren Energien blockiert, dass der Verbraucher für Castortransporte zahlen darf, dass die Atomkraftwerke immer noch nicht terrorsicher gemacht werden müssen und der Verbraucher weiterhin das Risiko eines Super-GAUs trägt – dann hat die Regierung uns doch eine tolle Brücke gebaut und die Solar-Lobby besteht nur aus Tricksern. Oder?

Veröffentlicht von

www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

11 Kommentare

  1. Strompreis, Atomkraft etc…

    Was ich in diesem Artikel vermisse, ist die Kritik, wie wenig sich auf dem Gebiet der Energieeinsparung tut. Wo gerade SPON zitiert wird – heute war im Satire-Bereich folgendes Bild zu sehen:

    http://www.spiegel.de/img/0,1020,3297880,00.jpg

    Also ob witzig oder nicht, das bleibt jedem selbst überlassen. Aber für den “Solarstrom” ist es meiner Meinung nach noch viel zu früh – bei einem Wirkungsgrad von ca. ~10% (unter Idealbedingungen) sehe ich hier nur eine krasse Materialverschwendung. Hier muss einfach mehr geforscht werden, bevor großflächig riesige Mengen an Rohstoffen verarbeitet werden (natürlich zu Lasten der Umwelt).

    Zum Kernkraft-, Strompreis- und Konzern-bashing habe ich nichts hinzuzufügen. Das ist Stammtischniveau.

  2. Wäre es nicht angemessener, den Aspekt der Studie hervorzuheben, der besagt, dass die Solarbranche ab 2017 Dachanlagen produzieren wird, die sich ohne Subvention rechnen?

    Nein, das wäre nicht angemessener, denn das steht in der Präsentation nicht. Da steht nur (Folie 14): “Für 2017 wird angestrebt, dass sich Systeme ohne Förderung für erste Marktsegmente rechnen”.

    Also wird dieses Ziel nur angestrebt, und das auch nur nur für “erste Marksegmente”, was immer das bedeuten mag, mit Details hält sich die Studie ja vorsichtshalber reichlich bedeckt, und auch das nur unter dem Vorbehalt anderer Annahmen wie Smart-Grids und dem Einsatz heute gar nicht verfügbarer Speichertechnik, und dann auch noch eines hohen Eigenverbrauchsanteils, der wiederum wohl von der Verfügbarkeit der Speicher abhängen wird.

    Gerade auf diese ominösen Speicher wird immer wieder Bezug genommen, zu Recht, denn ohne die ist PV nicht grundlastfähig und kann diese ehrgeizigen Ziele prinzipiell nicht erfüllen. Leider wird nirgends gesagt, was das für eine Technik sein soll und worin die Hoffnung auf einen Einsatz ab 2015 begründet ist.

    Tja, das mag jeder sehen, wie er will, aber mir erschiene es vor diesem Hintergrund wie schwer zu rechtfertigende Trickserei, wollte man eine so vollmundige Aussage wie “dass die Solarbranche ab 2017 Dachanlagen produzieren wird, die sich ohne Subvention rechnen”. Wer daran glaubt, mag das gerne tun, die Solarbranche tut das offenbar nicht.

  3. @Michael Khan: Wirtschaftlichkeit

    Soweit ich Branchenvertreter und Forscher bislang verstanden habe, ist die Frage des Wirtschaftlichkeitsbeginns vor allem eine Frage des Absatzvolumens – die von Forschungsprototypen vorgezeichnete technische Entwicklung hinsichtlich Wirkungsgrad und günstigeren Fertigungsverfahren (und Abkehr von manch teurem, knappen Rohstoff) ist ziemlich klar. Besteht auch für neue Solarzelltypen ein Massenmarkt, ist 2017 realistisch, für Kleinserien natürlich nicht.

    Am Rande mal eine kleine Rechnung: Wenn ich von einem sparsamen Zweipersonenhaushalt ausgehe, dann zahlt der mindestens 600 Euro im Jahr für Strom. Eine Solaranlage, die den Bedarf decken würde (aufs Gesamtjahr gerechnet; Überschuss im Sommer, Mangel im Winter), kostet weniger als 10.000 Euro. Selbst wenn man Zinsverluste berücksichtigt, rechnet sich also eine Solaranlage schon heute bei Einspeisegarantie ohne Subvention innerhalb der in der Regel garantierten 25 Jahre Lebensdauer (und praktisch gehen Hersteller von 30 bis 40 Jahren aus – nur sind das keine Zeiträume, in denen Verbraucher planen).

    Ein Wort noch zum “ominösen Speicher”: Evonik nimmt gerade am Kohlekraftwerk Völklingen eine Lithium-Keramik-Batterie in Betrieb, die 700 kWh speichern kann. Überschüssiger Strom kann zu Speicherzwecken in Wasserstoff umgewandelt werden oder Elektroautos laden und so den Bedarf glätten. Und noch einmal möchte ich darauf verweisen, dass eine empirische Untersuchung der Stromnachfrage und des Wetters auf europäischer Ebene ergeben hat, dass der Speicherbedarf weit geringer ist als vermutet, weil Windstille oft mit Sonne einhergeht und Regen mit Wind (wieder mal http://www.roadmap2050.eu; muss ich dringend hier ausführlich vorstellen).

    @denis: Es ist ja falsch, dass sich bei der Einsparung wenig tut – aber es könnte sich viel mehr tun, da stimme ich sofort zu. Vor allem wäre das oft ohne Mehrkosten und Einschränkungen irgendwelcher Art möglich.
    “Konzern-Bashing”… Wenn sich weniger als eine Handvoll Konzerne mit politischer Unterstützung auf Kosten der Gesamtwirtschaft und letztlich des Verbrauchers (Stichworte Arbeitsplätze, Lebensqualität) bereichern, ist mir das Kritik wert. Ich kritisiere nicht pauschal “Konzerne”, denn so mancher Riese hat schon vor Jahren Umweltschutz als Wirtschaftsfaktor erkannt und umgesetzt.

  4. Strom-Speicher zu teuer?

    Das Konzept “100% Erneurbare” realisiert mit intermittierenden Quellen wie Photovoltaik und Wind ist absolut auf kostengünstige Speicher angewiesen. Hier die Auswahl an Speichertechnologien:
    – Lithium-Keramik-Speicher, Flowbatterien und andere Batteriekonzepte arbeiten mit den geringsten Wandelverlusten sind aber eindeutig zu teuer
    – Pumpspeicher gibt’s in Deutschland noch kaum. Benötigen eventuell schwer durchsetzbare Hochspannungstrassees.
    – Adiabatische Druckluftspeicher (ACAES) sollen am kostengünstigsten sein, werden aber erst ab 2013 in Prototypen untersucht
    – Wasserstoffspeicher in Salzdomen und Kavernen bauen auf bekannte Technologien, sind aber im Grossmasstab unerprobt. Umwandlungsverluste bis zu 60%
    – grosse Staudämme müssen zuerst einmal verfügbar sein. Norwegen und die Schweiz brauchen diese für den Eigenbedarf

    Nur Wasserstoffspeicher und eventuell Staudämme kommen für den saisonalen Ausgleich (Sommer, Winter) in Frage. Batterien, Pumpspeicher und adiabatische Druckluftspeicher sind Kurzfristspeicher.

    Laut der ausführlichen Untersuchung Electricity Storage (Making Large Scale Adoption of Wind and Solar Energy a Realtiy), siehe http://www.bcg.ru/documents/file41973.pdf

    sind heute alle diese Speicher teurer als wenn man die eletkrische Energie direkt ab Gaskraftwerk erzeugen würde.

    Herr Lohmann, da müssen sie wirklich hoffen, dass stimmt, was sie geschrieben haben, dass nämlich nur geringe Speicherkapazitäten notwendig sind.
    Stimmt das nicht wird es entweder sehr teuer oder es gibt Black-Outs.

  5. Stromspeicher: worst case=>Blackout?

    Worst Case: Mehr als eine Woche (fast) keine Sonne und (fast) kein Wind. Ja das kommt vor.
    Will man nicht Blackouts in Kauf nehmen hilft eine Betrachtung des mittleren “Wetters” nicht. (Zitat)
    Und noch einmal möchte ich darauf verweisen, dass eine empirische Untersuchung der Stromnachfrage und des Wetters auf europäischer Ebene ergeben hat, dass der Speicherbedarf weit geringer ist als vermutet, weil Windstille oft mit Sonne einhergeht und Regen mit Wind

    Mag Windstille oft mit Sonne einhergehen, so würden trotzdem die Wenigsten 3 Mal im Jahr einen Blackout in Kauf nehmen, weil eben 3 oder mehr mal im Jahr Flaute und bedeckter Himmel gleichzeitig vorherrschen.

    Der folgende Artikel The Fake Fire Brigade Revisited #4 – Delivering Stable Electricity (siehe http://www.theoildrum.com/node/6957 ) spielt genau diesen Worst Case durch.
    Resultat: Weder Speicher, noch Hochspannungsleichstromübertragung über weite Strecken noch Smart Grids können längere Produktionslücken überbrücken.Der Artikel wählt als Fallstudie allerdings nur die Windstromproduktion in einigen europäischen Ländern. In einem Kommentar zum Artikel wird jedoch darauf hingewiesen, dass auch Strom aus Solarpanels längere Produktionslücken nicht ausschliesst. Es gibt also mit Sonne immer noch Black-Outs, wenn auch weniger.

  6. Kennt Herr Lohmann den Anteil…

    …des Solarstroms an der Gesamtstromversorgung in Deutschland – und beherrscht er die Grundrechenarten?

    Hier ein paar Fakten für Herrn Lohmann und alle anderen, die glauben, mit Solarstrom könne man einen nennenswerten Anteil zur Stromversorgung leisten, nämlich die Zahlen zur Stromversorgung im Jahre 2009:
    Braunkohle 24,5%
    Kernenergie 22,6 %
    Steinkohle 18,3 %
    Erdgas 12,9 %
    Heizöl/Sonstiges: 2,1 %
    Übrige 4%
    Wind 6,3 % (aus 21.000 Windrädern!!)
    Biomasse 4,2 %
    Wasserkraft 3,2 %
    Photovoltaik = „Sonnenstrom“ 1 %
    Konventionelle Energien: 84,4 % -Erneuerbare Energien: 15,6 %!

    Ein Prozent, das ist ein Hundertstel des gesamten im Jahre 2009 verbrauchten Stroms, kommt von der Sonne, die offenbar doch eine Rechnung schickt, in 2009 sind es 8 Milliarden Euro, die zur Subventionierung dieses lächerlich geringen Anteils aufgebracht werden müssen!
    Kein Solarstromproduzent verbraucht den eigenen Solarstrom selbst, sondern speist ihm für über 40 Cent pro Kilowattstunde ins Netz ein. Der eigene Strombedarf wird für ca. 20 Cent pro Kilowattstunde gedeckt – das ist doch eine völlig irrsinnige Wirtschaft!
    Und wenn z. B. der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbarer Energien (BEE), Dietmar Schütz, erklärte, „eine reine Kostenbetrachtung sei keine Grundlage für eine seriöse Bewertung. Jeder Euro, der in den Ausbau der Erneuerbaren investiert wird, bringt schon heute einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen”, dann ist das die Erkenntnis eines Mannes, der offenbar vom Funktionieren eines modernen Industriestaates nicht die geringste Ahnung hat. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Solarenergie ist ein Hirngespinst, die aberwitzige Solarförderung ist eine Abzocke für Solaranlagenbesitzer und eine gigantische Geldvernichtung für die übergroße Mehrheit der StromverbraucherInnen!
    Jeder, der diesen Aberwitz als Investition in die Zukunft sieht, hat keinen blassen Schimmer von Energieversorgung.

  7. @Quentmeier: Irrsinn?

    Mir ist die Relevanz der Aussage nicht klar, dass erst rund ein Prozent unseres Energiebedarfs durch Photovoltaik gedeckt wird. Wenn sich die einzelne Anlage 2017 rechnet, rechnet sie sich. Punkt.

    Sie mögen den volkswirtschaftlichen Nutzen ignorieren, aber Fakt ist, dass die Solarbranche mehr Geld in die öffentlichen Kassen spült als sie den Steuerzahler kostet. Vielleicht mag der Unterschied bei anderen Industrien größer ausfallen, aber so what? Sie rechnet sich auch für den Bürger, der nicht selbst die Anlage auf dem Dach hat.

    Noch ein Wort zu Speichern an Martin Holzherr: Klar sind die meisten Speicher heute noch nicht wirtschaftlich – welcher Prototyp ist das schon? Aber wenn börsennotierte Unternehmen darin für sich einen wesentlichen Zukunftsmarkt sehen, ohne dass ihnen die Aktionäre davon laufen, ist vielleicht auch wirtschaftlich was dran. Bezüglich der Umwandlungseffizienz bei Wasserstoff: Wenn die Energie “kostenlos” von der Sonne geliefert wird und im Überschuss vorhanden ist, kann man die Umwandlungseffizienz weitgehend vernachlässigen. (Die Anschaffung der Anlagen muss sich natürlich irgendwann amortisieren.)

    Und der Blackout: Wenn europaweit weder Wind noch Sonne Strom erzeugen, sodass andere, verlässliche erneuerbare Energien nicht in hinreichendem Überschuss vorhanden sind, und dieser Zustand tagelang anhält, dann liegt vermutlich eine globale Katastrophe vor und wir haben andere Sorgen. Die Geschichte der Wetterbeobachtung gibt so ein Szenario jedenfalls nicht her. Man darf auch nicht vergessen, dass selbst bewölkte Tage Solarstrom liefern. Und mal ehrlich: Rund um die Uhr Finsternis in Spanien und Nordafrika, Flaute in ganz Skandinavien… das klingt doch schon absurd.

    Übrigens gehe die Szenarien mit 100 Prozent EE immer davon aus, dass die installierte Überkapazität größer ist als heute, sprich, dass wir vor allem Wasserkraft und Biomasse nur abrufen, um Lücken bei Wind und Sonne zu kompensieren.

  8. Heilige Einfalt, Herr Lohmann!

    „Mir ist die Relevanz der Aussage nicht klar, dass erst rund ein Prozent unseres Energiebedarfs durch Photovoltaik gedeckt wird.“ Können Sie sich unter „ein Prozent“ überhaupt irgend etwas vorstellen? Offenkundig nicht, sonst würden Sie nicht so naiv daherreden!
    Der Anteil des Solarstroms an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland ist trotz bisheriger Subventionen in zweistelliger Milliardenhöhe, die von allen Stromverbrauchern aufgebracht werden müssen, lächerlich gering! Für alle Solaranlagen, die in den letzten Jahren errichtet werden, gibt es eine Abnahmegarantie für den erzeugten Solarstrom, der auch noch – trotz stark schwankender Solarstromerzeugung – bevorzugt abgenommen werden muß. Und diese Abnahmegarantie gilt für 20 Jahre! Und noch mal zur Wiederholung: Kein Solarstromproduzent verbraucht den eigenen Solarstrom selbst, sondern speist ihm für über 40 Cent pro Kilowattstunde ins Netz ein. Der eigene Strombedarf wird für ca. 20 Cent pro Kilowattstunde gedeckt – wirtschaftlich kompletter Unsinn!
    Die installierte Solarstrom-Kapazität steigt unaufhaltsam und damit auch die Subventionen: zu den bis Ende 2009 installierten 10.000 MW kommen allein 2010 noch mindestens 6000 MW hinzu. Allein diese neu installierten 6000 MW verschlingen in den nächsten 20 Jahren mindestens 8 Milliarden Euro Subventionen, ganz gleich, ob sich „die einzelnen Anlagen 2017 rechnen. Punkt.“ (Zitat Lohmann). Diese Art der Stromerzeugung hat keinen volkswirtschaftlichen Nutzen, sie schadet nur!
    Der „Solar- Schuldenberg“, so der „Spiegel“ wächst jedes Jahr rasant an. Dazu ein erhellender Artikel: http://www.spiegel.de/…men/0,1518,707534,00.html
    Noch ein Lohmann-Zitat: „Man darf auch nicht vergessen, dass selbst bewölkte Tage Solarstrom liefern“. Das stimm zwar, aber in welcher Menge? Betrachten wir die Ende 2009 installierte Solarstrom- Leistung von 10.000 MW: die volle Leistungsabgabe kann aber auch bei strahlend blauem Himmel nur um die Mittagszeit im Hochsommer erreicht werden, wenn die Sonne senkrecht auf die Solarmodule einstrahlt. Schiebt sich auch nur eine schöne weiße Kumuluswolke vor die Sonne, dann sinkt die Leistungsabgabe schon deutlich ab. Und was ist bei bewölktem Himmel mit regnerischem trüben Wetter? Dann können Sie froh sein, wenn es 10% = 1000 MW sind, die Ihre hochsubventionierten – und meist in China gefertigten -Solarmodule liefern! Und morgens und abends, wenn die Sonne sehr schräg auf die Module einstrahlt, wird auch bei blauem Himmel nur ein Bruchteil der installierten Leistung abgegeben.
    An jedem Tag gibt es drei „Belastungsspitzen“ mit besonders hohem Strombedarf: morgens von 6-9 Uhr, um die Mittagszeit von 11-14 Uhr und abends von ca. 17-20 Uhr. Mehr als ein halbes Jahr trägt die Solarenergie zur Deckung des Strombedarfs morgens und abends gar nichts bei, da ist es nämlich dunkel. Und selbst im Hochsommer gilt: morgens und abends, wenn die Sonne sehr schräg auf die Module einstrahlt, wird auch bei blauem Himmel nur ein Bruchteil der installierten Leistung abgegeben. Und um die Mittagszeit gibt es eher selten den dringend benötigten strahlend blauen Himmel – denken Sie doch einmal an den letzten Sommer zurück! Für jedes MW installierter Solarstromleistung muß ein MW konventioneller Kraftwerksleistung (Kohle, Gas, Atom) bereitstehen. (Zur Speicherung von Strom demnächst mehr!)
    Fazit: Solarstrom ist wirtschaftlich völliger Irrsinn, aberwitzig teuer, von der abgegebenen Leistung vernachlässigbar wenig und für die bundesdeutsche CO2-Bilanz nahezu bedeutungslos – und für die globale CO2-Bilanz einfach nur lächerlich gering.

    PS. Auch wenn die Subventionen für Windstrom geringer sind und der Anteil an der deutschen Stromerzeugung 6,3 % (im Jahre 2009) betrug, gelten die prinzipiellen Einwände gegen Solarstrom auch für Windkraftwerke!

  9. Netzparität von Solarstrom wird teuer

    Ab 2017 wir die Netzparität erreicht, Solarstrom wird dann vom Solarpanel zum Endverbraucherpreis geliefert. Da der erzeugte Strom vom Solarpanelbesitzer ins Netz eingespiesen wird und vom Netz dann auch gemanagt werden muss (inklusive Speicherung bei Überschuss), sollte man den Solarstrompreis jedoch mit dem Preis ab Kraftwerk (z.B. Gaskraftwerk) vergleichen.
    David Stickelberger von Swissolar schreibt dazu (siehe http://blogs.ethz.ch/…energie-ab-jedem-hausdach/ ) :
    Wir rechnen mit einer jährlichen Kostensenkung von Solarstrom um 10%. Heute liegt er in der Schweiz bei ca. 60 Rp./kWh, bis 2020 somit ca. 20 Rp./kWh. Gleichzeitig steigt der Strompreis und wird 2020 bei 25-30 Rp./kWh liegen (bei allerdings grossen Unterschieden innerhalb der Schweiz). Damit lohnt es sich für den Hausbesitzer, seinen eigenen Solarstrom zu produzieren. Mit dem Preis ab Klemme Grosskraftwerk kann zu diesem Zeitpunkt Solarstrom noch nicht konkurrieren.

    Fazit:
    – Der Solarstrompreis erreicht schon 2017 Netzparität, weil bis dann auch der Strompreis gestiegen ist – unter anderem wegen der auf den Strompreis umgeschlagenen Einspeisevergütung.
    – Auch bei Netzparität braucht es die Einspeisevergütung, denn der Verbraucher wird nicht autark – eine Batterie als Speicher wäre viel zu teuer -, sondern er nimmt das Netz in Anspruch um Strom, den er selbst erzeugt, aber gerade nicht braucht (bei einer Privatwohnung am Tag), loszuwerden.
    – Die Netzbelastung durch den synchron mit der Sonne an- und abschwellenden Photovoltaikstrom wird umso grösser, je mehr Solarpanels am Netz sind. Damit steigen auch die Kosten für die Regelenergie
    – Da Strom aus Stromspeichern teurer ist als Strom ab Kraftwerk steigt der Strompreis deutlich bei einer Lösung mit Stromspeichern als Regelenergie. Steigender Strompreis (wegen dem grossen Anteil an Photovoltaik) und sinkende Modulpreise machen den Solarstrom dann noch attraktiver für den Solarpanelbesitzer, es werden mehr Panels gekauft, was noch mehr Regelenergie benötigt.

  10. Nachtrag zu Kosten

    Viele haben es vermutlich schon den Medien entnommen, hier aber noch einmal der Hinweis auf eine Stellungnahme der Bundesnetzagentur, die ja nun wirklich nicht Öko-Lobby-verdächtig ist: Die Kernaussage lautet, dass Ökostrom den Großhandelspreis so sehr gesenkt hat, dass die Stromanbieter ihre Endkundenpreis um 3 Cent senken könnten, ohne weniger als vor dem Ökostromboom zu verdienen. Anders formuliert: Die Einspeisevergütung kostet die Stromkonzerne so viel, wie sie durch Ökostrom sparen. Jede Preiserhöhung der letzten Jahre ist also reine Geldmacherei auf Kosten der Kunden des Images des Ökostroms.

    http://www.derwesten.de/…uege-vor-id3977995.html

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