Kick it like Einstein: Portugal ist Vorreiter bei Wellenkraftwerken

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Wellenreiten in Portugal war ich zuletzt vor mehr als zwölf Jahren. Seit 2008 reiten vor der portugiesischen Küste nicht nur Touristen und Einheimische auf dem Meer, sondern auch eine 150 Meter lange Seeschlange. Das Monster aus Stahl ist das erste kommerzielle Wellenkraftwerke und erzeugt eine Nennleistung von 750 Kilowatt – von der im Jahresmittel jedoch nur 25 bis 40 Prozent erreicht werden.

Wenn von erneuerbaren Energien die Rede ist, fällt ihr Name selten: Wellenkraftwerke sind ein sehr junges, bislang eher exotisches Mitglied in der Familie der klimafreundlichen Kraftwerke. Doch sie besitzen nicht zu unterschätzendes Potenzial. Allein aus den Wellen an der europäischen Atlantikküste könnten rund 300 Gigawatt Strom gewonnen werden, schätzen Experten. Das entspräche 250 bis 300 Atomkraftwerken.

Portugal war das erste Land, in dem ein kommerzielles Wellenkraftwerk den Betrieb aufnahm. 150 Meter lang ist die Stahlkonstruktion, die aus vier Zylindern mit 3,5 Metern Durchmesser besteht. Zwischen den Zylindern sitzen Gelenke, in denen hydraulische Kolben Öl in einen Motor pumpen, wann immer die Wellen benachbarte Zylinder relativ zueinander bewegen. Der Motor schließlich erzeugt Strom. Fünf Kilometer vor der portugiesischen Küste sollten es ursprünglich einmal 110 Zylinder werden, die 15000 Haushalte mit Strom versorgen.

Doch dann gab es neben finanziellen auch technische Probleme: Die erste Generation der Seeschlange hatte Schwierigkeiten mit besonders hohen Wellen, wie sie im Winter gelegentlich vorkommen. Seit einem Dreivierteljahr ruht das Kraftwerk deshalb erst einmal im Hafen. Der Nachfolger, Aguçadoura II, ist bereits in Planung und wird in der Lage sein, durch Wellen hindurch zu tauchen. 25 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 18,75 Megawatt sollen demnach in Betrieb gehen. Hersteller beider Kraftwerke ist übrigens keine portugiesische Firma, sondern die schottische Pelamis Wave Power.


Videobericht über die erste portugiesische Seeschlange

Vor allem an den britischen Küsten entsteht seitdem Konkurrenz durch ganz andere Typen von Wellenkraftwerken. Vor den Orkney-Inseln arbeitet seit Ende letzten Jahres eine Riesenauster. Sie liegt auf dem Meeresgrund und hat eine 18 Meter breite Wand, die oben aus dem Wasser ragt. Jede Welle drückt die Wand Richtung Land, wodurch ein Hydraulikkolben angetrieben wird, der unter hohem Druck Wasser durch eine Rohrleitung in eine Turbine an Land presst. 315 Kilowatt Nennleistung erzielt die Demonstrationsanlage.


Funktionsweise der Auster

2014 soll die Anaconda marktreif sein. Sie ähnelt der portugiesischen Anlage, besteht jedoch aus Gummi. Die Gummischlange nimmt die Wellenbewegungen dynamisch auf und treibt damit Turbinen an ihrem Ende an. Eine 200 Meter lange Anaconda könnte rund ein Megawatt erzeugen und hätte nicht die Probleme mechanischen Verschleißes wie die portugiesische Seeschlange.

Im Südwesten von Wales soll künftig keine Schlange, sondern ein Seedrachen sein Unwesen treiben. Wie ein langer Windschutz am Strand fängt der von dänischen Firmen entwickelte Wellendrachen die Wellen ein und leitet sie eine Rampe hinauf. Durch Turbinen fällt das Wasser zurück auf Meereshöhe und erzeugt so Strom.

Vor zwei Jahren sah es so aus, als hätte Portugal den Weltmeistertitel sicher – zumindest bei Wellenkraftwerken. Inzwischen hat das Land Konkurrenz bekommen und reagiert: Ein ganzer Küstenabschnitt wurde für Demonstrationsanlagen von Wellenkraftwerken ausgewiesen und mit idealem Netzanschluss versehen. Auch im Fußball hat das Land gute Voraussetzungen und harte Gegner – mal abwarten, wie es um diesen Weltmeistertitel steht. Bislang hat es für ihn noch nie gereicht.

Veröffentlicht von

www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

14 Kommentare

  1. Gibt es eigentlich schon Kosten/Nutzenrechnungen für Strom aus Wellenkraftwerke? Ist es absehbar, dass man hier auf unter 20ct/Kwh kommt?

    Denn es ist ja schön dass es an der EU Atlantikküste ein Potential von 300 Gigawatt gibt, aber wenn es wesentlich teurer als die Alternativen (z.b. Wind+Speicher) ist hilft das Potential allein nicht viel.

  2. Wellenkraftwerk mit pneumatischer Kammer

    Mir persönlich erscheint das Wellenkraftwerk mit pneumatischer Kammer am günstigsten (OWC = oscillating water column).

    Mit dem Meerwasser kommt nur eine einfache Betonkammer in Kontakt, die direkt an der Küste steht, wo die Wellen am höchsten sind.

    Es gibt keine Hydraulik und keine schwimmenden, beweglichen Teile, die sich abnützen oder die sich im Sturm losreissen können.

    Nur die Luft durchströmt den einzigen beweglichen Teil, eine Wells-Windturbine mit Generator.

    http://de.wikipedia.org/…erk#Pneumatische_Kammer

  3. Produktionskosten

    Ich habe dazu leider nur Zahlen aus Wikipedia bzw. Selbstauskünfte der Hersteller:

    “Bislang kostet der Wellenstrom in der Produktion bis zu zehn Cent pro Kilowattstunde. Der Preis ist damit etwa doppelt so hoch wie der von Windenergie. Die Wellenkraftwerksbetreiber hoffen, den Preis innerhalb der nächsten zehn Jahre auf vier Cent zu senken und damit dem von Kohle und Gas anzugleichen.

    Bestimmte Firmen behaupten, mit ihren jeweiligen Technologien in Serienfertigung bereits jetzt auf einen Erzeugerpreis von 3 Cent/kWh kommen und damit konkurrenzfähig sein zu können (z. B. Ocean Power Technologies Inc., SDE Wave Energy Ltd., Wave Dragon ApS).”

    An anderer Stelle habe ich gelesen, dass der Breakeven für Aguçadoura II nach 12,5 Jahren erreicht sein soll – bei einer Lebensdauer von 15 Jahren.

    Aber ich glaube, die Technik ist noch zu jung und unausgereift, um abschließend zu beurteilen, wie ökonomisch sie beispielsweise in zehn Jahren sein wird.

  4. Aufwand & Nutzen

    Wasserkraft halte ich für eine sehr gute Alternative. Das enorme Potential, wie im Artikel sehr schön beschrieben ist, macht Wellenkraftwerke besonders attraktiv. Doch wie Robert bereits anmerkte, müssen Aufwand und Nutzen in einem gesunden Verhältnis stehen, um dauerhaft mit anderen alternativen Energiegewinnungstechnologien konkurrieren zu können. Wer also bereits konkrete Zahlen bezüglich der Wirtschaftlichkeit zum Thema gefunden hat, möge diese mal posten.

  5. Potenzial?

    Die 150 m lange Anlage soll eine Nennleistung von 750 kW haben, von der im Mittel 25-40% anfallen.

    OK, sagen wir 250 kW im Mittel. Wenn die Anlage 150 Kilometer statt 150 Meter lang wäre, hätte sie also eine mittlere Leistung von 250 MW. Dabei handelt es sich um die elektrsiche Ausgangsleistung, nehme ich an.

    Für 1250 MW (1.25 GW) bräuchte man schon eine Anlage von 750 km Länge. Da erscheint mir die Behauptung, dass das Potenzial mehrere Hundert GW erreichen soll, erst einmal wenig plausibel, denn dem würden ja fast Zweihunderttausend Kilometer Anlagenlänge entsprechen. Hm – haben die Experten wirklich solches Potenzial genannt, oder ist das eher die GEsamtenergie der Wellenbewegung in den betreffenden Seegebieten, die man natürlich keinesfalls komplett nutzen kann (oder sollte).

    Aber selbst der Aufwand für den Ersatz nur eines einzigen fossilen oder nuklearen Großkraftwerks erscheint mir immens. Und nicht zuletzt: Eine Anlage von einigen Hundert Metern Länge mag ja einen geringen Einfluss auf die Umwelt haben. Gilt das bei Hunderten oder gar Tausenden km Länge immer noch?

    Wie immer darf auch der Hinweis nicht fehlen, dass die Energieversorgung auch hier erheblich vom Wohlwollen des Meeres abhängen. Tagelang kein Seegang heißt tagelang kein Strom. Also auch nichts für eine stabile Grundlastversorgung.

  6. @Michael Khan: Potenzial

    In der Tag ist zweifelhaft, ob die portugiesische Seeschlange genug “Leistung pro Länge” bringt. Und Kilometer lange Ketten aus Wellenkraftwerken entlang der Küste möchte ich mir weder ästhetisch noch ökologisch vorstellen.

    Mehr Potenzial hat vermutlich die “Auster”. Die aktuelle Version (http://www.aquamarinepower.com/…-oyster-2-design) hat auf einer Breite von 26 Metern eine Nennleistung von 800 KW. Damit bräuchte sie “nur” ein Sechstel der Strecke der Seeschlange. Auf einem halben Kilometer würde sie rund 12.000 Haushalte versorgen. Mit Investitionskosten (laut Hersteller) von rund 4 Mio. Euro je MW und einer recht verschleißarmen Technik dürfte die Auster sogar heute schon konkurrenzfähig sein. Ökologisch hätte ich bei Abschnitten dieser Größenordnung wenig Bedenken, zumal kaum Geräusche oder sonstige Emissionen anfallen dürften. Das macht sie in meinen Augen zu einem veritablen Bestandteil des Erneuerbare-Energien-Mix, aber sicher nicht zu *der* Technologie der Zukunft.

    Ich ergänze gleich noch ein Video zur Funktionsweise der Auster im Blogeintrag.

  7. Eins verstehe ich nicht ….

    Es leuchtet mir nicht ganz ein, wieso denn bei Wellenkraftwerken so verschlungene Wege wie mit der Schlange oder der Auster beschritten werden.

    Wäre es denn nicht das einfachste, man erstellt eine Kette von Windradähnlichen Propellergeneratoren durch unterder Wasseroberfläche, dort wo sich die Wellen brechen. Es wird immer, wenn eine Welle anrollt, eine erhebliche ablandige Stömung auftreten, die, wenn die Welle dann bricht, durch eine auflandige Strömung ersetzt wird.

    Beide laufen in der gleichen Richtung, bis auf das Vorzeichen, was aber durch ein einfaches Getriebe zwischen Propeller und Generator beseitigt werden kann.

    Der hydrodynamische Wirkungsgrad – wieviel Energie kann man der Strömung entziehen – sollte wie beim Windkraftwerk bei über 50% liegen, wobei ein Wellenkraftwerk aufgrund der um fast drei Größenordnungen höheren Dichte von Wasser, verglichen mit Luft, einen sehr viel kleineren durchströmten Querschnitt hat. Man wird natürlich keine riesigen Propeller unter Wasser installiueren, wie man es in Luft macht.

    Wenn ich mir diesen apparativen Aufwand anschaue, erscheint der mir durchaus überschaubar. Bei der Auster dagegen, wo aus der Auf- und Ab-Bewegung Hydraulikflüssigkeit unter Druck und in Bewegung gesetzt wird, diese zu einem Kraftwerk an Land befördert, dort in Turbine oder Kolbenantrieb entspannt und dann wieder zurückgepumpt wird, steckt viel mehr Aufwand dahinter, aber wozu? Was gewinnt man den dabei, was man mit einem Park von Unterwasserpropellern nicht – deutlich einfacher – kann?

    Ich stehe da wirklich gerade auf dem Schlauch. Es muss ja eine logische Begründung geben, sonst würde keiner diese Schlangen oder Austern bauen. Aber ich sehe den Grund gerade nicht.

    Steckt er vielleicht ganz woanders, in gesetzlichen Regelungen, oder im Schutz der Meeresfauna?

  8. @Michael Khan: Propellergeneratoren

    Entschuldige meine späte Antwort, ich hatte den Kommentar irgendwie übersehen.

    Ich glaube, was Du beschreibst, ist das Prinzip zweier anderer Wasserkraftwerke: der Gezeitenkraftwerke und der Strömungskraftwerke. Erstere gibt es meines Wissens seit gut 50 Jahren, und in England wird seit einiger Zeit um den Bau eines solchen Kraftwerks mit 8,5 GW Leistung gestritten. Letztere sind genau das was Du meinst: Windkraftwerke unter Wasser. Allerdings gibt es bislang nur Prototypen.

    Bei Technologien haben den ökologischen Haken, dass die Rotoren eine Menge Lärm erzeugen, der im Wasser logischerweise weit trägt.

  9. Portugal ist nicht Vorreiter !!

    Werte Forumgemeinschaft,
    dass man bei Wellenkraftwerken mit Ausnahme von Oyster von einer kommerziellen Nutzung weit entfernt ist, ist ein Auswuchs der masssiven Fördergelder die sich Konzerne einstreichen wollen und auch können. Die finanzielle Förderung hängt mit der Kostenhöhe eines Projektes zusammen, und je mehr man für ein Projekt an Kosten hochrechnen kann, um so mehr bekommt man auch an Subvention und einfache technische Lösungen machen da keinen Sinn. Portugel ist sicherlich nicht Vorreiter bei Wellenkraftwerken, denn Pelamis ist technischer Pfusch vom Anfang bis zum Ende.
    Warum dem so ist, haben wir auf unseren Internetseiten http://www.holzspalter.it unter erneuerbarer Energie sehr ausführlich beschrieben. Auch andere Kraftwerke nehmen wir dort kritisch unter die Lupe.
    Gerne stell ich mich einer herausfordernden Diskussion und
    grüße freundlichst
    Paul Stubenruss

  10. “Erneuerbare Energien”

    Wissenschaftlich gibt es keine “Erneuerbaren Energien”. Etwas weitergefasst koennte man Kohle und Gas darunter verstehen die sich in geologischen Zeitraeumen erneuern. Der Begriff wurde wohl durch die bewusste Gegnerschaft zur Wirklichkeit und zur ernsten Wissenschaft gepraegt.

    In der Regel handelt es sich bei diesen Energien um nutzlose Gedankengaenge die keine Aussicht haben jemals einen Platz in einer dem Verstande geschuldeten Energieversorgung zu finden.

    Wellenkraftwerke teilen mit Wind u. Sonne die Unstetigkeit die dazu fuehrt das der Strom als Zufallsstrom weitgehend wertlos ist.

    Die spezielle Problematik ist die Kraft des Meeres die in Form von Stuermen derartigen Anlagen immer wieder zusetzen wird. Die Meeresstroemung wird die Fundamente von den angesprochenen Windmuehlen im Meer mit der Zeit ausgraben. Insgesamt bedarf es eines grossen Investitions- und dauerhaften Reperaturaufwands um ein wenig nutzlosen Zufallsstrom zu gewinnen.

    Vandale

  11. @Stubenruss und Trummler

    @Stubenruss: Ich weiß nicht, ob ich bei einem problembehafteten Prototypen von Pfusch reden würde, aber ich teile die Einschätzung, dass es zukunftsträchtigere Ansätze gibt, Strom aus dem Meer zu gewinnen. Aber wenn auch nicht qualitativ, so war Portugal dennoch zeitlich Vorreiter. 😉

    @Trummler: Auch hier noch einmal zu Ihrer Begriffspolemik: Erneuerbare Energien sind ein einfacher Begriff für die Energiegewinnung aus praktisch unerschöpflichen Quellen. Bei Hundekuchen suchen Sie ja auch nicht den Hund in der Zutatenliste. Und wenn man auf unregelmäßige Quellen wie Wind oder Wellen setzt, muss man sicherlich Maßnahmen ergreifen: Man muss diese Quellen entweder in hoher Überkapazität und über große Gebiete vernetzt anlegen, durch verlässliche Quellen wie Stauwasserkraft, Biomasse und Geothermie ergänzen, und dann vielleicht noch etwas Speicherkapazität vorhalten. All das sind lösbare Probleme. Wie Sie in 80 Jahren die Öl- und in 200 Jahren die Kohlevorräte erneuert haben wollen, ist mir hingegen schleierhaft.

  12. Trummler Lohmann

    Hallo Herr Trummler,
    Die Wörter „Ereuerbare Energie“ sind in allen unseren Gehirnen gespeichert und je nachdem was man als Aussage hinzufügt kann man sie auf bequeme Weise gebrauchen und leider auch missbrauchen. Ihr Hinweise hatte für mich Signalwirkung und so habe ich diese Wörter auf unseren Seiten durch „nachhaltige Energiegewinnung“ ersetzt. Und in diesem Sinn sollen sich unsere Visionen von vielen anderen Visionen auch namhafter Konzerne unterscheiden. Genug Techniken um aus Sonne, Wind oder Wellen Strom zu erzeugen, und im allgemeinen Sprachgebrauch als erneuerbare Energie eingestuft, sind noch lange nicht nachhaltig. Windkraftanlagen die nach 20 Jahren schrottreif sind, sind nicht nachhaltig. Ob in 40, 60 oder 80 Jahren noch genügend Rohstoffe fü Neuerstellungen zu finden sind, bezweifle ich. Wir hingegen vertreten eine Technik die schon vor über 100 Jahren zu haben war und die mit Sicherheit weit über 100 Jahre laufen kann. Nachdem Sie Ingenieur sind, lade ich Sie ein, unsere Seiten unter http://www.holzspalter.it zu lesen und dann auch zu kommentieren. Dank Internet bekommen Sie und wir die Möglichkeit, das zu schreiben was Printmedien niemals schreiben würden. Möglicherweise schöpfen Sie aus unseren Seiten neue Erkenntnisse so wie wir aus Ihren Seiten.
    Eine Frage: Wozu müssen wir rund um die Uhr ohne Einschränkung Strom haben? Warum darf nicht sein, dass bei Strommangel die ganze Gesellschaft kollektiv„off“ ist, so wie „Der Spiegel“ dies in der neuesten Ausgabe zum Hauptthema macht?
    Die gesamte Weltbevölkerung sucht den Konsumrausch und wenn dies so weiter geht, denn werden alsbald schlichtweg die Rohstoffe fehlen um all die Produktionsanlage zu füttern. Dann kann noch so viel Strom zur Verfügung stehen, die Gesellschaft wird zum „off“ gezwungen weden. Allerdings unterschiedlich in den verschiedenen Ländern der Welt, denn China zum Beispiel sichert sich jetzt schon weltweit die Rohstoffe, und wird Europäer schauen zu.
    Gerne folge ich auf ihren Seiten Ihrem Querdenken und stelle die Frage in den Raum, ob es für die weite Zukunft nicht besser ist, all das Öl, das unter hohen Druck unter dem Meeresboden liegt, kontrolliert hoch zu holen, denn durch Erbeben und Schollenverschiebung könnten irgend wann Klüfte entstehen und Mengen von Öl hochkommen, wogegen die Ölmenge im Golf von Mexiko harmlos ist. So gedacht, müsste man eigentlich befürworten dass die riskante Förderung aus den Meerestiefen weiter geht, oder ??

    Hallo Herr Lohmann,
    solange Pelamis und ander Projekte an Ölhydraulik festhalten und nicht die Vorteile der Klarwasserhydraulik erkennen, ist dies technischer Pfusch hoch 2. Ölhydraulik schränkt den konstruktiven Freiraum enorm ein und so entstehen Anlagen wo kein Investor jemals sein Geld wieder sehen wird und Fördergelder versenkt werden: Die einzige Fehlentscheidung, die Ölhydraulik zu verwenden, zwingt zu einer ganzen Kette von Fehlentscheidungen und es ergeben sich Probleme die sich nach heutigen Stand der Technik nur durch die Klarwasserhydraulik und durch Peltonturbinen lösen lassen. Wenn jemand von München nach Stuttgart fahren will, und fortzu stur überzeugt ist, dass Stuttgart östlich ist, dann kann er um die ganze Weltkugel fahren und kommt am Ende auch an, dank Sturheit. So etwa sehen wir das sture Festhalten an die Ölhydraulik.
    Durch meine provokative Beurteilung hoffe ich, dass sich endlich ein Verfechter der Ölhydraulik meldet und es zu einer sachlichen Gegenüberstellung kommt. Anscheinend hat aber niemand den Mut.
    In Ihrem Bericht vermisse ich jegliche Stellungnahme zu den verschiedenen Kraftwerkkonzepten und es ist nur zu lesen was eine flüchtige Recherche im Internet auch bringt. Im Grunde eine Informationsverbreitung wie es sich die PR-Leute der Konzerne wünschen. Interessant für uns wäre zu wissen, warum Sie unsere Seiten http://www.klarwasserhydraulik mit all den kritischen, sachlichen und nachvollziehbaren Beurteilungen außer Acht gelassen haben, denn bei sorgfältiger Recherche sind wir nicht zu übersehen. Wenn Sie bei google.com den Suchbegriff Wellenkraftwerke eingeben, dann sind wir heute an 45. Stelle. Unter google.de an 38. Stelle. Unter Wellenkraftwerk also ohne „e“ am Ende sind wir unter google.com an 66 Stelle, unter google.de an 63 Stelle.

    Grüße freundlichst
    Paul Stubenruss

  13. @Stubenruss: Auswahl

    Der Blogeintrag ist ja Teil der “Kick it like Einstein”-Reihe der Scilogs, sprich: Er musste sich um Portugal drehen. Hätte ich Wellen- oder generell Wasserkraftwerke isoliert und ohne expliziten Portugalbezug betrachtet, wäre der Eintrag sicher anders ausgefallen.

    Übrigens: Wenn Sie Kritik von Wortklaubern vermeiden wollen, sollten Sie “nachhaltige Stromerzeugung” schreiben, denn Energie lässt sich nur umwandeln, nicht gewinnen. 😉

  14. @Herr Stubenruss

    Zu Ihrem Einwand “Rohstoffe sind endlich” möchte ich widersprechen. Das wird zwar immer wieder behauptet wird aber durch ständige Wiederholungen nicht wahrhaftiger. Diese Behauptungen scheinen mir auch eher aus von Selbsthass und/oder ausgeprägten Lebenspessimismus geprägten Menschen zu stammen. Ähnliche Behauptungen werden neuerdings verstärkt (Cave! Der Klimagau verliert an Wirkung – wir brauchen einen neuen Gau) auf Wasser bezogen. Es soll zu Wasserknappheit kommen und man prophezeit sogar Kriege um Wasser! Nachfolgend beziehe ich mich mit dem Wasser auch auf andere Rohstoffe (vor allem solche, die recycelbar sind!! Wasser ist hervorragend recycelbar, besser als “Erneuerbare Energien”)).

    Wasser wird knapp! Wirklich? Hat jemand bereits im Weltall eine Wasserspur hinter der Erde entdeckt, die auf den drohenden Wasserverlust deuten könnte? Natürlich wird das Wasser nicht knapp. Es ist nur “ungleich” oder “unregelmäßig” verteilt. In einem Land wie D wird die angebliche Wasserknappheit nur genutzt, um kommunale Wasser-Gebühren für die maroden Staatskassen zu erhöhen. Wie sonst ist erklärbar, das Wasser in der Wüstenstadt Las Vegas preiswerter ist als im wassereichen Deutschland? Wasser ist nicht knapp, sondern es steht nicht überall gleichmäßig so zur Verfügung, daß man es direkt verwenden kann. Die dafür notwendige Infrastruktur und/oder Technik + Energie ist nicht überall vorhanden. Die vermeintliche Knappheit ist nicht durch Wassermangel als solchen im Sinne “endlicher Ressource” oder steigenden Wasserverbauch bedingt, sondern durch fehlenden oder falschen Einsatz von Technik und Energie bedingt. In wasserreichen Deutschland gibt es den Wassermangel nur durch ökoreligiös-dogmatische Behauptungen irrgeleiter Geister.

    Ähnliches läßt sich nun auch für andere Rohstoffe her- und ableiten. Man denke nur einmal an die vielen Schrotthändler, die wöchentlich die Ortschaften nach Altmetallen durchkämmen. Insofern sehe ich keinen Grund pessimistisch von endlichen Ressourcen zu sprechen.

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