Verkohlte Kunden

BLOG: Öko-Logisch?

Umwelt sind Du und ich
Öko-Logisch?

Kohle (Foto: Gabi Schoenemann/Pixelio)

Kennen Sie dieses Gefühl? Sie sitzen vor dem Fernseher oder im Kino und müssten laut lachen, obwohl die Szene gar nicht lustig, sondern bestenfalls ungewollt komisch ist? Mir ging das zuletzt so in Werbepausen – wenn einer der vier Energieriesen E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW mit seinem Engagement für erneuerbare Energien warb. Der klimaschädlichste Anbieter von allen, Vattenfall, sammelt jetzt auf einer eigenen Website Unterschriften für den Klimaschutz. Fallen Sie drauf rein?

Vattenfall schreibt in seinem Klimareport, dass die Politik noch bis 2040 warten könne, bevor klimaschützende Maßnahmen eingeführt werden müssten. Vattenvall investiert Milliarden in neue Kohlekraftwerke, unter anderem die Rekorddreckschleuder in Moorburg – wo der Konzern auch gegen Wasserschutzauflagen klagt. Um diese CO2-Schleudern in frühestens 12, eher 15 oder mehr Jahren mit CO2-Abscheidern ausrüsten zu können, will Vattenfall vom Staat 10 Milliarden Euro Forschungsförderung. Endlagerung – wie der Atomenergie – mal wieder ungelöst. Aus Windkraft erzeugt der Konzern in Deutschland 0,04 Prozent seines Stromaufkommens.

Der einfachste und wirksamste Klimaschutz ist für Verbraucher immer noch der Wechsel zu einem Ökostromanbieter. Fünf Minuten für ein Online-Formular oder eine Postkarte, und das war es. Oder lassen Sie sich lieber weiter von den Kohle- und Atomkonzernen verkohlen?

Foto: Gabi Schoenemann/Pixelio

Veröffentlicht von

www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

13 Kommentare

  1. Unrealistische Berichterstattung

    der Kommentat beruht auf einer unrealistischen Berichterstattung.

    Die Endlagerfrage der Kernenergie ist lediglich oekologisch (irrational) ungeloest. In der Realitaet ist die Kernenergie die Energiequelle die – nach Erdgas – die geringste Menge an Abfaellen wie auch Problemabfaellen verursacht. Warscheinlich ist es auch die einzige Energiequelle die in der Zukunft die fossilen Brennstoffe abloesen kann ohne eine massive Verarmung, Rueckschritt der Erdbevoelkerung auszuloesen.
    Kohle ist der Brennstoff der nahen Zukunft. Kohle hatte den groessten absoluten Zuwachs in den vergangenen Jahren. Grosse Reserven und moderate Foerderungskosten geben diesem Brennstoff gute Perspektive.

    Wind, Sonne und Co werden in der Regel von den Medien als Zukunftsenergien bejubelt wobei die oekologische Begeisterung regelmaessig die Realitaeten ueberwindet. Geringe Energiedichte und Unregelmaessigkeit machen es sehr schwer mit den bekannten Anlagen mehr Energie zu gewinnen als diese fuer Bau und Betrieb benoetigen.

    Vandale

  2. A. Rabe

    Horst Trummler schreibt:
    “Geringe Energiedichte und Unregelmaessigkeit machen es sehr schwer mit den bekannten Anlagen mehr Energie zu gewinnen als diese fuer Bau und Betrieb benoetigen.”
    Würde dies stimmen, dann würden die großen Energiekonzerne wie z.B. Vattenfall ihre 0,4% erneuerbaren Energien nur aus Marketinggesichtpunkten bauen, da nach dieser Aussage sich der Bau in der Gesamtbetrachtung niemals lohnen könnte (Aufwand > Gesamtertrag). Und da Energiekonzerne so große Investitionen letztlich nie ohne langfristige Gewinnabsicht tätigen, muss wohl diese Aussage falsch sein.

    Insgesamt kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass solche Beiträge wie von Herrn Horst Tummler aus einem Marketingbudget finanziert werden. Ich mag mich aber auch irren …

  3. Herr Rabe

    Nein, persoenlich bin ich von der Oekoreligion derzeit nicht betroffen. Ich lebe in einem arabischem Land. Die Menschen hier haben bereits eine Religion die andere Goetter, auch oekologische, nicht erlaubt. Es ist einfach ein ziviles Engegament zugunsten des eigenen Landes in das ich vielleicht zurueckkehre. Dann ist es natuerlich verhehrend wenn viele Industrien und damit potentielle Arbeitsplaetze der Oekoreligion zum Opfer fallen, oder oekologische (irrationale) Energiepreise die Menschen verarmen lassen.

    Das Menschen und auch Konzerne viel Geld in ungeeignete Energieerzeugungsformen stecken ist der Opportunitaet und dem EEG geschuldet. Dieses Gesetz erlaubt die Einspeisung dieser Energieformen vorrangig zu einem Vielfachen des ueblichen Preises. Deutsche Versorger bauen gerne Windparks ausserhalb des eigenen Versorgungsgebiets. Den Schaden durch die Flackereinspeisung unbrauchbaren Stroms muessen dann Andere tragen.

    Vandale

  4. Klimaschutz – eine deutsche Hysterie

    Dieses ständige Gerede von Kohlekraftwerken als „Dreckschleudern“ hängt mir zum Halse raus– solche Parolen können wohl nur von Leuten kommen, die keinen blassen Schimmer haben, wie ein moderner Industriestaat wie Deutschland mit Strom versorgt wird. Bundesweit werden (Angaben für 2007) 46 % des benötigten Stroms in Braun- und Steinkohlekraftwerken erzeugt, dazu kommen 22% aus Kernenergie und 12% aus Erdgas, macht zusammen 80 %. Die hochgelobte Windkraft bringt mit 20.000 (sic!) Windrädern unter Einsatz von Milliarden Euro Subventionen gerade einmal 6,6 %. Viele Kohlekraftwerke sind über dreißig Jahre und somit auf dem Stand der 70er Jahre. Der Wirkungsgrad dieser Anlagen ist deutlich geringer als gegenwärtig technisch möglich. Es ist daher dringend geboten, neue Kohlekraftwerke wie z.B. Moorburg zu bauen und die älteren Anlagen vom Netz zu nehmen. Kohlekraftwerke sind keine Umwelt- verschmutzenden Monster, sondern Anlagen, die zur Sicherheit der Stromversorgung gerade für die Grundlast unverzichtbar sind.
    Wer glaubt, die Stromversorgung mit Windkraftwerken zu sichern, möge sich bitte einmal die Windgeschwindigkeiten für einen Monat oder ein Jahr von einer örtlichen Wetterstation anzeigen lassen oder alternativ die Leistungsabgabe von einzelnen Windrädern betrachten: Im Binnenland werden nur während 10% der Laufzeit die maximale Leistungsabgabe erreicht, an der Küste zu etwa 25%. Um ein einziges Kohlekraftwerk wie das Staudinger – Kraftwerk mit 1100 MW Leistung durch Windräder zu ersetzen, müßten 1100 Windkraft-Monster mit 1 MW erbaut werden (jedes über 100 m hoch!), wenn der Wind ständig mit voller Leistung weht. Da er das bekanntlich nicht tut, müßten es, gemessen an der abgegeben Leistung, ca. 5000 (in Worten: fünftausend!!) Windräder sein. Selbst diese unglaubliche Zahl würde nicht ausreichen, um ein einziges Kohlekraftwerk zu ersetzen, weil es oft genug totale Flaute gibt oder gelegentlich Sturm aufkommt – dann müssen die Windräder abgeschaltet werden. Warum hat wohl die Menschheit das Dampfschiff erfunden, anstatt mit den umweltfreundlichen Segelschiffen Waren aller Art zu transportieren?
    Eine enorme CO2-Einsparung wäre übrigens leicht durch eine Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke zu erreichen, die etwa 150 Millionen t CO2 pro Jahr einsparen. Wenn diese gegen alle wirtschaftliche und ökologische Vernunft abgeschaltet werden sollen, dann müssen eben mindestens 30 zusätzliche neue Kohlekraftwerke gebaut werden!
    Fazit: Ich fühle mich nicht von den Energieriesen verkohlt, nur von Herrn Lohmanns Kommentar!

  5. Weisse Dächer

    In der Zeitschrift SZ-Wissen 12/08 ist ein Artikel, wonach man den Ausstoß von CO2 reduzieren könnte, wenn man Dächer und Straßen weiß anstreicht (Sonnenstrahlung wird ins Weltall zurück reflektiert, Häuser bleiben ohne Klimaanlage kühl)
    (Quelle: Physiker vom Lawrence Berkeley National Laboratory/USA)

    Ein interessanter Gedanke

  6. What else? Tear them down!

    Um es gleich in die richtige Größenordnung zu fassen: Ich würde bei der nächsten Wahl keine Partei wählen, die sich nicht die endgültige Zerschlagung der großen Stromkonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall für die nächste Legislaturperiode zur Aufgabe macht. (in Worten: Punkt)
    Die Werbung von Vattenfall ist schon von einer jämmerlichen Verlogenheit: bedrohlich quillt das Trockeneis allerorts, doch für schlappe 10 Mrd. € aus Brüssel, zum Zwecke der Erforschung der Sequestrierung, „wächst das Rettende auch“. (in Worten: Kauft unseren Strom!)
    Greenpeace seziert das schon ganz richtig, aber auch das was beigebedereske Werbeagenturen für EnBW und Eon ersinnen, steht dieser Lebendigkeit der Lüge in nichts nach.
    Und die berühmt-berüchtigten Klimaskeptiker vom Schlage eines Quentmeier, glauben das, was ihnen der energetisch-militärisch-industrielle Komplex suggeriert.
    Lieber Herr Quentmeier, die Frage ist nicht, ob wir wissen, wie die derzeitige Energieversorgung in D. gewährleistet wird. Die Frage ist, wie das in Zukunft geschehen soll. Und da jetzt Horrorgemälde von 5000 Windpfeilern pro m² an die Wände zu malen, hilft unserer Sache nicht wirklich. Nein, in der Technologie der Generierung von Energie durch Windkraft, von evolutionären Sackgassen wie dem GROWIAN mal abgesehen, hat sich D. einiges Renommeé in der Welt erworben.
    Das, ist eine Art die Energie zu nutzen, die uns unser Sonnensystem völlig umsonst, – bar jeden Gedankens an Probleme der Endlagerung, sei es jetzt in der Athmosphäre oder im Salzbau -, – dieser Hypothek für kommende Generationen, zur Verfügung stellt.
    Die Windkraft ist ein Pfad auf dem großen Weg, den Tanker unserer globalen Energiewirtschaft in zukunftsfähige Bahnen zu steuern. Dr. Pachauri vom IPCC meint, dass das bis 2015 geschehen muss, sonst erreichen wir den Tipping Point in dessen Folge alles passieren wird. So gehört bei einer Klimakonferenz in Freiburg (genannt Freiburg Konferenz: Climate Change as Security Threat) vor zwei Wochen, die in der nationalen Presselandschaft sehr wenig Nachhall fand. Organisiert vom Auswärtigen Amt. Ja, auch Steinmaier war da! Gut, ich nahm ihm seine Betroffenheit ab, und entschloss mich nächstes Jahr einen SUV zu kaufen, wahrscheinlich von Porsche, 200 € Einsparung an Kfz-Steuer bei zigtausend € zum Kauf des Autos, mehr kann man zur Stützung der heimischen Wirtschaft, der Mitigation der Finanzkrise und der Sicherstellung der menschlichen Zivilisation auf der Erde (in dieser Reihenfolge) nicht tun. Das ist ein Schnäppchen, das ich mir nicht entgehen lassen werde.
    Die Verlogenheit unserer Politiker wäre ein weites Feld, das den hiesigen Rahmen sprengen würde, auch wenn Angela Opel rettet bis GM endgültig insolvent ist.
    Orientieren wir uns an den Lösungen, lieber Herr Quentmeier. Das ist eben die meine, die steile These, die übrigens schon 22 Jahre alt ist: eine ökologische Lösung wird es nicht geben, ohne die Herrschaftsverhältnisse auf den Kopf zu stellen, deshalb die Zerschlagung der Stromkonzerne. Klaus Traube schrieb schon damals Bücher über die Energiewende, er ist immer noch aktiv. Ich las sie. Damals ging es noch um ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in Rottweil, und schrieb ein Referat darüber. Das erste Ziel war klar: die Dezentralisierung der Stromproduktion, das Gesamtproblem auf viele Kleine herunterzubrechen, mit wesentlich besserem Wirkungsgrad. Nach Tschernobyl sind weitere hinzugekommen. Die Demokratisierung, es kann nicht mehr angehen, dass Stromgroßabnehmer der Industrie von den Monopolisten bevorzugt werden. Deswegen die Maxime: wer viel Strom braucht, zahlt viel, ganz ohne Veräußerung von Emissionsrechten. Und dann noch die Diversifizierung, heißt Solar, Wind, BHKW, Biomasse usw. Das sind die drei großen D’s, von denen sie noch nie was gehört haben, aber zur von D. ausgehenden Hysterie muss ich ihnen sagen, dass bereits 52 Staaten das Erneuerbare Energien Gesetz von D. als Vorbild genommen haben. Das ist eine Pascalsche Wette, zu der sie sich auf http://www.freiburg-konferenz.de/speeches.htm noch weitere Information besorgen können, unter anderem von Dr. Pachauri.

    Nun zu Problemen vor Ort und in der Praxis. Eigentlich bin ich Lebendwissenschaftler, Dipl. Biol. ganz ohne Dr., aber ich war auch als Lokalreporter aktiv. Da gab es vor einem Jahr in einer 9000- Seelengemeinde folgendes Problem. Ein Unternehmen wollte ein Asbestverseuchtes Firmengelände übernehmen, mit dem Ziel dort ein Biomassekraftwerk zu installieren. Ein kleines Ding, mit gerade mal 2,1 MW Leistung und 355kW Stromproduktion, also deutlich gesteigertem Wirkungsgrad auf der Basis von Holzhackschnitzeln. Die Bestürzung war groß, wenige der Dörfler wollten sich eine solche Energieschleuder antun. Ich promovierte das Projekt in der Jubelpresse und dachte mir, wenn schon jubeln, dann in die richtige Richtung. Sogar die Badische Zeitung sekundierte in meine ‘Richtung: „Das ‘Dorf wird nicht eingenebelt“. Doch die Große Koalition im Gemeinderat, SPD und CDU, Ähnlichkeiten mit größeren ‘Gemeinwesen sind rein zufällig, verhielt sich so wie vorm Ziehen eines Backenzahns und begab sich mit einem Planfestellungsverfahren nach dem anderen dahin das Projekt zu verhindern.
    Was ihnen wahrscheinlich auch gelungen ist.
    Das ist das Problem, dem sich die Dezentralisierung gegenüber sieht. Schafft ein, zwei viele BHKW, – die im örtlichen Gemeinderat scheitern.
    Wobei man das extrapolieren kann. Dr. Pachauri konstatierte in seinem Vortrag, dass 1.6 Mrd. Menschen auf der Welt der Zugang zu Elektrizität fehlt, davon 25% in Indien.. Er schlug viele Solaranlagen vor, um das Problem zu lösen.
    Habe ich im übrigens auf einer Wüstenexkursion durch die Tharr bei Jaisalamer schon selbst so erlebt. Das Kamel, auf dem ich ritt, hieß Mogli und wir kamen an solarzellenbestückten Siedlungen in der Wüste vorbei, bei den uns ihre Einwohner eine eisgekühlte Cola amerikanischer Herkunft anboten. Die Ironie dieses Unterfangens war mir schon damals nicht fremd. Doch ich dachte mir, wenn ich dieses Getränk kaufe, unterstütze ich damit eine ökologische Lösung, die alle Parteien befriedigt. Die Menschen erhalten einen Teil ihrer Investition in barer westlicher Münze zurück (das ist guter Kapitalismus, wenn sie in Weiß und Schwarz Schemata denken wollen, im Gegensatz zu dem der die Welt mit seinen Heiße-Luft-Spekulationen an den Abgrund getrieben hat).
    Genauso sieht es mit Jatropha (sagt Ja zu Jatropha) aus. Diese wunderbare Pflanze, die es vermag mit 500 ml Wasser im Jahr zu gedeihen, ist nicht dazu da unsere SUV im Westen zu befeuern. Nein, sie hält die Wüste und die Erosion zurück und sorgt nebenbei für den Betrieb eines Generators, der ein Dorf in der Einöde der Sahara mit Strom versorgt, und damit potentiell zum weltweiten Grid des WWW Verbindung herstellt.
    Nein, lieber Herr Quentmeier, es ist nicht so, dass wir tumpe Protagonisten einer Hysterie wären, der in Wirklichkeit jede Legitimation fehlt. Es ist nicht so, dass wir Lösungen, die seit 20 wenn nicht 30 Jahren auf der Hand liegen verschweigen würden und selbst keine anderen Alternativen hätten als das Ziehen der Steckdose.
    Es ist genau so, dass die Herrschaftsverhältnisse in eine andere Richtung laufen.
    Claire hat es an der Freiburger Konferenz auf den Punkt gebracht. Sie ist Britin und arbeitet für Global Witness, sieht die Stärken ihrer Organisation vor allem im Kampf gegen die Blood Diamonds, z. B. des Kongo und natürlich gegen die allgegenwärtige Korruption der Lobbyisten.
    Sie meinte zu mir zum Fortgang der Konferenz: It’s like the financial crisis. They just let it happen!

  7. Wohlstandshobby Windkraft

    Wohlstandshobby Windkraft

    Sehr geehrter Herr Frietsch,

    offenbar lieben Sie das neue „Wohlstandshobby“ Windkraft (Carl Christian von Weizsäcker, s. u.) über alles, so daß Sie alle wirtschaftliche und ökologische Vernunft fahren lassen.

    Sie haben in Ihrer langen Erwiderung auf meinen Beitrag keines meiner Argumente entkräftet oder widerlegt. Statt dessen träumen Sie von Systemveränderung und der Zerschlagung der großen Stromkonzerne und davon, „die Herrschaftsverhältnisse auf den Kopf zu stellen“.
    In den Ländern des real existierenden Sozialismus waren die Herrschaftsverhältnisse auf den Kopf gestellt – es gab keine Energie- und Stromkonzerne. Was war das Resultat? Der Energieverbrauch pro Kopf war doppelt so hoch wie in den westlichen Ländern, Filteranlagen in den Kraftwerken gab es nicht und die Umwelt wurde in erschreckendem Maß verschmutzt und ruiniert. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus durften die bösen Kapitalisten (auch die von Ihnen gescholtenen Stromkonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall) alle Schäden beseitigen (und natürlich alle Kosten dafür tragen). Nur kapitalkräftige Unternehmen waren in der Lage, in den neuen Ländern eine moderne Energieversorgung sicherzustellen und in ganz Deutschland zu erhalten und ständig zu erneuern!

    Mit Wunschdenken, Naivität und Politgeschwafel können Sie keinen Strom erzeugen. Kennen Sie das Einheitsfrontlied von Brecht und Eisler?

    „Und weil der Mensch ein Mensch ist,
    braucht er was zum Essen, bitte sehr!
    Es macht ihn ein Geschwätz nicht satt,
    das schafft kein Essen her.“
    Der moderne Mensch braucht auch Energie in vielerlei Form (Kraftstoffe, Wärme – und eben auch Strom!). Diese Energien werden weder durch Geschwätz noch durch Tagträume erzeugt.
    Hier noch einmal die Fakten zur Stromerzeugung im vergangenen Jahr:
    In 2007 wurde die Stromversorgung in Deutschland durch folgende Energieträger gesichert:
    Braunkohle 24,0%
    Kernenergie 22,3 %
    Steinkohle 22,3 %
    Erdgas 12,0 %
    Heizöl/Sonstiges: 5,1 %
    Wind 6,6 % (aus 20.000 Windrädern)
    Biomasse 3,7 %
    Wasser 3,4 %
    Photovoltaik 0,5 %
    Konventionelle Energien: 85,8 % -Erneuerbare Energien: 14,2 %.

    Der Anteil der Windkraft ist also trotz Milliarden Euro Subventionen und weiträumiger Landschaftsverschandelung mit 6,6 % sehr bescheiden – und eben nur möglich, weil konventionelle Kraftwerke auf halber Kraft und damit unwirtschaftlich in Bereitschaft gehalten werden müssen, um die vielen windschwachen oder gar windstillen Phasen zu überbrücken.
    Sie haben keinerlei Antwort auf die Frage gegeben, was bei Windstille denn zu tun sei. Ich kann die Frage gar nicht oft genug wiederholen: Haben Sie sich eigentlich mal überlegt, warum die Menschheit Dampfschiffe erfunden hat und die Windmühlen erst durch Dampfmaschinen, dann durch Verbrennungsmotoren ersetzt hatte?

    Abschließend noch ein köstliches Zitat von Carl Christian von Weizsäcker aus der Siegener Zeitung vom 6.11.2004: „Deutschland leiste sich das volkswirtschaftlich unvernünftige “Wohlstandshobby einer milliardenschweren Förderung” der erneuerbaren Energien….Die Kosten der Kohlendioxid-Reduzierung durch Windräder und andere erneuerbare Energien seien viel höher als die der Verminderung durch moderne Kohle-, Erdgas- und Kernkraftwerke. … “Wollen Deutschland und die EU wirklich eine sinnvolle Klimapolitik betreiben, dann ist auch hier vor allem eines gefragt: Eine nüchterne Kostenrechnung.”
    Die Annahme, Ballungsgebiete wie z. B. Mexiko-Stadt, Wuhan (China) oder Kalkutta (Indien) “werden sich energetisch aus Windrädern und fotovoltaischen Anlagen speisen, ist kabarettreif”. Die Forcierung der “sehr teuren” erneuerbaren Energie sei zu beenden. …Das Bremer Energie Institut meint, die Subventionen für Windkraft seien “viel zu hoch”. Jede eingesparte Tonne CO2 koste 50 bis 100 Euro, wenn ein konventionelles Kraftwerk durch Windräder ersetzt werde. Die gleiche CO2-Minderung sei “viel billiger” zu haben, wenn etwa Kohlekraftwerke mit leistungsstärkeren Turbinen und Öko-Technik “nachgerüstet” werden. Eine eingesparte CO2-Tonne koste lediglich 10 Euro. Das Bremer Institut fordert, die Windkraft-Subventionen um 80 Prozent zu kürzen. Berlin will, dass bis 2010 Einspeisungsvergütungen von 23 Mrd. Euro gezahlt werden auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.
    Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen geht davon aus, dass das Öko-Strom-Gesetz bis 2010 rund 23.000 Arbeitsplätze vernichten wird: Aluminium-, Chlor-, Zement-, Stahl- und Papierfabriken werden ins Ausland verlagert. Zudem habe private Haushalte aufgrund des Strompreisanstiegs pro Jahr 600 Euro weniger für den Konsum. In diesem Jahr erhöht die Einspeisungsvergütung den Strompreis um insgesamt 2,1 Mrd. Euro. Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle erwartet, dass die Zahl der Jobs, die in der Öko-Strombranche entstehen, erheblich niedriger ist als die der Arbeitsplätze, die vernichtet werden.“

  8. Think small! But exponentiate it.

    Sehr geehrter Herr Quentmeier,

    Sie sind mir ja richtig sympathisch. Weil Sie einen Fehler in Ihrer Entgegnung nicht begannen haben, wiewohl er in ihrer Überschrift Anklang fand: Klimaschutz – eine deutsche Hysterie.

    Wir müssen uns jetzt glücklicherweise nicht, über die bewiesene Tatsache des menschinduzierten (AGW: Anthropogenic Global Warming) Treibhauseffekt unterhalten, das überlasse ich lieber den Klimawissenschaftlern, auf seine Konsequenzen wurden in der Freiburger Konferenz, und nicht nur da, hingewiesen.
    Stattdessen zitiere ich eine Rede Obamas vergangener Woche, wie auch an anderer Stelle in der Zeit-Community, weil sie einfach sehr gut passt.
    “Now is the time to confront this challenge once and for all. Delay is no longer an option. Denial is no longer an acceptable response. The stakes are too high. The consequences, too serious.”
    Das ist der derzeitige geopolitische Stand der Dinge, auch wenn man sich hüten sollte, Politikern zu glauben, scheint es mir schon so, da die Zeit des Wahlkampfs vorbei ist, dass in Amerika einiges in Gang gekommen ist.

    Und sie haben sich weiterhin sympathisch gemacht, sie haben das Einheitsfrontlied von Eisler zitiert. Richtige Vermutung, das findet sich tatsächlich auf einer meiner Festplatten und ich liebe dieses Lied, auch wenn ich daraus andere Schlüsse zog.
    Meine liebste Version ist die von Ernst Busch, dem die Nazis im KZ dann die Zähne ausgeschlagen haben. Sie beginnt grandios und heißt folgerichtig: an die Nachgeborenen: 1934, Einheitsfrontlied… (1934, als alles zu spät war, soviel zur Linken)
    „Und weil der Prolet ein Prolet ist,
    drum wird ihn kein anderer befreien,
    es kann die Befreiung der Arbeiter nur,
    das Werk der Arbeiter sein.*
    Doch ansonsten reden wir aneinander vorbei.
    Auf die Windkraft haben Sie sich ja eingeschossen. (Was ist passiert, hat man Ihnen einen Windmast in das Vorgärtchen gestellt?)
    Bin ich doch in meinem Text nur ganz kurz und explizit drauf eingegangen. Ich zitiere:
    „Die Windkraft ist ein Pfad auf dem großen Weg, den Tanker unserer globalen Energiewirtschaft in zukunftsfähige Bahnen zu steuern.“
    Wissen Sie was das ist? Pfad, Weg, Bahn? Das ist eine lupenreine Klimax, sogar Reich-Ranicki würde mir das zugestehen. Und gleich von mir in das richtige Verhältnis gestellt, von Ihnen dann die Information, dass die Windkraft 6,6% des derzeitigen Energieaufkommens in D. ausmacht. Mehr verlang ich doch gar nicht.
    Folgende Information von mir zur Güte vom Bundesverband WindEnergie e. V:
    „Die deutschen Windkraftanlagen-Hersteller erobern sich zusehends neue Märkte. Deutschland ist zwar mit den meisten Turbinen noch immer Windkraftweltmeister, aber in 2004 hat mit Spanien erstmals ein anderes Land mehr neue Windräder errichtet als Deutschland, und 2005 liefen die USA den Deutschen den Rang ab. Die Strategie der deutschen Hersteller ist richtig: Bei sinkenden Wachstumsraten (woran erinnert mich das bloß) im Inland orientieren sie sich verstärkt an wachsenden Auslandsmärkten: Neben D. sind Spanien, Portugal, USA, China und Indien derzeit die größten Märkte für Windenergie.“
    Heißt summasumarum nur, die Windenergie ist ein Wachstumsmarkt und schafft Arbeitsplätze.
    Mehr habe ich nicht behauptet, schon gar nicht, dass sie die Lösung für alles sein wird. Aber auch ich habe in meinen Texten Fehler gemacht. Zum Beispiel habe ich das mit der Diversifizierung zu früh abgebrochen. Ich hätte schreiben müssen, BHKW, Wind, Solar, Biomasse, einfach alles, was es uns ermöglicht die Zivilisation auf dieser Erde zu erhalten.
    Ich bin kein Feind der Technik und der Wissenschaft. Da gibt es noch viel mehr Ideen, und für jede bin ich dankbar. Da gibt es Gezeitenkraftwerke, Wellenkraftwerke, und in Norwegen experimentieren sie mit Osmosekraftwerken, befeuert aus dem Aufeinandertreffen von Süß- und Salzwasser.
    Worauf sie überhaupt nicht eingegangen sind in meiner Argumentation, sind Blockheizkraftwerke. Denn das ist ein Konzept, das sich aus meiner politischen Erfahrung vor Ort speißt. Die Dezentralisierung ist ein wichtiger Punkt meiner politischen Sozialisation, und den gegenwärtigen Produktionsverhältnissen diametral entgegengesetzt. Deswegen der richtige Schritt, die Zerschlagung der Stromkonzerne, die hier, noch, politisch nicht durchsetzbar ist (s. Fußnote), aber aufgrund einiger meiner verdeckt arbeitenden Genossen, Codename Lehman Brothers, scheint da seit dem 15. September einiges in Bewegung gekommen zu sein. 😉
    Kennen Sie EWS Schönau? (Das S heißt schon Schönau, aber so googelt es sich leichter.). 20 Jahre und einige Prozesse gegen EnBW später, war die mutige Gemeinde endlich in der Lage das Stromnetz zu übernehmen und eigenen Strom zu produzieren. Inzwischen eine Erfolgsgeschichte, auch ökonomisch. Wie ich hörte können sie inzwischenl Badenova locker einkaufen.

    Als in unserer AlgII-WG die Frage nach dem Stromzulieferer anstand, entschieden sich meine Mitbewohner für die Badenova, die uns ökologischen Strom versprach. Ich recherchierte weiter und stellte fest, dass das mit dem Grünen ‘Strom für Privatkunden schon zutrifft, die Badenova das allerdings mit ihren Industriekunden, denen sie weiterhin dreckigen Strom liefert, finanziert.
    Für Sie bin ich ein Träumer, ich muss Ihnen entgegnen eher ein Alpträumer, und mir Geschwafel vorzuwerfen, ist insofern ungerecht, denn in 40 Jahre des Kampfes ist schon sehr viel Erfahrung mit den Menschen dieser Gesellschaft eingeflossen.
    Ich sehe die Widerstände.
    Und Sie sehen am Beispiel mit Badenova, das ich versuche alles zu durchdenken, und gerade im Kleinen, auf kommunaler Ebene sehr viel Erfahrung gesammelt habe. Da ist z. B. die eine Gemeinde, nennen wir sie March, die sich in eine 15-jährige vertragliche Abhängigkeit von EnBW begibt. Und da ist die andere Gemeinde, drei Kilometer weiter, nennen wir sie Umkirch, die ihren Vertrag mit EWS beschließt. Sie sehen schon: im Kleinen wird es sich verändern, wenn Euch denn die nötige Zeit bleibt. Insofern bin ich auch wirklich kein Feind des Kapitalismus, solange bessere Konzepte vertreten werden und nicht die schiere Macht der Monopolisten sich durchsetzt.
    Sie meinen, den größeren Blick auf das Gesamte zu haben, die gegenwärtigen Sachzwänge, vor denen auch unsere Politiker winseln, sobald ihnen von den Lobbyisten der Industrie mit Arbeitsplätzen gedroht wird.
    Ich sehe die verschwendeten Ressourcen dieser Gesellschaft.
    „Was soll denn bei Windstille geschehen?“, fragen sie mich.
    Da nutzen wir die Energie der kommenden Scheiterhaufen! (s. Fußnote)

    *Wohlgemerkt, keine Arbeiterklasse, keine Partei, die sie zwangsläufig befreien wird! Und aus dem Proletariat wurde das Prekariat, was Marx nicht voraussah, allenfalls als zu verachtendes Lumpenproletariat.
    Deshalb muss ich Ihnen sagen, um die Masken fallen zu lassen, dass ich Anarchist bin, schon vor ’89, also schon sehr lange, mich keine Partei mehr interessiert, die im Bundestag vertreten ist (deshalb die Einleitung, dass ich keine Partei wählen würde, die sich nicht die Zerschlagung der Stromkonzerne zum Ziel gesetzt hat, darin ist die Einsicht verborgen: Keine!) und auch keine, die sich außerhalb davon blustert. Ganz einfach weil ich festgestellt habe, dass unserer uns regierenden Polit-Kamarilla während der Legislaturperiode mit anderen Mitteln der INFORMATIONSWEITERGABE wesentlich mehr zuzusetzen ist. >(Zur aktuellen Entwicklung: es scheint ihnen zu meiner Schadenfreude zurzeit nicht wirklich gut zu gehen, seit den Genossen Lehman Brothers!
    Und wenn alle Stricke reißen?, dann gibt es auch noch das einzige Lenin-Zitat, dass ich jemals für wirklich schlüssig hielt: Die Kapitalisten werden uns auch noch die Stricke verkaufen, an denen wir sie schließlich … Kapiert?)

    ** Die Taktik, das wirklich Zwingende( vielleicht problematische) in Fußnoten unterzubringen, habe ich übrigens von der Klimakonferenz in Bali gelernt. Wir harren der Dinge die da in Poznan kommen werden.

  9. 100% erneuerbare sind möglich!

    Schon seit Jahrzehnten fristen hocheffiziente und damit umweltfreundliche Energietechnologien ein Schattendasein. Fertig entwickelt werden sie aufgekauft oder gar zerstört. Nicht selten werden deren Erfinder ruiniert. Beispiele gibt es genug. Auch derartige Diskussionen zeigen, dass diesen endlich zum Durchbruch verholfen weden muss. 100% erneuerbare Energien sind möglich. Schneller als manscher fürchten mag die meisten aber zu hoffen wagen!

  10. Vattenfall/RWE

    RWE ist laut PWC noch dreckiger als Vattenfall…mit Emissionen um 127 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Ob “Pro Klima Strom” oder “Klimaunterschrift”…unglaubwürdiges Greenwashing par excellence!

  11. Windkraft – wirtschaftlicher Unfug

    Sehr geehrter Herr Frietsch,
    leider sind Sie auf meine Frage „Was tun bei Windstille“ überhaupt nicht eingegangen. Sie lieben es offenbar, wider alle wirtschaftliche Vernunft an dem Wohlstandshobby Windkraft festzuhalten. Sie haben recht: ich mag die Windkraft nicht – weil sie teuer, ineffizient, landschaftsverschandelnd, wirtschaftlich völlig unsinnig ist und zur CO2-Einsparung nicht nennenswert beiträgt.
    Egal wie viele Windmühlen gebaut werden – es reicht nicht aus, um auch nur ein einziges Kohlekraftwerk oder Kernkraftwerk vom Netz zu nehmen
    Im Binnenland werden nur während 10% der Laufzeit die maximale Leistungsabgabe erreicht, an der Küste zu etwa 25% = ca. 2000 Betriebstunden, die aber völlig unregelmäßig über das Jahr verteilt sind. Um ein einziges modernes Kohlekraftwerk mit 1000 MW Leistung durch Windräder zu ersetzen, müßten 1000 Windkraft-Monster mit 1 MW erbaut werden (jedes über 100 m hoch!), wenn der Wind ständig mit voller Leistung weht. Da er das bekanntlich nicht tut, müßten es, gemessen an der abgegeben Leistung, ca. 5000 (in Worten: fünftausend!!) Windräder sein. Selbst wenn die Windräder auf hoher See ins Riesenhafte (5 MW) wachsen, werden noch 200 bzw. 1000 davon benötigt. Selbst diese unglaubliche Zahl würde nicht ausreichen, um ein einziges Kohlekraftwerk (oder Kernkraftwerk) zu ersetzen, weil es oft genug totale Flaute gibt oder gelegentlich Sturm aufkommt – dann müssen die Windräder abgeschaltet werden. Warum hat wohl die Menschheit das Dampfschiff erfunden, anstatt mit den umweltfreundlichen Segelschiffen Waren aller Art zu transportieren?
    Ist das die grüne Wirtschaftslogik: wo bisher eine Anlage reicht, müssen nun zwei parallel einsatzbereit gehalten –und natürlich auch unterhalten und bezahlt werden. Wie lange würde wohl ein Spediteur durchhalten, der für jeden alten Lastwagen, den er ersetzen muß, zwei neue anschaffen würde, z. B. einen für gutes Wetter und einen für Schlechtwetter? Die Pleite wäre vorprogrammiert! Ebenso sicher wäre die energiepolitische Pleite durch den Ausbau der Windenergie, wenn nicht durch milliardenteure Subventionen dieser Unsinn auf Kosten der Steuerzahler am laufen gehalten wird.
    Zum Thema Blockheizkraftwerke: diese können sicher einen Beitrag leisten, ebenso wie gasbetriebene Wärmepumpen mit einem geradezu erstaunlichen Wirkungsgrad. Hier lohnt es sich, zu investieren. Allerdings müssen Sie bei Blockheizkraftwerken bedenken, wo Sie im Sommer mit der Wärme hinwollen. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden – eine Binsenweisheit, die aber leider von vielen linken Traumtänzern beharrlich ignoriert wird. Daher wäre eine der sinnvollsten Möglichkeiten, Energieeinsparungen zu fördern, ein sofortiger Subventionsstopp für Windmühlen und Photovoltaik –und eine Umlenkung dieser Gelder zum Bau von Blockheizkraftwerken (nicht zu viele) und gasbetriebenen Wärmepumpen. Mindestens ebenso wichtig ist eine bessere Wärmedämmung von Millionen Privathäusern und zahllosen öffentlichen Gebäuden („Dämmen, dämmen, dämmen“ sagte kürzlich ein Prof. auf die Frage, wie wir am effektivsten CO2 einsparen können).
    PS. Zum Weiterlesen empfehle ich den Beitrag „Merkel gegen die Umwelt“ und die Kommentare dazu!
    PPS. Zum Einheitsfrontlied: Der volle Text ist mir wohlbekannt, ebenso wie der vieler anderer grottenschlechter linker Kampflieder. Im Vergleich zu dem unsäglichen SED-Lied „Die Partei, die Partei die hat immer Recht“ hat allerdings sogar noch das Einheitsfrontlied noch seine Qualitäten. Generell gilt aber das Zitat vom großen Meister Goethe: „Ein garstig Lied! Pfui, Ein politisch Lied!“ Und was die Befreiung der Arbeiter angeht: das Resultat war Jahrzehnte lang in der Sowjetunion, der DDR, in China und vielen anderen Ländern zu beobachten!

  12. Schwachsinn Ökostromanbieter

    Hallo!
    Bei allem Respekt vor dem Betrag: ein Wechsel zu einem Ökostromanbieter ist ein Ablasshandel wie im Mittelalter. Denn was passiert? Der Öko-Anbieter kauft ein paar Wasserkraft-Zertifikate bei den Norwegern.
    Mehr als ein ruhiges Gewissen wird nicht erreicht. Durch Ökostrom wird kein einziges Gramm CO2 weniger ausgestoßen.

  13. @Michael Kraus: Wahl des Stromanbieters

    Sie haben in einem Punkt Recht, Herr Kraus: Viele Ökostromtarife konventioneller Anbieter funktionieren so, dass diese ihrem normalen Strommix einfach die (uralte) Wasserkraft abzweigen. Echte Ökostromanbieter wie Greenpeace Energy, EWS Schönau oder Lichtblick bauen kontinuierlich eigene regenerative Kraftwerke und erhöhen so den Anteil an Ökostrom im Netz. Ihre Behauptung, Ökostrom vermeide kein CO2, ist somit schlicht falsch. Details zu Strommix und -herkunft finden Sie bei den meisten Ökostromern auf der Homepage.

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