Deutsche Autos und das Klima

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Öko-Logisch?

Porscheauspuff (Foto: O. Fischer/Pixelio)

Hinsichtlich der CO2-Bilanzen ihrer Fahrzeug-Flotten haben sich Audi, Porsche und Volkswagen verschlechtert, BMW, Ford, Mercedes und Opel haben sich verbessert. So berichtet das Greenpeace Magazin unter Berufung auf Zahlen der Europäischen Kommission und des Kraftfahrtbundesamtes. Die Aussage verzerrt das Bild, denn mancher, der sich wenig verbessert hat, liegt absolut noch immer besser als mancher, der sich stark verbessert hat.

Verglichen hat das Greenpeace Magazin die Veränderung zwischen 2002 und 2007, die der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Fahrzeuge eines Herstellers erfahren hat. Das ergibt dann folgendes Bild:

  • Platz 1: BMW mit einer Verringerung um 23,3 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 2: Mercedes mit einer Verringerung um 18,8 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 3: Opel mit einer Verringerung um 12,9 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 4: Ford mit einer Verringerung um 12,0 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 5: Volkswagen mit einer Erhöhung um 4,3 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 6: Audi mit einer Erhöhung um 4,5 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 7: Porsche mit einer Erhöhung um 12,6 Gramm CO2 pro Kilometer

Betrachtet man jedoch die absoluten Werte anstelle der Veränderung, ergibt sich ein anderes Bild:

  • Platz 1: Ford mit 155,9 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 2: Opel mit 158,6 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 3: Volkswagen mit 166,7 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 4: BMW mit 173,1 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 5: Mercedes mit 183,7 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 6: Audi mit 185,4 Gramm CO2 pro Kilometer
  • Platz 7: Porsche mit 287,0 Gramm CO2 pro Kilometer

1998 hatten sich die Hersteller für 2008 eine freiwillige Selbstverpflichtung von 140 Gramm CO2 pro Kilometer gesetzt. Offensichtlich alles nur leere Phrasen. Ob Klimawandel oder Ölknappheit – diese Probleme gehen den deutschen Autoherstellern am Heck vorbei. Bis 2012 müssen voraussichtlich EU-Vorgaben von 130 Gramm CO2 pro Kilometer erreicht werden. Mal schauen, ob das mehr bewirkt als eine freiwillige Selbstverpflichtung. Wirtschaftsexperten munkeln jedenfalls, dass der EU-Druck beim CO2-Ausstoß sogar der Hauptgrund dafür gewesen sein könnte, dass Porsche Volkswagen gekauft hat. Auch eine Art, den eigenen Schnitt zu senken.

Foto: O. Fischer/Pixelio

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www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

8 Kommentare

  1. Das mit den Flottenbilanzen ist doch fraglich und sieht mir nach der üblichen Ökonebelkerze aus, um Aktivität zu Heucheln. Letztlich entscheiden die Verbraucher auch nach dem Verwendungszweck wo sie sich positionieren und steuern damit die Hersteller. Als Anreiz für Energieeffizienz ist die Spritsteuer völlig ausreichend.

  2. Abgase reduzieren

    Hallo, bin zufällig auf deinen Blog gestossen 🙂
    Seit 1985 liegt in Deutschland ein Patent vor, das die Schadstoffproduktion in einem Verbrennungsmotor minimal machen würde. Komischerweise interessiert es anscheinend niemanden.

    Tatsache ist, dass sich in jedem Auto ein Chemielabor befindet samt allem, was zur Herstellung von Kohlenhydraten nötig ist. CO/CO2, Wasser, Temperatur, Druck. Anstatt CO im Katalysator zu verbrennen, kann man es mit Hilfe von Fischer-Tropsch Synthese zusammen mit Wasser zum Beispiel ins Methanol umwandeln und diesen wieder als Kraftstoff benutzen. Wir hätten mindestens den Kraftstoffverbrauch (und somit die Schadstoffe)um dreimal reduziert ohne irgendwelche Gesetze der Physik, oder Chemie gebrochen zu haben, denn wir nutzen lediglich die Energie des Kraftstoff besser aus. Die laufenden Prototypen gibt es auch bei YouTube ich bin kein Spammer, deswegen gibt es die Links auf Anfrage. 🙂
    Aber vielleicht irre ich mich, und die Motoren sind nicht wirtschaftlich weil z.B die Laufzeit sich verringert. Aber bisher habe ich nur das Gegenteil gehört.

  3. @adenosine: genug Anreize?

    Man sollte tatsächlich meinen, dass die Spritsteuer eine lenkende Wirkung hat. Nur ist dem nicht so, wie man beim täglichen Blick in Deutschlands Straßen sehen kann. Nicht zuletzt, weil drei Viertel alle übermotorisierten CO2-Schleudern Firmenwagen sind – manche Modell wurden sogar bisher ausschließlich als Firmenwagen angemeldet.

    Seit 30 Jahren gibt es das 1-Liter-Auto als Prototyp, vor rund 10 Jahren hat Greenpeace mit der Smiletechnologie eine Methode gezeigt, für jedes Modell mit schon damals vorhandenen Serienbauteilen den Verbrauch etwa zu halbieren. Gemacht hat es keiner. Dabei wäre gerade bei der verbrauchsintensiven Premiumsparte der Mehrpreis kaum ein Thema.

  4. Der Verbrauch ist ökologisch ja nicht das einzige Problem beim Auto. Von der Herstellung über Wartung und Ersatzteilbedarf bis zur Verschrottung fällt so einiges an Rohstoff- und Energieverbrauch an. Hinzu kommen die Folgen durch den “Infrastrukturausbau” (Straßenbau und Stellplatzbedarf: Flächenverbrauch, Zerschneidung und Zerstörung von Naturräumen, “Wildschäden”, usw.).

    Und was nützt die CO2-Senkung unter dem Strich, wenn immer mehr Kraftfahrzeuge auf den Straßen den Pegel bedienen?

    Warum sollte man überhaupt nach Politik und selbstverpflichtender Wirtschaft rufen? Wir sind ein Volk mündiger Bürger! Oder etwa nicht?

  5. Klima und Erderwärmung

    am Nordpol ist die temparatur um 5 grad ge-
    stiegen, sollte das auf der gesamten erde
    passieren, wird jegliches leben ausgelöscht.

  6. Balance im Blick behalten

    Ein Toyota Prius kostet in den arabischen Laendern mehr als ein Toyota Landcruiser 4500 L mit 8 Sitzplaetzen. Bedingt durch oekologische Benzinpreise wird der Aufwand in Europa noch ein paar literchen zu sparen in ein Extrem getrieben. Auf der anderen Seite fragte mich kuerzlich ein saudischer Kollege fuer was ein BMW der fast kein Benzin verbraucht aber im Verhaeltnis zu seiner Groesse extrem teuer ist nuetzlich ist.

    Weder oekologische Benzinpreise von 1 Euro und mehr, noch die in den arabischen Laendern ueblichen Benzinpreise von ein paar c sind sinnvoll. Die richtige Antwort ist der Marktpreis und daraus resulierend Autos die eine Balance zwischen Aufwand und Verbrauch gewaehrleisten.

  7. Die Balance wahren

    Ein mickriger Toyota Prius kostet hier im Nahen Osten soviel wie ein Toyota Landcruiser 4500L mit 8 Sitzplaetzen.
    Gem. diverser Pressemitteilungen verdient Toyota nicht mal Geld mit dem Hybrid. Dies bedeuted das ein gewaltiger Aufwand getrieben wird der wohl kaum im Verhaeltnis steht um noch ein Literchen einzusparen.
    Am umweltfreundlichsten ist es wohl dann z.B. einen Hyundai Verna fuer etwa 7000$ zu kaufen. Ein einfaches Auto das mit geringem Aufwand gebaut ist und mit etwa 10l/100 Km auch sparsam mit dem Benzin umgeht.

    Vandale

  8. Porsche und andere Spaßautos

    Der absolute Flottenaustausch ist auf jeden Fall eine wichtige Größe. Natürlich kann ist das nicht 100%, wenn man einen reinen Sportwagenhersteller mit einem Hersteller wie Volkswagen vergleicht, aber was ist schon 100% fair.
    Man muss ja auch sehen, dass in einem Porschen maximal 2 Personen sitzen, in anderen Autos, auch mal ein paar mehr Menwschen und letztendlich kommt es auf den Verbrauch pro Personenkilometer an, wenn mal Verkehrsmittel vergleicht.
    Besonders bedenklich finde ich es, wenn eine Person mehrere Autos besitzt, weil alleine bei der Herstellung schon eine Menge Energie und Ressource verbraucht werden. Das trifft besonders für Hybridautos zu, über deren Ökobilanz man sich streiten kann und die sicher nicht viel besser als die eines BMW-Diesel ist, besonders wenn man bedenkt wie oft man einen neuen Akku braucht.

    Für mich ist die einfachste Möglichkeit um Spritt zu sparen: Fahrgemeinschaften bilden.

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