Nährstoffe: Durchblick im Dschungel von Richtwerten

Eine Vielzahl von Bezeichnung für tägliche Dosen an Nährstoffen bestehen bis heute. Mit diesem Einblick soll zu mehr Durchblick führen. Richtwerte sind nicht gleich Richtwerte.

Empfohlene Tagesdosis (engl. Recommended Daily Allowance, RDA / Reference Daily Intake) – Dieser Richtwert gibt die Mengen an Nährstoffen an, die für den Körper essentiell sind, nicht hergestellt werden können. Diese Werte sind evidenz-basiert, also entsprechen wissenschaftlichen Standards und zudem hoher Gültigkeit der Forschungsergebnisse außerhalb des Labors, sogenannter externer Validität.

Tolerierbare Obergrenze (engl. To lerable Upper Intake Level, UL) – Nicht als Zufuhrempfehlung gedacht ist dieser Wert. Die Obergrenze, wie der Name es bereits andeutet, einen Wert zur Menge an Nährstoffen an, der langfristig nicht überschritten werden sollte. Ansonsten können Überschreitungen auch zu gesundheitsschädigenden Zuständen führen.

Erlaubte Tagesdosis (ETD / engl. Acceptable Daily Intake, ADI) – Dieser Wert entspricht einer Dosis, die keinen nachteiligen Effekt auf den Körper zu haben scheint, nach (bio)medizinischen Erkenntnissen. In den meisten Fällen wird dieser Wert durch Tierversuche ermittelt. Werte werden als „erlaubt“ eingestuft, wenn sie nicht keinen erkennbaren Schädigungen führen (engl. No Observable Adverse Effect Level, NOAEL).

Zur Gewährleistung einer optimalen Gesundheit bei intakten Körperfunktionen sollte auf eine vollwertige und umfassende Ernährung geachtet werden, die sich an dem empfohlene Tagesdosen orientieren. Dabei sollte Obergrenzen nicht überschritten werden. Da die Bedürfnisse eines Individuums stark von vielen internen Faktoren, wie der Körperzusammensetzung, abhängen, sollte auch das Feld der Ernährung als personalisiert verstandener Lebensbereich gesehen werden.


Richtwerte zur Orientierung

Seit dem Beschluss der Lebensmittelverordnung der Europäischen Union werden europaweit Referenzmengen für Erwachsene herausgegeben. Diese Werte entsprechen der empfohlenen Tagesdosis. Sie dienen lediglich einer Orientierung.

Energie 2.000 kcal (8.400 kJ)
Fette gesamt 70g
gesättigte Fettsäuren 20g
Kohlenhydrate 260g
Zucker 90g
Protein 50g
Salz 6g

Referenzmengen für Energie und ausgewählte Nährstoffe. Basierend auf dem durchschnittlichen Bedarf eines Erwachsenen. *


*Hierbei gilt es natürlich zu kritisieren, dass diese Werte nicht personalisiert sind. Für Männer und Frauen sowie für Kinder gelten unterschiedliche Richtwerte. Auch schwanken die Werte je nach Aktivitätslevel, Körperzusammensetzungen und vieler weiterer Faktoren.

Veröffentlicht von

Mein Name ist Nico Amiri, 22 Jahre bin ich jung. Als der Student der Biomedizin und neugieriger Mensch entdecke ich jeden Tag diese wundervolle Welt neu für mich. In meinem Studium lege ich meinen Schwerpunkt auf die Erforschung der neurodegenerativen Erkrankung Alzheimer. Dabei interessiert mich weiterhin die Epigenetik und das glymphatische System.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Von der WHO liegt die Empfohlene Tagesdosis für Zucker bei 25g.
    Sind diese EU Werte so stark von der Industrie beeinflusst?

  2. Wenn ich die WHO richtig verstehe, dann zählt Zucker aus dem Essen von Obst, Beeren und Gemüse nicht als Zucker innerhalb der 25 g. Das entspricht 5% der Tagesenergie. Das ist das hohe Ziel, das geringere sind 10% dessen Nutzen klarer belegt ist. Dabei soll der Konsum sogenannten freien Zuckers begrenzt werden. Die zugehörige Definition:
    “Free sugars include monosaccharides and disaccharides added to foodsand beverages by the manufacturer, cook or consumer, and sugars naturallypresent in honey, syrups, fruit juices and fruit juice concentrates”
    Wenn man hier den hohen Wert von 50g nimmt, dann ist das inklusive Obst und so weiter nicht mehr weit von 90 g entfernt.

  3. Richtwerte sind vernünftig. Es wäre noch vernünftiger, wenn bei Fastfood genau diese Werte eingehalten würden.
    Aber, Zucker ist billig. Und wenn man z,B. bei Cornflakes den Zuckergehalt eines großen amerikanischen Konzerns mit dem eines kleinen italienischen Herstellers bei gleichem Preis vergleicht, dann ist der Zuckergehalt in % bei dem amerikanischen Konzern doppelt so hoch.
    Ob in Staaten auch soviel Zucker zugesetzt werden darf ?

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