So erhalten auch Sie Agrarsubventionen

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Umwelt sind Du und ich
Öko-Logisch?

Kartoffel (Foto: Pixelio)

Dass mit Subventionen viel Missbrauch getrieben wird, insbesondere in der Landwirtschaft, wäre noch keine Information, die mich besonders überrascht. Aber dass auch Fluggesellschaften davon profitieren, hat mich dann doch verblüfft: Man lade Essen ins Flugzeug, verlasse den Luftraum der EU und kassiere Exportzuschüsse. Die Lufthansa macht's.

Ohne große Recherche wage ich zu behaupten, dass die Lufthansa weder ein besonders eindrucksvoller Produzent von Getreide oder Vieh ist. Ich ziehe ebenfalls in Zweifel, dass die exportierte Bordverpflegung jemals irgendwo anders importiert wird als in den Mägen der Fluggäste. Trotzdem subventionieren wir über Agrarförderungen die ökologisch schädlichen Flüge, die eh schon staatlich verbilligt sind, weil auf Kerosin keine Steuer erhoben wird.

Überhaupt ist fraglich, wieso die EU Agrarexporte fördert, die nichts dazu beitragen, Europäer zu ernähren. Vielmehr führt das dazu, dass unsere Exporte oftmals billiger sind als beispielsweise in Afrika lokal produziertes Hühner- und Schweinefleisch. Wir ruinieren die Landwirtschaft der Entwicklungsländer, denen wir Milliarden geben, um ihre Ernährungsprobleme zu bekämpfen…

Hier jedenfalls der Tipp für alle, die sich mal an den EU-Außengrenzen aufhalten: Packen Sie einen Picknickkorb, spazieren Sie über die Grenze, und lassen Sie sich das Picknick dort durch Agrarexportzuschüsse der EU finanzieren. Den Präzedenzfall gibt es ja schon.

Übrigens: Nach einem gestrigen Urteil des Hamburger Verwaltungsgerichts müssen in Zukunft die 40 größten Bezieher von Agrarexportzuschüssen erstmalig offen gelegt werden. Die Pressemitteilung dazu finden Sie hier.

Foto: Pixelio

Veröffentlicht von

www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

1 Kommentar

  1. Na prima, wenn ich mal wieder in die Schweiz muß, nehme ich ein paar Säcke Kartoffeln mit. Bei den hohen Spritpreisen ist man für jede Unterstützung dankbar.

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